Kabellos schrauben und bohren – Welcher Akkuschrauber ist der beste?

Aus der Vergangenheit der Akkuschrauber kennt man schlechte Bohrfutter, laute, kraftlose Motoren, sich schnell entladende Akkus und hohe Preise. Nicht so bei unseren neun Testkandidaten, die zu den beliebtesten Geräten am Markt gehören.

Alle Geräte machen im Test einen guten Job. Im direkten Vergleich werden aber Unterschiede sichtbar. Eine hochwertige Verarbeitung sagt nicht unbedingt etwas über die Leistungsfähigkeit aus. Und ein attraktiver Preis hat nicht eine schlechte Qualität zur Folge. Alle Kandidaten haben weitestgehend die Testkriterien gemeistert. Ausfälle gab es keine und darum erreichten alle Akkuschrauber im Test respektable Ergebnisse. Unsere Tabelle zeigt dir, dass es nur Nuancen sind, in denen sich die Geräte unterscheiden. Du hast die Chance, dich nach deinen individuellen Wünschen zu entscheiden und immer ein gutes bis sehr gutes Gerät zu bekommen.

Akkuschrauber Test Video

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität: Wir überprüfen bei den Gehäusen, ob sie gut verarbeitet sind und keine Kanten, Grate oder schlechte Klebestellen aufweisen. Wichtig ist es uns auch, dass das LED-Licht das Werkstück ausleuchtet und die Lautstärke den angegebenen Werten entspricht.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Wir wiegen jedes Gerät, jeden Akku und vergleichen die Werte mit den technischen Daten. Die Austauschmöglichkeit von Bits und Bohrern untersuchen wir ebenso wie den Akku-Wechsel oder die Ladezeiten. Auch Reinigungsfreundlichkeit oder Aufbewahrung sind ein Kriterium.
  • Ergonomie: Die Handgriffe checken wir auf Schwerpunkt und Griffigkeit. Die Schalter untersuchen wir auf gut erreichbare Position und Leichtgängigkeit.
  • Praktischer Einsatz: Im praktischen Einsatz versenken wir einige hundert Spanplatten-Schrauben in Holz, bohren viele Löcher in Balken und in 3 Millimeter dicke Vierkant-Stahlrohre.

Greenworks Akkuschrauber G24CD: Tolle Arbeitsleistung macht ihn zum Testsieger

Als bester Akkuschrauber zum guten Preis leistet der Akkuschrauber Greenworks G24CD hervorragende Arbeit. Das liegt vor allem an seinem äußerst kraftvollem 24-Volt-Motor, dem einzigen im Akkuschrauber Test. Er ist mit einer Leerlaufdrehzahl von bis zu 1.750 Umdrehungen pro Minute sowohl für Schraub- als auch Bohrarbeiten geeignet. Einen ausführliche Produktbericht mit allen Vor- und Nachteilen findest du im Einzeltest zum Greenworks Akkuschrauber G24CD.

Brüder Mannesmann 17645: Der Preissieger unter den Akkuschraubern

Der „Brüder Mannesmann Akkuschrauber 17645“ kommt mit einem praktischen Koffer, zwei 20-Volt-Akkus mit 1,5 Amperestunden (Ah) und einem Ladegerät zum mit Abstand günstigsten Preis. In Qualität und Bedienkomfort sowie Funktionalität liegt er nahe an der Spitzengruppe. Einzig in der Ergonomie patzt er bei den Schaltern, die recht schwergängig sind. Die praktischen Prüfungen erfüllt der kleine, mit 1,2 Kilogramm auch leichteste Akkuschrauber im Test, sehr ordentlich. Der Brüder Mannesmann Akkusschrauber 17645 ist für dich der ideale Partner zum kabellosen Bohren und Schrauben in Holz, Kunststoff, Metall oder Stein, wenn du nicht unbedingt auf den harten Einsatz Wert legst. Sein Schnellspann-Bohrfutter nimmt nur Bohrer bis maximal 10 Millimeter auf. Das Drehmoment lässt sich 18-fach einstellen und stufenlos regulieren

Die eingebaute Arbeitsleuchte trifft zwar nicht den Arbeitsbereich, bietet aber ausreichend Licht in dunklen Ecken oder Schränken. Mit den beiden 1,5-Ah-Akkus kommt der Mannesmann Akkuschrauber immerhin auf insgesamt 60 Wattstunden Akkukapazität bei einer Ladezeit von 60 Minuten.

