Amboss-Scheren eignen sich sehr gut für hartes Holz, da sie robuster sind als Bypass-Modelle. Das keilförmig geschliffene Messer dringt leichter in das Material ein und wird durch den Amboss gut gestützt. Dadurch wird die Kraft auf das Schneidgut übertragen. Außerdem verkanten die Scheren nicht so leicht, quetschen die Triebe aber stärker. In unserem Gartenscheren Test haben wir unterschiedliche Amboss-Modelle zwischen 10 und 50 Euro (Stand Juli 2019) für dich getestet. Parallel dazu haben wir auch Bypass-Gartenscheren für dich auf Herz und Nieren geprüft.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität: Wie sind die Amboss-Scheren verarbeitet? Sind Klingen und Griffe robust konstruiert?
     
  • Bedienkomfort: Verfügt der Gartenhelfer über austauschbare Klingen? Ist eine "unverlierbare" Feder verbaut? Lässt sich vielleicht die Schnittweite regulieren?
     
  • Ergonomie: Liegt die Gartenschere gut in der Hand? Verfügt die Schere über Puffer, die Erschütterungen auffangen?

Bei einer Bypass-Schere gleiten die Klingen aneinander vorbei. Bei der Amboss-Gartenschere (rechts im Bild) trennt eine keilförmige Klinge das Schnittgut und trifft dann auf einen geraden Amboss

Unser Testsieger: Amboss-Gartenschere Löwe 5.127

And the winner is: Die „Löwe 5.127“ Gartenschere. Im Test überzeugt das Modell mit ihren schlanken, kurzen Klingen. Äste bis 16 Millimeter Durchmesser sind kein Problem. Der Hersteller selbst bezeichnet die Amboss-Gartenschere als die kleinste Profi-Amboss-Schere der Welt. Du kannst sie sowohl als Links- als auch Rechtshänder benutzen. Mit einem Gewicht von 180 Gramm liegt sie leicht in der Hand. Die Schnittweite lässt sich verstellen, ein zusätzlicher Sicherheitsriegel sorgt für die nötige Sicherheit nach getaner Arbeit. Preislich liegt die Gartenschere bei 28 Euro (Stand Juli 2019). Im Test sahnt die Löwe 5.127 satte 9,5 Punkte ab.

Der Preis-Leistungs-Sieger: Wolf Garten RS 2500

Auch die Wolf-Garten RS 2500" staubt ab. Die einfache Bedienung sowie der Preis von nur 15 Euro (Stand Juli 2019) macht sie zu unserem Preis-Leistungs-Sieger. Die Schere ist mit einer „unverlierbaren“ Feder ausgestattet. Um die Schere zu verwenden, ist es egal, ob du Links- oder Rechtshänder bist. Wir erreichen im Test sehr gute Schnittergebnissen bei Ästen mit einem Durchmesser von bis zu 25 Millimeter. Das liegt auch an der antihaftbeschichteten Klinge und dem Kraftamboss. Alle Teile der RS 2500 lassen sich austauschen. In unserem Gartenscheren Test erhält das Modell von Wolf Garten eine Gesamtbewertung von 8,7 Punkten.

ÜbersichtVor- und Nachteile einer Amboss-Gartenschere

Amboss-Gartenschere in Aktion.
Amboss-Gartenschere in Aktion.

+ geeignet insbesondere für totes und hartes Holz

+ für dicke Äste bis etwa 25 Millimeter 

+ kein allzu hoher Kraftaufwand beim Schneiden erforderlich

- quetscht Äste, dadurch dauert der Heilungsprozess bei Schnittwunden am Gehölz länger

- das Schnittbild ist eher grob. Vorsicht bei empfindlichen Pflanzen

Wie der Gärtner, so der Garten: Weitere Amboss-Scheren im Test

Wer aufgepasst hat, weiß: Neben dem Testsieger und der günstigen Alternative mit „unverlierbarer“ Feder haben wir weitere 10 Gartenscheren getestet. Hier erfährst du, wie sie abgeschnitten haben.

Clever kombiniert: Löwe 8.107

Warum sich entscheiden, wenn auch beides geht? Die Gartenschere Löwe 8.107 hat eine Amboss-Technik mit spezieller Bypass-Geometrie. Durch den ziehenden Schnitt gegen die feste Unterlage kann auch hartes Holz bis 24 Millimeter geschnitten werden. Schwer zugängliche Äste sind durch die schlanke Bauweise und die gebogene Klinge gut zu erreichen. Die Griffweite lässt sich stufenlos verstellen. Den Falltest hat die Löwe 8.107 gut überstanden. Der Preis von 40 Euro (Stand Juli 2019) ist für eine Gartenschere zwar sportlich, uns überzeugt die Schere im Test allerdings mit ausgezeichneter Leistung. Wir vergeben 9,1 Punkte.

