6 TV Boxen im Praxistest – Mit welcher guckst du richtig?

Dein Fernseher ist schön groß, bietet dir einen ordentlichen Sound und passt genau zu deiner Einrichtung, aber er ist kein Smart TV und lässt sich nicht mit dem Internet oder deinem Entertainment System verbinden? Trotzdem willst du aber Streamingdienste wie Netflix oder Prime Video auf dem Gerät abspielen? Keine Sorge: Du musst dir nicht sofort einen neuen Fernseher kaufen. Mit einer TV Box, auch als Streaming Box bezeichnet, rüstest du dein TV Gerät zu einem Smart TV auf. Die kleine Box stellt eine Verbindung mit dem Internet her und liefert auch bei geringen Datenraten ein scharfes und flüssiges Bild. Wir testen insgesamt sechs TV Boxen und TV Sticks, um herauszufinden, welches Modell sich für welchen Einsatzzweck am besten eignet. Alle Geräte im Testfeld lassen sich erfreulich einfach installieren. Beim Funktionsumfang und insbesondere der Bildqualität gibt es aber deutliche Unterschiede.

In diesen Kategorien testen wir

  • Verarbeitung: Die Einzelteile und das Zubehör der TV Box sollten natürlich hochwertig verarbeitet sein. Nichts darf da klappern oder wackeln.
  • Bedienkomfort: Eine gute Streaming Box lässt sich intuitiv und schnell einrichten. Im Idealfall steckst du die neue TV Box an deinen Fernseher an, verbindest sie mit dem Internet und legst los. Zudem interessiert uns, ob die Menüführung übersichtlich ist. Ebenfalls ein wichtiger Punkt in dieser Kategorie: Wie hilfreich ist die Sprachsteuerung? Kannst du nur Basiseinstellungen wie die Lautstärkeregelung steuern oder auch in einzelnen Apps Dienste via Stimme regeln?
  • Technik: Wir legen Wert auf eine hervorragende Bildqualität. Können TV Boxen ihr 4K-Versprechen halten? Gleiches gilt für den Ton. Außerdem bewerten wir in dieser Kategorie, wie einfach sich die Box connecten lässt und wie viele Anschlussmöglichkeiten du hast.

Unser Testsieger: Amazon Fire TV Cube

Den Amazon Fire TV Cube hast du ruckzuck installiert, wie auch beim kompakteren Fire TV Stick musst du dafür kein Raketenforscher sein. Nach wenigen Handgriffen ist der Fire TV Cube einsatzbereit. Einziger kleiner Wermutstropfen: Dem glänzenden etwas schweren Würfel liegt kein HDMI-Kabel für die Verbindung mit deinem TV bei. Das hätte Amazon ruhig noch in den Karton packen können. Die große Stärke des Fire TV Cube liegt in seiner Vielfalt. Der Würfel ist nicht nur eine TV Box, er ist auch ein vollwertiger Sprachassistent, wenn der Fernseher aus ist. Mit dem Fire TV Cube integrierst du deinen Fernseher in dein Smart Home. So hast du die Möglichkeit, dein Entertainment System komplett mit deiner Stimme zu steuern. Die Fernbedienung brauchst du eigentlich nur zu Beginn, um dein WLAN-Passwort einzugeben. Also hast du während deiner Lieblingsserie beide Hände für die Chipstüte frei.

Bereits während der Installation des Fire TV Cube kannst du das Alexa System so aktivieren, dass Amazons Mädchen für Alles deinen Fernseher auf Sprachbefehl einschaltet. Mit der Alexa App für dein Smartphone kannst du Alexa Zugriff auf weitere Apps wie Netflix, Spotify oder YouTube einräumen. Dadurch hast du die Möglichkeit, diese Apps auch ohne Fernbedienung nur mit Sprachbefehl zu starten. Das klappt im Test sehr gut. Egal, ob das Starten der einzelnen Apps oder die Navigation in den Apps. So kannst du via Sprachbefehl zum Beispiel die Tonspur wechseln, vorspulen, suchen und natürlich die Lautstärke regulieren. Sehr praktisch! Übrigens ist die kleine Fernbedienung, die dem Fire TV Cube beiliegt, exakt baugleich zu der des kleineren Fire TV Sticks im Testfeld.

