Es ist fast schon unglaublich, wie beliebt die Bluetooth-Kopfhörer von Apple im Internet sind. Keine anderen werden so häufig gesucht, wie die „Apple AirPods“. Doch ist die hohe Anfrage auch gerechtfertigt? In unserem Bluetooth-Kopfhörer Test vergleichen wir zehn Modelle miteinander. Dabei schneiden die weißen „Stäbchen“ zwar gut ab, befinden sich im Vergleich aber eher im unteren Mittelfeld. Sie überzeugen uns mit guter Klangwiedergabe, unkomplizierter Anpassung und dem sehr kompakten Ladecase.

Vor- und NachteileApple Airpods Bluetooth-Kopfhörer

+ Transport
+ Soundqualität
+ automatische Ohrerkennung

- Tragekomfort
- Haptik und Design

- Zusatzfunktionen nur für iOS-Geräte
- nicht spritzwasser- und schweißbeständig

Schnelles Pairing mit iPhone

Die Apple AirPods 2 sind unkompliziert was sowohl die Bedienung als auch das Pairing und die Anpassung angeht. Dem mitgelieferten Quick Guide entnimmst du alle wichtigen Schritte. Fürs Koppeln musst du das Ladecase geöffnet neben dein iPhone legen und nach einer kurzen Bestätigung auf deinem Smartphone sind die AirPods auch schon damit verbunden. Du musst nur aufpassen, dass der Deckel des Case dabei nicht zuklappt. Wenn du ein Android-Gerät besitzt, musst du zusätzlich hinten am Ladecase auf eine Taste drücken, bis die LED vorne durchgehend weiß blinkt. Dann wählst du über die Liste der verfügbaren Bluetooth-Geräte deines Smartphones die AirPods zum Verbinden aus. Nach der Erstkopplung verbinden sich die Apple Kopfhörer anschließend immer automatisch mit einem Signalton.

Sobald sie verbunden sind, kannst du sie direkt in deine Ohren einhängen. Du kannst sie nicht wie die übrigen Modelle in unserem Test ins Ohr stecken, da sie von der Bauart her komplett ohne Ohreinsätze auskommen. Das erspart dir das Anpassen vor der Nutzung und das Reinigen der Einsätze.

Zum Koppeln musst du das Ladecase deiner Apple AirPods geöffnet neben dein iPhone legen. Der Deckel des Case klappt dabei gerne mal zu

Bedienung mit nur zwei Steuerungsfunktionen

Die Bedienung funktioniert sehr einfach über einen doppelten Fingertipp auf das Gehäuse der AirPods 2. Für unseren Geschmack etwas zu einfach, denn damit hast du nur zwei Steuerungsfunktionen: Doppeltipp links und Doppeltipp rechts. Die Funktionen kannst du über die Bluetooth-Einstellungen deines iPhones individualisieren. Zur Auswahl stehen dir dabei Siri, Start/Pause, nächster Titel und vorheriger Titel. Wahlweise kannst du die Tippfunktion auch deaktivieren. Mit deinem iPhone schaltest du außerdem die automatische Ohrerkennung ein und aus. Durch diese Funktion registrieren deine AirPods, wenn du sie ausziehst. Dann pausieren die Pods die Musikwiedergabe beziehungsweise starten sie automatisch, wenn du sie wieder einsetzt. Zudem kannst du auch das Mikrofon einstellen.

Die Lautstärke lässt sich leider nur über dein iPhone oder per Sprachbefehl über Siri regeln. Das finden wir schade. Praktisch wären weitere Steuerungsmöglichkeiten wie die Lautstärkeregelung durch Gedrückthalten der AirPods. Bei Android-Geräten fällt die Steuerungsfunktion noch spärlicher aus: Du kannst das Doppeltippen nicht anpassen, voreingestellt ist hier „vorheriger Titel“ auf der linken Seite und „nächster Titel“ auf der rechten Seite. Alles andere musst du via Smartphone regeln. Auch die automatische Ohrerkennung vermissen wir unter Android. Immerhin reagieren die Apple AirPods gut auf den Fingertipp, auch wenn du ziemlich stark drücken musst. Das bedarf einer gewissen Gewöhnungszeit.

