Mit Power hämmern – Der Bohrhammer macht´s möglich

Wer für Schwerlastdübel Löcher in eine Betondecke bohren, meterweise überflüssige Fundamente entfernen oder in Steinmauern Durchlässe stemmen will, muss feststellen, dass seine Schlagbohrmaschine dabei schnell an ihre Grenzen stößt. Hier kommt es auf schiere Kraft und Ausdauer an. Und da leisten Bohrhämmer ganze Arbeit.

Aber aufgepasst: Es gibt eine Menge an Feinheiten, durch die sich die auf dem Markt verfügbaren Bohrhämmer unterscheiden.

Stemmarbeiten: Wer viel zu stemmen hat, benötigt viel Joule (Leistungseinheit für Energie) und eine entsprechende Leistungsaufnahme.
Löcher bohren: Möchtest du hingegen Löcher in Beton bohren, brauchst du einen leichten Bohrhammer, der dennoch genügend Power hat. Sonst hast du lahme Arme bevor das Tagwerk vollbracht ist.
Verschiedene Werkzeuge im Einsatz: Wenn du mit unterschiedlichen Bohrern arbeiten willst, bist du auf die Wechselmöglichkeit verschiedener Bohrfutter angewiesen.

Bohrhammer Test im Video

In diesen Kategorien haben wir getestet

Qualität: Von der Bedienungsanleitung über Gehäuse und Griffe haben wir uns zu Wechselbohrfuttern, Lautstärke und Kabeln durchgetestet. Dabei haben wir die Länge der Kabel genauso bewertet, wie deren Einführung ins Gehäuse.

Bedienkomfort und Funktionalität: Wir haben darauf geachtet, wie schwer der Bohrhammer ist und wie stark er während des Betriebs vibriert. Wichtig ist auch zu prüfen, wie schnell sich das Wechselbohrfutter austauschen oder die Drehrichtung sich verändern beziehungsweise von Hämmern auf Bohren umschalten lässt. Wir wollen außerdem wissen, wie lange es dauert ein 12 Millimeter Loch in Beton zu bohren oder entsprechend in dicke Bohlen und Pfosten. Und wie viel Mühe es macht, ein Betonfundament zu verkürzen.

Ergonomie: Hier kommt es darauf an, wie gut der Bohrhammer bei der Arbeit in der Hand liegt und ob alle Um-, An- oder Zuschalthebel schnell erreichbar und einzustellen sind. Die Lage des Zusatzgriffes und die Einstellung des Tiefenanschlages ist ebenfalls ein Kriterium.

Unser Testsieger: der Makita Bohrhammer HR2631FT13

Der „Makita Bohrhammer HR2631FT13“ ist ein leichter und effektiver Kombihammer mit hoher Bohrleistung. Er eignet sich für vielfältige Anwendungen wie Bohren, Hammerbohren und Meißeln. Egal ob in Holz, Stahl, Stein oder Beton. Das Schnellspann-Wechselbohrfutter und das SDS-Plus Bohrfutter (eine Erklärung dazu findest du im FAQ) sind schnell und einfach ausgetauscht, sodass du jederzeit flink von einem zum nächsten Einsatzbereich wechseln kannst.

Die Anti-Vibrationstechnologie absorbiert durch ein Massenausgleichsgewicht am Schlagwerk die Rückschläge. Dadurch läuft die Maschine spürbar ruhiger und Ermüdungserscheinungen werden verringert. Das sorgt dafür, dass unseren Testern auch nach einem Dauereinsatz weder Arme noch Hände durch lästige Schwingungen kribbeln.

Der Makita Bohrhammer wird mit Seitengriff, zwei Schnellwechselfuttern und vier SDS-Bohrern im stabilen Alukoffer geliefert. Nicht nur als Gimmick, sondern als nützliches Zubehör, könnte man die praktische und leuchtstarke LED-Lampe im Griff sehen, wenn dadurch nicht der Arbeitsbereich im Schatten der Hand oder des Arms läge.

Der Testsieger in der Anwendung

Unser Preissieger: Der Einhell Bohrhammer TC-RH 900 Kit

Es ist schon überraschend eindrucksvoll, was das „Einhell Bohrhammer TC-RH 900 Kit“ für unter 100 Euro (Stand: Januar 2019) in seinem schwarzen Koffer verbirgt. In den praktischen Klemmaufnahmen des Deckels ist ein 12-teiliges Bohrer- und Meißelset untergebracht, mit dem du auf der Baustelle sofort in diversen Einsatzbereichen loslegen kannst. Der Einhell Bohrhammer mit pneumatischem Schlagwerk ist ein vielseitiges Kraftpaket, das auch ambitionierten Heimwerkern bei Bau-, Renovierungs- und Stemmarbeiten rund ums Haus gute Dienste leistet.

