8 Drehstühle im Praxistest - Welcher Bürostuhl ist der bequemste?

Ob im Großraumbüro oder im Homeoffice – wer während der Arbeit überwiegend sitzt, benötigt einen Bürostuhl, der sich nicht nur individuell anpassen lässt, sondern darüber hinaus auch bequem ist. Damit langes Sitzen dir keine Rückenschmerzen einbringt oder langfristig sogar bleibende Schäden an der Wirbelsäule verursacht, sollte dein Schreibtischstuhl einige Bedingungen erfüllen. Da zählen die Einstellung der Sitzhöhe und verstellbare Armlehnen zu den absoluten Mindestanforderungen. Gute Bürostühle sollten die natürliche Form deiner Wirbelsäule etwa mit einer Lordosenstütze unterstützen. Eine Synchronmechanik fördert durch die abgestimmte Neigung von Rückenlehne und Sitzfläche dynamisches Sitzen. Bei diesem „bewegten“ Sitzen veränderst du deine Sitzhaltung immer wieder.

Wir haben acht Bürostühle für dich getestet. Wir finden heraus, auf welchem du auch mal länger sitzen kannst, ohne dass dir anschließend alles weh tut. Preislich bewegen sich die Drehstühle zwischen 70 und 280 Euro*.  

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Material & Verarbeitung: Zunächst sollte ein Bürostuhl natürlich gut verarbeitet sein. Das schließt die Rollen ebenso wie das Polster ein. Der Schreibtischstuhl darf keine scharfen Kanten oder schlechten Schweißnähte haben. Zuletzt muss er auch einiges aushalten, weswegen wir einen Blick auf die Belastbarkeit werfen.
     
  • Sitzkomfort: Für uns die Königsdisziplin. Schließlich verbringen die meisten Berufstätigen durchschnittlich zwischen sechs und acht Stunden in ihrem Drehsessel. Deshalb müssen SitzflächeArmlehnen und Rückenlehne ergonomisch gestaltet und einstellbar sein. Funktionen wie eine Synchronmechanik oder eine Lordosenstütze sind in unseren Augen ein absolutes Muss für einen Bürostuhl.
     
  • Funktionalität: Fast alle Bürostühle unseres Tests mussten wir zunächst zusammenbauen. Wie einfach gelingt die Montage? Kannst du den Stuhl leicht verstellen, oder musst du erstmal lange die Hebel und Stellschrauben suchen? Aus Sicherheitsgründen sollte der Drehstuhl nicht einfach wegrollen, wenn du aufstehst.

Wir haben 8 ergonomische Bürostühle für dich getestet. Von bequemem Drehsessel bis zum Schleudersitz war alles dabei

Bequemer Testsieger: Der Nowy Styl Net Motion Bürostuhl

Auf dem „Nowy Styl Net Motion“ Schreibtischstuhl lässt sich bequem arbeiten – wenn’s sein muss, machst du auf diesem Bürostuhl auch locker Überstunden. Bereits die Montage gestaltet sich dank der vormontierten Teile angenehm einfach. Die Verarbeitung von Rückenlehne, Sitzfläche, Fußkreuz und Armlehnen ist hervorragend. Da passt alles perfekt ineinander und nichts wackelt. Hier macht der Net Motion ordentlich Punkte. Mit den Rollen gleitest du elegant und laufruhig bis zum Drucker und zurück. Stehst du auf, bremsen die Rollen den Sitz automatisch ab. Die Rückenlehne ist dank der Netzstruktur atmungsaktiv. Da klebt dir das Hemd auch im Sommer nicht am Rücken. Generell finden wir den Stuhl sehr bequem. So stellen wir uns einen ergonomischen Bürostuhl vor.