Der Amazon Fire TV Cube kann per Sprachsteuerung, Fernbedienung, App oder Bedienfeld auf der Oberseite gesteuert werden

Die Bildqualität ist sehr gut. Gleiches gilt für die Tonqualität. Gestreamte Videos sind gestochen scharf und erfreulich dynamisch. Auch in dunklen Bereichen bilden sich keine Fragmente oder unschöne Pixel. Der Würfel unterstützt neben dem starken 4K HDR Format auch die HDR-Standards HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Ob die Inhalte in dieser Auflösung auch wiedergegeben werden können, liegt natürlich auch an deiner Internetverbindung. Sollte das WLAN-Signal in deiner Wohnung zu schwach sein, kannst du den Fire TV Cube via Ethernet-Kabel mit dem Internet verbinden. Ein entsprechender Adapter für den Netzwerkstecker liegt dem Gerät bei. Sehr gut gefällt uns auch, wie flott der Fire TV Cube ist. Die TV Box wartet sowohl mit einem Quad-Core Prozessor mit bis zu 2,2 GHz als auch mit einem Dual-Core Prozessor mit bis zu 1,9 GHz auf. Amazon rechnet die beiden zu einem Hexa-Core Prozessor zusammen. Wie auch immer: Kein anderes Modell im Test setzt deine Befehle schneller um als Amazons Fire TV Cube. Hinzu kommt ein interner Speicher mit 16 Gigabyte Kapazität für eine ganze Menge Apps. Auch hier ist der Cube das Spitzenmodell im Test. Großer Pluspunkt des Amazon TV Würfels ist seine Multiroom-Funktion. So kannst du ihn perfekt für dein Home Entertainment-System nutzen – vorausgesetzt die Lautsprecher sind kompatibel. Ist das der Fall, lässt sich das System auch via Alexa steuern.

Ganz perfekt ist aber auch der Amazon Fire TV Cube nicht. So ist der Würfel nicht nur überraschend schwer, er ist auch deutlich größer als die übrigen Testmodelle im Vergleich. Etwas unschön finden wir die Oberfläche aus Klavierlack. Die sieht einerseits super schick aus, allerdings zieht der schwarze Würfel auch Staub geradezu magisch an und ist extrem anfällig für unschöne Fingerabdrücke. Ein weiterer kleiner Negativpunkt ist das Fehlen eines separaten Audio-Anschlusses. So kannst du zwar deine Musik-Apps mit dem Gerät starten, allerdings ist der Cube eben kein Echo-Lautsprecher. Das heißt, er nutzt für die Musikwiedergabe den Fernseher. Eine kompatible Soundbar oder andere hochwertige Lautsprecher lassen sich wie gesagt nicht über einen dedizierten Audioport anschließen, sondern nur via Micro-USB, Bluetooth oder Infrarot.

Fazit: Der Amazon Fire TV Cube schnappt sich den Testsieg in unserem TV Boxen Vergleich. Er bietet dir eine hervorragende 4K Bild- und Tonqualität bei sämtlichen Streamingdiensten und Apps. Hinzu kommt eine sehr gute Sprachsteuerung, die dir eine Handsfree-Bedienung ermöglicht. Wenn du deinen Fernseher in dein sprachgesteuertes Smart Home System eingliedern möchtest, ist der Amazon Fire TV Cube ideal für dich.

