Ein leistungsstarker Fahrradcomputer erfasst auf deiner Radtour nicht nur Geschwindigkeit und Steigung, sondern nimmt dir im besten Fall auch die Navigation ab. Wir nehmen für dich neun Radcomputer unter die Lupe. Der GPS Radcomputer „Garmin Edge Explore“ erspart dir mit seiner Navigationsfunktion unfreiwillige Umwege. Zudem punktet er mit einer unkomplizierten Konnektivität und intuitiver Bedienung. Da kannst du dich auf dem Fahrrad ganz auf dein Training oder die schöne Landschaft konzentrieren. Außerdem kannst du die Fahrradkarte ohne Bedenken ganz unten in der Satteltasche verstauen.

Vor- und NachteileGarmin Edge Explore

+ unkomplizierte Konnektivität
+ Navigationsfunktion mit gutem Routing
+ übersichtliches gut ablesbares Farb-Touch-Display
+ intuitive Bedienung
+ robust

- etwas klobig
- Routenneuberechnung etwas langsam
- GPS-Signal reißt manchmal ab

Robuster Navigator für den Lenker

Der Garmin Edge Explore wirkt im Vergleich zu den anderen Radcomputern im Testfeld etwas ausladend und klobig. Allerdings bietet er dir dadurch auch einen komfortablen 3 Zoll Touchscreen. Zudem ist das Gerät so robust verarbeitet, dass es kein Problem ist, wenn du den Radcomputer mal fallen lässt. Das Einrichten klappt in Verbindung mit der Garmin Connect App problemlos. Die App brauchst du zwingend, um den Edge Explore einzurichten. Das Koppeln ist fix erledigt. Da die Garmin Connect App keine reine Navigations-App fürs Routing, sondern in erster Linie eine Trainings Software ist, solltest du dich nicht über die Abfrage personenbezogener Daten wie Gewicht oder Größe des Fahrers wundern.

Während der Fahrt werden dir auf Wunsch Benachrichtigungen über Anrufe und Kurznachrichten eingeblendet. Die Menüführung auf dem Radcomputer ist übersichtlich und intuitiv. Da kennst du dich nach wenige Augenblicken ganz gut aus. Gleiches gilt für die aufgeräumte App. Die Klagen mancher Fahrer, die App sei unübersichtlich, können wir in keiner Weise nachvollziehen. Etwas nerviger finden wir da, dass du für die Verwaltung der Widgets, die du auf dem Explore nutzen möchtest (etwa ein nützliches Regenradar oder ähnliches), auch die Garmin Connect IQ App brauchst. Der Umweg über den IQ Store ist vergleichsweise umständlich. Hast du die Widgets einmal auf dem Garmin Explore installiert, läuft alles problemlos.

Das großzüge Touch-Display des Garmin Edge Explore navigiert dich zuverlässig

Ordentliche Navigation mit Makeln

Zwar lässt sich der Garmin Edge Explore als Hybrid aus Fahrrad-Navi und Trainingscomputer recht einfach mit Sensoren für Herzfrequenz und Trittfrequenz aufmotzen, allerdings richtet sich Garmin mit dem Modell eher an Tourenradfahrer als an sportlich ambitionierte Biker. Die Wegfindung via GPS ist bei unseren Testfahrten soweit ganz gut. Da leistet der Explore als Navigationsgerät beim Routing ordentliche Dienste. Funktionen wie Abbiegehinweise oder Warnungen vor scharfen Kurven klappen reibungslos. Willst du einer vorher festgelegten Strecke folgen, klappt das am besten, wenn du eine Navigations-App wie Strava oder Komoot zur Planung der Route verwendest. Zwar kannst du auch direkt auf dem Explore Routen erstellen, allerdings ist es eine ziemliche Fummelarbeit, eine Strecke Wegpunkt für Wegpunkt auf dem Touchscreen zusammenzuschustern. Einfacher ist es da, Strecken auf dem Computer mit den erwähnten Apps zu planen und sie anschließend auf den Explore zu übertragen. Das klappt in unserem Test ohne Probleme. Großer Pluspunkt ist auch das umfangreiche Kartenmaterial, das du kostenfrei auf den Edge Explore laden kannst. Das umfasst Karten so ziemlich aller Regionen der Erde. Ebenfalls ohne Probleme klappt die Zieleingabe über das Display des Edge Explore. Da setzt du auf der Karte einfach eine Stecknadel und das Navi lotst dich dorthin.

Nicht ganz perfekt

Perfekt ist die Navigation trotzdem nicht. So dauert die Neuberechnung bei einer Streckenabweichung sehr lange. Mehrmals fahren wir im Test probeweise eine Parallelstraße zur geplanten Route. Am Garmin Edge Explore schrillt ein Warnton und die Neuberechnung startet. Als wir an der nächsten Ecke wieder auf die ursprüngliche Strecke einbiegen rechnet der Radcomputer immer noch. Und rechnet und rechnet und rechnet. Auf dem Rennrad sind wir bereits einige Kilometer weiter, als die Meldung „Strecke gefunden“ aufpoppt. Ungeduldige Freizeitradler greifen da vielleicht lieber zur Fahrradkarte. Lässt du dich direkt vom Radcomputer leiten, also mit direkter Zieleingabe, fällt seine Vorliebe für Hauptverkehrsstraßen auf. Immer wieder will uns der Garmin Edge Explore auf die Bundesstraße schicken und nicht auf den parallel verlaufenden Radweg. Zwar kannst du das Gerät so einstellen, dass es bestimmte Straßentypen vermeidet, aber uns schickt der Explore trotzdem auf die Hauptstraßen. Schade! Unter einem dichten Blätterdach kann es übrigens durchaus vorkommen, dass der Explore die Verbindung zum GPS-Satelliten verliert.