Ergonomischer Drehstuhl mit vorbildlichem Bedienkomfort

Insbesondere die Rückenlehne mit Lordosenstütze gefällt uns beim Nowy Styl Net Motion sehr gut. Letztere stützt die natürliche Haltung der Lendenwirbelsäule durch Druck nach vorne und verhindert ein Absacken und Ermüden der Muskulatur. Da kannst du auch mal länger Sitzen. Die Wippfunktion funktioniert via Synchronmechanik. Das heißt, die Neigung der Rückenlehne ist in einem bestimmten Verhältnis zur Neigung der Sitzfläche gekoppelt. Lehnst du dich zurück, vergrößert sich dadurch der Winkel zwischen deinen Oberschenkeln und deinem Oberkörper. Das streckt deinen Körper und erleichtert wiederum die Durchblutung. Zwei verchromte Stahlstreben verstärken die Rückenlehne zusätzlich. Ideal für dynamisches Sitzen, bei dem du während der Arbeit deine Position immer wieder veränderst.

Der Bezug der Sitzfläche ist widerstandsfähig und gut vernäht, wir finden den Stoff jedoch etwas glatt und rutschig. Das Sitzpolster ist nicht zu hart. Eine luftig leichte Wolke ist es glücklicherweise aber auch nicht.

Leicht einzustellen und kaum Schwachpunkte

Der Net Motion Bürostuhl lässt sich vorbildlich einfach verstellen. Die Sitzhöhe, die Sitztiefe und den Druck der Lordosenstütze kannst du mit eines Handgriffs auf deine Bedürfnisse anpassen. Ebenso lassen sich die Armlehnen individuell in Höhe und Tiefe einstellen. Einer der wenigen Schwachpunkte des Bürostuhls: Bei unserem Testmodell rutschen die Armlehnen allzu leicht nach vorne, wenn wir den Stuhl daran zum Schreibtisch ziehen. Ausgelegt ist der Net Motion Stuhl für maximal 110 Kilogramm.

Fazit: Der Nowy Styl Net Motion Bürostuhl überzeugt durch seine hervorragende Verarbeitung und leichte Einstellmöglichkeit. Das wichtigste allerdings: Er gehört zu den mit Abstand bequemsten Stühlen im Test. Dieser Komfort hat seinen Preis. Der Net Motion kostet 260 Euro*, für eine optionale Kopfstütze musst du nochmal 30 Euro* drauflegen.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Der Topstar Free Art Bürostuhl

Im „Free Art“ Bürostuhl sitzt du von allen Topstar Modellen im Test am bequemsten. Die Verarbeitung ist gut. Der Aufbau fordert dich nicht wirklich, auch wenn der beiliegende Plan nicht sehr erhellend ist. Im Gegensatz zu den Topstar Stühlen Head Point und Open Point ist das Fußkreuz des Free Art aus Kunststoff gearbeitet. Eigentlich würden wir sagen, ein Fußkreuz aus Metall ist einem aus Kunststoff vorzuziehen. Mit Blick auf die schlampige Schweißnaht bei den beiden anderen Topstar Drehstühlen im Test sehen wir hier den Free Art aber deutlich vorne. Die Armlehnen lassen sich via Drehmechanismus stufenweise verstellen. Das ist anfangs etwas ungewohnt und umständlich. Aber daran gewöhnst du dich schnell. 

Gut finden wir die Synchronmechanik – allerdings knarzt und quietscht unser Testmodell etwas, wenn wir nach hinten wippen. Auch hat der Stuhl etwas Spiel nach rechts und links. Das könnte für 195 Euro* etwas stabiler sein. Ob er die versprochenen 120 Kilogramm dauerhaft stemmt, steht da in den Sternen. Die abnehmbare Kopfstütze ragt etwas weit nach vorne. Zudem lässt sich deren rudimentäre Einstellung viel zu leicht mit dem Kopf wieder nach hinten drücken. Mit der erwähnten Synchronmechanik und seiner Lordosenstütze in der Rückenlehne ist der Free Art Drehstuhl auch für den Büroalltag geeignet. 

Fazit: Der Free Art ist von den drei Topstar Bürostühlen im Test der bequemste. Der Sitzkomfort macht die kleinen baulichen Mängel weitestgehend wieder wett. Auch mit der schwachen Kopfstütze können wir leben.