Der Bohrhammer verfügt über drei Funktionen für den universellen Einsatz:

  • Hammerbohren
  • Bohren
  • Meißeln mit Meißelfixierung

Die SDS-plus-Aufnahme ermöglicht den schnellen, werkzeuglosen Wechsel von Bohrern und Meißeln – und entlockt dem 900 Watt starken Motor eine Schlagkraft von 3 Joule. Für hohe Arbeitssicherheit sorgt seine Überlast-Rutschkupplung, die bei plötzlichem Klemmen des Bohrers sofort auslöst.

Für eine dauerhafte und sichere Handhabung ist der Zusatzhandgriff mit einer Verdrehsicherung ausgestattet. Exakt wiederholbare Bohrtiefen gewährleistet der solide, verstellbare Bohrtiefenanschlag aus massivem Metall, dem allerdings eine metrische Skala zum exakten Einstellen fehlt. Top wäre es, wenn der Einhell Bohrhammer auch noch ein Schnellspannbohrfutter für weitere Einsatzbereiche hätte.

Der Einhell im Koffer mit Zubehör

Auch getestet: Von Scheppach bis Worx

Die anderen Bohrhämmer im Test waren ebenfalls nicht schlecht. Es gab keinen gröberen Ausfall in der Gruppe. Warum es trotzdem nicht für den Sieg gereicht hat, erfahrt ihr hier. 

Unser Extra-Power-Sieger: der Scheppach Bohrhammer DH1200MAX

Der Scheppach Bohrhammer „DH1200MAX“ ist der Kraftprotz unter unseren getesteten Bohrhämmern. Seine Schlagkraft von 9 Joule ist in dieser Klasse einzigartig. Auch der 1.050 Watt Motor trägt zu seiner Leistungsfähigkeit bei. Eigentlich kann er nur eines: Draufhämmern! Das macht er ganz bedächtig aber beständig mit 3.780 Schlägen pro Minute. Und treibt so Bohrer mit bis zu 38 Millimeter Durchmesser in den Beton. Seine Standardausstattung ist entsprechend seinem Einsatzbereich minimalistisch.

Der Scheppach Bohrhammer verfügt als einziger im Testfeld über eine SDS-max Bohrer- oder Meißel-Aufnahme und einen Schaftdurchmesser von 18 Millimetern. Dazu gehören ein Flachmeißel und ein Spitzmeißel sowie drei 16 bis 20 Millimeter Bohrer. Ebenfalls im Koffer enthalten sind ein Döschen mit Fett und eine Kunststoff-Staubschutzmanschette.

Bevor es losgehen kann, wird der Meißel oder Bohrer eingespannt, eine der drei Funktionen eingestellt und die Sechs-Kilo-Maschine zu ihrem Einsatzbereich hochgewuchtet. Ab da kann mit variabler Drehzahl und brachialer Gewalt losgehämmert werden. Rattatong, rattatong, ab ist der Balkon.

Noch ein praktisches Detail: der Scheppach Bohrhammer besitzt im Bereich der Kabeleinführung ins Gehäuse ein kleines LED-Lämpchen, welches anzeigt, ob Strom fließt oder nicht. Das ist sehr hilfreich, wenn mehrere Werkzeuge auf der Baustelle eingesetzt werden und ständig die falsche Kabeltrommel angeschlossen ist.

Der Scheppach mit Zubehör

Zweiter Sieger: der Bosch Bohrhammer GBH 2-26 F Professional

Der Bosch Bohrhammer „GBH 2-26 F Professional“ ist ein Allrounder für den täglichen Einsatz im SDS-plus Bohrhammer Segment mit zusätzlichem Schnellspannbohrfutter. Er ist ein echter „Boschhammer“ und zeigt das auch voller Stolz durch die Beschriftung an seinem Gehäuse. Mit einer Schlagenergie von 2,7 Joule liegt er im Mittelfeld der Testgeräte, sorgt aber dennoch für schnelles Bohren und eine hohe Leistung beim Meißelabtrag. Bosch bescheinigt hier Zuverlässigkeit und Robustheit mit langer Lebensdauer aufgrund hochwertiger Bauteile.

Der optionale Meißelmodus und das Schnellspannbohrfutter ermöglichen den Einsatz bei einer Vielzahl von Anwendungen. So eignet sich der Bosch Bohrhammer zum Bohren und Meißeln in Beton, Mauerwerk, Holz und Metall. Er ist kompatibel mit verschiedenen Systemzubehören zur Staubabsaugung. Außerdem verfügt der Bohrhammer, ähnlich wie die Wettbewerber, über Funktionen wie Rechts-/Links-Lauf, Überlastkupplung und eine variable Drehzahl. Alles in allem ein guter Allrounder, dem nur das knapp bemessene Zubehör und dessen Unterbringung den ersten Platz gekostet haben.