 

Optional kannst du dir bim Garmin Edge Explore auch ein Höhenprofil deiner Strecke anzeigen lassen

Intuitive Bedienung und annehmbare Akkulaufzeit

Die Bedienung des Garmin Edge Explore ist auch während der Fahrt einfach. Das Touch-Display ist trotz starker Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Mit einem Wisch wechselst du von der Kartenansicht über das Höhenprofil zu den Datenfeldern deiner aktuellen Leistung. Das Touch-Display lässt sich auch bei Regen bedienen, reagiert aber ebenso auf dickere Wassertropfen. Das heißt, wenn du den Bildschirm während der Fahrt nicht sperrst, blättert der Regen unter Umständen immer mal wieder für dich um. Garmin gibt für die Energiezelle des Edge Explore eine Akkulaufzeit von 12 Stunden an. Das ist unserer Meinung nur zu schaffen, wenn du den Radcomputer im Energiesparmodus nutzt und auf das Koppeln mit dem Smartphone verzichtest. Bei Letzterem musst du zwar auf Benachrichtigungen über Mails und Telefonanrufe verzichten, allerdings spart es deutlich Akkulaufzeit. Nutzt du etwa die Funktionen GroupTrack oder Livetrack, bei der sich deine Tour in Echtzeit von Freunden oder Trainingspartnern online verfolgen lässt, neigt sich der Akku zügiger dem Ende. Ist das Display des Garmin Explores während der Fahrt ständig eingeschaltet und mit dem Smartphone verbunden, hält der Akku etwa 8 bis 10 Stunden durch. Blöd auch, dass die USB-Ladebuchse an der Unterseite des Edge nicht erreichbar ist, wenn das Fahrrad-Navi am Lenker montiert ist. Ein Laden während der Fahrt via Powerbank ist also leider nicht möglich.

 

Überschaubare, aber praktische Funktionen für deine Touren

Auch wenn der Funktionsumfang des Garmin Edge Explore im Vergleich zu den übrigen Radcomputern im Testfeld eher überschaubar ist, wartet er doch mit einigen Schmankerl auf. So unterstützt er etwa die angesprochene GroupTrack Funktion der Connect App. Damit kannst du dir die Standorte deiner Mitfahrer auf dem Farbdisplay anzeigen lassen, wenn diese ebenfalls diese Garmin Funktion verwenden. Während die GroupTrack Funktion für Freizeitradler durchaus sinnvoll ist, richtet sich Garmin Livetrack wiederum eher an sportive Fahrer. Denn mit Livetrack kannst du Freunde und Trainingspartner in Echtzeit an deiner Runde teilhaben lassen. Die Garmin Connect App streamt deine Tour live ins Internet. Über einen entsprechenden Link, den du mit einer Einladung verschicken kannst, ist deine Fahrt via Livetrack abrufbar. Weitere praktische, wenn auch für Fahrradcomputer mittlerweile obligatorische Funktionen sind die Aktivitätsprofile. Hier kannst du wählen, ob du mit dem Rennrad oder dem Mountainbike unterwegs bist. Zudem stehen dir Aktivitätsprofile für verschiedene Untergründe sowie Autofahrten und Motoradfahrten zur Verfügung. Auch wenn du zu Fuß unterwegs bist, kannst du ein eigenes Aktivitätsprofil dafür einstellen.

Einfach zu koppeln: Der Garmin Edge Explore ist schnell mit dem Smartphone verbunden

Fazit: Darum ist der Garmin Edge Explore eine Überlegung wert

Der Garmin Edge Explore ist ein sehr gutes Fahrrad-Navi für Tourenradler. Das Touch-Display ist schön groß und auch bei viel Sonne erfreulich kontrastreich. So sind die Datenseiten stets gut ablesbar. Erfreulich intuitiv gestaltet sich die Bedienung. Die Wegführung beziehungsweise das Routing während der Fahrt ist gut, auch wenn der Explore eine Vorliebe für Hauptverkehrsstraßen zu haben scheint. Die Anzahl der Funktionen ist für Tourenbiker gut. Der Garmin Edge Explore Fahrradcomputer ist etwas für dich, wenn du auf der Suche nach einem leicht zu bedienenden Navi für deine Touren bist und auf eine minutiöse Aufbereitung deiner Trainingsdaten keinen großen Wert legst. Zudem hast du mit dem Gerät stets die Option weitere Sensoren zu koppeln und deine Streckenplanung von Strava oder Komoot zu importieren. Mit knapp 190 Euro* ist der Garmin Edge Explore für einen leistungsstarken Radcomputer mit guter Navigation für einen fairen Preis zu haben.

Mit diesen Alternativen kannst du dich ebenfalls aufs Fahrrad schwingen

Du bist sportlich ambitioniert und legst Wert darauf, deine Trainingsdaten detailliert zu erfassen? Dann ist der Testsieger aus unserem Fahrradcomputer Test, der Wahoo Elemnt Bolt, etwas für dich. Der Elemnt Bolt ist kinderleicht zu bedienen und vereint Navi und Trainingscomputer in einem kompakten Gerät mit vielen Funktionen. Alle Infos zum Wahoo Elemnt Bolt erfährst du im Einzeltest.

Wenn du auf der Suche nach einem guten Fahrradtacho ohne großen Schnickschnack bist, dann können wir dir unseren Preis-Leistungs-Sieger empfehlen. Der Sigma Pure GPS punktet mit langer Akkulaufzeit, übersichtlichen Datenseiten und einfacher Bedienung. Alles weitere liest du im Einzeltest zum Sigma.

* Alle Preise Stand Oktober 2020