Diese sechs Schreibtischstühle haben wir außerdem getestet

Neben dem Nowy Styl Net Motion und dem Topstar Free Art haben wir sechs weitere Schreibtischstühle zu unserem Bürostuhl Test gerollt. So haben sich die anderen Drehstühle in der Praxis geschlagen. 

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Der Robuste: Amstyle Darius Bürostuhl

Der „Amstyle Darius“ Bürostuhl gehört zu den komfortabelsten Modellen im Test – mit knapp 240 Euro* aber auch zu den teuersten. Tatsächlich punktet der Darius in allen Kategorien und muss sich nur dem Testsieger geschlagen geben. Die Verarbeitung gefällt uns sehr gut. Bei der Montage stehst du vor keiner unlösbaren Aufgabe. Mit den Rollen des Darius fährst du ruckelfrei und laufruhig über den Teppichboden. Allerdings greifen die integrierten Bremsen in den Rollen nicht so gut wie bei den Testkonkurrenten. Zwar rollt der Drehstuhl dir nicht unter dem Hintern weg, aber wenn du ihm einen Schubs gibst, rollt er weiter als die anderen Stühle. 

Die angenehmen Polster der Sitzfläche sowie die ergonomische Rückenlehne mit Lordosestütze garantieren Sitzkomfort auch über mehrere Stunden hinweg. Das Gestell des Bürostuhls ist durch die Polsterung nicht zu spüren. Das ist im Test leider nicht bei allen Kandidaten der Fall. Die Einstellmöglichkeiten von Arm- und Rückenlehne sowie der Sitzfläche sind intuitiv und leichtgängig. Pluspunkte gibt es für die Kopfstütze. Die ist bereits im Lieferumfang enthalten. Zwar finden wir eine Kopfstütze nicht unbedingt essentiell, aber beim freien Synchronschaukeln im Büro ist sie eine zusätzliche Entspannungshilfe. Synchronschaukeln ist übrigens keine olympische Disziplin, sondern das Vor- und Zurücklehnen mithilfe der Synchronmechanik.

Fazit: Der robuste Amstyle Darius ist ein toller Bürostuhl mit angenehmer Sitzfläche und ergonomischer Rückenlehne. Dank Lordosenstütze und Synchronmechanik schläft dir der Hintern auch bei einer längeren Sitzung nicht ein.
 

Der Innovative: hjh Office Bürostuhl Aspen

Der „Bürostuhl Aspen“ von hjh Office macht mit seiner eleganten beinahe transparenten Rückenlehne schon optisch einiges her. Aufgebaut ist der Stuhl schnell und unkompliziert. Uns fällt sofort angenehm auf, wie leicht das Modell im Vergleich zu den anderen Bürostühlen im Test ist. Das gibt Pluspunkte! Auch seine Verarbeitung macht ihn zu einem Spitzenmodell unter den Kandidaten. Die mitgelieferten Rollen gleiten leicht über den Teppichboden. Ist der Stuhl nicht belastet, verhindern integrierte Bremsen ein Wegrollen. Gut gefallen uns außerdem die Armlehnen. Die kannst du dank vieler kleiner Stufen gut an deine Bedürfnisse anpassen

Das ergonomische Modell von hjh Office ist sowohl mit einem Synchronmechanismus als auch einer Lordosenstütze ausgestattet. Das erwarten wir allerdings von einem Stuhl in dieser Preisklasse auch. Die atmungsaktive Rückenlehne ist aus einem „selbstheilenden“ Netzbezug gefertigt. „Selbstheilend“? Probieren wir sofort aus und bohren einen Bleistift in die Lehne. Das entstandene Loch verschwindet nach kurzem Reiben tatsächlich wieder. Toll! Der Stuhl verzeiht dir also auch, wenn du mal mit dem Reißverschluss hängenbleibst oder sich eine Schranktür in die Lehne bohrt. Was uns nicht gefällt, ist dass sich die Vorderkante der Sitzfläche deutlich bemerkbar macht, wenn du zu weit vorne sitzt. Da ist die Sitzflächenicht gleichmäßig gepolstert. Positiv fällt auf, dass du die Sitztiefe verstellen lässt. Während der Arbeit wuchtet der Stuhl bis zu 120 Kilogramm.