Leider nur für Rechtshänder: Fiskars PowerGear PX93

Ohne mit dem Amboss zu zucken, durchtrennt die Gartenschere „Fiskars PowerGear PX93" Zweige und Äste mit einem Durchmesser von bis zu 26 Millimeter. Durch den patentierten Rollgriff wird dein natürlicher Bewegungsablauf unterstützt – vor allem bei mittelgroßen und großen Händen. Die antihaftbeschichteten Klingen aus hochwertigem Stahl lassen sich zudem leicht austauschen. Der Verschluss ist sicher konstruiert und kann mit einer Hand bedient werden. Nicht nur die Gesamtnote von 8,7 Punkten lässt sich sehen. Auch der Preis von knapp 25 Euro (Stand Juli 2019) geht in Ordnung.

Eine Amboss-Gartenschere eignet sich insbesondere für hartes, trockenes Holz

25 Jahre Garantie: Gardena A/M

Hohe Qualität und 25 Jahre Garantie! Durch weiche Einlagen liegen die Griffe der "Gardena A/M“ super in der Hand. Rechts- und Linkshänder können mit der Amboss-Schere Äste mit einem Durchmesser von bis zu 23 Millimeter schneiden. Der Einhand-Verschluss bietet Sicherheit, auch bei unserem Falltest springt er nicht auf. Wir vergeben 8,2 Punkte mit Sternchen. Bei einem Preis von 17 Euro (Stand Juli 2019) ist die Gardena beinahe schon ein Schnäppchen!

Für Menschen mit kleinen Händen: Berger 1902

Hartes, totes und stark harzendes Holz mit bis zu 16 Millimeter Durchmesser – für die Berger 1902 kein Ding. Du kannst das Modell in mehreren Ausführungen kaufen, sodass auch Menschen mit kleineren Händen eine passende Größe finden. Allerdings ist die Amboss-Schere nur für Rechtshänder geeignet. Laut Zertifikat ist das Modell auch im Forstbereich und in der Landwirtschaft gedacht. Kostenpunkt der Gartenschere liegt bei 36 Euro (Stand Juli 2019). In unserem Test schneidet sie mit einem Gesamtergebnis von 8,2 Punkten ab. 

Vielseitig einsetzbar: Felco Nr. 32

Die „Felco Nr. 32“ ist für Rechtshänder als Baum-, Reb-, oder Gartenschere einsetzbar. Der Unterschied zu ihren Mitstreitern: Das Modell hat als einziges einen gebogenen Amboss aus Messing. Dadurch kannst du bis zu 25 Millimeter dicke Zweige fixieren und mit der Klinge aus gehärtetem Strahl durchtrennen. Die Amboss-Schere liegt gut in der Hand, alle Teile sind austauschbar. Mit einem Preis von rund 50 Euro (Stand Juli 2019) gehört sie zu den teureren Testmodellen. Wir bewerten die Arbeitsleistung der Felco mit 8,2 Punkten.

Originell: Grüntek Kakadu

Die Grüntek Kakadu unterscheidet sich nicht nur optisch von den Testkonkurrenten, sie ist zudem eine wirkliche Überraschung. Denn das Modell verfügt über eine Ratsche, die du ein- und ausschalten kannst. Damit kannst du Äste zwischen 5 bis 24 Millimeter effizienter schneiden. Einzigartig in unserem Gartenscheren Test ist auch der integrierte Ölschwamm, mit dem die Schneide direkt während und nach dem Einsatz gepflegt wird. Linkshänder können aufatmen: Auch für euch ist die Grüntek Kakadu geeignet. Sie kostet 15 Euro (Stand Juli 2019) und erreicht eine Gesamtwertung von 8,2 Punkten.

Gute Qualität: Bahco P138-22-F

Die Griffe der Bahco P138-22-F sind aus gestanztem Pressstahl. Die scharfe Klinge schneidet selbst abgelagertes hartes Holz. Wir sind ganz begeistert von dem einfachen Zentrier-Verriegelungsmechanismus. Durch ihn wird eine sichere Aufbewahrung garantiert. Pluspunkt: Selbst wenn die Schere einmal herunterfällt löst sich die Verriegelung nicht. Die Amboss-Gartenschere ist für Links- und Rechtshänder geeignet und kostet 32 Euro (Stand Juli 2019). Nach unserem Test hat die Bahco 7,9 Punkte auf dem Konto.

