Baumkronen auslichten: 8 Teleskop Baumscheren im Vergleich

Wenn du Äste bis zu einem Durchmesser von gut 30 Millimetern aus Baumkronen und Sträuchern entfernen möchtest, kannst du das mit einer Teleskop Baumschere sicher vom Boden aus erledigen. Durch ein ausgeklügeltes Seilzugsystem, das je nach Modell und Hersteller mal innen, mal außen an der Teleskopstange verläuft, bist du in der Lage mit relativ geringem Kraftaufwand Äste und Triebe mühelos zu entfernen. Da musst du also nicht gleich einen Baumkletterer engagieren oder die Drehleiter der Feuerwehr ausleihen. Die von uns getesteten Modelle sind sich recht ähnlich, wodurch sich auch die knappen Testergebnisse erklären. Generell ist die Zahl der Hersteller, die manuelle Teleskop Baumscheren anbieten überschaubar. Preislich bewegen wir uns zwischen 50 und 120 Euro*.  Wie so oft liegen die Unterschiede im Detail und den eigenen Vorlieben. Alle Teleskop Baumscheren arbeiten mit der Bypass-Technik.

Schnipp schnapp, Äste ab! Diese acht Teleskop Baumscheren haben wir ins Rennen geschickt

Es gibt natürlich auch akkubetriebene Modelle, die eher unter dem Begriff Hochentaster laufen. Diese kneifen sogar Äste von bis zu 10 Zentimeter Durchmesser ab. Solche Akku-Hochentaster haben wir schon für dich getestet. Heute nehmen wir die manuellen Geräte unter die Lupe. Die sind ohne viel Aufwand schnell zur Hand und helfen hochgelegene Äste und Triebe zu entfernen.

In diesen Kategorien haben wir getestet:

  • Qualität und Verarbeitung: Aus welchen Materialien sind die Baumscheren hergestellt und wie gut ist die Verarbeitung der Teleskopstiele und Scherenklingen?
     
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Wir prüfen, wie sich die Baumscheren allgemein bedienen lassen. Im Vordergrund steht natürlich das Arbeiten bei maximalem Auszug. Wie verhält es sich dabei mit der Balance? Welchen Astdurchmesser schafft die Baumschere ohne Probleme? Wert legen wir auch auf eine intuitive Bedienung der Teleskop Baumscheren. 
     
  • Ergonomie: Ob der Griff gut in der Hand liegt ist ebenfalls ein Bewertungskriterium. Es folgen die Einstellung der Teleskop-Verlängerung und letztlich ist natürlich auch das Gewicht ein entscheidendes Kriterium.

Unser Testsieger: Gardena Combisystem Bypass-Baumschere

Beim Auspacken der Bypass-Baumschere für das Gardena Combisystem mit Teleskopstiel  denken wir noch: „Ui, das könnte kompliziert beim Zusammenbau werden.“ Doch falsch gedacht. Geliefert wird ein Seilzugsystem mit Schere und einem D-Griff zum Aufrollen des überschüssigen Seils, sowie eine Teleskopstange. Letztere muss allerdings separat bestellt werden. Diese Zusatzkosten halten sich mit knapp 45 Euro* allerdings noch im Rahmen. Den Teleskopstil bekommst du in den Längen 160 bis 290 Zentimeter und 210 bis 390 Zentimeter. Zu unserer Überraschung lässt sich die Baumschere schnell und einfach zusammenbauen. Die Piktogramme auf der Packung sind dabei eine gute Hilfe.

Praktisch und auch platzsparend ist, dass auf die Teleskopstange viele weitere Aufsätze passen. Da kannst du je nach Bedarf eine Gartensäge, eine Bügelsäge, einen Obstpflücker, einen Dachrinnenreiniger, einen Winkelbesen und vieles mehr aufsetzen. Mit wenig Kraftaufwand kannst du Äste bis zu einem Durchmesser von 35 Millimeter problemlos kappen. Das Handling gefällt uns bei diesem Gardena Modell richtig gut. Gleiches gilt für die Balance. Auch ganz ausgezogen kneifen wir mit der Baumschere zielsicher einzelne Äste ab.

Schade ist lediglich, dass der Schneidekopf nur in einer Position verbleibt. Wenn du nicht gerne mit einem außenliegenden Seilsystem arbeitest, aus Angst im Geäst zu verheddern, können wir dich beruhigen. Das ist beim Arbeiten mit der Gardena Teleskop Baumschere überhaupt kein Problem. Das Seil wickelst du um den D-Griff und dort bleibt es auch. Kein Verheddern, kein Hängenbleiben! So unkompliziert stellen wir uns das Entasten der Bäume in unserem Garten vor.

