Klein aber fein: 13 Fitnessarmbänder als kompakte Alternative zur Smartwatch

Smartwatches oder auch Wearables erfreuen sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Sie vereinen zahlreiche Funktionen eines Smartphones mit denen eines reinen Fitnesstrackers. Allerdings sind die meisten Smartwatches dann doch zu groß, um sie auch nachts zu tragen. Uncool, wenn du dauerhaft deinen Schlafrhythmus aufzeichnen möchtest. Zudem stört den einen oder anderen ihre Größe auch während des Sports. Eine kleine und leichte Alternative ist deshalb ein Fitnessarmband. Das kann dein ständiger Begleiter sein – wenn du möchtest sogar rund um die Uhr. Obwohl die Grenze zwischen Fitnessarmband und Smartwatch mittlerweile fließend ist, kommen die kompakten Tracker meist etwas puristischer daher. Die Modelle konzentrieren sich auf leistungsstarke Akkus, kompakte Bauweise, das Erfassen von Vitaldaten und Fitnesstracking. Auf Funktionen wie MP3 Player, GPS-Empfänger oder Internet-Konnektivität verzichten die meisten Armbänder ganz bewusst. In unserem Test beleuchten wir 13 beliebte Fitnessarmbänder zwischen 30 und 130 Euro* für dich. 

In diesen Kategorien testen wir die Fitnessarmbänder

  • Verarbeitung: Wir legen bei den Sportuhren Wert auf ein hochwertig gefertigtes Gehäuse mit einem robusten und sicheren Armband. Das Display sollte übersichtlich gestaltet und klar zu erkennen sein. 
  • Bedienkomfort: Mit der wichtigste Faktor ist für uns eine intuitive Bedienung der einzelnen Modelle. Das schließt sowohl die Inbetriebnahme als auch die tägliche Benutzung mit ein. Wichtig sind uns hier auch eine schnell erfassbare Menüführung und eine stabile Software. Nichts ist nerviger als wenn du dein Fitnessarmband ständig neu starten musst, weil die Software hängen bleibt. Auch sollte dein Fitnessarmband von einer guten App sinnvoll und vor allem unkompliziert unterstützt werden. 
  • Ergonomie: Hier bewerten wir, wie sich der Aktivitätstracker tragen lässt. Stört das Gerät am Handgelenk oder bemerkst du es nach wenigen Minuten überhaupt nicht mehr. Auch die Steuerung des Armbands fließt hier mit ein. Bedienst du das Wearable über ein Touchpad oder über Tasten

Neuer sehr guter Testsieger: Fitbit Charge 4

Die „Fitbit Charge 4“ Sportuhr überflügelt im Update unseres Fitnesstracker Vergleichs seinen Vorgänger und setzt sich als neuer Testsieger an die Spitze des Testfeldes. Der Charge 4 Tracker beeindruckt mit intuitiver Bedienung, integriertem GPS und sehr guter Aktivitätserkennung. Ideal für deine Fitness. Obendrein gibt’s noch eine Spotify-Anbindung. Was der Fitbit Charge 4 alles kann, erfährst du im detaillierten Einzeltest.

Preis-Leistungs-Sieger: Das Xiaomi Mi Band 4

Das „Mi Band 4“ vom chinesischen Hersteller Xiaomi punktet im Test mit langer Akkulaufzeit und intuitiver Bedienung. Sehr gut gefällt uns auch der Tragekomfort des kleinen und leichten Fitnessarmbands. Lass dich übrigens vom vorletzten Platz in unserem Ranking nicht abschrecken, denn das Testfeld liegt ziemlich nah beieinander. Was das Mi Band 4 noch alles drauf hat, liest du in unserem ausführlichen Einzeltest.

Diese Fitnessarmbänder haben wir auch ins Rennen geschickt

Neben den Siegern von Fitbit und Xiaomi testen wir noch elf weitere Tracker für dich. Von der puristischen Laufuhr, über die Sportuhr mit Kalorienzähler, Höhenmesser, Beschleunigungssensor und Schlaftracking ist für jeden etwas dabei. Wie die Armbänder von Garmin, Samsung, Huawei, Beurer und Polar in unserem Fitnessarmband Test abschneiden, erfährst du hier. 

Die Silbermedaille: Das Fitbit Charge 3 Fitnessarmband

Das Fitnessarmband „Fitbit Charge 3“ überzeugt im Test in allen Kategorien. Mit einer exzellenten Verarbeitung und intuitiver Bedienung wird der Aktivitätstracker schnell zu deinem privaten Fitnesscoach. Mit seinen zahlreichen Funktionen bewegt es sich trotz seiner Kompaktheit an der Grenze zur Smartwatch. Was uns am Fitbit Charge 3 Armband besonders gut gefällt, und ob es auch Schwächen hat, liest du in unserem Einzeltest.