Gemeinsamer Musikgenuss durch guten Sound und Audiofreigabe

Die Punkte, welche die Apple AirPods 2 durch die abgespeckte Bedienung im Test verlieren, machen sie durch die super Klangwiedergabe wieder wett. Der Sound ist dynamisch und bietet eine angenehme Räumlichkeit. In den Mitten und Tiefen liefern sie ziemlich gut ab: Der Sound ist schön warm und der Bass fühlt sich toll an. Er könnte aber noch ein bisschen tiefer gehen. Bei Gesangparts hörst du oft ein leichtes Echo, dadurch fehlt beispielweise bei Rap/Sprechgesang die entsprechende Härte. Es klingt dabei aber sehr klar und deutlich. Du hörst jeden einzelnen ausgesprochenen Buchstaben und auch jeden Atemzug des Sängers. Vor allem bei Akustiktiteln und Popmusik kommt der Sound dadurch sehr natürlich zur Geltung. Nur fehlt uns da das gewisse Etwas in den Höhen, um einen richtigen Gänsehautmoment zu bekommen. Beim Telefonieren sticht der natürliche Soundcharakter wiederum positiv hervor: die Stimmen sind auf beiden Seiten sehr deutlich und klar zu verstehen.

Wir überprüfen die Apple AirPods nicht nur auf Soundqualität und Verarbeitung, sondern schauen uns auch das mitgelieferte Zubehör und die Zusatzfunktionen wie die Audiofreigabe an

Die Apple Kopfhörer kommen leider ohne aktive Geräuschunterdrückung. Da die AirPods bauartbedingt deinen Gehörgang nicht nach außen abdichten, dämpfen sie Umgebungsgeräusche kaum. Wenn du laut Musik hörst, bekommst du aber trotzdem nicht viel von der Außenwelt mit. Sobald ein leiserer Titel abgespielt wird, stören dich Umgebungsgeräusche wie Autos oder Gespräche leider beim Genießen deiner Lieblingssongs. Wenn du andere in der Öffentlichkeit mit deiner Musik nicht stören möchtest, solltest du nicht zu nah an sie herantreten. Bei einem Abstand von einem Meter werden sie deine Musik zwar eher leise, aber dennoch sehr deutlich wahrnehmen.

Die Apple Kopfhörer bieten durch Audiofreigabe die Möglichkeit, einen Song, Podcast oder Audiostream mit einem weiteren Paar AirPods zu teilen. Dazu hältst du deine AirPods im Case nah an das iPhone oder iPad, mit dem du etwas teilen willst und verbindest sie mit einem Tippen. Wenn du deine AirPods gerade im Ohr drin hast, kannst du auch dein iPhone in die Nähe des anderen Geräts halten. Praktisch: Die Lautstärke kannst du dabei unabhängig je nach Geschmack regeln. Du solltest dich nur nicht so weit weg vom Musik abspielenden iPhone entfernen, da die Reichweite der Kopfhörer nur circa drei Meter beträgt.

Fragwürdiges Design und solider Tragekomfort

Das Design der Apple AirPods 2 ist gewöhnungsbedürftig und Geschmackssache. Uns gefällt der Look nicht so gut. Die Kopfhörer sehen aus wie Stäbchen im Ohr. Die weiße Farbe ist zwar schlicht, aber beim Tragen fallen die Airpods dennoch sehr auf, da sie aus dem Ohr raushängen. Der Kunststoff ist relativ robust sowie kratzfest und wirkt gut verarbeitet. Die Kopfhörer sind aber, im Gegensatz zu allen anderen Bluetooth-Kopfhörern im Test, weder schweiß- noch spritzwasserbeständig.

Die Apple AirPods sind starr und sehen aus wie Stäbchen im Ohr. Die Bluetooth-Kopfhörer bieten keine Ohreinsätze, sodass du sie nicht an dein Ohr anpassen kannst

Da die Apple Bluetooth-Kopfhörer ohne Ohreinsätze auskommen, musst du dich mit der Standardgröße der Kopfhörer zufriedengeben. Es gibt keine Möglichkeit, diese individuell an dein Ohr anzupassen. Entweder sie passen dir, oder sie passen dir nicht. Durch den starren Kunststoff schmiegen die Kopfhörer sich weder an, noch sitzen sie fest. Im Gegenteil, wegen des harten Materials machen sie sich nach einer Weile unangenehm bemerkbar. Da hilft es auch nicht, dass sie mit jeweils 4 Gramm die leichtesten In-Ears in unserem Bluetooth-Kopfhörer Test sind. Im Alltag stört uns vor allem die typische und sehr auffällige „Stäbchenform“ der AirPods. Trägst du große Ohrringe, klappern sie ständig dagegen. Falls du dich mit ihnen gemütlich ins Bett legst, drücken sie störend im Gesicht. Auch für aktiven Sport sind die AirPods weniger gut geeignet: Bei Work-outs oder Dehn- und Beugeübungen fallen sie runter. Immerhin verrutschen die Apple Kopfhörer nicht beim Joggen.