Fazit: Der hjh Office 657620 Bürostuhl Aspen gehört mit fast 275 Euro* zu den teuersten Bürostühlen in unserem Test. Dass er das Treppchen knapp verpasstliegt vornehmlich an der Sitzfläche. Die ist zwar in der Tiefe verstellbar, allerdings nicht so bequem wie beim Net Motion oder dem Amstyle Darius.

Der Bodenständige: Topstar Head Point SY Deluxe

In Sachen Verarbeitung macht sich der „Topstar Head Point SY Deluxe“ Bürostuhl ziemlich gutUnsäglich finden wir allerdings die ungleichmäßigen Schweißnähte im Zentrum des Fußkreuzes. Die werden zwar unter einer Kunststoffabdeckung versteckt und sind dann nicht mehr zu sehen, an ihrer Qualität ändert das aber nichts. Der Bürostuhl wird zerlegt geliefert. Die Montage stellt dich zwar nicht vor unlösbare Probleme, allerdings solltest du genau darauf achten, wann du welche Schrauben verwenden musst. Aus der Anleitung geht dies nicht eindeutig hervor. Der Head Point ruht gelassen auf fünf Teppichbodenrollen. Ist der Stuhl nicht belastet, verhindern Bremsen, dass sich der Sitz selbstständig macht. Wir finden die Rollen etwas schwergängig

Etwas umständlich gestaltet sich zudem die Einstellung der Armlehnen. Die funktioniert stufenweise über einen Drehmechanismus – nicht stufenlos, wie in der Produktbeschreibung zu lesen. Wir wünschen uns den Bürostuhl etwas bequemer. Der Sitzkomfort wird durch die vom Hersteller angepriesene Konturpolsterung eher gemindert denn gehoben. Wir haben das Gefühl, in einer Schale zu sitzen. Die Vorderkante der Sitzfläche drückt etwas in die Oberschenkel. Störender empfinden wir, dass sich die Hinterkante der Sitzfläche nach einer guten Stunde im Sitz bemerkbar macht. Tatsächlich schmerzt das Steißbein sogar etwas. Die Rückenlehne hingegen ist angenehm und lässt sich zudem einfach verstellen. Dank ihrer Netzstruktur sie sie atmungsaktiv. Punkte macht der Head Point mit seinem Synchronmechanismus. Die Kopplung der Neigung von Rückenlehne und Sitzfläche fühlt sich sehr angenehm an. Wippst du mit dem Stuhl nach hinten, kannst du ihn in jeder beliebigen Position verriegeln. In der Praxis nutzen wir diese Funktion jedoch so gut wie nie.

Fazit: Der Topstar Head Point SY Deluxe ist ein gut verarbeiteter Bürostuhl. Sitzt du mal länger, kann sich die Sitzfläche schmerzhaft bemerkbar machen. Alles in allem könnte der bodenständige Stuhl für knapp 180 Euro* gerne etwas bequemer sein.

Eher für Kurzeinsätze: Topstar Open Point SY Deluxe Bürostuhl

Der „Open Point SY Deluxe“ aus dem Hause Topstar gleicht dem Head Point in vielen Punkten. Die Grundkonstruktion ist tatsächlich baugleich. Der Aufbau gestaltet sich exakt wie beim Schwesternstuhl. Auch bei diesem Modell sind die Schweißnähte des Fußkreuzes unsauber verarbeitet. Die Abdeckung kaschiert das zwar optisch, allerdings sieht das eher nach Sollbruchstelle als nach stabiler Schweißarbeit aus. Nun ja, aushalten soll der Open Point angeblich bis zu 110 Kilogramm. Ob das die Schweißnaht auf Dauer mitmacht?