Das kleine Schwarze: Fitbit Inspire HR

Mit dem dritten Platz für das „Inspire HR“ fährt der Hersteller Fitbit mit seinen Sportuhren den Dreifachsieg in unserem Fitnessarmband Test ein. Das Fitbit Inspire ist deutlich reduzierter und schmaler als der Testsieger, das Fitbit Charge 4. Lässt sich dadurch allerdings nachts auch angenehmer tragen. Das „HR“ im Modellnamen steht für die aktivierbare permanente Herzfrequenzmessung. Wenn du darauf Wert legst, achte beim Kauf auf das „HR“, Fitbit führt nämlich auch ein „Inspire“ ohne Herzfrequenzsensor im Sortiment. Die Verarbeitung des Inspire HR gefällt uns gut. Allerdings zerkratzt das Silikonarmband recht schnell. Sei’s drum, das lässt sich bei Bedarf schnell und in deiner Wunschfarbe ersetzen.

 

Das schmale Fitbit Inspire stört nachts nicht. So steht der Schlafanalyse nicht im Wege

Super finden wir beim Fitbit Inspire, dass es uns ständig zur Bewegung animiert. So erinnert es dich regelmäßig, doch noch ein paar Schritte zu machen, um dein vorher definiertes Stundenpensum zu erreichen. Das Graustufen Touchdisplay ist ausreichend hell und klar zu erkennen. Das Inspire HR erfasst deine Schritte, verfügt über eine Distanzmessung für die zurückgelegte Strecke und dokumentiert wie lange du aktiv bist. Hinzu kommen ein Kalorienzähler und Schlaftracking. Letzteres veranschaulicht dir die Fitbit App sehr gut. Die fragt natürlich auch nach Zugriff auf deine Smartphone Daten. So will sie zum Beispiel auch deine Vitaldaten mit den Kontakten deines Adressbuchs teilen. Da musst du dir also genau überlegen, welchen Zugriff du der Fitness App gestattest. Über die App kannst du verschiedene Trainings anpassen. Da das Fitnessarmband wasserdicht ist, eignet es sich auch zum Schwimmen. Die Akkulaufzeit der schlanken Sportuhr finden wir mit knapp 5 Tagen in Ordnung.

Fitnessarmband als Atemcoach

Den optischen Herzfrequenzmesser kannst du wie erwähnt ein- oder ausschalten. Der ist zwar nicht so exakt wie die Messung mit einem Brustgurt, für einen Fitnesstracker allerdings durchaus ausreichend. Neben Timer- und Weckfunktion gefällt uns besonders der Atemcoach. Wenn es mal stressig wird, hilft der dir mit Atemübungen wieder runterzukommen. Was wir tatsächlich vermissen ist ein Etagenzähler. Die Genauigkeit schätzen wir für einen Fitnesstracker, den du am Handgelenk trägst, recht präzise ein. Dass hin und wieder Armbewegungen zur Schrittanzahl gerechnet werden, passiert uns im Test bei jedem Gerät.

Fazit: Das Fitbit Inspire HR ist ein kompaktes und leichtes Fitnessarmband, das du mittels App gut an deine sportlichen Bedürfnisse anpassen kannst. Gut gefällt uns, dass dich das Armband fortwährend motiviert aktiv zu bleiben. Ideal also für nicht allzu ambitionierte Sportler, die Wert auf Tragekomfort und eine Schlafüberwachung legen.

 

Das Schicke: Garmin vivosmart 4

Das „Garmin vivosmart 4“ Fitnessarmband ist erfreulich intuitiv. Nach kurzem Einlesen klappt die Bedienung via Touchdisplay kinderleicht. Zwar ist der kleine OLED Bildschirm etwas schmal, allerdings kannst du alle angezeigten Werte gut ablesen. Auch in Sachen Genauigkeit haben wir nichts zu meckern: Puls und insbesondere Schritte zeigt das vivosmart ähnlich genau wie eine Highend Triathlonuhr (in unserem Test ist die Garmin Forerunner 735xt). Die Schlafüberwachung und das Stresstracking funktionieren ebenfalls ordentlich. Zumindest sind die Werte plausibel. Der Tragekomfort gefällt uns beim Garmin vivosmart 4 sehr gut. Durch sein schmales Design fällt der Tracker kaum auf. Der Tracker ist schön leicht und das Silikon-Armband schmiegt sich angenehm ans Handgelenk. Ein absoluter Pluspunkt gegenüber anderen, bisweilen etwas klobigen Konkurrenten im Fitnesstracker Vergleich. Geladen wird das vivosmart 4 über einen Ladeadapter, den du an den Tracker klickst. Eine Akkuladung reicht für knapp 7 Tage.