Preis-Leistungs-Sieger – Amazon Fire TV Stick

Mit dem Amazon Fire TV Stick rüstest du deinen HD Fernseher für wenig Geld zum Smart TV auf. Neben einer riesigen Auswahl an unterschiedlichen Video- und Music-Streaming sowie Gaming-Apps, verknüpfst du deinen Fernseher zudem auch auf Wunsch ganz unkompliziert mit deinem Smart Home System. Und dank Alexa-Sprachsteuerung musst du noch nicht einmal selbst umschalten.

Der kompakte Fire TV Stick ist tatsächlich kinderleicht zu installieren. Alles, was du dafür benötigst, liegt dem Stick bei. Der Stick ist etwas breit, dadurch kann es sein, dass er mit anderen HDMI-Steckern ins Gehege kommt. Abhilfe schafft da die beiliegende HDMI-Verlängerung. Du steckst den Fire TV Stick in einen HDMI-Port deines Fernsehers ein, verbindest ihn mit dem Stromnetz, stellst eine Internetverbindung her und los geht’s. Das gefällt uns schon mal sehr gut. Toll ist auch die hohe App-Verfügbarkeit. So kannst du neben Amazon Video, Netflix, YouTube oder Disney+ auch Musik-Apps wie Amazon Music und Spotify via Fire TV nutzen. Hinzu kommen die Mediatheken sämtlicher TV-Kanäle. Für Apps stellt dir der Stick einen internen Speicher von 8 Gigabyte zur Verfügung.

Zur Navigation im übersichtlichen App-Store verwendest du die handliche Fernbedienung. Sind deine favorisierten Apps erst einmal installiert, kannst du dir die umständliche Eingabe in den meisten Fällen sparen. So etwa bei der Suche nach bestimmten Inhalten oder zum Starten einzelner Apps. Das erledigt nämlich Amazons Alexa für dich via Sprachsteuerung. Dazu musst du nur den Mikrofon-Knopf auf der Fernbedienung gedrückt halten und deinen Sprachbefehl äußern. Durch diesen Aktivierungs-Klick sparst du dir den Aktivierungs-Befehl „Alexa“.  So startet der Fire TV Stick etwa mit „spiele Vikings, Staffel 3, Folge 1 auf Prime Video“, die gewünschte Episode. Auch die Wiedergabe von Inhalten auf Netflix kannst du über Alexa starten. Da klappt allerdings die Anwahl einer bestimmten Folge via Sprachbefehl nicht. Auch die Lautstärke kannst du mit deiner Stimme einstellen.

Der Amazon Fire TV Stick ist dank kompakter Maße auch ideal für Reisen

Dank des verbauten Quad-Core-Prozessors und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher startet der Fire TV Stick die Inhalte etwas schneller als das Vorgängermodell. Selbst wenn deine Internetleitung nicht die schnellste ist, ermöglicht dir der Stick eine sehr gute Bildqualität. Der High Efficiency Video Codec (HEVC) ermöglicht ein ruckelfreies und scharfes Bild auch bei geringeren Datenraten von etwa 5 Mbit/s. Die gestreamten Videos sind dynamisch, klar und ohne unschöne Fragmente in dunklen Bereichen, die bei Internetverbindungen mit niedrigen Datenraten vorkommen können.

Bei der Auflösung ist beim Fire TV Stick bei Full HD Ende – 4K beherrscht er nicht. Diese Ultra HD Auflösung ist für dich aber ohnehin erst ab einer Bildschirmdiagonale von 48 Zoll interessant. Hier musst du für einen Kaufpreis von knapp 40 Euro* Abstriche machen. Weiteres kleines Manko des Fire TV Sticks: Du kannst ihn nicht mit einem Kabel ans Netzwerk anschließen. Andererseits verwertet er das WLAN-Signal sehr gut und hält die Verbindung stabil.

Fazit: Wenn du eine günstige Lösung suchst, deinen Fernseher zum Smart TV aufzurüsten, um Streamingdienste wie Amazon Prime Video oder Netflix zu nutzen, ist der Amazon Fire TV Stick genau das richtige für dich. Der Stick garantiert dir auch bei nicht ganz so schnellem Internet ein sehr gutes Bild.

