Wenn du nach der Arbeit nochmal eine Joggingrunde drehen willst oder zu späterer Stunde mit dem Hund raus musst, dann ist eine Stirnlampe besonders hilfreich. Dass du mit ihr jederzeit beide Hände frei hast, macht sie auch zu einem zuverlässigen Begleiter beim Bergwandern oder Trailrunning. Wir testen für dich zehn Stirnlampen auf Herz und Nieren. Die Nitecore HC65 überzeugt im Test mit sehr guter Verarbeitung, einfacher Bedienung und toller Leuchtkraft. 

Vor- und NachteileNitecore HC65 Stirnlampe

Die LED der Nitecore HC65 liefert 1000 Lumen
Die LED der Nitecore HC65 liefert 1000 Lumen

+ kompakt
+ einfache Bedienung
+ wasserdicht
+ sehr hell
+ viele Funktionen
+ Kopfband angenehm zu tragen
+ Zusatzlicht

leicht kopflastig
- Gehäuse wird auf Dauer sehr warm bis heiß
- kurze Akkulaufzeit in der maximalen Leuchtstufe 

Kompakte Lampe mit intuitiver Bedienung

Die Nitecore HC65 erinnert stark an das ebenfalls von uns getestete Schwestermodell, die Nitecore HC60. Allerdings setzt die HC65 auf deren sehr gute Leistung noch einen drauf. Die HC65 von Nitecore kämpft mit 160 Gramm quasi im Mittelgewicht unseres Tests. Der Akku der kompakten Stirnlampe aus anodisiertem Luftfahrtaluminium ist direkt hinter der LED-Einheit untergebracht, sodass ein separater Akku nicht am Kopfbandsystem befestigt werden musst. Das ist schon mal ziemlich komfortabel. Uns gefällt die intuitive Bedienung der Nitecore Lampe sehr. Den zweistufigen Schalter, mit dem du alles steuerst, findest du an der rechten Seite der Leuchte. Der lässt sich fest und zur Hälfte, also auf die Halbstufe, eindrücken. Die verschiedenen Leuchtmodi erreichst du aus einer Kombination von beidem. Das klappt wunderbar mit einer Hand und geht innerhalb kürzester Zeit in Fleisch und Blut über. Angesichts der Vielzahl an Funktionen gefällt uns die Steuerung bei keinem Modell im Test besser.

Lichtkegel für Nah- und Fernbereich

Insgesamt stehen dir fünf Leuchtmodi für die LED, sowie ein zusätzliches Weißlicht und Rotlicht zur Verfügung. Drückst du den Schalter ganz nach unten, aktivierst du die Leuchte. Durch die einzelnen Leuchtstufen klickst du dich, indem du den Schalter nur halb durchdrückst. Im Modus „Ultralow“ strahlt die HC65 mit 1 Lumen, gefolgt von „Low“ mit 80 Lumen, „Mid“ mit 280 Lumen, „High“ mit 550 Lumen und schließlich knackigen 1.000 Lumen in der Einstellung „Turbo“. Schaltest du die Lampe aus, merkt sie sich den letzten verwendeten Modus und springt bei der nächsten Aktivierung sofort wieder auf diese Einstellung. Die gewählte Helligkeit wirkt sich natürlich sowohl auf die Akkulaufzeit als auch die Leuchtweite aus. So brennt die HC65 bei maximaler Helligkeit eine Stunde und fräst dabei einen Lichttunnel von 110 Metern Länge in die Dunkelheit.

Obwohl der Lichtstrahl sehr fokussiert ist, erhellt die Lampe auch den Nahbereich ausreichend. Das ist dem Abstrahlwinkel von 100 Grad zu verdanken. Strahlst du mit 1.000 Lumen durch die Gegend reicht der Akku allerdings nur 1 Stunde. Das ist etwas enttäuschend. Bei 550 Lumen reicht die wiederaufladbare Energiezelle etwa für 2,75 Stunden Leuchtdauer und leuchtet fast 80 Meter weit. Gehst du runter auf 280 Lumen, kannst du 4,75 Stunden mit einer Leuchtweite von etwa 55 Meter in die Landschaft gucken. Im niedrigsten Modus mit 1 Lumen lässt es sich locker bis zu 800 Stunden lesen. Im schwächsten der fünf Leuchtmodi liegt die Leuchtweite der Kopflampe jedoch nur noch bei 3,5 Metern. Bleibt die Lampe lange in Betrieb, erwärmt sie sich zunehmend. Nach einigen Stunden Leuchtdauer kann das Gehäuse aus Aluminium sogar recht heiß sein. 

