Klassisch gesägt – 7 kabelgebundene Handkreissägen im Test

Eigentlich haben wir nur sechs klassische Handkreissägen mit Kabel getestet. Denn eine war eine Tauchsäge. Das ist zwar auch eine Handkreissäge, aber eine sehr spezielle. Bei allen Geräten behalten wir stets im Hinterkopf, wie die akkubetriebenen Handkreissägen abgeschnitten haben. Unser eindeutiges Resultat: Wirklich besser oder schlechter ist keine der beiden Gruppen. Persönlich ziehen wir allerdings mittlerweile Akku-Handkreissägen vor, weil wir damit flexibler sind. Denn ohne Kabel kannst du auch mal ohne Verlängerung in der Dachschräge sägen oder das Gerät mit in die Baumhaus-Baustelle nehmen. Die kabelgebundenen Kreissäge arbeiten meist mit größerem Sägeblattdurchmesser. Außerdem sind sie in der Regel deutlich günstiger als die Handkreissägen mit Akku. Eine Handkreissäge mit Netzbetrieb ist außerdem das richtige für dich, wenn du bisher kein Elektrowerkzeug mit wechselbaren Akkus besitzt und dir die Handkreissäge als einzelnes Gerät anschaffen möchtest.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Datenvergleich: Wir schauen genau auf die technischen Daten und vergleichen sie. Und prüfen sie auch nach: mit Zollstock, Waage und Schallmessgerät.
  • Qualität: Gehäuse und Griffe unterziehen wir einer genaue Prüfung. Dabei spüren wir Grate auf oder registrieren schlechte Passgenauigkeit.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Ist die Handkreissäge zu schwer? Ist die Pendelschutzhaube aus festem Metall oder Kunststoff gefertigt? Kann ich den Gehrungswinkel genau einstellen? Ist der Parallelanschlag lang genug? Das ermitteln wir unter diesem Punkt.
  • Ergonomie: Richtiger Schwerpunkt, Griffigkeit, Erreichbarkeit von Schaltern und Bedienbarkeit von Hebeln und Knöpfen testen wir hier.
  • Praktischer Einsatz: Wir nennen es die Königsdisziplin. Der Praxis-Test am Brett. Hier zeigt sich der wahre Unterschied. Der fiel allerdings in diesem Test sehr knapp aus. Das passiert, wenn man die besten Handkreissägen vergleicht.

Testsieger: Die Bosch Handkreissäge PKS55A

Die „Bosch Handkreissäge PKS55A“ gefiel uns direkt beim ersten Anfassen. Ein makelloses Gehäuse und sehr gute Griffe hinterlassen einen tollen ersten Eindruck. Auch die Grundplatte ist sehr stabil. Ebenso die Schutzhaube und die Pendelschutzhaube. Außergewöhnlich: Die abnehmbare Späne-Box mit Schieber zum Öffnen und Ausleeren. So etwas hat keine andere der Handkreissägen. Ob die Bosch Handkreissäge für dich die richtige ist, erfährst du im gesonderten Testbericht.

Die Bosch Handkreissäge ist unser Testsieger

Unser Preissieger: Die Ryobi Handkreissäge EWS1150RS

Die günstigste Handkreissäge im Test landet zwar auf dem siebten Platz. Aber die „Ryobi EWS1150RS“ ist in diesem starken Feld nicht abgeschlagen. Denn sie liegt im Gesamtergebnis noch nicht einmal einen Punkt hinter dem Testsieger. Auch die Ryobi zeichnet sich durch ein exzellentes Gehäuse und gute Griffe aus. Sie liegt nicht ganz so gut in der Hand und auch die Schalter sind nicht optimal zu erreichen. Die Vorwahl von Gehrungswinkel und Schnitttiefe sind leider schwarz in schwarz gehalten und deshalb sehr schwer zu erkennen. Vor allem bei intensiver Arbeit macht sich das bemerkbar. Da musst du die Handkreissäge zum Einstellen immer hoch nehmen. Wenn die Maschine dann läuft, beeindruckt sie mit einem Span- und Staub-Auswurf Adapter, der sich nach Wunsch in jede Richtung drehen lässt und bei Bedarf auch noch einen Absaugschlauch aufnehmen kann. Außer diesem Adapter und dem angenehm großen Parallelanschlag gibt es kein weiteres Zubehör im Lieferumfang.