Hinzu kommt das unaufdringliche Design: Das vivosmart 4 sieht superschick aus und ist vor allem nicht so groß. Also deutlich weniger bullige Smartwatch als vielmehr hübsches Accessoire, das den sportlichen Alltagslook komplettiert. Besonders interessant finden wir die Funktionen für Ganztägiges Stress-Tracking sowie die Entspannungserinnerungen und den Entspannungstimer. Bei der Body Battery Funktion berechnet der Vivosmart 4 aus einer Kombination deiner Daten zu Herzfrequenz, Stress, Schlaf und Aktivitäten die Energiereserven deines Körpers. Cool! Das hilft dir, Aktivitäten und Erholungsphasen super aufeinander abzustimmen. Einen eigenen GPS-Empfänger besitzt das Fitness-Armband nicht. Dafür musst du den Empfänger des Smartphones über die Garmin Connect App nutzen. Das trübt das gute Testergebnis aber nur ganz leicht.
 

Fazit: Mit vielen nützlichen Features und seinem schlanken Design, ist das vivosmart 4 eine smarte Alltagsuhr, die nicht so bullig daher kommr wie die Garmin vivoactive 4 Uhr. Wenn du auf der Suche nach einem dezenten Tracker ohne eigenes GPS zu moderatem Preis bist, um mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, dann ist der Garmin Vivosmart 4 etwas für dich.

Das Bullige: Garmin vivosmart HR+

Das „Garmin vivosmart HR+“ setzt sich in der Spitzengruppe fest. Für ein Fitnessarmband bietet es eine große Funktionsvielfalt und geht beinahe schon als vollwertige Fitnessuhr durch. Gehäuse und Armband kommen sehr robust daher. Wir finden das vivosmart HR+ allerdings etwas zu klobig. Wie die Garmin vivosmart HR+ den Test absolviert, erfährst du im Einzeltest.

Die Diva: Samsung Gear Fit2 Pro

Als wir die Samsung „GearFit2 Pro“ auspacken, sind wir uns sicher einen Kandidaten für den Testsieg in der Hand zu halten. Die Verarbeitung des Armbands ist sehr gut. Mit seinem schwarzen ebenso eleganten wie dezenten Design ist es ein Highlight im Testfeld. Das gewölbte sehr klare AMOLED (Active Matrix Organic Light Emitting Diode) Display leuchtet in knackigen Farben. Am Handgelenk bemerkst du das GearFit2 nach kurzer Eingewöhnung überhaupt nicht mehr. Eingerichtet ist das Fitnessarmband unkompliziert und schnell. Die Kopplung mit dem Smartphone erledigst du ebenfalls ruckzuck. Nicht gut finden wir, dass du gleich zwei Apps installieren musst, um dein neues Fitnessarmband auszureizen. Neben der „Galaxy Fit App“ benötigst du auch die „SamsungHealth App“. Erstere für die Einstellung des Trackers, zweitere dient als Analyse-Tool und Plattform für deine gesammelten Gesundheitsdaten. Das ist umständlich und gibt Abzug beim Testergebnis. 

Ein weiteres Manko: Nach einem Tag zählt unser Testmodell weder Schritte noch erkletterte Etagen. Das scheint beim GearFit2 Pro ein Problem zu sein, über das immer wieder Nutzer klagen. Nach einem Reset funktioniert der Zähler wieder für eine gewisse Zeit. Dann tritt das Problem allerdings erneut auf. Wir haben uns ein Ersatzgerät schicken lassen. Da setzt nach einigen Tagen die Zählung der Etagen aus. Nach einem Reset funktioniert es aber dauerhaft und reibungslos. Samsung muss dieses Problem schnellstens mit einem ­Software-Update in den Griff bekommen. Denn so macht das auf Dauer keinen Spaß, wir wollen uns schließlich um unsere Fitness kümmern nicht um unser Fitnessarmband!  