Hilfreiches Zusatzlicht verbessert die Nachtsichtfähigkeit

Das weiße Hilfslicht mit 26 Lumen benutzt du ausschließlich für den Nahbereich auf dem Zeltplatz oder im Nachtlager. Praktisch ist auch das Rotlicht. Die Rotlichtfunktion dient dazu, die Nachtadaption deiner Augen zu erhalten. Außerdem blendet Rotlicht nachts nicht und unterstützt so die Nachtsichtfähigkeit. Wie das Schwestermodell, die HC60, verfügt die Nitecore HC65 über drei verschiedene Blinklichtfunktionen. Die startest du, indem du den Schalter halb gedrückt hältst. Dann blinkt die Lichtquelle wie ein Stroboskop, gefolgt vom Morse-Code für SOS und nach einem weiteren Klick schließlich als kontinuierliche Positionsleuchte.

Keine Sorge, wenn es mal aus Kübeln gießt. Mit einer Schutzklasse von IPX8 ist die Stirnlampe dicht bis zu einer Wassertiefe von 2 Metern. Einen Sturz aus maximal einem Meter Höhe steckt die aus anodisiertem Luftfahrtaluminium gefertigte Leuchte ebenfalls gut weg.

Angenehm zu tragende Kopfleuchte

Wir finden den Tragekomfort der Nitecore HC65 gut. Zwar ist die Stirnlampe minimal kopflastig und wippt dadurch bei schnellen Bewegungen oder beim Trailrunning ab und zu ein wenig, das verschmerzen wir aber angesichts der guten Leuchtleistung. Zudem verrutscht das Kopfband nicht. Der Kippmechanismus, mit dem du die Lichtquelle auf deine Bedürfnisse einstellen kannst, ist anfangs etwas schwergängig. Allerdings kannst du die Kopflampe so stufenlos verstellen. Ein Pluspunkt ist auch, dass du die HC65 mit dem beiliegenden Akku oder ersatzweise mit zwei CR123 Batterien betreiben kannst. Letztere kannst du aber nicht in der Lampe über das USB-Kabel laden, selbst wenn es wiederaufladbare Energiezellen sind. Das gibt etwas Abzug.  

SicherheitshinweisAchtung hell!

Die Lichtstärke eines hohen Lumenwertes kann deiner Netzhaut schaden. Du solltest also nie direkt in die LED einer Stirnlampe blicken. Achte auch darauf, andere Personen nicht zu blenden.

Fazit: Deshalb ist die Nitecore HC65 unser Testsieger

Trotz ihrer vielen Funktionen lässt sich die Nitecore HC65 so intuitiv bedienen wie kein anderes Modell in unserem Test. Wie du welchen Leuchtmodus erreichst, hast du in kürzester Zeit verinnerlicht. Genauso stellen wir uns das vor. Hinzu kommt eine wirklich sehr gute Leuchtleistung. Mit ihren 1.000 Lumen im Turbo-Modus und den 550 Lumen im High-Modus und drei weiteren Leuchtstufen plus Hilfslicht liefert dir die Lampe als leistungsstarker Scheinwerfer gute Dienste. Ob du in den Bergen unterwegs bist oder im dunklen Keller werkelst, die HC65 liefert bei jedem Einsatzzweck genug Helligkeit. Der Abstrahlwinkel vom 100 Grad sorgt für eine homogene Ausleuchtung von Nah- und Fernbereich. Ein Minuspunkt ist für uns allerdings die überschaubare Akkulaufzeit im Turbo-Modus. Den etwas schwergängigen Kippmechanismus werten wir eher positiv, da er ein stufenloses Einstellen ermöglicht. Wenn du auf der Suche nach einer starken Kopflampe für jedwede Outdoor-Aktivität bist, dann ist die Nitecore HC65 genau dein Ding.

Auch mit diesen Stirnlampen geht dir ein Licht auf

Wenn dir die Nitecore HC65 für deine Zwecke etwas over the top erscheint, dann wirf einen Blick auf die Petzl Actik Core Stirnlampe. Die kommt mit deutlich weniger Funktionen aus, bietet dir allerdings immer noch starke 450 Lumen und einen ordentlichen Akku. Alle Informationen zur Petzl Leuchte findest du in unserem ausführlichen Einzeltest

Du suchst nach einer Stirnlampe, deren Akku du im Winter abnehmen und in die Jackentasche stecken kannst, um ihn vor Frost zu schützen? Dann sind eventuell die beiden Stirnlampen Black Diamond Icon 500 oder Ledlenser H14R.2 etwas für dich. Was die beiden Kopfleuchten noch so draufhaben, erfährst du im Vergleichstest.