Sonder-Sieger: Die Scheppach Tauchsäge PL55

Als schwerer Brocken entpuppte sich die „Scheppach Tauchsäge PL55“. Mit knapp fünf Kilo wiegt sie ein ganzes Kilo mehr als der Testsieger und eineinhalb Kilo mehr als die Handkreissägen von Black+Decker und Skil. Das muss sie aber auch, ist sie doch etwas Besonderes. Denn eine Tauchsäge ist nicht einfach nur eine Handkreissäge. Sie kann von oben direkt sauber in das Werkstück „eingetaucht“ werden. Zum Beispiel in eine Küchenarbeitsplatte, die schon eingebaut ist und die nachträglich noch eine zusätzliche Spüle bekommen soll. Und du kannst sie direkt an der Wand entlangführen um eine perfekte 16 Millimeter Schattenfuge zu sägen. Eine Schnitttiefe von 55 Millimetern ermöglicht dir Zuschnitt und Anpassungsarbeiten an den meisten Türstärken. Wie das geht, zeigen wir dir im Video. Ein wichtiges Zubehör ist im Lieferumfang die zweigeteilte Führungsschiene. Sie ermöglicht dir das parallele Eintauchen des Sägeblatts und die gleichmäßige Führung der Säge. Einziger Wermutstropfen ist das Auswechseln des Sägeblatts, weil die Scheppach Tauchsäge PL55 voll verkleidet ist. Aber mit etwas Übung bekommst du das schon hin.

Keine schlechte Handkreissäge im Test

Auch jede andere Handkreissäge im Test ist keine schlechte Wahl und für viele Einsatzzwecke geeignet. Und da sie zu keinem Akku-System gehört, kannst du sie auch als Solitär in deinen Elektro-Werkzeugbestand aufnehmen. Wenn du aufmerksam unseren Testbericht liest, wirst du schnell erkennen, welche Handkreissäge zu dir passt.

Nah am Testsieger: Die Worx Handkreissäge WX425

Nur 0,2 Punkte trennen die „Worx Handkreissäge WX425“ vom Testsieger. Und das liegt im Wesentlichen daran, dass sie keinerlei wirklich Schwächen zeigt, sieht man mal vom knappen Zubehör ab. Aber da ist sie nicht allein. Das Gehäuse ist von sehr guter Qualität. Der Schwerpunkt der Maschine ist gut austariert und der rutschhemmende Griff liegt gut in der Hand. Alle Hebel und Knöpfe sind gut erreichbar, da klemmst du dir nicht die Finger ein. Die Vorwahl von Gehrungswinkel und Schnitttiefe ist optimal zu erkennen und leicht einzustellen. Übrigens misst die Worx Handkreissäge WX425 von der Grundplatte bis zur Gehäuse-Oberkannte nur 160 Millimeter. Damit ist sie die kleinste der Testkandidaten und auch für enge Einsatzbereiche geeignet.

Knapp hinter der Spitze: Die Makita Handkreissäge HS7601

Gleich hinter der Worx reiht sich die „Makita Handkreissäge HS7601“ in das Feld ein. Hätte der Hersteller ihr eine deutschsprachige Bedienungsanleitung beigefügt, wäre sie sicherlich weiter oben gelandet. Zum Glück sind aber alle Bedienungsanleitungen im Internet als PDF in der jeweiligen Landessprache abrufbar. Ein weiterer leichter Minuspunkt ist die Einstellung der Schnitttiefe ohne Millimeter-Skala. Dass Makita das aber eigentlich kann, siehst du an der Vorwahl vom Gehrungswinkel. Der lässt sich problemlos auf’s Grad genau einstellen. Im praktischen Einsatz liegt die Makita Handkreissäge HS7601 im Spitzenfeld. Und darauf kommt es schließlich an. Mehr Infos zur Makita Handkreissäge findest du im Einzeltest.

Das Leichtgewicht Nr. 1: Die Skil Handkreissäge 5765AA

Mit 3,4 Kilogramm ist die „Skil Handkreissäge 5765AA“ eine der beiden Leichtesten im Test. Während wir mit dem Gehäuse durchaus zufrieden sind, liegt die Säge nicht so gut in der Hand. Die Griffe sind nicht isoliert oder mit einer rutschhemmenden Beschichtung versehen. Auch Schalter und Bedienhebel sind nicht einfach zu bedienen. Das ist Klagen auf hohem Niveau. Denn auch die Skil gehört zu den Spitzengeräten im Markt. Vor allem, wenn du nicht so viel Geld ausgeben möchtest. Du bekommst eine wendige Handkreissäge, die du nicht nur in der Werkstatt sondern auch gut beim Innenausbau einsetzen kannst. Bedienkomfort und Funktionalität geben keinerlei Anlass zur Beanstandung.