Minimalistische Ausstattung: Der DeWalt Bohrhammer D25134K

Dürftiges Zubehör und ein stolzer Preis können einem rund herum guten Gerät wie dem DeWalt Bohrhammer „D25134K“ durchaus einen besseren Platz abspenstig machen. Denn im Einsatz zeigt sich, dass er ideal für Bohrarbeiten in Beton und Mauerwerk von 4 bis 26 Millimeter ist. Drehstopp für leichte Meißelarbeiten in Mauerwerk, Stein und Beton, werkzeuglos wechselbare Werkzeugaufnahme und das 13 Millimeter Schnellspannbohrfutter sind hier positive Eigenschaften. Dazu ein abschaltbares Hammerwerk zum Bohren in Holz und Stahl. Aber damit steht er nun mal nicht allein im Starterfeld. Sicherlich, der sehr hohe Bohrfortschritt, durch das optimal abgestimmte elektropneumatische Hammerwerk ist schon ein Pfund, das der DeWalt Bohrhammer in die Waagschale werfen kann. Gut gefallen haben uns die gummierten Griffbereiche, der Zusatzhandgriff und die äußerst kompakte und robuste Bauweise. Positiv ist ebenfalls der klar ablesbare Bohrtiefenanschlag.

DeWalt Bohrhammer mit kleiner Ausstattung

Für Häuslebesitzer: Der Worx Bohrhammer WX 332

Der Worx Bohrhammer „WX 332“ arbeitet mit einem pneumatischen Bohrwerk und ist deshalb ebenfalls für anspruchsvolle Bohranwendungen geeignet. Auch er eignet sich hervorragend für das Bohren in harte Materialien wie Stein und Beton. Das 3-in-1-Gerät, also Bohrer, Bohrhammer und Meißel, ist mit einem SDS-plus Schnellspannbohrfutter ausgerüstet. Zum Lieferumfang gehören drei Bohrer und ein Flachmeißel, die locker im Karton untergebracht sind.

Der Bohrhammer liegt satt in der Hand und lässt sich ohne Umstände bedienen. Der Softgriff sorgt für hohen Komfort. Die stufenlose Drehzahleinstellung erlaubt präzises Bohren - auch in schwierigen Materialien. Der Bohrhammer besitzt einen Dauerlaufschalter für längeres Bohren oder Meißeln. Auch das geringe Gewicht von 2,7 Kilo ist da sehr hilfreich. Der Worx Bohrhammer ist damit das leichteste Modell im Test. Die maximale Bohrleistung bei Holz beträgt 30 Millimeter und bei Mauerwerk und Stahl 26 Millimeter. Damit ist der Worx Bohrhammer das richtige Gerät für jeden Häuslebesitzer für den universellen, kraftvollen Einsatz.

Worx Bohrhammer im Einsatz

So haben wir die Bohrhämmer getestet

Zunächst haben wir die Werkzeugkoffer geöffnet und auf Vollständigkeit kontrolliert. Dazu ist auch ein intensiver Blick in die Übersichtslisten der Bedienungsanleitungen notwendig. Hier gibt es die ersten Negativbewertungen, wenn wir uns durch zu viele Sprachen arbeiten müssen oder die Zeichnungen und Detailfotos durch zigfaches Kopieren kaum noch erkennbar sind. Ein Hersteller hat die Anleitung gar nicht erst in deutscher Sprache beigefügt.

Die Aufnahme von Meißeln oder Bohrern in die Spannfutter ist ein wichtiger Testpunkt. Deswegen wird hier der Einsatz und Wechsel auch jeweils 20-mal durchgeführt. Ebenso verfahren wir auch mit dem Austausch der Wechselbohrfutter. Jeder Schalter wird zudem auf seine Leichtgängigkeit überprüft.

Die Königsdisziplin ist aber der Einsatz im Arbeitsumfeld. So muss jede Maschine zehnmal ein mindestens 10 Zentimeter tiefes Loch mit einem Durchmesser von mindestens 12 Millimeter in Beton und Holz bohren. Dabei haben wir die Zeit gestoppt und geprüft, wie heiß das Gehäuse dabei wird.

Schließlich haben wir auch noch das Zubehör auf Anzahl und Unterbringungsmöglichkeit im Transportkoffer überprüft.

Welchen Bohrhammer soll ich kaufen?

Zunächst musst du dich entscheiden, ob du wirklich einen Bohrhammer brauchst oder ob nicht auch eine Schlagbohrmaschine ausreicht. Der professionelle Heimwerker wird allerdings immer behaupten, dass du beide Werkzeuge benötigst. Aber das ist ja auch eine Frage des Geldes. Womit wir schon beim Budget sind. Hier kannst du bequem zwischen 80 und 250 Euro anlegen. Leg dich fest bevor du die technische Auswahl triffst.

Wer dicke und harte Materialien bearbeiten will, benötigt natürlich auch viel Joule und Watt. Dadurch werden die Bohrhämmer entsprechend schwerer. Willst du viele große Löcher bohren, sind unter Umständen viele verschieden dicke Bohrer von Nöten. Bei einem häufigen Werkzeugwechsel hingegen, brauchst du zwei Wechselbohrfutter.

Wissenswertes zum Bohrhammer