Trotz schwacher Software gutes Fitnessarmband

Die Funktionsvielfalt des GearFit2 Pro ist allerdings hervorragend. Das Band zählt deine Schritte, die erstiegenen Etagen, misst deine Herzfrequenz optisch (via Autopulssensor kontinuierlich, häufig oder nie), informiert dich über das aktuelle Wetter, empfängt Smart Notifications von deinem Handy und stellt dir einen Zähler für getrunkenes Wasser und Kaffee zur Verfügung. Um den Fortschritt deiner Tagesziele zu erfassen, reicht ein Blick auf den Startbildschirm. Den kannst du im Übrig nach deinem Geschmack anpassen. Zudem verfügt das Fitnessarmband über eine automatische Workouterkennung. Der 24-h-Modus informiert dich über deinen Schlafrhythmus. Sehr komfortabel sind die zahlreichen vorinstallierten Sportprofile. Die Sportarten reichen von Laufen und Wandern über Radfahren und Schwimmen bis hin zum Training auf dem Stepper. Gut gefällt uns die Möglichkeit, Musik auf dem Armband zu speichern. So kannst du dein Smartphone beim Joggen zu Hause lassen. Deine Lieblingstracks hörst du dann über Bluetooth-Kopfhörer.

Fazit: Das Samsung GearFit2 Pro gehört zu den besten Fitnessarmbändern im Test. Das Display ist hervorragend, die Funktionsvielfalt umwerfend. Der große Wermutstropfen ist allerdings die Software. Es kann durchaus vorkommen, dass Schrittzähler und Etagenzähler nicht mehr reagieren oder sogar Daten verloren gehen. Das darf bei einem Fitnesstracker dieser Preiskategorie nicht passieren und ist einfach nur ärgerlich.

Das Minimalistische: Garmin vivofit 4

Puristen werden ihre helle Freude am „Garmin vivofit 4“ Fitnessarmband haben. Im Gegensatz zu den Konkurrenten im Test nutzt es keinen Akku, sondern eine klassische Knopfzelle als Energiequelle. Der Hersteller beziffert die Laufzeit trotz des kleinen Farbdisplays mit bis zu einem Jahr. Das ist schon sehr komfortabel, weil das regelmäßige Aufladen wegfällt. Flott und unkompliziert geht die Ersteinrichtung von der Hand. Das schmale vivofit wird mit der Smartphone App „Garmin Connect“ verbunden. Mit Schrittzähler, Schlafüberwachung und Intensitätsminuten stehen dir die wichtigsten Features zur Verfügung. Deine Herzfrequenz kann das vivofit 4 nur mit einem separat erhältlichen Brustgurt messen. Bist du ein aktiver Sportler, hast du vermutlich bereits einen. Andererseits geht dir der Funktionsumfang des Garmin vivofit 4 dann wahrscheinlich nicht tief genug.

Das Display des Garmin vivofit 4 ist das kleinste im Test. Gut, dass Garmin auf die Verwendung eines Touchdisplays verzichtet. Gesteuert wird das Fitnessarmband mit einem einzelnen Knopf unter dem Minibildschirm. Das funktioniert im Test ebenso gut wie die unkomplizierte Verwendung der App. Etwas nervig finden wir die manuelle Synchronisierung. Das klappt bei einigen Konkurrenten automatisch. Das Garmin Armband speichert die gesammelten Daten vier Wochen. Spätestens dann musst du es via Kopfdruck mit der App synchronisieren, sonst gehen die Daten verloren. Wie auf einen Pulsmesser verzichtet das vivofit 4 auch auf einen GPS-Empfänger. Das schlägt sich deutlich in der Messgenauigkeit nieder. Die Handbewegungen beim Zähneputzen zählt es zum Beispiel häufiger als die Konkurrenz mit. 

Motivationstrainer für dein Handgelenk

Richtig gut ist das Garmin vivofit im Motivieren. Auf der Basis der erreichten Leistung am Vortag, errechnet das Armband das Ziel für den aktuellen Tag. So macht es dich Schritt für Schritt aktiver. Auf der Couch rumlümmeln ist nicht mehr: Spätestens nach einer Stunde redet dir das vivofit ins Gewissen, dich doch mal wieder zu bewegen. Die automatische Erkennung von Sportarten funktioniert in unserem Test leidlich. Meistens haben wir das Gefühl, unser Fitnessarmband rät, was wir da gerade machen.

Fazit: Wenn du Wert auf Tragekomfort und eine lange Akkulaufzeit legst, können wir dir das Garmin vivofit sehr ans Herz legen. Kommt es dir nicht auf jeden einzelnen Schritt und eine kontinuierliche Herzfrequenzmessung an, brauchst aber die Motivation dich zu bewegen, dann ist es erst recht etwas für dich. 