Geringer Kraftaufwand: myGardenlust Amboss-Gartenschere

Trotz des geringen Preises von nur 10 Euro (Stand Juli 2019), ist die Amboss-Gartenschere von myGardenlust einwandfrei verarbeitet. Äste bis zu 18 Millimeter Durchmesser sind keine Herausforderung für die myGardenlust Schere – und das mit nur relativ geringem Kraftaufwand. Der Falltest wurde einwandfrei überstanden. Mit nur 170 Gramm ist sie in unserem Amboss-Scheren Test die leichteste. Im Test erreicht der Gartenhelfer insgesamt 6,9 Punkte.

Im Test verliert die Grüntek mehrmals ihre Feder

Wirklich preiswert: Grüntek Osprey

Die aus japanischem SK5 Stahl gefertigte Klinge der Grüntek Osprey meistert in unserem Gartenscheren Test die vom Hersteller angegebene Aststärke von 20 Millimeter gut. Weniger gut: Die Feder fällt oft heraus, da sich die Dämpfernoppen, die sie halten sollen, aus ihrer Fixierung lösen. Die Sicherung hingegen hält super. Auch den Falltest hat die Grüntek Osprey ohne weiteres überstanden. Das Modell „Osprey“ ist allerdings nur für Rechtshänder. Von uns gibt es 6,6 Punkte. Dafür kostet die Amboss-Schere nur 10 Euro (Stand Juli 2019).

Kaum Probleme: Connex FLOR70355

Mit der Connex FLOR70355 kannst du trockene Zweige und Äste bis 20 Millimeter Durchmesser schneiden. Die Klinge ist aus Karbonstahl und verfügt über eine Antihaftbeschichtung. Egal ob Rechts- oder Linkshänder: Die Schere liegt rutschfest und sicher in der Hand. Uns gefällt nicht so gut, dass sich die Amboss-Schere nach dem Fall-Test nur mühevoll wieder schließen lässt. Preislich liegt die Gartenschere im Mittelfeld bei 18 Euro (Stand Juli 2019). Im Test erreicht sie 6,3 Punkte.

So haben wir die Amboss-Gartenscheren getestet

Gleich zu Beginn unseres Gartenscheren Tests haben wir uns einen Eindruck von Material und Verarbeitung der einzelnen Ambos-Gartenscheren verschafft. Unterstützt wurden wir dabei von einer Gruppe erfahrener Hobby-Gärtner. Mit den 12 Amboss-Gartenscheren haben wir bereits abgeschnittene Äste als auch Äste direkt vom Gehölz abgeschnitten. Die Scheren mussten dabei mit maximal 25 Zentimeter dicken Ästen zurechtkommen. Im Fall-Test haben wir die Scheren jeweils an der Spitze gehalten und aus etwa Hüfthöhe mit dem Griff nach unten auf den Boden fallen lassen. Bei einem solchen Fall darf sich die Schere nicht öffnen und auch nicht nennenswert aufspringen.  

Mit Schmackes! Im Test haben wir alles gegeben, um herauszufinden, welche Amboss-Gartenschere am besten in der Hand liegt und am effizientesten schneidet

Das musst du beim Kauf einer Gartenschere beachten

Je nachdem, welche Pflegearbeiten im Garten anstehen, solltest du dich für eine entsprechende Gartenschere entscheiden. Hartes Holz wird mit Amboss-Scheren geschnitten. Bei diesen Modellen trifft eine scharfe Klinge auf einen massiven Metall-Amboss. Für frisches Holz verwendest du lieber eine Bypass-Gartenschere, bei der die beiden Klingen wie bei einer Papierschere aneinander vorbei gleiten. Letztere haben wir ebenfalls für dich getestet

Eines haben beide Scheren-Typen gemein: Gartenscheren müssen gut in der Hand liegen, sonst wird die Arbeit auf Dauer zur Qual. Zweikomponenten-Griffe geben dir einen sicheren und angenehmen Halt. Du solltest zudem darauf achten, dass die Feder deiner Gartenschere „unverlierbar“ eingesetzt ist. Optimal ist es, wenn die Feder so ins Gehäuse eingearbeitet ist, dass sie nicht so schnell verschmutzt.

Bei großen Händen eignen sich Gartenscheren mit einer breiten Auflage des oberen Griffs gut. Falls du dich schon einmal über die abgewinkelten Schneidköpfe mancher Scheren gewundert haben solltest: diese Form verhindert ein Überstrecken der arbeitenden Hand während des Schneidens. 

Häufig gestellte Fragen

Co-Autor: Manfred Eckermeier