Fazit: Eine hervorragende und unkompliziert zu bedienende Baumschere, deren Teleskopstiel sich auch mit anderen Gartenhelfern bestücken lässt. Ein echter Allrounder für deinen Garten.

Der Preis-Leistungs-Sieger: Fiskars UPX 82 überzeugt durch Qualität und angemessenen Preis

Mit der Fiskars Schneidgiraffe UPX 82 zeigt Fiskars, dass Qualität und ein annehmbarer Preis sich nicht ausschließen müssen. Durch das Vor- und Zurückschieben der Ziehhülse am Griff öffnet und schließt sich die Schere. Du legst die Schere am Ast an und schneidest ihn ab, indem du den Griff nach hinten ziehst. Stark verzweigte Äste bis 32 Millimeter schneidet die Teleskop Baumschere wie Butter. Der Schneidkopf ist bis zu 230 Grad schwenkbar, was das Arbeiten sehr vereinfacht. Einfach den Kopf entriegeln, in die gewünschte Position bringen und fixieren. Problemlos kürzt du damit Zweige bis in einer Höhe von 3,5 Metern. 

Falls du kein Freund von außenliegenden Seilsystemen bist, könnte dieses Modell das richtige für dich sein. Für die entsprechende Langlebigkeit des Produkts spricht die antihaftbeschichtete Stahlklinge und der Aluminium-Schaft. Zusätzlich kannst du für dieses Modell eine weitere Verlängerung in Form eines Teleskopstiels, eine Baumsäge oder eines Obstpflücker erwerben. Auf das Gerät gibt es 25 Jahre Garantie. Ein nettes Gimmick des Herstellers: Eine orangefarbene Erweiterung an der unteren Klinge soll zum besseren Fixieren des Astes dienen. Uns hat diese Klingenstütze während des Baumschnitts eher gestört, da es das Einfädeln der Äste etwas mühselig macht. Allerdings ist das natürlich Geschmackssache.

Fazit: Die Fiskars UPX 82 ist eine ausgezeichnete Teleskop Baumschere zu einem günstigen Preis. Die Reichweite ist vergleichsweise gering, lässt sich allerdings mit einer zusätzlichen Teleskopstange vergrößern.

Diese Teleskop Baumscheren haben wir außerdem getestet

Du hast einen hochgewachsenen Baumbestand und möchtest Äste bis in einer Höhe von 5 oder gar 6 Meter abschneiden? Auch hierfür bieten Fiskars, Wolf und Gardena passende Modelle an. Ein Testmodell von Gardena hat zwar keine Möglichkeit der Verlängerung, dafür kannst du das handliche und leichte Gerät aber gut von einer Leiter aus bedienen. So haben die anderen Teleskop Baumscheren im Test abgeschnitten.

Fiskars UPX 86 Schneidgiraffe – Die Teuerste und Längste

Der stolze Preis der „Fiskars UPX 86“ Schneidgiraffe von knapp 130 Euro* ist durchaus gerechtfertigt. Schließlich lässt sich das gute Stück auf stolze 4 Meter ausfahren. So kommst du mit deiner Körpergröße insgesamt auf eine sagenhafte Reichweite von 6 Metern. Die Bedienung ist simpel. Ausgelöst wird die Schere wie beim Preis-Leistungs-Sieger mittels Ziehhülse. Das funktioniert mit etwas Übung reibungslos, auch wenn wir mit dem runden Knauf am Ende des Teleskopstiels nicht so gut zurecht kommen wie mit dem T-Griff der Gardena StarCut. 

Lediglich bei vollem Teleskopauszug musst du bei der Schneidgiraffe auf die Balance achten. Was bei einem Gewicht von 2 Kilogramm durchaus etwas Standvermögen und Kraft erfordert. Mit 35 Millimetern schafft die Fiskars UPX 86 den größten Astdurchmesser im Test. Hier hat sie die Nase eindeutig vor der Wolf Garten Power Dual Cut RR 400.

Fazit: Mit der Fiskars Schneidgiraffe UPX 86 geht es hoch hinaus. Wenn du wirklich hohe Bäume im Garten hast, dann ist diese sehr gut verarbeitete Baumschere eine ausgezeichnete Wahl.

