Unterwegs cool bleiben – Kompressor Kühlboxen im Praxistest

Wenn es darum geht, Getränke und Lebensmittel unterwegs zu kühlen, hast du mehrere Möglichkeiten. Neben einer einfachen Kühltasche mit Kühlakkus zum Beispiel mit einer thermoelektrischen Kühlbox mit Peltier-Kühlung oder einer leisen Absorber Kühlbox mit Gasanschluss und flüssigem Kühlmittel. Der Rolls Royce unter den Kühlboxen ist die Kompressor Kühlbox. Nahezu unabhängig von der Umgebungstemperatur erreichen diese Modelle mit einem Stromanschluss dauerhafte Kühltemperaturen bis etwa -22 Grad. Eine solche Mini Gefrierbox sollte möglichst robust und kompakt sein aber gleichzeitig auch ausreichend Stauraum für Getränke und Kühlgut bieten. Die leistungsstarken Kompressor Kühlboxen kosten allerdings auch beinahe so viel wie ein Rolls Royce: Unsere Testmodelle bewegen sich zwischen 290 und 630 Euro*.

 

In diesen Kategorien testen wir

  • Qualität & Verarbeitung: Bei einer so hochpreisigen Kühlbox legen wir Wert auf eine hochwertige Verarbeitung. Wir wünschen uns die Außenhülle robust, das Innenleben geräumig und die Transportgriffe ergonomisch und stabil.
  • Kühlung: Je kälter, desto besser. Um Lebensmittel einfrieren zu können, bedarf es einer effizienten Kühlleistung. Wir prüfen wie schnell die Kühlboxen bei sommerlichen Umgebungstemperaturen herunterkühlen. Außerdem interessiert uns, wie laut die Mini-Kühlschränke während des Betriebs sind.
  • Bedienkomfort & Mobilität: Wir erwarten von einer Kühlbox mit Kompressor, dass sie sich ohne langwieriges Studium des Handbuches bedienen lässt. Kompressor Kühlboxen sind schwere Brocken. Deshalb sollten ihre Tragegriffe gut in der Hand liegen und robust verarbeitet sein.

Testsieger: Dometic Coolfreeze CFX 35W

Mit ihrer beeindruckenden Kühlleistung und der hochwertigen Verarbeitung schnappt sich die Dometic Coolfreeze CFX 35W Kühlbox den Testsieg in unserem Vergleich. Im Test kühlt sie innerhalb von knapp 50 Minuten beinahe 45 Grad unter die sommerliche Außentemperatur. Was die Dometic Kühlbox noch alles kann und ob sie auch Schwachpunkte hat, erfährst du im ausführlichen Einzeltest.

Preis-Leistungs-Sieger: Mobicool MCF40

Die Mobicool MCF40 ist sehr gut verarbeitet. Das Gehäuse macht einen ausgesprochen stabilen Eindruck. Im Vergleich zu den Konkurrenten im Test finden wir die Öffnung zum Befüllen etwas klein geraten. Der Innenraum ist nicht nur sehr gut verarbeitet und mit einer dünnen Metallplatte aus Aluminium ausgekleidet, sondern auch beleuchtet. Gut finden wir die maximale Stellhöhe von 36 Zentimetern. Da kannst du locker 1,5 Liter-Standard-PET-Flaschen hineinstellen. Ganze 38 Liter Volumen stehen dir als Kühlraum zur Verfügung. Die Bedienung ist kinderleicht. Du kannst auf dem Display die Zieltemperatur eingeben und loskühlen. Die LCD-Anzeige informiert dich immer über die aktuelle Temperatur. Die Geräuschentwicklung der Mobicool MCF40 liegt im Betrieb bei knapp 50 Dezibel (dBA).

Die Kühlleistung ist ziemlich gut. Innerhalb von 24 Minuten kühlt die Mobicool Box bei einer Umgebungstemperatur von 28 Grad auf 5 Grad herunter. Für Getränke die ideale Temperatur. Nach 62 Minuten erreicht die Kühlbox mit -10 Grad ihre Minimaltemperatur. Der Kompressor schaltet sich automatisch ab, wenn die Zieltemperatur erreicht ist. Bei Bedarf springt er wieder an um nachzukühlen. Mit 58,4 x 36,5 x 44,6 Zentimeter ist die Kompressor Kühlbox ziemlich wuchtig. Leer bringt sie 11,5 Kilogramm auf die Waage. Da Kühlboxen mit Kompressor allerdings nicht zum ständigen Transport gedacht sind, finden wir das nicht weiter schlimm. Zudem ist sie das leichteste Gerät im Testfeld. Betreiben kannst du die Mobicool Box mit einem 240 Volt Standard-Netzstecker über die Steckdose oder einem 12 beziehungsweise 24 Volt Anschluss für den Zigarettenanzünder im Pkw oder Lkw. Praktisch, dass sie über einen Batteriewächtermodus verfügt, der verhindert, dass die Gefrierbox im Betrieb deine Autobatterie leersaugt. Die beiden Tragegriffe würden wir uns etwas stabiler wünschen. Zudem liegen sie nicht allzu gut in der Hand, jedoch erfüllen sie ihren Zweck.