Für Zehnkämpfer: Polar A 370

Das Koppeln des „Polar A370“ mit unserem Smartphone klappt schon mal nicht reibungslos. Das stellt unsere Geduld gleich zu Beginn auf eine harte Probe. Das Polar meldet immer wieder „Kein Gerät gefunden“ obwohl das Band direkt auf dem Display des Smartphones liegt. Erst nach einem kompletten Neustart des Trackers klappt die Verbindung. Nicht gut gelöst finden wir auch die Befestigung des Fitness-Moduls am Armband. Das rutscht immer wieder heraus, als wir das Silikonarmband festziehen. Generell finden wir das Armband nicht angenehm zu tragen. An seiner Oberfläche kleben Staub und Fussel regelrecht fest. Nachts stört das A370 Band. Das ist nicht sonderlich praktisch für die eigentlich gute Schlafüberwachung

Wahrer Fuselmagnet: Am Armband des Polar Fitness-Armbands setzt sich sehr schnell Staub fest

Sehr gut gefällt uns das super breit aufgestellte Sportprogramm der Polar. Du kannst dir aus über 100 Sportprofilen 20 Aktivitäten ganz nach deinem Gusto auf dem Armband zusammenstellen. Von Pilates über Schwimmen und Radfahren bis hin zu Reiten und Biathlon ist alles dabei. Da werden nicht nur Zehnkämpfer fündig. In dieser Hinsicht liegt die Polar im Test ganz vorne. Sowohl das Einrichten als auch die tägliche Bedienung ist unkompliziert und intuitiv. Die Menüführung ist mit schlanken vier Punkten sehr übersichtlich. Da hast du schnell den Bogen raus. Neben deiner Tagesübersicht mit Schrittzahl, Kalorienverbrauch und Schlafüberwachung, stehen dir die Menüs Aktivitäten, Puls und Einstellungen zur Verfügung. Die Pulsmessung ist verhältnismäßig genau, reicht allerdings nicht an die exakten Werte eines Brustgurts heran. Zur Aktivierung des Polar Armbands musst du einen Knopf an der linken Seite drücken. Dann wird das Touchdisplay freigegeben. Das finden wir etwas umständlich.  

Gute Schlafanalyse, etwas angestaubtes Display

Einen eigenen GPS-Empfänger hat die A370 Sportuhr nicht. Möchtest du deine Lauf- oder Radrunde genau tracken, dann musst du dein Smartphone einpacken. Dessen GPS-Sensor nutzt das Polar Armband dann mit. Die Schlafanalyse „Sleep Plus“ misst deine Schlafdauer, Unterbrechungen, Tiefschlafphasen und unterteilt deine Schlafkontinuität in eine Skala von 0 bis 5. Dabei ist 5 ununterbrochener Schlaf. Bist du wieder wach, fragt dich „Sleep Plus“, wie erholsam du den Schlaf fandest. Trägst du die Uhr auch nachts, dann denk daran, vor dem Schlafen in den Nicht-Stören-Modus zu wechseln. Sonst leuchtet das grelle Display dein ganzes Schlafzimmer aus, wenn du dich bewegst. So gut wir die Verarbeitung und die Datenmessung des Trackers auch finden, das Display wirkt tatsächlich ein wenig überholt. Da sehen die Bildschirme einiger Konkurrenten schon deutlich schicker aus. 

Das Polar A370 synchronisiert sich nicht automatisch mit dem Smartphone. Auch wenn beide Geräte gekoppelt sind, musst du den Auftrag zum Synchronisieren per Kopfdruck erteilen. Das ist nicht weiter kompliziert, auf die Dauer aber dann doch etwas lästig. Praktisch: Das Polar A470 ist wasserdicht – sollte es zum Schwimmen auch sein – allerdings lässt sich der Tracker mit nassem Display nur schwer bedienen.

Fazit: Das Polar A370 Firnessarmband punktet mit seiner großen Anzahl an Sportprofilen, einer guten Schlafanalyse und einfacher Menüführung. Das Synchronisieren geht leider nicht so reibungslos wie wir uns das wünschen. 

Das Schlichte: Huawei Band 4

Um das „Huawei Band 4“ zu aktivieren musst du es gleich zu Beginn mit der Smartphone App koppeln. Ein etwas schleppender Start, wie wir finden. Die Bedienung hingegen ist angenehm intuitiv. So zeigt dir der Fitnesstracker automatisch eine Übersichtsseite an, wenn du dein Handgelenk drehst. Durch Wischen wechselst du zwischen den einzelnen Programmen hin und her. Gut gefällt uns, wie einfach sich das Armband lösen lässt und einen USB-Anschluss offenlegt. So kannst du den Tracker problemlos an PC oder USB-Stecker aufladen. Im Test trackt das Huawei Band 4 die Schritte zuverlässig, auch wenn sie mit kurzer Verzögerung auf dem Display erscheinen. Den Tragekomfort finden wir richtig gut. Das weiche Silikon des Armbandes schmiegt sich gut an die Haut. Das verstellbare Armband in Standardgröße eignet sich ebenso für schmale Handgelenke als auch für kräftigere Arme.

