Das richtige Gerät zum Schleifen – wir testen 7 Geräte

Einen Schwingschleifer benötigst du, wenn es darum geht, größere Flächen schnell und reibungslos zu bearbeiten. Vor allem beim Fein- und Endschliff sowie bei der Farbentfernung ist er erste Wahl.

Dass man beim Schleifen vieles falsch machen kann, hat wohl jeder schon einmal erlebt. Damit du zukünftig mit Spaß arbeiten kannst und dafür das richtige Gerät hast, haben wir sieben beliebte Schwingschleifer ausgewählt und einem umfangreichen Test unterzogen. Zu den grundlegenden Regeln, die für einen sicheren Arbeitsablauf beim Schleifen sorgen, gehört es, dass du unbedingt darauf achtest, nur Werkzeuge für die dafür vorgesehenen Einsatzbereiche und nur mit den dafür vorgesehenen Schleifmitteln benutzt.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Technische Vergleichsmerkmale: Wir nehmen alle relevanten Produktdaten auf und stellen sie akribisch einander gegenüber.
  • Ausstattung und Zubehör: Wir vergleichen den Koffer, das beigefügte Schleifpapier oder die Möglichkeit der Drehzahlvorwahl.
  • Qualität: Von der Bedienungsanleitung über Gehäuse und Griffe bis zur Lautstärke überprüfen wir viele Detailpunkte unter qualitativen Gesichtspunkten.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Das Gewicht der Maschine, der Umgang mit Staubbox oder Papierklemmhebel und die Vibrationen an den Griffen sind für uns ein wichtiges Kriterium.
  • Ergonomie: Hier untersuchen wir die Handgriffe nach Schwerpunkt und Handlingeigenschaften und wie wir Schalter erreichen und bedienen können.
  • Praktischer Einsatz: Hier geht es an die eigentliche Arbeit. Und dafür schleifen wir natürlich einige Bretter.

Alle getesteten Schwingschleifer in der Übersicht

Testsieger: Der Makita BO3711J ist der beste Schwingschleifer

Unser Sieger im Schwingschleifer Test ist aufgrund seiner hervorragenden Leistung und Qualität der „Makita BO3711J“. Es leistet sich die wenigsten Schwächen und punktet vor allem beim Arbeitseinsatz. Allerdings ist der BO3711 auch das teuerste Gerät im Testfeld. Warum sich diese Anschaffung lohnt, liest du im ausführlichen Bericht zum besten Schwingschleifer im Test.

Zweiter-Sieger: Der Bosch PSS 250 AE

Ein sehr gutes Gerät zum akzeptablen Preis bekommst du mit dem Bosch Schwingschleifer „PSS 250 AE“. Er brilliert neben der sehr guten Arbeitsleistung im Schwingschleifer Test mit einer außergewöhnlichen Staubbox, die sich mit einem Griff gegen einen Staubsauger-Anschluss auswechseln lässt. Ausführliche Informationen gibt es im Testbericht zum Bosch PSS 250 AE.

Preissieger: Der Einhell Schwingschleifer TC-OS 1520

Preiswert muss nicht schlecht sein. Das zeigt uns der Einhell Schwingschleifer „TC-OS 1520“. Mit ihm bekommst du zwar kein Profigerät für harte Dauereinsätze, aber doch einen zuverlässigen Schwingschleifer für die kurzen Arbeiten an kleinen Flächen. Er ist das richtige Gerät, wenn du zum Beispiel den Gartentisch von der alten Farbe befreien möchtest.

Gehäuse und Griffe sind gut verarbeitet, es rutscht nichts. Mit 1,5 Kilogramm hat der Einhell Schwingschleifer ein angenehmes Gewicht. Das Gerät ist sowohl für Schleifpapier mit als auch ohne Kletthaftung geeignet. Im letzteren Fall geht allerdings die Auswechslung des Schleifpapiers mit dem Klemmhebel nicht gerade leicht von der Hand. Du solltest deshalb bei diesem Gerät möglichst selbsthaftendes Schleifpapier verwenden, auch wenn es teurer ist. Bei diesem Gerät fehlen Drehzahl-Vorwahl und Staubbox. Dafür hat der Einhell Schwingschleifer aber auch einen äußerst günstigen Preis.