Der Topstar Open Point SY Deluxe Bürostuhl ähnelt dem Topstar Head Point in vielem. Die Unterschiede liegen in der Rückenlehne und der Sitzfläche

In Bezug auf die schwergängigen Rollen und die stufenweise verstellbaren Armlehnen schenken sich der Head Point und er Open Point nichts. Eindeutig besser finden wir beim Open Point die Sitzfläche. Die ist deutlich bequemer als die Konturpolsterung des Head Point. Allerdings halten wir die empfohlene maximale Sitzdauer von acht Stunden auch auf diesem Stuhl nicht durch. Das gibt Rücken! Für kürzere Sitzungen erfüllt der Open Point jedoch seinen Zweck.

Fazit: Der Topstar Open Point SY Deluxe ist bis auf die schlampige Schweißarbeit am Fußkreuz ordentlich verarbeitet. Die Synchronmechanik ist das Highlight des Stuhls. Die Sitzfläche gefällt uns besser als beim Head Point, ein Wohlfühlsessel ist der Open Point allerdings auch nicht. Kostenpunkt des Bürostuhls sind knapp 150 Euro*.

Der Futuristische: SixBros Bürostuhl

Den „SixBros“ Bürostuhl würden wir viel eher auf der Kommandobrücke der Enterprise verorten als im Büro. Schick und futuristisch im Design hebt sich der Drehstuhl auch durch seine weiße Farbgebung von den übrigen Testkandidaten ab. Stünde der Sessel tatsächlich auf der Enterprise wären Piccard und Co. aber wahrscheinlich noch öfter auf Außenmission als sie es ohnehin schon sind. Denn wirklich bequem ist der SixBros auf Dauer nicht wirklich. Ein Manko sind die nicht verstellbaren Armlehnen. Hinzu kommt, dass der Stuhl zwar eine etwas steife Wippfunktion bietet, allerdings auf eine Synchonmechanik ebenso verzichtet wie auf eine Lordosenstütze. Dadurch sackt dein Körper nach einer gewissen Zeit in sich zusammen und die Muskulatur ermüdet. Sitzt du mehre Stunden am Stück im SixBros Bürostuhl, macht sich die verhältnismäßig harte Sitzfläche und das Fehlen der Synchronmechanik schmerzhaft bemerkbar. 

Der schicke Stuhl ist mit 70 Euro* der günstigste Sitz in unserem Test. Wenn der Stuhl so wie er ist jedoch nicht zu deinen Körpermaßen passt, wird er dir keine Freude machen. Für Kurzeinsätze mag er zwar ganz annehmbar sein, allerdings können wir ihn für längeres Arbeiten am Schreibtisch nicht empfehlen. Dazu ist er zu steif und unterstützt mit seiner rudimentären Ergonomie dynamisches Sitzen zu wenig.

Fazit: In Sachen Design ist der SixBros Bürostuhl in unserem Test Spitzenreiter. Aber da das Auge letztendlich nicht mitsitzt, fällt der Stuhl wegen seiner fehlenden Synchronmechanik und vor allem wegen der fehlenden Anpassungsmöglichkeiten als Bürosessel trotz seines günstigen Preises durch.

Nicht zu empfehlen: Songmics OBG22B Bürostuhl

Der massive „Songmics OBG22B“ Schreibtischstuhl wirkt rein optisch wie ein Stuhl aus der Vorstandsetage: wuchtig, mit hoher Rückenlehne und dicken Polstern. Bei genauerem Hinsehen – und vor allem Hinsetzen – entpuppt sich die schwarze Wuchtbrumme von Songmics allerdings weniger als Chefsessel denn als Schleudersitz. Auf erste Probleme stoßen wir bei der Montage des Bürostuhls. Die Bohrlöcher der Armlehnen passen nicht genau auf die Löcher an Sitzfläche und Rückenlehne. Da ist etwas Fummelarbeit inklusive Drücken und Zerren notwendig. Das Fußkreuz mit den fünf Rollen ist robust. Die laufruhigen Universalrollen eignen sich für Holz- und PVC-Böden ebenso wie für Fliesen und Teppiche. Über eine Kopfstütze verfügt der Songmics nicht, dafür ist die Rückenlehne ziemlich hoch.