Gleichzeitig ist der Schrittzähler schön leicht und stört im Alltag nicht. Das Huawei Band 4 bietet dir einen überschaubaren Funktionsumfang. Für den aufgerufenen Preis allerdings vollkommen in Ordnung. So erinnert dich der Tracker etwa regelmäßig daran, aufzustehen und dich zu bewegen – arbeitest du im Büro ist das ein tolles Feature. Wie auch das Mi Band 4 verzichtet dieses Weareble auf eine automatische Aktivitätserkennung. So musst du deine Runden manuell starten. Huawei richtet sich mit diesem Tracker eher an moderate Gelegenheits-Sportler. Passionierten Läufern oder Radfahrern wird das Band 4 nicht weit genug in die Tiefe der Trainingsmöglichkeiten gehen.

Fazit: Das Huawei Band 4 überzeugt als eines der günstigsten Modelle im Vergleich mit schlankem Minimalismus. Sowohl optisch als auch funktionell reduziert es sich auf das Wesentliche. Wer aber vor allem daran interessiert ist, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen, wird hier fündig. Ein solides Einsteigermodell mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Vielseitige: Huawei Band 3 Pro

Für das schmale „Huawei Band 3 Pro“ musst du nur ein vergleichsweise kleines Budget einplanen, denn es gehört zu den günstigsten getesteten Fitnessarmbändern. Umso erstaunter sind wir, wie gut es sich im Praxistest schlägt. Denn das Huawei Trainingsarmband bietet dir neben der Schrittanzahl eine Vielzahl an Funktionen inklusive einem verbautem GPS-Empfänger. Und der leistet dir bei deinen Sportaktivitäten auch sehr gute Dienste. Egal ob Fahrradfahren, Laufen oder Schwimmen. Stürzt du dich ins Becken, erkennt das Band 3 sogar deinen Schwimmstil. Das farbige AMOLED-Display sieht erstmal sehr gut aus. Die Menüführung finden wir relativ einfach gehalten. Durch Wischen nach oben oder unten erreichst du die verschiedenen Funktionen. Was uns tatsächlich am Display stört, ist der sehr kleine Schriftgrad. Da brauchst du schon fast eine Lupe, um alles zu lesen. Sehr klein ist beispielsweise auch das Wettersymbol in der linken oberen Displayecke oder die Ladestandanzeige. Ebenfalls ungünstig: Die einzelnen Menüpunkte liegen sehr eng beieinander. Wir landen immer wieder in einem Menü, in das wir eigentlich gar nicht wollten. Vielleicht sind aber auch unsere Finger zu dick. Gut, dass wir jetzt ein Fitnessarmband haben.

Alles auf einen Blick: Das schicke Farbdisplay des Huawei Fitness-Armbands informiert dich über deine Tagesziele

An Funktionen bietet dir das Huawei alles was du brauchst. Die Schrittanzahl misst es ziemlich genau. Im Test liegt er bei 100 abgezählten Schritten nur wenige Schritte daneben. Eine Abweichung, die vertretbar ist. Gleiches gilt für die optische Herzfrequenzmessung. Die ist sicherlich nicht so genau wie mit einem Brustgurt oder gar einem Blutdruckmessgerät, für ein Fitnessarmband erledigt sie ihren Job zum Checken des Normalpulses jedoch ordentlich. 

Deutlich Luft nach oben bei der App

Damit die gesammelten Fitnessdaten adäquat analysiert werden, bedarf es natürlich einer gut funktionierenden App. Wir finden die „Huawei Health App“ nicht so prall. Als erstes verlangt diese beim Einrichten nämlich eine Zugriffsberechtigung für unser Adressbuch. Wie bitte? Erschließt sich uns nicht wirklich, wozu ein Fitnesssrmband das als erstes benötigt. Die App ist zudem recht unübersichtlich gestaltet. Gut gefällt uns hier nur die Schlafanalyse. Die ist so umfangreich wie bei fast keinem anderen Tracker im Test. Wenn du auf die App verzichten möchtest, kannst du Schrittzähler und Herzfrequenzmesser trotzdem nutzen. Für Funktionen wie Wetterdaten und die Smartphone-Benachrichtigungen brauchst du die App allerdings.