Brüder Mannesmann 17645

Von Makita bis DeWalt – 7 weitere getestete Akkuschrauber

Die Plätze für beste Leistung und den besten Preis sind schon vergeben. Doch die anderen sieben getesteten Akkuschrauber erzielen gute Ergebnisse und können mit Extras wie einem Winkelaufsatz aufwarten. Hier kommen alle weiteren Testkandidaten.

Makita Akkuschrauber: Einer der Besten im Test

Der Makita Akkuschrauber „DDF482“ ist ein robustes, zuverlässiges Gerät, das den meisten Ansprüchen engagierter Heimwerker vollkommen genügt. Mit 1.900 Umdrehungen pro Minute erreicht er die höchste und dabei feinfühlig elektronisch regelbare Leerlauf-Drehzahl aller Akkuschrauber im Test. Weil das Interesse an Makita-Geräten sehr groß ist, haben wir dem diesem Testkandidaten einen ausführlichen Einzelbericht gewidmet. Dort kannst du nachlesen, ob der Makita Akkuschrauber DDF482 das richtige Gerät für dich ist.

DeWalt Akkuschrauber DCD771C2: Robust und universell einsetzbar

Der DeWalt Akkuschrauber „DCD771C2“ gehört zu den Top-Geräten in diesem Test. Er schneidet beim Anwendungstest genauso hervorragend ab wie der Greenworks und der Makita. Dass er nicht ganz oben auf dem Treppchen landet, liegt an so wichtigen Kleinigkeiten wie der fehlenden Ladestandanzeige. Im Übrigen bekommst du mit dem DeWalt DCD771C2 einen robusten, universell einsetzbaren Akkuschrauber zu einem guten Preis. Er ist durch sein Zweigang-Vollmetall-Getriebe mit Rechts-/Linkslauf vielseitig einsetzbar.

Uns gefallen der Drehzahl-Regelschalter mit elektronischer Motorbremse und das leichtgängige und exakte 15-stufige Drehmoment-Modul. Die leicht dosierbare Schalterelektronik unterstützt dich beim exakten Anbohren und präzisen Schrauben. Außerdem überzeugt uns der DeWalt Akkuschrauber DCD771C2 durch kompakte und leichte Bauweise sowie ergonomisch gummierte und dadurch rutschhemmende Softgriff-Bereiche.

DeWalt Akkuschrauber DCD771C2: Robust

Bosch Akkuschrauber Advanced Drill 18: Kann auch um die Ecke schrauben

Der Bosch Akkuschrauber „Advanced Drill 18“ gehört zum Spitzenfeld in der Anwendung. Sein bürstenloser kraftvoller Motor erreicht eine Leerlaufdrehzahl von 1.350 Umdrehungen pro Minute. Damit ist er hervorragend geeignet zum Schrauben und Bohren in Holz, Kunststoff und Metall. Für alle Anwendungsbereiche hast du Auswahlmodi zur Verfügung, außerdem besteht die Möglichkeit der automatischen Gangumschaltung. Der Richtungswechsel von vorwärts zu rückwärts und umgekehrt erfolgt elektronisch mit nur einem Klick. Grüne LED-Pfeile zeigen das an. Der 18-Volt-Akku erreicht 45 Wattstunden Akkukapazität und ist für das komplette Bosch Heimwerker- und Gartengerätesystem einsetzbar.

Als einziges Gerät im Akkuschrauber Test bietet der Bosch Akkuschrauber Advanced Drill 18 sogenannte QuickSnap-Winkel- und Exzenteraufsätze für Arbeiten in schwer zugänglichen Bereichen an. Mit dem Winkelaufsatz kannst du um die Ecke schrauben und bohren, mit dem Exzenteraufsatz flach unter einem Brett in die Wand. So arbeitest du mit dem Bosch in Bereichen, in denen andere Geräte aufgeben müssen. Allerdings auch zum höchsten Preis im Testfeld.

