Private Wettervorhersage: 9 digitale Wetterstationen für Wohnung und Terrasse

Wetterstationen für private Anwender sind in erster Linie digitale Thermometer, Hygrometer und manchmal auch Manometer in einem kompakten Gehäuse mit Display. Sie sollen dir auf einen Blick oder mit nur einem Tastenklick folgende Informationen liefern: Wie lauten die aktuellen Werte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum und draußen? Wie verhält es sich mit dem Luftdruck? Und welche Prognose ergibt sich aufgrund der Wettertendenz der vergangenen Stunden? Zu den neun Funkwetterstationen in unserem Test gehören Wetterstationen von Marktführern wie Technoline und Bresser. Alle Wetterstationen verfügen über einen Außenfühler, die meisten lassen sich zudem mit zwei weiteren Außensensoren zum Prüfen der Umgebungsdaten ausrüsten. Diese kannst du allerdings nicht nur draußen sondern auch im Wohnraum platzieren. Deutliche Unterschiede zwischen den Wetterstationen im Test stellen wir nicht nur bei Verarbeitungsqualität, Design und Bedienkomfort fest. Auch bei der Anzahl der dargestellten Klimadaten und sonstigen Funktionen zeigen sich große Abweichungen. Überraschungen liefert unser Reichweitentest.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität: Neben der Verarbeitung von Innenstation und Funksender bewerten wir auch das Design der Wetterstation. Schließlich werden sie oft an einem gut sichtbaren Platz angebracht.
  • Funktionalität: In dieses Kriterium fließen Noten zur Reichweite, Übersichtlichkeit der Anzeige und zum Umfang der Funktionen ein. Wird der Luftdruck ermittelt? Verfügt die Wetterstation über eine Hintergrundbeleuchtung? Sind die Piktogramme auf den Display gut ablesbar?
  • Handhabung: Hier geht es um die Benutzerfreundlichkeit der Funkwetterstationen, also die möglichst intuitive Bedienung und die Menüführung. Wert legen wir auch darauf, dass die Außensensoren einfach anzubringen sind. 

Insgesamt haben wir 9 Funkwetterstationen getestet

Unser Testsieger: FanJu punktet mit allen wichtigen Infos auf einen Blick

Die Wetterstation "FanJu FJ3378" liegt im mittleren Preissegment. Dank ihres großen Funktionsumfangs inklusive Regenmesser und Anzeige der Luftqualität, ihrer klar gegliederten Farbanzeige mit übersichtlichen Piktogrammen und ihrer sehr guten Benutzerfreundlichkeit überzeugt sie uns vollends. Praktisch ist auch der Luftfeuchtigkeitsmesser und die Anzeige des Luftdrucks. Abstriche gibt es nur im Hinblick aufs Design und die Verarbeitungsqualität. Mehr dazu erfährst du im detaillierten Einzeltest zur FanJu Wetterstation.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Die Funkwetterstation von Baldr liefert ein ausgewogenes Ergebnis zum günstigen Preis

Als einzige Funkwetterstation im Testfeld kommt die Funkwetterstation "Baldr WS0317BL2" mit einem Touchscreen daher. Dass dieser nur drei Tippfelder bietet, ist kein Nachteil: Damit lassen sich alle Funktionen der Wettervorhersage, die nicht auf den ersten Blick auf der Anzeige erscheinen, schnell und einfach ansteuern. Die Bedienung des Menüs gibt keine Rätsel auf. Das gefällt uns. Die teils etwas schwer verständliche Bedienungsanleitung lässt sich daher leicht verschmerzen. Das Display der Wetterstation wirkt etwas unaufgeräumt: Zwar findest du die Indoorwerte in einem blauen Haussymbol und die Outdoordaten neben kleinen Palmen – das Sammelsurium an Ziffern in unterschiedlichen Schriftgrößen trägt allerdings nicht zur Übersichtlichkeit bei.

Schlichte und praktische Wetterstation

Den Sensor mit eigener kleiner Anzeige für Temperatur und Luftfeuchtigkeit kannst du wie die Basisstation aufstellen oder -hängen. Verarbeitungsqualität und Design der Baldr Wetterstation sind in Ordnung. Alle Teile sind fest und spaltenfrei zusammengefügt. Der kleine Monitor der Innenstation liegt leicht zurückversetzt hinter dem schwarzen Rahmen. Für die Beleuchtung gibt es eine einfach bedienbare, breite Taste auf der Oberseite der Wetterstation. Der ausklappbare Standfuß gefällt uns nicht: Er ist aus billigem, brüchig wirkendem Kunststoff und hat eine scharfkantige Unterseite, mit der du dir schnell deine Möbel zerkratzen kannst.