Fazit: Das „Huawei Band 3 Pro“ Fitnessarmband beeindruckt mit einer großen Funktionsvielfalt, intuitiver Bedienung und genauen Messergebnissen. Hinzu kommt ein sehr überschaubarer Preis. Die App hingegen überzeugt uns nicht. Wir finden sie zu unübersichtlich.

Das Solide: Beurer AS97

Der Beurer „Aktivitätssensor AS97“ bietet dir alle Grundfunktionen eines Fitnessarmbands. Insbesondere der Schrittzähler gefällt uns im Praxistest gut. Der ist bei Strecken über 20 Meter erfreulich genau. Bequem zu tragen, punktet das AS97 mit seinem schlichten Design. Mehr jedoch noch mit der einfachen und schnellen Ersteinrichtung und App-Installation. Packst du das Beurer Armband aus, musst du es erst einmal laden. Die erste Akkuladung nimmt etwa 3 Stunden in Anspruch. Jede weitere Ladung dauert dann nur noch 1,5 Stunden. Die Akkulaufzeit hängt von deiner Nutzung ab. Bei durchgehender Verwendung der Pulsfunktion ist die Energiezelle bereits nach 24 Stunden erschöpft. Misst du deine Herzfrequenz nur punktuell, hält die Akkuladung 3 Tage.
 

Wenn du dich mehr bewegen möchtest, aber nicht unbedingt in den Leistungssport wechseln willst, dann ist das Beurer AS97 etwas für dich

Gut funktioniert die Smart Notification-Funktion. Auch die Bewegungserinnerung ist hilfreich. In vorher von dir festgelegten Zeitabständen fordert dich die Beurer auf, dich zu bewegen. Nettes Gimmick ist die Smartphone Suchfunktion. Damit kannst du dein Telefon aufspüren, wenn es sich in Bluetooth-Reichweite des Fittnessarmbands befindet. Mühsam finden wir die Synchronisierung des Armbands mit der „Beurer HealthManagement“ App. Im Test müssen wir beide Geräte immer wieder neu koppeln. Die Datenübertragung geht quälend langsam voran. 

Display bei starker Sonneneinstrahlung schwach

Die Bedienung des Beurer AS97 selbst ist einfach. Mit einem Touch-Button steuerst du den Tracker. Ein Schwachpunkt ist in unseren Augen das Display. Das ist sehr klein und lässt sich bei hellem Sonnenlicht nicht mehr so gut entziffern. Auch kannst du seine Helligkeit nicht anpassen. Das Beurer AS97 verzichtet auf einen GPS-Empfänger, dadurch wird die zurückgelegte Distanz anhand deiner von dir eingegebenen Schrittweite errechnet und ist somit nicht bis auf den letzten Meter genau. Doch damit können wir leben. Schade finden wir, dass es nicht über eine Trainingserkennung verfügt. Auch vermissen wir eine Etagenzählung.

Fazit: Das Beurer AS97 Fitnessarmband ist ein solider Motivator für jeden, der mehr für seine Fitness tun möchte aber nicht unbedingt eine Sportskanone ist. 

Das Einsteigermodell: Samsung Galaxy Fit e

Äußerst schlicht kommt das „Samsung Galaxy Fit e“ im Vergleich daher. Das schmale Armband ist angenehm zu tragen und gehört zu den Leichtgewichten im Test. Die Funktionsvielfalt ist überschaubar. Du bekommst sozusagen das Basispaket: Schrittzähler, Herzfrequenzsensor, Distanzmesser und Anzeige deines Kalorienverbrauchs sowie Schlafüberwachung. Letztere lässt sich allerdings nur über die App einsehen. Der Verschluss des Armbands ist gewöhnungsbedürftig, da der Dorn zum Schließen innen am Handgelenk liegt. Neben dem Fehlen eines GPS-Empfängers musst du auch auf eine automatische Workouterkennung verzichten. Startest du eine sportliche Aktivität und möchtest Daten aufzeichnen, musst du diese am Armband auswählen und manuell starten. 

Kleines Display mit überschaubaren Funktionen: Das Samsung Galaxy Fit e ist ein günstiges und gutes Einsteigermodell

Abstriche beim Display

Das Display enttäuscht uns im Vergleich zu den anderen Trackern im Praxistest: Auf der spiegelnden Oberfläche können wir draußen recht wenig erkennen. Auch finden wir die Beleuchtung des kleinen Bildschirms zu schwach. Trotzdem zieht die Anzeige ziemlich am Akku. Denn die liegt im Test immer wieder etwas unter den Herstellerangaben von 7 Tagen. Voll geladen und wieder einsatzbereit ist das Armband dann nach etwa 2 Stunden.