Mal sehen! Diese TV Boxen testen wir ebenfalls

Weder der Testsieger noch der Preis-Leistungs-Sieger sind das, wonach du suchst? Vielleicht bist du großer Apple Fan oder passionierter Gamer und willst deine Computerspiele auf den großen Bildschirm streamen. Wir testen vier weitere TV Boxen für alle Fälle.

Apple TV 4K 64 GB - Erstklassige Bildqualität

Unter allen sechs Kandidaten protzt die „Apple TV 4K Box“ mit der besten Verarbeitung. Das gilt für die kompakte TV Box ebenso wie für die Sprachfernbedienung mit Touchfeld. Für den saftigen Preis von knapp 210 Euro* hätten wir uns allerdings lieber ein HDMI-Kabel gewünscht als ein weiteres USB-Kabel mit Apple-Lightning-Stecker. Wobei du letzteres natürlich zum Laden der Sprachfernbedienung brauchst. Pluspunkt im Zubehör ist das erfreulich lange Netzkabel. Da sparen einige Konkurrenten im Test an der falschen Stelle. Apple jedenfalls nicht. So wie du bei den Android-basierten TV Boxen dein Android Smartphone koppeln und zur Navigation verwenden kannst, lassen sich auch iPhone und iPad mit der Apple TV Box verbinden. So wird dein iPhone zur Fernbedienung und damit klappt das Einrichten der Box intuitiv und schnell. In Nullzeit hast du quasi die Benutzeroberfläche auf deinem Fernseher und machst ihn so ruckzuck zum Smart TV.

Im schicken Apple App Store kommt es allerdings im Test immer mal wieder zu etwas längeren Ladezeiten. Die App Auswahl ist riesig. Sogar PC-Spiele kannst du dir via Remote Play über die Steam App auf den Fernseher holen. Über die Apple TV Box hast du auch eine direkte Verbindung zu den Daten in deiner iCloud. Praktisch!

Die Fernbedienung der Apple TV Box verfügt über ein smartes Touchfeld zur einfacheren Steuerung

Die Bildqualität ist eine der besten im Testfeld. Das 4K Bild ist gestochen scharf. Die Übergänge sind dynamisch und ohne Fragmente. Da kann im Vergleich nur der Amazon Fire TV Cube mithalten. Ein hervorragendes Bild steht dir bei nahezu allen Apps, Streamingdiensten und Mediatheken zur Verfügung. Allerdings gibt es Ausnahmen: Leider wird die 4K Auflösung bei YouTube nicht unterstützt. Gleiches gilt ärgerlicherweise für Fotos, die du aus deiner iCloud oder vom iPhone auf den Bildschirm schickst. Die werden nicht in der Originalauflösung angezeigt, sondern auf eine geringere Auflösung skaliert. Sehr gut hingegen gefällt uns die Sprachsteuerung mit Apples Siri. Während des Abspielens von Videoinhalten in Apps kannst du unkompliziert die Audiospur wechseln. Auf den Befehl „Tonspur wechseln“ poppt auf dem Bildschirm die Sprachauswahl auf. Top! Mit Schnittstellen geizt Apple bei seinem 4K-Gerät etwas. Neben der HDMI-Buchse, die du zur Verbindung mit dem Fernseher brauchst, steht dir noch ein Ethernet-Port zur Verfügung. Auf USB-Ports verzichtet das Modell komplett.

Die Apple TV Box hat Anschlüsse für den Netzstecker, das HDMI- und das Ethernet-Kabel

Neben der 64 Gigabyte Version, die wir uns im Test angesehen haben, bekommst du auch eine Apple TV 4K Box mit 32 Gigabyte Kapazität. Die kostet mit knapp 190 Euro* allerdings nicht sehr viel weniger.