Lange Akkulaufzeit und einwandfreier Transport

Wenn du mal lange unterwegs bist, kannst du mit den AirPods ganze fünf Stunden Musik hören. Die Apple Kopfhörer werden vom sehr handlichen Ladecase magnetisch angezogen, du kannst sie also locker hineinfallen lassen. Im Case schalten sie sich automatisch aus und laden sich auf. Die Energie eines vollgeladenen Cases reicht für sechs Ladungen. Dadurch kommst du insgesamt auf eine Abspielzeit von fast 30 Stunden. Hervorragend finden wir das Schnellladen der AirPods: nach 15 Minuten stehen dir nämlich wieder drei Stunden Musikvergnügen zur Verfügung. Somit droht dir auf langen Reisen nicht die langweilige Stille. Der Akkuzustand wird dir in Prozent auf deinem iPhone angezeigt. Wenn deine AirPods im Ladecase sind, zeigt es dir den Akkustand deiner AirPods durch ein grünes oder gelbes Licht an. Wenn du die Kopfhörer nicht im Case hast, zeigen die LEDs den Akkustand des Ladecase an.

Das weiße, abgerundete Ladecase ist mit einer Abmessung von 5 x 4 x 2 Zentimetern sehr kompakt und passt in jede Hosentasche. Du kannst es entweder über das mitgelieferte USB-Kabel oder auf einer kontaktlosen Qi kompatiblen Ladematte laden. Reinigen kannst du das Ladecase und die AirPods ganz einfach mit einem feuchten Tuch.

Das Ladecase der Apple AirPods ist super kompakt. Über den USB-Ausgang kannst du sie an den Strom anstecken oder du lädst sie kontaktlos auf einer Ladematte

Apple AirPods sind für iOS-Geräte sehr empfehlenswert

Die Bluetooth-Kopfhörer von Apple überzeugen uns durch die Soundqualität und das einfache Handling. Jedoch würden wir dir die AirPods nur empfehlen, wenn du ein iPhone besitzt. Für Android-Nutzer fallen zusätzliche Funktionen wie automatische Ohrerkennung, die Audiofreigabe und die Anpassung der Steuerungsfunktionen weg. Das finden wir sehr schade. Die Apple Kopfhörer sind nicht wirklich bequem und leider nicht individuell auf dein Ohr anpassbar. Je nachdem, wie deine Ohren geformt sind, fallen sie ab und zu raus oder drücken unangenehm. Das Design ist wie immer Geschmackssache. Wenn deine Ohren keine zusätzliche Polsterung brauchen und du deine Bluetooth-Kopfhörer nicht beim Sport trägst, kannst du über diese kleinen Mankos der AirPods hinwegsehen. Für einen Preis von circa 170 Euro* haben wir aber mehr erwartet.

Gute Alternativen zu den Apple AirPods Kopfhörern

Suchst du In-Ear Kopfhörer, die sich auch für Android-Nutzer eignen, raten wir dir zu unserem Testsieger, den Sennheiser Momentum True Wireless 2 Bluetooth-Kopfhörern. Diese bieten dir neben der besten Soundqualität und Verarbeitung auch hervorragenden Tragekomfort. Dafür sind sie aber auch die teuersten in unserem Test. Mehr Infos findest du in unserem Einzeltest zum Testsieger.

Wenn du Bluetooth-Kopfhörer bevorzugst, die einen besseren Halt bei Bewegung haben, empfehlen wir dir die Powerbeats Pro. Diese stammen ebenfalls aus dem Hause Apple. Du musst also nicht auf Siri und die einfache Audiofreigabe verzichten. Die Beats Kopfhörer sind perfekt für dich geeignet, wenn du sportlich sehr aktiv bist und beim Training nicht auf Musik verzichten möchtest. Weitere Details liest du in unserem Einzeltest.

*Alle Preise Stand Mai 2020