Der Staubsaugeranschluss des Einhell Schwingschleifers TC-OS 1520

Die anderen vier Kandidaten im Schwingschleifer Test

Wirklich schlecht war keiner der Schwingschleifer im Test. Gravierende Ausfälle bei Leistung und Qualität hatten wir keinen einzigen zu verzeichnen. Wenn du dir unsere Tabelle anschaust wirst du sehen, dass zwischen dem ersten und dem siebten Platz im Vergleich nur eine geringe Differenz liegt.

Dritter Platz: Der Black&Decker KA320EKA

Den dritten Platz im Schwingschleifer Test belegt der Black &Decker „KA320EKA“. Wenn du dich für ihn entscheidest, bekommst du ein sehr gutes Gerät zum akzeptablen Preis. Das Gehäuse und die Griffe sind qualitativ gut, Schwerpunkt und Griffigkeit sind es ebenso. Er gehört mit 1,3 Kilogramm zu den leichteren Geräten im Testfeld.

Der An- und Ausschalter und das Drehzahl-Vorwahlrad sind gut erreichbar. Der Staubbeutel lässt auch feinen Staub nicht durch. Du kannst ihn sehr einfach entnehmen und leeren. Leider kannst du beim Black&Decker Schwingschleifer keinen Staubsauger anschließen. Die Auswechslung des Papiers auf der Schleifplatte funktioniert sehr gut, entweder einfach per Kletthaftung oder per Klemmvorrichtung. Der Klemmhebel lässt sich tadellos lösen und auch wieder feststellen. Der Black&Decker „KA320EKA“ kannst du gut im kleinen Koffer aufbewahren.

Gesamtansicht des Black&Decker KA320EKA

Schwer gut: Der Worx Schwingschleifer WX642

Der „Worx WX642“ ist das schwerste Gerät in unserem Schwingschleifer Test. Das muss aber kein Nachteil sein, da das Gerät satt auf einer zu bearbeitenden Platte aufliegt. Bei schmaleren Werkstücken und in Seitenlage spürst du dann beim Arbeiten aber nach einiger Zeit doch das Gewicht. Qualitativ hochwertig sind Gehäuse und Handgriffe. Die Position des vorderen Handgriffs ist allerdings etwas unglücklich vor der oberen Handauflage platziert.

Der Worx Schwingschleifer hat eine sehr stabile Metall-Schleifplatte mit einer guten Schleifpapier-Kletthaftung. Der Klemmhebel für längeres Schleifpapier ist etwas hakelig. Als beigefügtes Zubehör gibt es eine Lochungsplatte. Damit kannst du preiswerte, selbst zugeschnittene Schleifpapierbögen für die Absaugung lochen. Die tolle Staubfangbox arbeitet mit einer sogenannten Zyklontechnologie. Deshalb ist kein gesonderter Beutel erforderlich. Durch eine kleine Extra-Klappe kannst du die Box schnell zwischendurch entleeren. Ein Staubsaugeranschluss ist über optionales Zubehör möglich.

Der Worx Schwingschleifer WX642

Leicht und gut: Der Skil Schwingsschleifer 7347 AA

Wenn du keine Riesenflächen am Stück schleifen willst und häufig auch mal senkrechte Flächen wie Geländer von Farbe befreien willst, dann kommt dir der „Skil 7347 AA“ gerade recht. Er ist mit 1,1 Kilogramm der Leichteste in unserem Schwingschleifer Test. Er weist aber hohe Vibrationen in den technischen Daten aus. Die sind uns aber während des Tests nicht unangenehm an der Hand aufgefallen.

Ein fummeliger Papierklemmhebel trübt das positive Gesamtbild etwas. Dafür haftet Schleifpapier mit Klettrückseite ausgesprochen gut. Vorteilhaft ist der Staubsauger-Anschluss und auch der Staubbeutel lässt sich gut bedienen. Außer etwas Schleifpapier findest du kein weiteres Zubehör im Karton. Auch eine Drehzahl-Vorwahl fehlt dem Skil Schwingschleifer 7347 AA.

