Von handlich-leicht bis zum kräftigen Schwergewicht: Welche Astschere ist die beste?

Wer seine Bäume und Sträucher stutzen will, benötigt eine gute Astschere. Typisches Merkmal: Anders als kleine Gartenscheren, die man einhändig bedient, packst du bei der Astschere mit beiden Händen zu. Dadurch hast du dank der langen Holme eine wesentlich größere Hebelwirkung. Manche Modelle verfügen sogar über ein extra Getriebe, das die Kraftübertragung von den Holmen auf die Klingen nochmals verbessert. Eine solche Schere kann durchaus Äste mit einem Durchmesser von über 40 Millimeter kappen. Manche Hersteller der von uns getesteten Astscheren versprechen sogar noch größere Astdurchmesser von bis zu 57 Millimeter. Im Test zeigt sich aber, dass die Angaben zu maximalen Durchmessern bei manchen Herstellern mit Vorsicht zu genießen sind. Zwar konnten die Klingen den versprochenen Durchmesser umgreifen und den Ast „in die Zange“ nehmen. Durch den sehr weiten Öffnungswinkel der Holme ist es dann sehr schwer, den nötigen Druck auszuüben, um Äste zu durchtrennen.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität und Verarbeitung: Aus welchen Materialien ist die Astschere hergestellt und wie ist sie verarbeitet?
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Wie gut ist die Hebelwirkung, wie sieht das Schnittergebnis aus und wird die versprochene Astdicke bewältigt?
  • Ergonomie: Wie handlich sind die Griffe, welches Gewicht hat die Astschere und gibt es Sicherheitsrisiken beim praktischen Einsatz?

Astschere Test Video

Unser Testsieger: Die Fiskars L78 PowerGear II

Die "L78 PowerGear II" Astschere von Fiskars überzeugt mit hervorragenden Schnitteigenschaften, die Klingen gleiten durch das Platanenholz „wie durch Butter“. Sie ist angenehm leicht, kompakt gebaut und überzeugt  mit ihrem schicken Design. Mehr zu dieser Astschere erfährst du in unserem L78 PowerGear II Einzeltest.

Der Preis-Leistungs-Sieger: Gardena EasyCut 680 B

Gute Schnittleistung zum kleinen Preis ermöglicht die "EasyCut 680 B" Astschere von Gardena. Sie liegt sehr gut in der Hand und ermöglicht dank wirksamem Rückschlagpuffer ein ermüdungsfreies Arbeiten. Wie diese Astschere im Detail abgeschnitten hat, erfährst du in unserem Gardena Einzeltest.

Ausstattungssieger: Wolf-Garten RR 900 T Premium

Zum Ausstattungssieger küren wir das Modell von Wolf-Garten. Als Bypass-Schere mit Getriebemechanismus und Teleskop-Armen ist sie etwas schwerer als die beiden anderen Sieger. Sie hat uns aber dennoch mit sauberem Schnitt, guter Kraftübertragung und solider Verarbeitung überzeugt. Details findest du im RR 900 T Premium-Einzeltest.

Diese 10 Astscheren haben wir eingehend getestet 

Diese Astscheren haben wir ebenfalls getestet

Grundsätzlich sind alle getesteten Scheren praxistauglich. Wer nur wenige Sträucher oder Bäume in seinem Garten stehen hat, kommt auch mit einem preiswerten Modell ganz gut zurecht. Für größere Gärten mit vielen Bäumen und Sträuchern lohnt aber in jedem Fall die Anschaffung eines hochwertigeren Geräts

Arbeiten wie die Profis mit der Felco 220

Der Hersteller Felco ist unter Profigärtnern bekannt als Anbieter hochwertiger und guter Schneidwerkzeuge. Besonders erfreulich finden wir die ausführliche Produktinfo zur Astschere Felco 220. Inklusive grafischer Darstellung, wie du die Schere bei Bedarf in sämtliche Einzelteile zerlegst, um sie zu reinigen oder Einzelteile auszutauschen. Alle Bauteile der Astschere sind beim Hersteller einzeln nachbestellbar. Sehr treffend finden wir auch diesen ehrlichen Hinweis in der Bedienungsanleitung: „Die Angabe der Schneidkapazität ist eine Empfehlung, sie hängt ab von der Kraft des Benutzers und des zu schneidenden Holzes“.