Fazit: Die Mobicool MCF40 ist eine hochwertig verarbeitet und robuste Kühlbox. Sehr gut finden wir den großen Kühlraum und die einfache Bedienung. Hinzu kommt eine sehr gute Kühlleistung. Die Mobicool ist etwas für dich, wenn du eine große, leistungsstarke und gut verarbeitete Kühlbox mit Kompressor für einen vergleichsweise günstigen Preis suchst.

Tiefkühl Minis: Alle weiteren Kompressor Kühlboxen im Test

Neben dem starken Testsieger und dem Preis-Leistungs-Sieger für ein kleineres Budget testen wir drei weitere Kompressor Kühlboxen. Wie die einzelnen Modelle in unserem Praxistest abgeschnitten haben, erfährst du hier.

Engel M040: Expeditionstauglicher Mini Kühlschrank

Die kernige „Engel M040“ Kühlbox macht sich ausgezeichnet als Ausrüstung für robuste Outdoor Abenteuer. Die Verarbeitung ist hochwertig und der Kühlraum mit der größte im Testfeld. Ihre Kühlleistung ist ausgezeichnet, auch wenn die Engel Kühlbox etwas braucht, bis sie auf Touren kommt. Welche Vor- und Nachteile die Kompressor Kühlbox von Engel mitbringt, erfährst du im ausführlichen Einzeltest.

Dometic Coolfreeze CDF 36: Kompakter Kühler mit kleinen Schwächen

Die „Dometic Coolfreeze CDF 36“ ist die kompakteste Kompressor Kühlbox in unserem Test. Das kleine Schwestermodell des Testsiegers aus dem Hause Dometic, ehemals Waeco, stellt dir bei einer Außentemperatur bis 43 Grad einen Kühlbereich zwischen 10 und -15 Grad zu Verfügung. Allerdings erreicht sie die -15 Grad ab einer Umgebungstemperatur von über 32 Grad nicht mehr. Im Betrieb ist die Box mit 46,6 dBA angenehm leise. Die Verarbeitung ist solide. Insgesamt futtert die Kühlbox 31 Liter. Für hohe 1,5 Liter-PET-Flaschen verfügt die CDF 36 über zwei Stellmulden. Die Deckelklappe ist nur aufgesteckt und lässt sich bei Bedarf – etwa zum Reinigen – abnehmen. Über das kleine Display kannst du die Zieltemperatur einstellen. Das funktioniert leider nicht über eine Plus- und Minus-Taste, du musst dich vielmehr durch die Gradzahlen klicken. Das wird schnell nervig, wenn du mal zu weit klickst.

Praktisch ist der Batteriewarner. Der verhindert, dass die Kühlbox deine Autobatterie leersaugt. Leider ist im Lieferumfang nur ein 12/24-Volt-Kabel für den Stromanschluss im Auto oder dem Lkw enthalten. Um die Box ans Stromnetz anzuschließen, benötigst du einen separat erhältlichen Adapter. Die Kühlleistung gefällt uns gut. Innerhalb kurzer Zeit kühlt die CDF36 bei einer Umgebungstemperatur von 29 Grad auf erfrischende Kühlschranktemperatur herunter. Nach 17 Minuten erreicht sie die 5-Grad-Marke. Als Kühlschrank-Äquivalent reicht das schon. In den Bereich eines Gefrierfachs mit – 10 kommt sie nach 37 Minuten an. Ihre Minimaltemperatur erreicht die Kühlbox nach 51 Minuten. Das ist fix. Ein Manko sind für uns die rudimentären Griffmulden. An ihnen lässt sich die Kompressor Kühlbox nur bedingt gut greifen. Das erschwert den Transport, insbesondere wenn die Box befüllt ist.

Fazit: Die Dometic CDF 36 ist eine vergleichsweise kompakte Kompressor Kühlbox. Mit 31 Liter Fassungsvermögen ist sie aber auch das kleinste Modell im Testfeld. Für unseren Geschmack lässt sie sich nur schwer greifen. Schade ist auch, dass im Zubehör nur ein Kfz-Kabel enthalten ist, dafür kühlt sie sehr schnell auf Kühlschranktemperaturen herunter.