Weniger Funktionen aber hohe Reichweite

Neben der Temperatur und Luftfeuchtigkeit für innen und außen stellt dir die Innenstation lediglich eine Quarzuhr ohne Weckfunktion zur Verfügung. Ein besonderes Gimmick der Wetterstation sei jedoch erwähnt: Anhand der gemessenen Daten liefert das Display mittels Emoji eine Einschätzung, ob die Raumluft zu trocken, zu feucht oder genau richtig ist. Gleichzeitig teilt dir die Baldr Wetterstation mit, wann es Zeit zum Lüften ist. Ein weiterer Pluspunkt des Preis-Leistungs-Siegers ist die Reichweite zwischen Außensensor und Basis.

So haben die weiteren Wetterstationen im Test abgeschnitten

Bei den übrigen sieben Testprodukten gehen die Noten in den verschiedenen Wertungskategorien teilweise weit auseinander – und zwar unabhängig vom Preis. Ausgerechnet die teuerste Wetterstation, die Technoline MA 10410, verabschiedet sich als erstes aus unserer Reichweiten-Challenge. Auch der zweitteuerste Kandidat, die TFA Dostmann, schwächelt in wichtigen Kriterien wie Funktionsumfang und Bedienkomfort, sodass günstigere Konkurrenten im Gesamtergebnis die Nase vorn haben.

Modernes Design: Die CSL Funk Wetterstation

Die CSL „Bearware WDP 302547“ Wetterstation kommt ganz in Schwarz daher und überzeugt mit modernem, klarem Design. Bunt wird es, sobald du die Snooze/Light-Taste drückst. Dann erscheinen auf der Farbanzeige auf einen Blick die wichtigsten Wetterdaten, Uhrzeit und Datum. Ein Emoji Piktogramm zeigt außerdem an, ob Raumklima und Luftqualität in Ordnung ist – zumindest bei Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad. Praktisch finden wir, dass auch der Außensensor ein Display hat. Punktabzug gibt es in Sachen Energieverbrauch: Betreibst du die Wetterstation mit dem beiliegenden Netzteil, ist die Anzeige dauerhaft beleuchtet. Eine Möglichkeit, die Helligkeit zu dimmen suchen wir vergeblich. 

Alles auf einen Blick: Die ADE WS1503

Die Wetterstation von ADE zeigt auf dem übersichtlich gestalteten Farbdisplay sofort alle wichtigen Messdaten als Piktogramme an. Beim Kriterium Funktionsumfang spielt sie im oberen Bereich mit. Abzüge gibt es bei der Benutzerfreundlichkeit: Die Snooze-Taste liegt auf der Rückseite, was die Bedienung umständlich macht. Bei den seitlich angebrachten Menütasten sieht es nicht besser aus – gut, dass du sie nur selten brauchst. Anders als bei den meisten Testkandidaten, kannst du beim „WS1503“ keine weiteren Sensoren anschließen. Auch eine Vorrichtung zur Wandmontage der Wetterstation ist nicht vorhanden. Dafür steht die Wetterstation dank des im Gehäuse integrierten Standfußes sehr stabil. Das Design der Innenstation finden wir etwas angestaubt. 

Sparsam an Funktionen: Die Bresser Temeo Trend LG Wetterstation

Die Uhrzeit springt uns beim batteriebetriebenen „Bresser Temeo Trend LG“ zuerst ins Auge. Wären da nicht die Piktogramme für Sonne und Wolken, ginge die Wetterstation auf den ersten Blick glatt als Wecker durch. Die Temeo zeigt uns die Wetteraussichten für die kommenden 12 Stunden an. Darunter folgen in kleineren Ziffern Temperatur und Luftfeuchtigkeit für drinnen und draußen. Ein Lichtschalter ist auf der Rückseite versteckt. Gleiches gilt für die übrigen Tasten, über die sich Minimum-Maximum-Werte speichern oder der Wecker einstellen lassen. In Sachen Verarbeitung macht die Wetterstation einen soliden Eindruck.

Technoline MA 10410: Aussetzer bei der Funkverbindung

Die Wetterstation „MA10410" von Technoline zeigt alle wichtigen Messergebnisse auf einen Blick. Da hast du einen guten Wetterdienst im Kleinformat. Mit ihrem weißen Gehäuse und dem zeitlosen Design fügt sie sich dezent in jede Wohnung ein. Wer von unterwegs Wetterdaten abrufen möchte, kann dies über das separat erhältliche „Gateway oder eine App tun. Leider ist in unserem Test die Verbindung zwischen Station und Außensender relativ schwach. Von der Terrasse ins angrenzende Wohnzimmer können die Wetterstationen via Außenmodul mühelos miteinander kommunizieren. Platzieren wir die Basisstation hinter einer weiteren Betonwand ist jedoch Funkstille. Weitere Außensender kannst du nicht anschließen.