Fazit: Wenn du bereits Apple Nutzer bist, ist die Apple TV 4K Box die perfekte Wahl für dich. Das kleine Schwarze fügt sich nahtlos in dein Kommunikations- und Smart Home System ein. Der Preis ist wie bei Apple gewohnt fürstlich. Allerdings bietet die Box eine erstklassige Ton- und Bildqualität, eine intuitive Bedienung und einen riesigen App Store.

NVIDIA Shield TV – Für Gamer

Der „Nvidia Shield TV“ Stick ist deutlich größer als etwa der kompakte Amazon Fire TV Stick. Den knapp 16 Zentimeter langen Zylinder legst du am besten neben deinen Fernseher. Schade finden wir, dass dem mit 155 Euro* recht teuren Stick kein HDMI-Kabel für den Anschluss am Fernseher beiliegt. Ist der Shield Stick erstmal eingesteckt und ans Stromnetz angeschlossen, geht die Installation ähnlich unkompliziert wie beim Fire TV Stick. Bereits während des Einrichtens kannst du den Shield Stick mit deinem Google Account verknüpfen, solltest du einen haben. Nutzer eines Android Handys können sich via Smartphone zudem unkompliziert ins WLAN einwählen. Unwesentlich umständlicher als beim kleinen Amazon Stick ist die Eingabe des Passwortes über die Fernbedienung. Einen Pluspunkt gibt es für die Möglichkeit, den Nvidia Shield TV Stick mit einem Ethernet Kabel ans Netzwerk anzuschließen.

Beliebte Apps wie zum Beipiel Google Play, Amazon Prime Video oder Netflix sind auf dem Nvidia Shield bereits vorinstalliert. Für Netflix findest du auf der Fernbedienung sogar eine eigene Taste. Die App-Vielfalt lässt kaum Wünsche offen. Auf Apple TV musst du verzichten. Dafür bietet dir Nvidia eine Schnittstelle zur Gaming-Plattform Steam. Da hast du die Möglichkeit, Spiele von deinem PC via Remote Play auf dem großen TV-Bildschirm zu zocken. Etwas umständlich: Die Fernbedienung musst du für manche Einstellungen wie etwa die Lautstärkeregelung extra aktivieren. Zur Sprachsteuerung steht dir der vorinstallierte Google Assistent zur Verfügung. Besitzt du einen Amazon Echo kannst du optional auch zu Amazons Alexa-System wechseln. Zur Aktivierung der Sprachsteuerung musst du die Lautsprechertaste der Fernbedienung im Toblerone-Format drücken. Das klappt soweit ganz gut. Allerdings werden uns im Menü nicht alle Streaming-Optionen für bestimmte Inhalte angezeigt. So suchen wir wieder nach der 3. Staffel der Serie „Vikings“. Wir bekommen im Menü angezeigt, die Serie über YouTube oder Netflix abspielen zu können. Der Hinweis, dass die Serie auch über Prime Video streambar ist fehlt allerdings. Die Menü-Oberfläche wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Allerdings nicht so elegant wie bei Amazon.

In Sachen Auflösung mischt der Nvidia Stick ganz oben mit: Der Shield packt das als 4K bezeichnete Ultra HD-Format. Nvidia greift bei seinem Gerät das Sony Kürzel 4K HDR (High Dynamic Range) auf. Der Nvidia Shield unterstützt es auch bei einer Bildrate von 60 fps (frames per second). Die Qualität der gestreamten Videos ist gut. Das Bild ist scharf und auch in dunklen Bereichen ohne Fragmente. Die Konnektivität des Nvidia Shield gefällt uns ziemlich gut. Nicht nur laufen sämtliche Streaming Anbieter flüssig und in guter Qualität, du kannst dir mit dem Zylinder auch deine PC-Spiele auf den großen Fernsehbildschirm holen. Das klappt via Remote Play unkompliziert in wenigen Augenblicken. Alles, was du noch brauchst, ist ein geeignetes Gamepad. Die Bluetooth Gamecontroller der PS4 werden allerdings nicht unterstützt.