Bluefin CD-35T: Solide Box mit großem Nutzinhalt

Die „Bluefin CD-35T“ ist robust und solide verarbeitet. Die Kompressor Kühlbox misst 54 x 45,5 x 38 Zentimeter und bringt leer 12,4 Kilogramm auf die Waage. Transportieren kannst du sie mit den zwei ausklappbaren Tragegriffen links und rechts. Die liegen nicht so gut in der Hand und biegen sich bereits etwas durch, wenn du die Box leer durch die Gegend schleppst. Vollbeladen ist das Tragen also kein Zuckerschlecken. Rollen oder ähnliche Transporthilfen hat das Modell nicht. Im Lieferumfang findest du einen Netzstecker für den 240 Volt (EU-Netz) Stromanschluss, einen 12/24-Volt-KFZ-Stecker für Pkw und Lkw sowie einen dreipoligen Netzstecker für Großbritannien. Der Deckel ist nicht abnehmbar. Der 33 Liter große Innenraum bietet dir eine maximale Stellhöhe von 35,5 Zentimetern, ausreichend für 1,5 Liter Standard PET-Flaschen. Einen herausnehmbaren Korb oder eine Unterteilung des Innenraums in Fächer gibt es nicht.

Die Bluefin Kühlbox ist über das Display einfach zu bedienen. Du kannst deine Zieltemperatur einstellen und in den energieintensiveren Turbomodus wechseln. Auf der Anzeige lässt sich immer die aktuelle Temperatur ablesen. Der einstellbare Kühlbereich bewegt sich unabhängig von der Außentemperatur zwischen 10 Grad und -18 Grad. Damit liegt die Bluefin Kühlbox im Bereich eines 3-Sterne-Gefrierfachs. Bei sommerlichen 29 Grad benötigt die Bluefin etwa 30 Minuten, um auf kühle 5 Grad herunter zu kühlen. Für Erfrischungsgetränke ideal. Um bei einer Umgebungstemperatur von knapp 29 Grad auf die maximale Kühlleistung von 18 Grad Minus zu kommen benötigt die Bluefin Kühlbox im Normalmodus knapp 3 Stunden. Nach einer Stunde liegt sie jedoch schon bei eisigen -8 Grad, nach 2 Stunden bei knackigen -14 Grad. Schaltest du den Turbomodus hinzu geht das schneller, benötigt allerdings mehr Energie.

Hat die Bluefin Kühlbox die Zieltemperatur erreicht, schaltet der Kompressor selbstständig ab und springt nur an, wenn nachgekühlt werden muss. Dabei verliert sie allerdings immer ein paar Grad. So läuft der Kompressor bei einer Zieltemperatur von 5 Grad erst wieder an, als das Display 8 Grad anzeigt. Während des Betriebs brummt die Kühlbox mit 53,3 Dezibel (dBA) vor sich hin. Die wenigsten werden direkt daneben selig schlummern können. Praktisch ist die Innenbeleuchtung, die angeht, wenn du den Deckel öffnest.

Fazit: Die Bluefin CD-35T ist solide verarbeitet und bietet dir mit -18 Grad eine sehr gute Kühlleistung. Im Betrieb finden wir sie etwas laut. In den 33 Liter fassenden Kühlraum kannst du auch große 1,5 Liter-PET-Flaschen aufrecht hineinstellen. Die Kompressor Kühlbox ist etwas für dich, wenn du auf der Suche nach einem Mini-Kühlschrank für zwischendurch bist, den du nicht ständig herumtragen willst.

So haben wir getestet

Gleich zu Beginn begutachten wir die Verarbeitung und das Material der einzelnen Kompressor Kühlboxen. Das Gehäuse wünschen wir uns so robust, dass die Box auch einen Campingurlaub problemlos übersteht. Wir prüfen, wie gut sich die Kühlboxen transportieren lassen. Dazu tragen wir sie mehrmals im unbeladenen und beladenen Zustand, heben sie auf Tische und wieder herunter. Auch die Ladekapazität nehmen wir unter die Lupe. Wir prüfen, wie hoch die Stellfläche der Kühlboxen ist, also ob du eine 1-Liter-Flasche hineinstellen kannst oder sogar eine große 1,5-Liter-PET-Flache. Die Kühlleistung schauen wir uns bei sommerlichen Temperaturen an. An den Testtagen herrschen Außentemperaturen um die 30 Grad. Wir stellen die Kompressor Kühlboxen an ein schattiges Plätzchen und stoppen die Zeit, wie lange die einzelnen Modelle benötigen, um die versprochene maximale Kühltemperatur zu erreichen.