Wolf-Garten Power Dual Cut RR 400 – Masse und Klasse

Das Besondere an der „Wolf-Garten Power Dual Cut“ Baumschere ist, dass sie mit Hochgeschwindigkeit mehrere dünne Äste auf einmal schneiden kann. Oder, wenn du einen Kippschalter umlegst, kannst du mit doppelter Kraft dickere Äste schneiden. Maximaler Durchmesser sind hier 32 Millimeter. Die Reichweite der RR 400 liegt bei 4 Metern. Auch hier wirkt sich die enorme Länge auf die Balance aus. Vollständig ausgefahren wackelt die Teleksopstange ordentlich hin und her. Zielsicher einzelne Äste abzukneifen, erfordert also etwas Übung.

Allerdings gibt es die Power Dual Cut von Wolf-Garten auch etwas kürzer als Modell RR 200. Damit erreichst du immer noch Äste die 3,5 Meter über dem Boden hängen. Preislich ist sie nicht weit weg von ihrem Konkurrenten, der Fiskars UPX 86. In Sachen Gewicht und Reichweite liegen beide Modelle sehr nahe beieinander.

Fazit: Mit der Wolf-Garten Power Dual Cut machst du nichts falsch. Sie ist eine günstige Alternative zur Fiskars UPX 86. In Sachen Balance erfordert die Wolf-Garten allerdings etwas mehr Übung.

Fiskars Schneidgiraffe UP 84 – Die Solide

Du bist auf der Suche nach einer Schneidgiraffe, die dir 2,30 Meter plus die eigene Körpergröße zur Verfügung stellt? Dann ist die „Fiskars UP 84“ Baumschere vermutlich genau das Richtige für dich. Sie liegt gut in der Hand, der Schneidkopf ist drehbar, lässt sich aber auch arretieren. Äste mit 32 Millimeter Durchmesser sind für sie kein Problem. Und mit 1,2 Kilogramm gehört sie zu den leichteren der getesteten Modelle.

Wenn es dann doch mal etwas länger wird, kannst du dir eine Verlängerung für die Schneidgiraffe zulegen – wie bei allen Modellen aus dem Hause Fiskars. So kannst du dann bis zu einer Höhe von 5 Metern arbeiten. Eine durch und durch solide Wahl was Qualität, Bedienung und Ergonomie betrifft. Uns gefällt sie gut.

Fazit: Mit der Fiskars UP 84 Schneidgiraffe bekommst du eine gute Teleskop Baumschere, deren Reichweite du nach Bedarf auch noch mit einer separaten Teleskopstange erweitern kannst.

Gardena StarCut 410 plus Baumschere – Die Innovative

Unser nächster Testkandidat ist die „Gardena StarCut 410 plus“ mit innenliegendem Zugband. Wie ihre Vorgänger sind Qualität und Schnittleistung einwandfrei. Sie schneidet mühelos bis 32 Millimeter Astdurchmesser. Der Schneidkopf lässt sich bis 200 Grad schwenken, leider jedoch nicht fixieren. Dadurch ist uns im Test der Kopf beim Schneiden ab und zu abgerutscht. Schade, das gibt etwas Abzug! Den teleskopierbaren Aluminiumstiel kannst du stufenlos auf eine Länge von 230 bis 410 Zentimetern einstellen. Mit deiner Körpergröße kommst du dann auf bis zu 6,50 Meter Reichweite

Gardenas 25-Jahre-Garantie-Versprechen gibt’s obendrein. Neu und innovativ ist der Räumhaken der StarCut. Mit dem entfernst du abgeschnittene Äste aus der Krone. Das ist sehr praktisch. Auch kannst du daran kurz die Baumschere mal aufhängen, um die Arme zu entlasten oder etwas unter dem Baum wegzuräumen. Am Stielende befindet sich ein T-Griff, den finden wir beim Ziehen der Hülse praktischer als den runden Knauf bei den Modellen von Gardenas Konkurrent Fiskars.

Fazit: Insbesondere der Räumhaken macht die Gardena StarCut zu einer interessanten Teleskop Baumschere. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet und auch mit ihrer großen Reichweite punktet die StarCut.

Der RosenKavalier von Garten Primus tanzt etwas aus der Reihe

Etwas aus dem Rahmen fällt der „RosenKavalier“ von Garden Primus. Hier stellt sich im Test heraus, dass dieses Gerät nicht als Teleskop Baumschere, wie sie angepriesen wird, bezeichnet werden kann, sondern sich eher für große Sträucher und Rosenstauden eignet. Wie seine Mitbewerber ist auch der RosenKavalier teleskopierbar. Allerdings nur bis zu 208 Zentimetern. Schon bei der Aststärke von 10 Millimetern ist klar, hier kann er mit der Konkurrenz nicht mithalten. Für Rosenäste mit geringer Dicke und Stauden mit dünnen Stängeln eignet er sich sehr gut. Durch die Teleskop-Verlängerung brauchst du dich beim bodennahen Staudenschnitt nicht mehr zu bücken. Der abknickbare Schneidkopf unterstützt das zusätzlich. 