Fazit: Das Samsung Galaxy Fit e ist trotz seiner überschaubaren Funktionsvielfalt ein solides und gleichzeitig günstiges Fitnessarmband mit genauer Schrittzählfunktion für Einsteiger. 

So haben wir die Fitnessarmbänder getestet

Jedes Fitnessarmband haben wir zunächst auf die Verarbeitung seines Gehäuses und des Armbands hin begutachtet. Anschließend ging es an die Ersteinrichtung. Die hat bei den Modellen von Fitbit und Garmin sehr schnell geklappt. Etwas länger haben wir am Polar Armband herumgedoktert. Da klappte die Synchronisation nicht auf Anhieb. Jedes Fitnessarmband haben wir rund um die Uhr getragen und die Daten mit der erforderlichen App ausgelesen, um herauszufinden, wie intuitiv sich Fitnessarmband und App bedienen lassen. Je einfacher das funktionierte umso positiver wirkte sich das auf die Testergebnisse aus. Pulsuhren vom Hersteller Yamay waren zum Testzeitpunkt leider nicht lieferbar, weswegen wir die Wearables vom Hersteller Yamay im Praxistest ausgeklammert haben.

Wichtig war uns ein einfaches Handling des Armbands insbesondere während der sportlichen Aktivitäten. Um zu prüfen, wie genau der Schrittmesser zählt, sind wir mit den Modellen mehrmals hintereinander 100 exakt abgezählte Schritte gegangen und haben dann den Wert auf dem Fitnessarmband verglichen. Dabei lag die Abweichung bei allen Testgeräten bei maximal +/- 5 Schritten. Alle Armbänder im Test haben hin und wieder Armbewegungen als Schritte gezählt. 

Daran solltest du bei der Entscheidung für ein Fitnessarmband denken

Als erstes solltest du dir wie immer ernsthaft die Frage stellen, wozu du das Fitnessarmband nutzen möchtest und welche Erwartungen du an den Tracker hast. Möchtest du schlicht ein Armband, das deine Schritte zählt und dir zwischendurch eine  Bewegungserinnerung sendet. Dann reicht dir mit Sicherheit ein Einsteigermodell mit überschaubarem Funktionsumfang. Da kommen etwa das Garmin vivofit 4, das Samsung Galaxy Fit e und das Xiaomi Mi Band 4 in Frage.

Wenn du hingegen sportlich sehr aktiv bist, möchtest du auch mehr aus deinem Fitnessarmband herauskitzeln und es nicht nur als Stoppuhr verwenden. Komfortabel sind da etwa viele verschiedene vorinstallierte Sportprofile und eine automatische Aktivitätserkennung. So musst du die Aufzeichnung deines Trainings nicht vor jeder Einheit manuell starten und stoppen. Bist du passionierter Schwimmer, achte darauf, dass dein Fitnessarmband wasserdicht ist. Eine Schutzklasse ab IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen sollte s mindestens sein. Besser ist eine Schutzklasse ab IPX8 gegen dauerhaftes untertauchen. Gibt der Hersteller die Wasserdichtigkeit in Atmosphären (ATM) an, müssen es zum Schwimmen 5 ATM sein. Da bist du mit dem Fitbit Charge 4, dem Garmin vivosmart HR+, dem Huawei Band 3 Pro und dem Samsung Gear Fit 2 Pro bestens aufgestellt.

Nervt dich dein Smartphone beim Joggen aber du möchtest deine Sportrunde genau tracken? Dann brauchst du ein Fitnessarmband mit einem GPS-Empfänger. Der zeichnet deine Route nämlich auf und du kannst sie via Synchronisierung mit der App speichern. Im Test verfügen das Fitbit Charge 4, das Garmin vivosmart HR+, das Huawei Band 3 Pro und das Samsung Gear Fit 2 Pro über einen GPS-Empfänger.

Möchtest du das Armband für die Schlafanalyse nutzen, musst du es natürlich auch nachts tragen. Dazu sollte es nicht zu klobig und bequem zu tragen sein. So ist uns das Garmin vivosmart dafür deutlich zu groß. Das Display des Xiaomi Mi Band 4 hingegen lässt sich leider nicht dimmen oder in den Ruhemodus versetzen. Bewegst du dich, wird der Bildschirm aktiviert und leuchtet störend.

Häufige Fragen zu Fitnessarmbändern

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