Fazit: Der Nvidia Shield TV Stick ist sehr schnell und ohne größere Probleme eingerichtet. Die Bildqualität ist gut. Der 4K-fähige TV-Stick ist sehr gut verarbeitet aber das kostspieligste Modell im Testfeld. Wenn du vornehmlich Google als Entertainment-Plattform verwendest und auch Spiele von deinem Computer über Remote Play auf deinem Fernseher spielen möchtest, ist der gute Nvidia Shield etwas für dich.

 

MiBox S 4K von Xiaomi - Solide mit Luft nach oben

Für eine TV-Box ist die „MiBox S 4K“ von Xiaomi überraschend klein und geht beinahe als TV-Stick durch. Naja, beinahe. Was die MiBox dem Fire TV Stick von Amazon voraus hat, sind mehrere Schnittstellen wie ein USB-Port oder eine 3,4 Millimeter Klinkenbuchse für Kopfhörer oder Ähnliches. Der kleinen Box liegt alles bei, was du für den Start brauchst. Also einfach alles einstöpseln und los geht’s. Die Einrichtung ist recht einfach. Anfangs klappt das Pairing zwischen Box und Fernbedienung nicht auf Anhieb. Noch während wir suchen, wo der Fehler liegt, klappt es plötzlich. Die MiBox S ist schnell mit dem WLAN verbunden und du bist ruckzuck im Android TV Menü. Sprachbefehle kannst du über den Google Assistenten eingeben. Das klappt gut. Allerdings ist die Suche via Sprachbefehl nicht in allen Apps möglich. Während etwa Netflix unterstützt wird, kann der Sprachassistent Prime Video nicht durchsuchen. Da musst du mit der Fernbedienung ran. Hilfreich sind da die beiden Shortcut-Tasten zu Netflix und Prime Video. Optional kannst du natürlich eine externe Tastatur via Bluetooth hinzufügen.

Für Streaming-Fans bietet die MiBox zwei praktische Shortcut-Tasten für Netflix und Amazon Prime Video

Apps für Streaming und Gaming sowie Shortcuts zu den gängigen Mediatheken findest du zu Genüge via Google Play. Da lässt die Auswahl kaum Wünsche offen. Auf Apple Produkte musst du allerdings verzichten. Ebenso ist die MiBox S nicht mit iPhone, iPad und Co kompatibel. Die Bildqualität gefällt uns bei diversen Streaming-Angeboten gut. Für Netflix und YouTube unterstützt die Box auch 4K. Bei Prime Video leider nicht. Das siehst du bisweilen auch. Während das Bild via Netflix kontrastreich, dynamisch und scharf ist, ruckelt die Wiedergabe bei Inhalten auf Prime Video immer mal wieder oder es bilden sich unschöne Fragmente. Ein Plus der MiBox S sind ihre Schnittstellen. So kannst du nicht nur direkt einen Kopfhörer anstecken, sondern dank USB-Port auch den Speicher durch eine externe Festplatte aufrüsten. Oder von letzterer Videos und Fotos abspielen. Gamer können ihre Spiele via Remote Play auf den Fernseher streamen.

Fazit: Die MiBox S 4K ist eine gute kompakte TV Box. Sie bietet dir neben einer 4K-Auflösung auch mehr Schnittstellen als der Fire TV Stick von Amazon. Kostet dabei mit knapp 60 Euro* aber auch etwas mehr. Die Bildqualität ist bei Netflix streckenweise deutlich besser als bei Inhalten auf Prime Video.