Einhell Akkuschrauber TE-CD 18 Li E: Ohne Fehl und Tadel

Gut im Testfeld spielt der Einhell Akkuschrauber „TE-CD 18 Li E“ mit. Als Allrounder leistet er sich in keiner Kategorie unseres Tests richtige Schwächen. Der Motor mit einer Leerlaufdrehzahl von 1.400 Umdrehungen pro Minute ist leistungsstark. Auch das Zwei-Gang-Getriebe funktioniert einwandfrei für kraftvolles Arbeiten. Ausgezeichnete Ergebnisse erzielst du dank der elektronischen Drehmomentvoreinstellung. Sehr gut gefallen hat uns das qualitativ hochwertige Gehäuse und der ergonomisch geformte Softgriff mit rutschhemmender Gummiauflage.

Der 2-Ah-Akku mit 36 Wattstunden Akkukapazität ist mit dem Schnellladegeräte nach 50 Minuten wieder zu 100 Prozent aufgeladen. Der Einhell Akkuschrauber TE-CD 18 Li E ist Mitglied der Power X-Change-Familie. Die Akkus mit den hochwertigen Lithium-Ionen-Akkuzellen kannst du bei allen Werkzeugen und Gartengeräten dieses Programms verwenden. In allen Einzelbewertungen liegt er immer nur knapp hinter dem Spitzenfeld.

Black+Decker Akkuschrauber ASD18H2: Cooles Design

Der Black+Decker Akkuschrauber „ASD18H2“ ist der Schönste in der Testgruppe. Das orangene Basisgehäuse mit schwarzen Gummi-Applikationen steht ihm ausgesprochen gut. Und so ist er auch verarbeitet. Damit bekommt er direkt die Top-Noten für Gehäuse und Softgriff. Er schwächelt nur etwas bei der Beurteilung der Bedienungsanleitung und der Akku-Lauf- und Ladezeit. 27 Wattstunden sind die untere Grenze aller getesteten Geräte. Und bei einer Ladezeit von 90 Minuten kannst du zwischendurch ruhig mal einen Kaffee trinken. Die geringste Leerlaufdrehzahl von 800 Umdrehungen pro Minute deutet schon an, dass der Black+Decker Akkuschrauber ASD18HS mit den meisten Wettbewerbern nicht mithalten kann. Wenn du aber ein Gerät für den sporadischen Einsatz in der Wohnung suchst, ist er dennoch eine gute Wahl. Vor allem, weil sich auch der Preis im Rahmen hält.

Schönes Schalter Design beim Black+Decker Akkuschrauber ASD18H2

Ryobi Akkuschrauber R18DD3-215S: Mit schickem Täschchen

Auch der Ryobi Akkuschrauber „R18DD3-215S“ wartet mit einer Top-Ausstattung auf. Er punktet mit 24 Drehmomentstufen, 2-Gang-Getriebe sowie 13 Millimeter Schnellspann-Bohrfutter und integrierter LED-Leuchte. Dazu bekommst du zwei 18-Volt-Lithium-Ionen-Akkus mit 1,5 Ah, was 54 Wattstunden (Wh) Energiespeicher entspricht. Das im Lieferumfang enthaltene Schnellladegerät lädt jeden Akku in 45 Minuten wieder auf. Hier wäre ein Schnelladegerät empfehlenswert.

Als sehr gut bescheinigen wir dem Ryobi Akkuschrauber sein Ergebnis beim praktischen Einsatz. Schrauben und Bohren erledigt er kraftvoll und zuverlässig. Wir meinen, er ist der ideale Partner für alle Reparaturarbeiten rund um Haus und Garten. Gut gefallen hat uns der gummierte Anti-Vibrations-Softgriff. Damit hast du komfortablen Halt und entlastest Hand und Arm. Schick ist die grüne Werkzeugtasche, die farblich zum Gerät passt. Im gleichen Farbton gibt es mehr als 35 weitere Elektrowerkzeuge und Gartengeräte, die ebenfalls zum Akku-System passen.

Hyundai Akkuschrauber CD1801LI SET: Einziger mit Vollausstattung

Der Hyundai Akkuschrauber „CD1801LI SET wird mit zwei 18-Volt-Akkus und 2 Ah und damit 72 Wattstunden Energiespeichervermögen geliefert. Allerdings benötigst du für jeden der beiden Akkus eine Ladezeit von 60 Minuten. Liest du die Unterlagen, ist das Bohren und Schrauben von Kunststoffen, Holz und Metall ohne viel Kraftaufwand möglich. In der Praxis musst du aber ein paar Abstriche machen. Gerade beim Bohren in Metall und beim Eindrehen langer Schrauben schwächelt der Hyundai Akkuschrauber etwas. Allerdings ist das Kritik auf hohem Niveau. Denn wie alle Geräte in diesem Testfeld liefert auch der Hyundai eine gute Gesamtleistung ab. Besonders erwähnenswert ist, dass du in dem kleinen handlichen Koffer neben Akkuschrauber, zwei Akkus und Ladegerät auch gleich eine Erstausstattung Bits und Bohrer vorfindest. So kannst du auf der Stelle mit deiner Arbeit beginnen.