Nicht gut finden wir, dass sich die Armlehnen nicht verstellen lassen. Sitzt du auf dem Bürostuhl ist das grundsätzlich eine wacklige Angelegenheit. Die Sitzfläche hat deutlich Spiel nach links und rechts. Das gibt Abzug! Ohnehin ist die Sitzfläche sehr breit und tief. Insbesondere letzteres ist für kleine Menschen schnell unbequem. Gutes Stichwort! Wirklich bequem ist der Songmics nicht. Zwar wirken die Polster recht dick, allerdings haben wir nach mehreren Stunden auf dem Sessel trotzdem das Gefühl auf einem Brett zu sitzen. Den Kunststoffbezug finden wir sehr warm. Atmungsaktiv ist da nichts! Gerade im Sommer wird der Stuhl so schnell zur Qual. Mit der Wippfunktion des Stuhls hadern wir, denn das ganze Konstrukt kommt uns sehr steif und wackelig vor. Eine Synchronmechanik vermissen wir. Dafür ist der Stuhl für mächtige 150 Kilogramm ausgelegt. Soviel trägt kein anderer Stuhl im Test.

Fazit: Der Songmics OBG22B wirkt zwar wie ein Chefsessel, ist aber nicht für einen dauerhaften Einsatz im Büro geeignet. Der Stuhl ist so unbequem und warm, dass wir lieber im Stehen arbeiten. Mit knapp 90 Euro* ist der schwarze Songmics Bürostuhl zwar günstig, kann aber in Sachen Sitzkomfort nicht überzeugen.

So haben wir die Bürostühle getestet

Zunächst haben wir die Schreibtischstühle zusammengebaut, die montiert werden mussten, das hat uns bis auf die Modelle von SixBros und Songmics vor keine größeren Probleme gestellt. Dabei haben wir uns gleichzeitig einen Eindruck von der Verarbeitung der einzelnen Komponenten der Schreibtischstühle gemacht. Noch ein Wort zur Montage: Solltest du die Stühle wieder auseinandernehmen müssen, ist das deutlich komplizierter als das Zusammenbauen. Insbesondere die Druckfeder für die Höhenverstellung der Sitzfläche ist nach einiger Zeit schwer aus dem Fußkreuz zu bekommen. 

Alle Schreibtischstühle im Test haben wir über mehrere Wochen auf Teppichboden in der GuteWahl-Redaktion täglich verwendet. Unsere Tester wogen dabei zwischen 55 und 90 Kilogramm und saßen an einem durchschnittlichen Arbeitstag sechs bis acht Stunden auf den Bürostühlen. Wichtig war uns, dass die Stühle sowohl über verstellbare Armlehnen als auch über eine Synchronmechanik sowie eine Lordosenstütze verfügen. Gut gefallen hat uns das bei den Drehsesseln Nowy Styl Net Motion, Amstyle Darius, hjh Aspen sowie mit kleineren Abstrichen dem Topstar Free Art. Diese ergonomischen Bürostühle unterstützen ein dynamisches Sitzen nach unserer Testerfahrung am besten. Ebenfalls bewertet haben wir, wie leicht sich ein Bürostuhl einstellen und anpassen lässt. Musst du etwa die Hebel zum Verstellen der Rückenlehne erst suchen und ist ihre Funktion nicht auf Anhieb klar, gab das Abzug in der Wertung. 

Unser TippSo sitzt du richtig

  • Die Armlehnen sollten so eingestellt sein, dass dein Ober- und dein Unterarme einen rechten Winkel in der Armbeuge bilden.
     
  • Dein Rücken sollte stets Kontakt zur Rückenlehne haben. So unterstützt die Lordosenstütze die natürliche Form deiner Wirbelsäule am besten.
     