Q Plus Android 9.0 TV Box - Bildqualität kann nicht überzeugen

Die „Q Plus Android 9.0 TV Box“ gerät gegenüber den Konkurrenten im Testfeld ganz schön ins Schleudern. Zwar legt sie keine komplette Bruchlandung hin, aber so wirklich Spaß macht uns die kleine Streaming Box nicht. Positiv können wir den günstigen Preis von knapp 40 Euro* und jede Menge Anschlussmöglichkeiten wie USB 2.0, USB 3.0, Ethernet, SD-Karten-Slot und einen optischen Anschluss verbuchen. In allen anderen Belangen hechelt die Q Plus Box den übrigen Konkurrenten im Vergleich hoffnungslos hinterher. Das Einrichten geht solide von der Hand. Jedoch nervt die nicht sehr hochwertige Fernbedienung bei der Eingabe der Daten ziemlich schnell. Eine Sprachsteuerung gibt es nicht. Das Android Menü wirkt im direkten Vergleich mit dem Amazon oder dem Apple TV Menü etwas altbacken. Das Navigieren durch die einzelnen Rubriken artet bisweilen in eine nervtötende Klickorgie aus. Zumal die Q Plus Fernbedienung recht klapprig ist. Du kannst die Fernbedienung zwar auch im „Maus-Modus“ verwenden. Das bedeutet aber, dass du den Mauszeiger mit dem Steuerkreuz im Schneckentempo über den Bildschirm bewegst. Oh Mann! Im Test die mit Abstand enttäuschendste Fernbedienung.

Die Q Plus Android 9.0 TV Box hat im Lieferumfang eine Fernbedienung mit vielen Tastenfunktionen

Maßlos enttäuscht uns die Q Plus Box in Sachen Streaming. Netflix wird schon mal nicht unterstützt, Apple TV ebenso wenig. Naja, sei’s drum, auf die meisten Mediatheken können wir jedenfalls zugreifen. Die Ladezeiten sind jedoch recht lang. Auch Google Play funktioniert im Test. Die Bildqualität der gestreamten Videos ist schlicht und ergreifend ein Witz. Anders lässt sich das nicht sagen. Helle Bereiche und Gesichter fasern aus, bei dunklen Bildern bilden sich deutlich sichtbare Fragmente und die Hell-Dunkel-Übergänge sehen aus wie die Höhenlinien auf einer Landkarte. Das gesamte Bild ist ärgerlich unscharf und die Konturen regelrecht matschig. Laut Hersteller unterstützt die kleine Box eine Auflösung von 4K, ja sogar 6K. Das Bild wirkt jedoch eher wie eine Auflösung von 720p.

Fazit: Egal ob Bild- und Tonqualität, Menüführung oder Verarbeitung: die Q Plus Android 9.0 TV Box ist ein Ärgernis im Test. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz präsentiert sie sich sehr schwach. In Sachen Bildqualität sogar unterirdisch. Die Modelle der gleichen Preisklasse sind der chinesischen Box haushoch überlegen. Allenfalls wenn du Videodateien von einem USB-Stick oder einer Festplatte abspielen möchtest ist die Q Plus Box eine Überlegung wert.

So haben wir die TV Boxen getestet

Nach dem Unboxing und einer ersten Sichtung der Verarbeitungsqualität aller TV Boxen im Test, haben wir alle Geräte via HDMI-Kabel an den Fernseher angeschlossen. Unser Test TV war ein Sony 65XF7005 mit 65 Zoll Bilddiagonale. Enthielt der Lieferumfang der TV Boxen alle notwendigen Kabel und Stecker für den Anschluss, haben wir das positiver bewertet als wenn etwa ein HDMI-Kabel fehlte. Das Einrichten der TV Boxen gestaltete sich bei allen Modellen im Testfeld erfreulich unkompliziert und schnell. Verzögert wurde die Installation lediglich durch den Download erforderlicher Systemupdates. Allerdings sprechen wir hier von einer Verzögerung von wenigen Minuten. Anschließend tobten wir uns im Menü der jeweiligen Box aus. Während die beiden Amazon Geräte das Amazon-eigene System verwendeten, greifen der NVIDIA Shield TV und die MiBox S 4K auf Android zurück, die Apple TV Box funktioniert natürlich auf der Apple-eigenen Plattform. Die Box von Q Plus wird über ein Betriebssystem gesteuert, das auf Windowsbasis funktioniert.