So eine klare Ansage hätten wir uns auch von manch anderem Hersteller gewünscht. Die Getriebe-Astschere von Felco ist 80 Zentimeter lang. Sie ist auf einen maximalen Durchmesser von 40 Millimeter ausgelegt, den sie in unserem Test auch gut geschafft hat. Beim Gewicht liegt sie mit knapp 1,3 Kilogramm im oberen Mittelfeld der getesteten Astscheren. Allerdings arbeitet die Felco sehr leichtgängig, die gebogene Klingenform ermöglicht ein gutes Zupacken. Die Hohlgriffe aus Aluminiumlegierung haben einen rutschfesten Überzug und sind mit einem wirksamen Rückschlagpuffer versehen. Klinge und Gegenklinge bestehen aus gehärtetem Stahl.

Unser Fazit: Eine Astschere mit sehr guten Eigenschaften. Aber eben auch das teuerste Gerät in unserem Test und daher in erster Linie für den semiprofessionellen oder sogar professionellen Bereich zu empfehlen. Oder eben für anspruchsvolle Hobbygärtner, die sich eine richtig gute Astschere leisten wollen.

Extra-Power dank Getriebe: Gardena EnergyCut 750 B

Anders als unser ebenfalls getesteter Preis-Leistungs-Sieger, der EasyCut, verfügt die „Gardena EnergyCut 750 B“ als großer Bruder bei gleichem maximalen Astdurchmesser von 42 Millimeter zusätzlich über ein Getriebe. Tatsächlich empfinden wir den Kraftaufwand dank dieser Extra-Ausstattung als deutlich geringer. Die Astschere ist 75 Zentimeter lang und liegt sehr gut in der Hand. Die Hebelarme aus Aluminium sind mit einem rutschsicheren Belag überzogen. Die versprochene Astdicke wird mit entsprechendem Kraftaufwand erreicht. Der Rückschlagpuffer ist vor allem bei längeren Schneidarbeiten eine Erleichterung. Nachteile der Getriebe-Ausstattung sind der weite Öffnungswinkel der Holme bei dickeren Ästen. Ebenfalls auffällig ist das im Vergleich zur anderen Gardena Schere höhere Gewicht von 1,3 Kilogramm. Als Garantiedauer verspricht der Hersteller auch bei diesem Modell erfreuliche 25 Jahre. Preislich liegt die EnergyCut Astschere im Mittelfeld der getesteten Geräte.

Leicht und gut: Stihl PB 11

Die 70 Zentimeter lange Astschere von Stihl wiegt nur knapp über ein Kilo und ist damit eine der leichtesten in unserem Test. Sie liegt gut in der Hand. Eine Gegenklinge mit Halterillen verhindert das Wegrutschen des Schnittguts. Der versprochene maximale Astdurchmesser ist mit 35 Millimeter vom Hersteller Stihl realistisch angesetzt und wird in unserem Test gut erreicht. Die gekappten Äste zeigen ein sauberes Schnittbild, ein Rückschlagpuffer schont die Gelenke beim Dauereinsatz der Schere. Wir finden, dass ist eine qualitativ hochwertige Astschere, die allen Anforderungen genügt. Gemessen an der Ausstattung des Geräts ist sie als zweitteuerste Astschere in unserem Test aber relativ teuer.

Für semiprofesionelle Vielschneider: Bahco P 19-80

Die 79 Zentimeter lange Astschere von Bahco liegt gut in der Hand. Der Rückschlagpuffer schont die Gelenke und erleichtert so das dauerhafte Schneiden mit dieser Schere. Mit 1,7 Kilogramm ist sie die schwerste Schere im Test. Das ist ermüdend, vor allem wenn du viel über Kopf arbeiten musst. Andererseits werden Astscheren auch oft eingesetzt, um am Boden liegende, frisch geschnittene Äste auf handliche Stücke zu zerkleinern. So passen sie dann in einen Garten-Abfallsack. Bei dieser Arbeit wirkt sich das relativ hohe Gewicht der Schere nicht so negativ aus. Die maximale Astdicke von 50 Millimetern ist mit recht großem Kraftaufwand erreichbar. Wir finden, dass ist eine hochwertig verarbeitete Astschere, die sich aufgrund des zweithöchsten Preises im Test aber eher für den semiprofessionellen Bereich empfiehlt.