Hyundai Akkuschrauber CD1801LI SET

So haben wir beim Akkuschrauber-Test geprüft

Der Testablauf ist aufgeteilt in fünf Hauptblöcke. Im ersten Block beschäftigen wir uns mit der Bestandsaufnahme: Was gehört zum Lieferumfang, welches sind die technischen Daten des Akkuschraubers, wie groß ist er und was wiegt er? Gibt es Sonderzubehör, was leisten die Akkus und wie groß ist der Energiespeicher? Bei der Qualitätskontrolle untersuchen wir das Gehäuse und den Griff auf etwaige Verarbeitungsmängel, checken Ladestation und Akkus und begutachten aufmerksam die Bedienungsanleitung.

Im Block Bedienkomfort und Funktionalität vergleichen wir die Daten der Bestandsaufnahme mit den tatsächlichen Werten. Wir wiegen und vermessen alle Geräte und Akkus und überprüfen die Lautstärke. Die Kontrolle der Ladezeit der Ladestandanzeige der Akkus finden in diesem Block ebenfalls statt. Auch die Funktionen der Schalter probieren wir aus.

Im Block Ergonomie werden Schwerpunkt und Griffigkeit von Gerät und Griffen geprüft. Auch die Erreichbarkeit der Schalter und deren Bedienung fallen in diese Kategorie.

Schließlich kommt die Königsdisziplin dran: der praktische Einsatz. Dabei haben wir jede Menge Schrauben unterschiedlicher Größen in Holz versenkt und viele Löcher in Holz und Stahl gebohrt.

Das solltest du vor dem Kauf deines Akkuschraubers beachten

Prinzipiell spielt der Preis bei den Akkuschraubern eine wesentliche Rolle. Denn die Unterschiede sind hier schon gewaltig. Dabei ist es noch nicht einmal gesagt, dass die preiswerten Geräte weniger leisten als die teuren. Schaut euch die erreichbaren Drehzahlen an. Niedrige Werte deuten auf kleinere, höhere auf komplexere Arbeitseinsätze hin.

Wie viel Watt und wie viel Volt sollte ein Akkuschrauber haben?

Achte bei den Akkus auf die Wattstunden. Je höher die sind, umso länger kannst du damit arbeiten. Wenn diese nicht angegeben sind, kannst du sie leicht selber ausrechen: Volt (V) mal Amperestunden (Ah) ergeben die Wattstunden (Wh). Beim Lieferumfang von zwei Akkus zählst du die Wattstunden doppelt. In unserem Akkuschrauber Test haben die Geräte zwischen 18 und 24 Volt. Die Amperestunden liegen zwischen 1,3 Ah und dem Spitzenwert von 5 Ah bei Makita. Bei den Wattstunden liegt das Feld noch weiter auseinander. Mit 27 Wh am wenigsten liefert das Gerät von Black+Decker. Der Makita Akkuschrauber führt mit 90 Wh erneut das Feld an. Möchtest du dich genauer mit dem Thema Akkus auseinandersetzen? Wir haben für dich hier die wichtigsten Infos rund um Akkus zusammengestellt.

Gutes Zubehör ist ebenfalls wichtig. Winkel- oder Exzenteraufsätze sind enorm hilfreich. Ebenso kleine Magnetaufsätze zum besseren Halt der Schrauben an schwierigen Arbeitsstellen. Auch die Aufnahmegröße der Spannfutter für Bohrer ist entscheidend. Die schwanken bei den von uns getesteten Geräten zwischen 10 und 13 Millimetern.

Einer unserer Hauptkritikpunkte sind auch bei den Akkuschraubern die Bedienungsanleitungen. Meist sind Sie durch viele Sprachen unübersichtlich und die Zeichnungen schwer zuzuordnen. Das könnt ihr im Vorfeld auf den Serviceseiten der Homepages der Hersteller überprüfen.

Wichtige Fragen rund um Akkuschrauber