Verspielt aber solide: Die Hama Funk Wetterstation

Der Testkandidat von Hama kommt mit seinen beleuchteten Plexiglas-Flanken als verspielter Wetterdienst daher. Der farbige Bildschirm zeigt die wichtigsten Daten mittels Piktogrammen auf einen Blick an. Praktisch finden wir, dass die Menütasten vorne angebracht sind, auch wenn dafür der Anzeigebereich etwas klein ausfällt. Dank kompakter Stellfläche findet die „Hama Funk Wetterstation“ selbst auf einer schmalen Bilderleiste Platz. Eine Wandmontage ist nicht vorgesehen. Was den Umfang an Funktionen angeht, rangiert der Klimamesser im Mittelfeld. Beim Außensender der Wetterstation hätten wir uns eine Anzeige gewünscht.

Für Minimalisten: Die Technoline WS 9767 Wetterstation

Uhrzeit, Datum, Temperaturanzeige für innen und außen – das war’s dann auch schon. Wem diese Daten genügen, der bekommt mit der Technoline WS 9767“ eine übersichtliche, solide verarbeitete Wetterstation. Auf messen des Luftdrucks und einen Luftfeuchtigkeitsmesser (Hygrometer) verzichtet die Wetterstation. Bei aller Sparsamkeit verfügt die Wetterstation immerhin über eine Weckfunktion. Vermisst haben wir jedoch eine Hintergrundbeleuchtung. So wird das nächtliche Suchen nach der Snooze-Taste schnell zum Blindflug.

Internetbasierte Wettervorhersage auch ohne Netzzugang: Die TFA Wetterstation Dostmann

Die Wetterstation punktet mit einer satellitengestützten 6-Tage-Wetterprognose vom Anbieter, genannt „WetterOnline“. Ein Internetanschluss ist für die Wetterbeobachtung praktischerweise nicht erforderlich. Innen- und Außentemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit innen misst die Wetterstation mittels Funkthermometer und Hygrometer ganz von selbst. Mit Vorsicht zu genießen ist die Funktion „Reisewetter“. Mit ihr kannst du dir von der Station das Wetter von bis zu fünf aus 150 Orten in Europa via Internetverbindung anzeigen lassen. Der Hersteller selbst warnt jedoch, dass dadurch der Stromverbrauch merklich ansteigt. Bei der rein batteriebetriebenen Wetterstation ist das weder für den Geldbeutel noch für die Umwelt gut. Minuspunkte gibt’s außerdem fürs altmodische Design der Innenstation mit breitem Kunststoffrahmen.

So haben wir die Wetterstationen getestet

Getestet haben wir in einer Neubauwohnung mit dreifachverglasten Fenstern und Betonwänden. Die Außenmodule haben wir in einer schattigen Ecke auf der Terrasse platziert, die Basisstationen im angrenzenden Wohnzimmer. Dort nahmen wir die Wetterstationen zunächst ohne Gebrauchsanleitung in Betrieb. Wir wollten wissen, bis zu welchem Punkt sich die Geräte selbst erklären. Nachdem im Wohnzimmer alle Testkandidaten zuverlässig ihren Dienst taten, stellten wir die Basis hinter die nächste Betonwand. Hier gab es schon den ersten Aussetzer des Wetterdienstes. Anschließend ging es ein Stockwerk höher, wo immerhin sechs der neun Wetterstationen eine Verbindung zum Außenmodul aufbauen konnten. Außerdem verglichen wir noch den Umfang der Messdaten und der übrigen Funktionen. Auch Design, Funktionalität der Tasten und Verarbeitung des Gehäuses flossen mit in die Wertung ein. Die Messgenauigkeit aller Stationen überprüften wir mit einem Referenzthermometer. Keine der Wetterstationen lag bei der Temperaturanzeige grob daneben.

Alle neun Wetterstationen wurden im Praxistest auf Qualität, Funktionalität und Handhabung geprüft

Das solltest du bei der Entscheidung für eine Wetterstation beachten

Vor dem Kauf musst du dir überlegen, welche Messwerte und eventuellen Zusatzfunktionen dir wichtig sind. Während die Mondphasen für die meisten Nutzer wenig relevant sein dürften, sind Aussagen zu Außen- und Innentemperatur sowie Luftfeuchtigkeit absolute Basics. Weitere praktische Funktionen sind Regenmesser und Windmesser. Alle wichtigen Daten sollten übersichtlich auf dem Display abgebildet werden. Wer die Wetterstation auch als Uhr einsetzten möchte, ist mit einer leicht abzulesenden Wetterstation gut beraten. Möchtest du die Basisstation an die Wand hängen oder auf die Kommode stellen? Nicht alle Geräte verfügen über eine Vorrichtung zur Wandmontage. Bleibt noch die Frage, ob Netz- oder Batteriebetrieb. Unsere vier Testgeräte mit Farbdisplay können beides, für alle anderen Kandidaten brauchst du Batterien. Mehr als ein Außenmodul ist für die Wetterbeobachtung nicht wirklich erforderlich.

Wichtige Fragen zu Wetterstationen

* Alle Preise Stand April 2019