Wendig und schnittig: Siena Bypass Premium

Nur 60 Zentimeter lang ist die Siena Bypass Premium. Das muss kein Nachteil sein – im Gegenteil: Obwohl sie so kompakt verarbeitet ist, überzeugt die Siena Astschere uns mit ihren guten Schnitteigenschaften. Weil sie zudem kein Getriebe hat, ist der Öffnungswinkel nicht sehr weit. Das wiederum ist ein Vorteil beim Rückschnitt im Dickicht buschig gewachsener Sträucher. Weil sie mit ihren leichten Aluminiumholmen nur 780 Gramm auf die Waage bringt, ist sie zudem die leichteste Schere im Testfeld. Das geringe Gewicht ermöglicht dir ein ermüdungsfreies Über-Kopf-Arbeiten und Anschlagpuffer schonen die Gelenke im Dauereinsatz. Aufgrund ihrer Abmessungen schafft die Siena keine dickeren Äste, aber der Hersteller verspricht mit 30 Millimetern Astdicke auch nicht zuviel. Bei allen Ästen, die dicker sind, kannst du zu einer handlichen Astsäge greifen. Da sie preislich im unteren Bereich liegt, bekommst du hier hohe Qualität für wenig Geld.

Für Sparfüchse und Teilzeitgärtner: Grüntek T-REX

Riesengroße Schnittleistung für kleinstes Geld verspricht das Modell T-REX von Grüntek. Und tatsächlich ist sie die preiswerteste aller Testkandidaten. Die gebogene Klinge packt gut zu. Wie bei allen Getriebe-Astscheren gibt es auch hier einen sehr großen Öffnungswinkel bei dickeren Ästen. Der Hersteller verspricht mit beeindruckenden 57 Millimeter den größten Astdurchmesser aller Vergleichsgeräte. Im Test mit unserem Platanenholz haben wir diesen Maximalwert nur manchmal mit allergrößtem Kraftaufwand erreicht. In einigen Versuchen scheitern wir auch komplett, weil die Schere verkantet – da treten also Material- und Verarbeitungsschwächen zutage. Die 78 Zentimeter lange Astschere arbeitet anfangs etwas schwergängig im Vergleich zu den anderen Modellen. Nach mehreren Schnitten geht es dann aber leichter. Anders als die meisten anderen Geräte hat sie keinen Rückschlagpuffer. Mit 1,4 Kilogramm Gewicht liegt sie im Mittelfeld unserer Testkandidaten.

Für den preiswerten Gelegenheits-Schnitt: Meister Bypass Teleskop

Sehr variabel präsentiert sich die "Meister Bypass Teleskop Astschere" wegen der Teleskop-Arme. Die Länge der Schere variiert dadurch zwischen 57 und 78 Zentimetern. Der versprochene Durchmesser von 30 Millimetern gehört zu den niedrigsten im Vergleich mit den anderen Testgeräten, wird aber in unserem Test mit ausgefahrenen Teleskop-Armen gut bewältigt. Allerdings treten im Test Verarbeitungsmängel zutage: Die Teleskop-Arme haben uns zu viel Spiel, dadurch liegt das Gerät nicht sauber in der Hand. Mit 1,4 Kilogramm Gewicht landet sie im oberen Mittelfeld der getesteten Astscheren. Die Holme sind nicht mit einem Rückschlagpuffer ausgestattet. Andererseits ist diese Astschere auch die zweitgünstigste in unserem Test, deshalb kannst du eventuell über kleinere Mängel hinwegsehen, wenn du das Gerät nur gelegentlich im Garten einsetzt. 

So haben wir die Astscheren getestet

Geschnitten haben wir frische Triebe und Äste von Sträuchern und Bäumen. Diese jeweils mit verschiedenen Durchmessern. Bei einigen dicht gewachsenen Gartensträuchern, zum Beispiel einem gewöhnlichen Pfeifenstrauch (Philadelphus) oder einer Glanzmispel (Photinia), haben wir ausprobiert, ob sich die Astschere auch im schwerer zugänglichen Innern der Sträucher ansetzen lässt. Um zu prüfen, ob die versprochenen maximalen Astdurchmesser zwischen 30 und 57 Millimetern auch wirklich bewältigt werden, haben wir frische Äste von Platanen mit der entsprechenden Astdicke durchtrennt.

3 Häufige Fragen zu Astscheren