Um die Zugriffszeiten und die Bedienung via Fernsteuerung und Stimme zu testen, installierten wir auf allen Systemen die Streamingdienste Netflix und Prime Video. Auf beiden Diensten beurteilten wir die Bild- und Tonqualität bei mehrstündigen Serien-Marathons. Hier taten sich der Amazon Fire TV Cube und die Apple TV 4K Box mit hervorragendem Bild und Ton hervor.

Die beste Menüführung bieten die TV Boxen mit einem Amazon- bzw. Apple-System

Darauf solltest du bei der Entscheidung für eine TV Box achten

Eine TV Box eröffnet dir ganz neue Möglichkeiten. Du solltest dir allerdings die Frage stellen, welche du tatsächlich möchtest oder brauchst. Wenn es dir tatsächlich nur um den Empfang von Streamingdiensten wie Netflix, Disney+ oder Prime Video geht, dann reicht dir bereits ein vergleichsweise günstiger TV Stick wie der Amazon Fire TV Stick. Auch der Preis-Leistungs-Sieger liefert dir eine gute Bild- und Tonqualität. Wenn auch nicht in hochauflösendem 4K Ultra HD Videoformat. Allerdings solltest du hinsichtlich dieses hochauflösenden Formats im Hinterkopf behalten, dass erst ab einer Bilddiagonalen von über 40 Zoll ein Unterschied zwischen Ultra HD und Full-HD deutlich wird. Guckst du auf einem TV Gerät mit 48 Zoll oder mehr Bilddiagonale, dann macht eine 4K-Auflösung auf jeden Fall Sinn. Neben dem Testsieger Amazon Fire TV Cube und der Apple TV 4K Box liefern dir aus unserem Testfeld die NVIDIA Shield und die MiBox S 4K eine tolle hochauflösende Ultra HD Qualität. Die Q Plus Box verspricht diese zwar, das Bild haut uns im Vergleich zu den Konkurrenten aber nicht um. Eine ähnliche Überlegung gilt für die Sprachsteuerung. Wenn du darauf verzichten kannst oder du deinen Fernseher ohnehin eher mit der Fernbedienung steuerst, dann ist eine Hands-free-Steuerung für dich vernachlässigbar. 

Wenn du eine Möglichkeit suchst, verschiedene Abspielmedien wie externe Festplatten, SD-Karten oder USB-Sticks an deinem Fernsehen anzuschließen, benötigst du eine Box mit vielen verschiedenen Ports. Zwar liefert dir die Q Plus Box aus dem Test keine erstklassige Bildqualität, dafür wartet sie mit den meisten Schnittstellen auf. Ein freier USB-Steckplatz ist auch entscheidend, wenn du den Speicher deiner TV Box mit einer externen Festplatte erweitern möchtest. Speicherplatz brauchst du zum einen für die genutzten Apps. Willst du zudem Sendungen aufzeichnen oder Videodaten archivieren, brauchst du natürlich mehr Speicher. Die Boxen im Test bieten dir zwischen 4 und 8 Gigabyte Speicher an. Der Amazon Fire TV Cube ordentliche 16 GB und die Apple TV Box sogar 64 GB. Letztere verfügt allerdings auch nicht über einen zusätzlichen USB-Port.

Letztlich solltest du dir überlegen, welches Betriebssystem du nutzen möchtest. Neben dem Amazon Fire TV System stehen TV OS von Apple und Android TV zur Auswahl. Willst du etwa dein Smartphone koppeln, richte dich nach dem darauf verwendeten System.

Wichtige Fragen zu TV Boxen

* Alle Preise Stand November 2020