Eine Action-Cam soll dein ständiger und allzeit bereiter Begleiter auf Tauchgängen, Skiabfahrten und Mountainbike-Touren sein. Dazu muss die Kamera robust und intuitiv zu bedienen sein. Ganz zu schweigen davon, dass sie dir auch scharfe Videos und Fotos liefern soll. Wir haben für dich in unserem Action-Cam Test acht Modelle unter die Lupe genommen. Die „Sony FDR-X3000R“ gehört zu den am häufigsten im Internet gesuchten Kameras dieses Segments. Sie punktet dank ihres Zeiss Objektivs mit einer sehr guten Foto- und Videoqualität. Der Abstand zur Spitzengruppe im Test ist dann aber doch recht deutlich. 

Vor- und NachteileSony FDR-X3000R Action-Cam

Die Sony FDR X3000R Action-Cam im wasserdichten Gehäuse
Die Sony FDR X3000R Action-Cam im wasserdichten Gehäuse

+ sehr gute Foto- und Videoqualität
+ optischer Bildstabilisator
+ Fernbedienung mit Display
+ Verarbeitung 

- komplizierte Bedienung
- kein Display an der Kamera
- keine Sprachsteuerung
- Preis

Starke Videos dank hochwertigem Zeiss Objektiv

Bei ihrer Markteinführung im Jahr 2016 verwies Sony mit der ausgezeichneten Bildqualität der FDR Action-Cam GoPro auf die Plätze. Mittlerweile hat das Vorzeigemodell aus dem Hause Sony allerdings einige Jahre auf dem Buckel. Und die merkt man dem Gerät auch an. Neben GoPro verfügt derzeit auch DJI mit der Osmo Action über die besseren Action-Cams im Sortiment. Doch die Sony ist immer noch gut. Sie filmt mit einer maximalen Auflösung von 4K und 30fps (Frames per Second/Bilder pro Sekunde), Full HD mit 1080p und 120fps. Die Aufnahmen sind gestochen scharf und auch der integrierte optische Bildstabilisator ist in Ordnung, wenn es nicht zu zappelig wird. Bei unserer Mountainbike Abfahrt verabschiedet sich der Bildstabilisator dann: Die Videos wackeln sehr deutlich. Da sind einige Konkurrenten im Test deutlich besser aufgestellt.

Bei der Bedienung deutlich Luft nach oben

So gut uns die Foto- und Videoqualität der Sony Action-Cam gefällt, so sehr hadern wir mit der Bedienung. Denn die ist alles andere als intuitiv. Ein größeres Live-View Display fehlt an der Kamera. Die etwa 2 x 2 Zentimeter große schwarz-weiß Anzeige an der Cam finden wir verwirrend, sie wirkt zudem mit vielen und dazu sehr kleinen Symbolen überfrachtet. Klickst du dich durch die einzelnen Menüs, brauchst du anfangs auf jeden Fall die Legende der Bedienungsanleitung. Das erfordert Geduld. Letztlich bietet sich über Umwege auch bei der Sony die Möglichkeit, das Bild der Cam in Echtzeit zu betrachten. Dazu musst du die Sony mit der Fernbedienung fürs Handgelenk aus dem Zubehör koppelnÜbrigens steht das „R“ im Modellnamen für „Remote“, also die Fernbedienung. Letztere verfügt über ein kleines Farbdisplay, auf dem du siehst, was die Kamera im Sucher hat. Der Bildschirm ist allerdings kein Touchdisplay und so musst du dich auch hier durch die Menüs klicken. Im Test erweist sich die Verbindung als sehr unzuverlässig und bricht immer wieder ab. Hinzu kommt: Die Fernbedienung benötigt ein spezielles Ladegerät. Das liegt zwar bei, allerdings gibt es keine Möglichkeit, die Fernsteuerung anders zu laden. Also gut drauf aufpassen. Die FDR mit dem Smartphone zu koppeln, ist ziemlich mühsam. Das alles ist vergleichsweise kompliziert und umständlich. Als Action-Cam finden wir die Sony nicht wirklich praktikabel.

Halt mal ... ja, wie denn?

Die Kamera selbst ist sehr gut verarbeitet. Da gibt es nichts zu meckern. Allerdings ist sie als Action-Cam ohne das beiliegende Case weder wasserdicht noch stoßfest. Die Schutzhülle ermöglicht dir dann allerdings Tauchgänge bis 60 Meter. Ob die Fernbedienung fürs Handgelenk das mitmacht, bezweifeln wir stark. Wir finden aber auch keinen Hinweis dazu im Handbuch. Gegen die unkomplizierte Verwendung als Action-Cam sprechen auch die Befestigungsmöglichkeiten. Cam und Unterwasserhülle verfügen über ein Gewinde zur Stativmontage. Soweit, so gut. Wir verwenden im Test einen Adapter, um die Sony auf die gängigen Halterungen für Fahrradlenker und Brustgurt zu schrauben. Während ersteres noch ganz gut klappt, ist die Montage am Brustgurt eine ziemliche Fummelei. Das liegt an der länglichen Camcorderform der Sony. Da das Stativgewinde sehr mittig liegt, brauchen wir einiges an Verbindungsstücken, bis wir die Kamera einigermaßen ausrichten können. Praktisch ist das nicht!

Eine Cam für Action, aber keine Action-Cam

Die Sony macht tolle Aufnahmen, wenn du die Action bei anderen filmst. Zum Zubehör unseres Testmodells gehört ein Finger-Grip. An den kannst du Kamera und Fernsteuerung klicken, das ermöglicht dir eine gute Kameraführung mit der Hand. Und so gelingen dir sicherlich coole Aufnahmen von deinen Freunden beim Biken, Boarden oder Tauchen. Zudem kannst du sogar ein externes Mikro anschließen. Dem Actionfilm steht also nichts im Wege. Wenn du die Cam während deiner Abenteuer unmittelbar bei dir tragen möchtest, eignen sich andere Modelle in unserem Action-Cam Test allerdings deutlich besser.

Fazit – so schätzen wir die Sony FDR-X3000R ein

Reden wir nicht lange drum herum: Die gute Sony FDR ist über ihren Zenit bereits etwas hinaus. Während sie mit sehr guter Foto- und Videoqualität sowie der Anschlussmöglichkeit für ein externes Mikro punktet, fällt sie in Sachen intuitiver Bedienung komplett durch. Ja, das Objektiv ist klasse und der Bildstabilisator ist optisch, aber – mit Verlaub – da sind die elektronischen Stabilisatoren der GoPro und auch der DIJ Osmo Action mittlerweile deutlich besser. Die mit knapp 570 Euro* immer noch recht teure Sony Cam eignet sich für dich, wenn du einen kompakten Camcorder suchst, mit dem du hervorragend aussehende Videos aus der Hand oder vom Stativ filmen möchtest. 

Action-Cam Alternativen zur Sony Kamera

Du möchtest eine unkomplizierte Action-Cam fürs Biken oder Tauchen? Dann wirf einen Blick auf unseren Testsieger. Das neue Prunkstück von GoPro, die HERO8 Black. Die begeistert mit einem hervorragenden Bildstabilisator und brillanten Videos. Mehr zu diesem Modell erfährst du im Einzeltest
Sind dir sowohl GoPro als auch Sony zu teuer? Dann legen wir dir unseren Preis-Leistungs-Sieger, die Rollei Touch 560 ans Herz. Die liefert für kleines Geld ordentliche Videos, ist einfach zu bedienen und bringt viel Zubehör mit. Mehr zur Rollei liest du im Einzeltest.

*Alle Preise Stand April 2020