Mit gerade einmal 800 Gramm ist der RosenKavalier auch das leichteste Modell. Leider wirkt die Verarbeitung nicht sehr hochwertig. Wir hadern zudem mit dem Schneidmechanismus. Der lässt uns im Test immer wieder im Stich. Zwar ziehen wir am Griff, aber die beiden Scherenblätter bewegen sich nicht. Greift die Schere dann aber einmal, lassen sich dünne Stängel und Triebe gut schneiden. Sobald sie etwas Dickeres und Stärkeres schneiden sollen, versagt der RosenKavalier leider den Dienst.

Fazit: Wenn du ein preisgünstiges Modell für dünne Äste und Triebe suchst, dass sich noch dazu verlängern lässt, dann ist der RosenKavalier deine Wahl. Wirklich hoch hinaus kommst du mit dem Modell von Garten Primus allerdings nicht.

Gardena SlimCut Baumschere – Klein aber oho

Mit 1,6 Metern und gerade einmal einem Kilogramm ist die „Gardena SlimCut“ das kleinste Modell im Test. Außerdem lässt sie sich nicht verlängern. Trotz überschaubarer Reichweite darf sie bei den „Großen“ mitspielen, denn das Schnittergebnis ist sehr gut. Auch bei der Gardena SlimCut schneidest du mittels einer Zieh-Technik und innenliegendem Zugband. Durch den T-Griff und die kompakte Bauweise kannst du ordentlich Kraft aufbringen und Äste butterweich abschneiden. Sehr praktisch: Die Kraftübertragung beim Schnitt kannst du anpassen. Das Getriebe der Bypass-Schere lässt sich in der Übersetzung von 1:12 für dicke Äste und von 1:6 für einen schnelleren Schnitt bei dünnen Ästen umstellen.

Beim Schneiden eines Flieders hat uns die Astschere überzeugt! Schnell und problemlos kannst du selbst dicht verzweigte Sträucher schneiden. Bei dieser Größe und dem Gewicht ist es auch kein Problem von einer Bockleiter aus zu arbeiten. Das sorgt dann schon wieder für mehr Reichweite. Hast du also überwiegend junge oder kleinere Bäume, reicht die SlimCut absolut aus. Auch der Preis ist vollkommen in Ordnung.

Fazit: Zum Ausdünnen von Sträuchern eignet sich keine Baumschere im Test besser als die Gardena SlimCut. Einzig ihre geringe, nicht vergrößerbare Reichweite sorgt dafür, dass sie im Teilnehmerfeld hinten landet. Das Schnittergebnis ist hervorragend.

So haben wir die Baumscheren getestet

Die ausgewählten Testkandidaten befreien wir zunächst von ihrer Verpackung und bauen sie wenn nötig zusammen. Vor dem Einsatz der Baumscheren schauen wir uns die Verarbeitung der einzelnen Modelle und ihre Funktionstüchtigkeit an. Dann prüfen wir die Testkandidaten im Praxistest einzeln auf Herz und Nieren. Mit jeder Bypass Baumschere schneiden wir unterschiedlich dicke Äste. Anschließend vergleichen wir die Reichweite der Gartengeräte. Dabei beschneiden wir neben knapp 2,5 Meter hohen Rosenbüschen und Stauden auch alte Obstbäume zwischen 4 und 7 Metern. Während des Baumschnitts legen wir Wert auf eine intuitive Bedienung der Baumschere und deren Balance.

Was dir bei der Entscheidung helfen kann

Mach dir bewusst, wofür du die Baumschere benötigst. Hast du viele Sträucher und kleine Bäume, dann reicht dir sicher ein kürzeres Modell wie die Gardena SlimCut oder der RosenKavalier von Garten Primus. Bei einem hohen Baumbestand brauchst du deutlich mehr Reichweite. Da bieten sich das Gardena Combisystem und die Schneidgiraffen von Fiskars an. 

Gewicht und Länge der Baumschere beeinflussen natürlich auch die Balance bei vollem Auszug. Also solltest du bei der Auswahl auch deine Kraft und deine Körpergröße berücksichtigen. Sehr flexibel einsetzen lässt sich ein Kombisystem, wie etwas das von Gardena. Dabei kannst du den Teleskopstiel neben dem Baumscheren-Aufsatz auch mit anderen Werkzeugen und Gartenhelfern wie etwa einem Obstpflücker bestücken. 

* Alle Preise Stand November 2019

Häufig gestellte Fragen zu Baumscheren