Unserem Praxistest mussten sich fünf Kompressor Kühlboxen stellen

Darauf solltest du bei der Entscheidung für eine Kompressor Kühlbox achten

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir eine Kompressor Kühlbox zu kaufen, solltest du zunächst wissen, für welchen Einsatzzweck du die Kühlbox benötigst. Möchtest du bei einem Tagesausflug an den See gekühlte Getränke genießen, dann reicht dir vermutlich eine günstigere Kühltasche mit Kühlakkus oder eine thermoelektrische Kühlbox. Letztere lassen sich mit zusätzlichen Kühlakkus noch verstärken. Geht es dir aber darum, dauerhaft Getränke und Lebensmittel zu kühlen oder sogar einzufrieren, benötigst du eine Kompressor Kühlbox.

Leistungsstarke Kompressor Kühlboxen sind mit Temperaturen von -18 oder -22 Grad ein Äquivalent zu 3 bis 4-Sterne Gefrierfächern. Damit eignen sie sich auch für die langfristige Lagerung von gefrorenem Kühlgut. In unserem Test kommen die Dometic CFX 35W auf -22 Grad, die Engel MR 040 und die Bluefin DC-35T auf -18 Grad. Beachte, dass Kompressor Kühlboxen bei extremen Außentemperaturen eventuell die minimale Temperatur nicht erreichen. So arbeiten die Modelle von Dometic im Test bis zu einer Außentemperatur von 43 Grad, erreichen ab 32 Grad ihre minimale Temperatur nicht mehr.

Deine Kompressor Kühlbox sollte einiges aushalten. Robuster als die Engel M040 ist keine der Konkurrentinnen im Test. Neben einer robusten Verarbeitung und einer guten Kühlleistung ist natürlich der Nutzinhalt oder das Fassungsvermögen wichtig. So ist es praktisch, wenn du auch große 1,5 Liter-PET-Flaschen stehend in der Kühlbox lagernd kannst. Das spart Platz. Im Test klappt das bei der Bluefin und der Mobicool problemlos. Die CDF 36 von Dometic nimmt zumindest zwei große Flaschen auf, während im Innenraum des Testsiegers Dometic CFX 35W mit einer Stellhöhe von nur 32 Zentimetern nur 1-Liter-Flaschen aufrecht Platz finden. Die Box von Engel überzeugt mit dem größten Nutzinhalt im Testfeld. 

Komfortabel ist eine Unterteilung des Kühlraums in Fächer. Die Testseiger Kühlbox wartet etwa mit einem Metallkorb auf, der den Innenraum aufteilt. So herrscht Ordnung zwischen Butterbroten, Bierdosen und Grillfleisch. Auch die MR 040 Kühlbox von Engel bietet dir einen solchen Innenkorb, der allerdings nicht unterteilt ist.

In erster Linie wirst du eine Kompressor Kühlbox verwenden, wenn du unterwegs bist. Sei es im Auto, dem Campingbus, im Laster oder auf dem Campingplatz. Der Betrieb über einen 12-Volt-Stecker und 24-Volt-Stecker für den Zigarettenanzünder im Auto oder Lkw ist mit allem Modellen im Test möglich. Damit du aber anschließend nicht mit Eiswürfeln dastehst aber deinen Wagen nicht mehr starten kannst, bietet sich ein sogenannter Batteriewächtermodus an. Diese Funktion verhindert, dass die Kompressor Kühlbox deine Autobatterie leersaugt. Du kannst zum Beispiel die beiden Dometic Kühlboxen und die Mobicool Box aus unserem Testfeld so einstellen, dass sie automatisch abschalten, sobald die Versorgungsspannung unter einen bestimmten Wert fällt. Ideal ist es, wenn du die Option hast, die Kompressor Kühlbox auch über das Stromnetz zu betreiben. Außer bei der Dometic CDF 36 liegen allen Kühlboxen Netzstecker bei. Übrigens sind die Kühlboxen erfreulich energieeffizient. Die Modelle von Engel, Mobicool und die kleine Dometic sind mit Energieeffizienz-Klasse A+ ausgewiesen, der Testsieger CFX 35W sogar mit A++. Mit einem Solarpanel lassen sich einige Kühlboxen mit entsprechendem Solaranschluss auch völlig autark betreiben.

Häufige Fragen zu Kompressor Kühlboxen

* Alle Preise Stand August 2020