  • Eine aktivierte Synchronmechanik sorgt dafür, dass du aufrecht sitzt und dich entspannt nach hinten lehnen kannst. Das Zurücklehnen fördert die Blutzirkulation im Beckenbereich. 
     
  • Sitzhöhe: Deine Füße sollten fest auf dem Boden stehen. Dabei bilden dein Ober- und dein Unterschenkel einen rechten Winkel in der Kniebeuge.
     
  • Zwischen deiner Kniekehle und der vorderen Kante der Sitzfläche sollten zwei bis fünf Zentimeter liegen. So kann das Blut ungehindert zirkulieren.

Darauf musst du bei einem guten Bürostuhl achten

Ein ergonomischer Bürostuhl soll in erster Linie Verspannungen im Schulter-Nacken und Schulter-Arm-Bereich sowie der Rückenmuskulatur verhindern. Durch die Unterstützung von dynamischem Sitzen beugt ein guter Schreibtischstuhl vorzeitige Ermüdung, Nervosität und Konzentrationsschwierigkeiten vor. Wenn du dir einen Bürostuhl kaufen möchtest, achte darauf, dass er folgende Bedingungen erfüllt:

  • Synchronmechanik: Idealerweise verfügt ein Schreibtischstuhl über eine Synchronmechanik. Dabei neigt sich die Rückenlehne im Verhältnis von 3:1 oder 2:1 zur Neigung der Sitzfläche. Lehnst du dich zurück, wird dadurch der Winkel zwischen deinen Oberschenkeln und deinem Oberkörper vergrößert. Das streckt den Körper und fördert wiederum die Durchblutung. Verfügt der Stuhl über eine Synchronmechanik kannst du deine Sitzposition ständig verändern. So bist du auch im Sitzen quasi ständig in Bewegung. Auch die drei Topstar Modelle punkten hier. Ist die Neigung der Lehne nicht in einem bestimmten Verhältnis an die Neigung der Sitzfläche gekoppelt sondern statisch, handelt es sich nur um eine Wippfunktion. Das ist beim SixBros und dem Songmics der Fall. 
     
  • Höhenverstellbarkeit via Gasfeder: Das Herzstück des Bürostuhls ist die Gasfeder zur Verstellung der Höhe. Von den Herstellern werden derzeit noch keine einheitlichen Bezeichnungen verwendet. Die meisten Bürostühle sind mit einer verstellbaren Sitzhöhe von 47 bis 60 Zentimeter ausgelegt. Sie eignen sich für Körpergrößen zwischen 1,50 und 1,90 Meter. Für kleinere Menschen sollte die Gasfeder eine Höhe zwischen 42 und 55 Zentimeter abdecken, für Personen über 1,90 Meter zwischen 50 und 68 Zentimeter
     
  • Lordosenstütze: Diese bisweilen auch Lumbalstütze genannte Stütze in der Rückenlehne unterstützt die nach vorne geneigte natürliche Krümmung der Wirbelsäule („Lordose“). Durch den Druck dieses Teils der Rückenlehne verhindert der Bürostuhl ein Ermüden der Muskulatur. Bei guten Bürostühlen ist nicht nur der Druck der Lordosenstütze, sondern auch ihre Höhe einstellbar.
     
  • Individuelle Einstellungsmöglichkeiten: Um den Schreibtischstuhl an deine Bedürfnisse anzupassen, sollten möglichst viele Komponenten individuell einstellbar sein. Bei den meisten Stühlen sind die Armelehnen stufenweise verstellbar. Einstellmöglichkeiten für Sitztiefe und Rückenlehne bieten meist nur hochpreisige Bürostühle. 
     
  • Standsicherheit: Damit der Schreibtischstuhl stabil steht, muss er mit einem Fußkreuz mit fünf Rollen ausgerüstet sein. Sind die Rollen nicht durch ein Gewicht belastet, verhindern integrierte Bremsen, dass sich der Stuhl selbstständig macht.

Häufige Fragen zu Bürostühlen

* Alle Preise Stand September 2019