Die Schleifplatte mit guter Klettrückseite

Selten-Schleifer: Der Ryobi Schwingschleifer RSS200-G

Ideal geeignet für Fein- und Endschliffe sowie zur Farbentfernung bei nicht so häufigem Einsatz ist der „Ryobi RSS200-G“. Er hat ein tadelloses Gehäuse und Griffe mit Softgrip-Auflage. Vibrationen sind spürbar, aber nicht unangenehm. Der An- und Ausschalter ist gut erreichbar. Eine Drehzahl-Vorwahl hat der Ryobi nicht. Die Klemmhebel für das Schleifpapier haben zwar große Fingertasten. Die sind aber sehr schwergängig. Dafür glänzt der Ryobi RSS200G Schwingschleifer mit guter Kletthaftung. Die Staubfangbox ist vom Systemgedanken richtig gut. Sie sitzt aber leider so fest, dass wir sie sehr schwer entnehmen konnten. Einen echten Staubsauger-Anschluss gibt es bei diesem Gerät nicht.

Ryobi Schwingschleifer RSS200-G

Wie haben wir getestet?

Für die technischen Vergleichsmerkmale nehmen wir die technischen Daten aller Geräte auf und vergleichen sie mit selbst erhobenen Daten. Besonders Abmessungen, Gewicht und Geräuschentwicklung stehen hier im Fokus. Ausstattung und Zubehör sind einfach zu ermitteln. Was nicht dabei ist, gilt als nicht vorhanden und was dabei ist, bewerten wir.

Gehäuse und Griffe prüfen wir von der Materialqualität bis zur Verarbeitung. Überstehende Ecken und Kanten geben Minuspunkte. Lose sitzende Gummi-Auflagen für den Soft-Grip ebenso. Auch bei der Lautstärke verlassen wir uns nicht auf die vom Hersteller angegebenen Daten, sondern messen selber nach. Außerdem beurteilen wir die Geräuschbelästigung auch subjektivDas Wiegen eines Gerätes gehört bei uns zur Standardprüfung. Ebenso das Nachmessen von Länge, Breite und Höhe. Selbst die Länge des Anschlusskabels überprüfen wir.

Am Ende der theoretischen Prüfungen gibt es dann den praktischen Einsatz. Dabei muss jedes Gerät zeigen, ob es in der Lage ist, ordentliche Schleifarbeit zu verrichten.

Darauf solltest du bei Kauf achten

Natürlich solltest du bei deiner Wahl zunächst darauf achten, dass Qualität und Preis im für dich richtigen Verhältnis stehen. Unser Testsieger BO3711 von Makita gewinnt bei der Leistung den ersten Platz, ist aber kein Schnäppchen. Möchtest du vor allem sparen, ist unser Preissieger von Einhell das richtige für dich. Bei diesem musst du aber auf Extras wie die Drehzahl-Vorwahl und eine Staubbox verzichten. Ein ausgewogenes Preisleistungsverhältnis hat der zweite Platz Bosch PSS 250 AE.

Die Leistungsaufnahme des Motors und die Schwingungen pro Minute solltest du bei der Entscheidung mit einbeziehen. Achte auf den Schwingkreis, der 2 Millimeter betragen sollte. Alle getesteten Geräte bis auf der Worx Schwingschleifer haben einen solch großen Schwingkreis.

Das Gewicht spielt für den intensiven Arbeitseinsatz ebenso eine wichtige Rolle wie der Vibrationsemissionswert. Den geringsten Vibrationsemissionswert weist der Testsieger von Makita auf. Auch den Schallleistungspegel solltest du vor dem Kauf beachten. Wir haben die von den Herstellern angegebenen Dezibel-Angaben überprüft. Auch in dieser Kategorie glänzt wieder Makita.

Viele der getesteten Schwingschleifer haben Probleme mit den Klemmhebeln der Schleifpapierbefestigung. Achte unbedingt auf große und leicht zugängliche Fingergriffe. Alternativ kannst du auf Kletthaftung zu setzen, doch das kann auf Dauer teuer werden. Preiswerte Schleifbögen oder Schleifpapier von der Rolle solltest du mit einer Lochungsplatte für die Staubabsaugöffnungen vorbereiten. Diese Platte haben aber nur zwei unserer Testkandidaten dabei, nämlich Worx und Makita. Und das häufig beigefügte Schleifpapier ist zwar nett gemeint, reicht aber gerade mal für einen ersten Selbsttest

Was du über Schwingschleifer wissen musst