Das Leichtgewicht Nr. 2: Die Black+Decker Handkreissäge CS1250L

Die „Black+Decker Handkreissäge CS1250L“ gehört wie die Skil zu den Leichtgewichten. Drei Punkte gefallen uns an ihr weniger: Das sind zum einen die unbeschichteten Griffe. So etwas hat Black+Decker schon besser gezeigt. Zum anderen könnten Pendelschutzhaube und Schutzhaube bei dem Preis wertiger ausgeführt werden. Die Skala zum Einstellen der Schnitttiefe ist nicht ordentlich ausgeführt. Der Gehrungswinkel lässt sich gut einstellen. Im praktischen Einsatz zeigt die Black+Decker Handkreissäge CS1250L jedoch keinerlei Schwächen. Optimal finden wir den Laserpointer. Mit ihm kannst du deiner angezeichneten Linie schon weit vor dem Sägeblatt folgen. Das bietet kein anderes Gerät in unserem Handkreissägen Test.

So haben wir getestet?

Der Testablauf ist in fünf Blöcke aufgeteilt. Im ersten machen wir eine Bestandsaufnahme: Wie sieht es mit dem Lieferumfang aus, welche technischen Daten der Handkreissägen müssen wir vergleichen, wie groß ist welche Säge und was wiegt sie? Wir erfassen auch, welches Sonderzubehör dabeiliegt.  Bei der Qualitätskontrolle untersuchen wir Gehäuse und den Griff auf etwaige Verarbeitungsmängel, begutachten aufmerksam die Bedienungsanleitung und checken Schalter, Knöpfe und Hebel. Auch das Zubehör untersuchen wir.

Im Block Bedienkomfort und Funktionalität vergleichen wir die Daten der Bestandsaufnahme mit den tatsächlichen Werten. Wir wiegen und vermessen alle Geräte und überprüfen die Lautstärke. Auch die Funktionen der Schalter probieren wir aus.

Im Block Ergonomie werden Schwerpunkt und Griffigkeit von Gerät und Griffen geprüft. Auch die Erreichbarkeit der Schalter und deren Bedienung fallen in diese Kategorie.

Schließlich unsere Königsdisziplin: der praktische Einsatz. Dabei schneiden wir viel Holz klein und kürzen sogar Türen. Zu diesem Zweck haben wir diesmal unter der Anleitung eines Fenster- und Türen-Fachhandwerkers getestet.

Der Anwender-Tipp

Wenn du dir eine Handkreissäge kaufen willst, stehst du erst einmal vor der Entscheidung: Nehme ich eine mit oder eine ohne Akku? Grundsätzlich leisten beide Säge-Arten das gleiche: sie sägen. Und das tun die von uns getesteten Geräte ausnahmslos gut, wie du auch in unserem Test der Akku-Handkreissägen sehen kannst. Die Entscheidung scheint zunächst beim Blick auf die Preise einfach zu sein: Akku-Handkreissägen kosten das Zwei- bis Dreifache. Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn in diesem Preis sind Akku und Ladegerät enthalten. Der Preis relativiert sich, wenn du mit dem Akku noch mit einer Vielzahl anderer Geräte des gleichen Systems arbeiten kannst, unabhängig von Kabel und Stromanschluss.

Kabelgebundene Handkreissägen sind systemunabhängig. Dafür musst du allerdings außerhalb deiner Werkstatt ein Verlängerungskabel oder sogar eine Kabeltrommel mit dir herumschleppen. Schlussendlich musst du für dich entscheiden, wie du arbeiten willst: mit oder ohne Kabel. Unsere Tests zeigen dir: Beide Handkreissägen-Arten sind gleich gut beim Sägen. Wenn es dir also nur ums Sägen geht, kannst du mit beiden nichts verkehrt machen.

Eine Tauchsäge brauchst du, wenn du viele Türen kürzt oder Platten mit geradem Schnitt an langen Kanten sägen willst. Da lohnt sich die Anschaffung und du solltest nicht darauf verzichten.

Schließlich empfehlen wir dir, dass du von vorneherein eine Handkreissäge mit vernünftiger Sägestaub- und –späne-Entsorgung anschaffen solltest. Etwa so wie die Bosch Staubbox oder zumindest ein Gerät mit Adapter für den Schlauchanschluss des Staubsaugers.

Wichtige Fragen zur Handkreissäge