Du fragst dich, ob eine Bypass-Gartenschere das richtige für dich ist? Wenn du frisches Holz zu schneiden hast, bist du bei den zweischneidigen Scheren an der richtigen Adresse! Bei einer Bypass-Schere gleiten die beiden Klingen während des Schneidens aneinander vorbei. So lässt sich schonend und nah am Stamm arbeiten. Schneidet die Schere gut? Überprüf es mit dem Papier-Test: Einfach einen geraden Schnitt in ein Stück Schreibpapier schneiden. Ist er wie mit der Papierschere geschnitten, sind die Messer vollkommen in Ordnung. In unserem Bypass-Gartenscheren Test haben wir unterschiedliche Modelle zwischen 10 und 50 Euro (Stand Juli 2019) für dich getestet. Übrigens haben wir auch Amboss-Gartenscheren für dich unter die Lupe genommen. 

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität: Ist die Bypass-Gartenscheren hochwertig verarbeitet? Wie robust sind Klingen und Griffe konstruiert?
     
  • Bedienkomfort: Sind die Scherenklingen austauschbar? Lässt sich vielleicht die Schnittweite regulieren? 
     
  • ErgonomieLiegt die Schere angenehm in der Hand? Verfügt die Schere über Puffer, die Erschütterungen auffangen?

Bypass-Gartenscheren eignen sich besonders gut für frisches Holz

Unser Testsieger: Die Gartenschere Gardena B/S XL

Die Gardena B/S XL ist unser Testsieger. Sie ist die einzige Schere, deren Griffweite stufenlos eingestellt werden kann. Es ist also egal, ob du kleine oder große Hände hast. Und nicht nur groß oder klein: Die Schere ist sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet. Mit einer kleinen Griffweite kann die Schere schnell auf zarte Zweige eingestellt werden. Vor allem die weichen Einlagen an beiden Griffen gefallen uns. Den Sicherheitsverschluss kannst du leicht mit dem Daumen bedienen. Im Test erreicht die Bypass-Gartenschere insgesamt 8,5 Punkte. Für nur knapp 21 Euro (Stand Juli 2019) gehört sie dir.

Der Preis-Leistungs-Sieger: Wolf Garten RR 2500

Unser Preis-Leistungs-Sieger ist die Bypass-Gartenschere Wolf-Garten RR 2500. Mit 16 Euro (Stand Juli 2019) ist das Modell nicht nur wahnsinnig preiswert, sie überzeugt durch hohen Komfort und ein tolles Design. Die integrierte Feder sowie die antihaftbeschichteten Klingen fallen sofort auf. Clever ist auch die Einhand-Verrieglung. Die funktioniert sowohl bei Links als auch bei Rechtshändlern. Der Griff mit Weichgummieinlagen liegt angenehm in der Hand. In unserem Gartenscheren Test schlägt sich das mit 8,4 Punkten nieder.

ÜbersichtVor- und Nachteile einer Bypass-Gartenschere

Die Grüntek Silberschnitt Bypass-Gartenschere in Aktion.
Die Grüntek Silberschnitt Bypass-Gartenschere in Aktion.

+ für frisches Holz ideal
+ präziser, stammnaher Schnitt
+ Als Rosen-, Reb- und Schnittblumenschere einsetzbar
+ mit Saftrille gut für saftreiche Pflanzen geeignet

- Kraftaufwand beim Schneiden ist höher als bei Amboss-Scheren
- für hartes Holz nicht so gut geeignet
- geringere Schnittweite als Bypass-Scheren

Des Gärtners bester Kumpel: Weitere Gartenscheren im Test

Schnipp schnapp. Neben dem Test- und dem Preis-Leistungs-Sieger überprüfen wir 11 weitere Bypass-Scheren. Vom Schwergewicht bis zur Schere mit austauschbarer Klinge war alles dabei. Hier erfährst du, wie sie abgeschnitten haben.

Nur für Rechtshänder: Fiskars PX94 Bypass-Gartenschere

Liebe Linkshänder, leider ist die Fiskars PX94 keine gute Wahl für euch. Die Schere ist nur für Rechtshänder ausgelegt. Die Bypass-Gartenschere schneidet frisches Holz bis zu einem Durchmesser von 26 Millimetern. Uns gefällt der Rollgriff, da er den natürlichen Bewegungsablauf der Hand unterstützt. Zwar hat die Fiskars PX94 keinen Drahtabschneider, dafür aber antihaftbeschichtete, auswechselbare Klingen aus hochwertigem Stahl. damit kriegst du nicht allzu starke Blumendrähte ebenfalls durch – was will man mehr? Im Test erreicht das Modell von Fiskars 8 Punkte. Für etwa 30 Euro (Stand Juli 2019) kannst du die gute Gartenschere kaufen.

Edel, edler: Gardena Premium BP 50

Ziemlich edel, aber dennoch nicht so gut wie ihre kleine Schwester Gardena B/S-XL: Die Gardena Premium BP 50“ liegt durch ihre Softeinlagen super in der Hand. Sie sorgt für einen präzisen Schnitt und du kannst sie einfach nachjustieren. Sie ist für Rechts- und Linkshänder geeignet. Mit Hilfe des Einhand-Sicherheitsverschlusses lässt sich die Bypass-Schere mit einer Hand schließen und sicher verstauen. Zwar musst du 40 Euro (Stand Juli 2019) in die Premium-Variante von Gardena investieren, bekommst dafür aber eine gute Schere und obendrein 25 Jahre Garantie. Wir vergeben 8 Punkte an die Gartenschere.

Vielseitig einsetzbar: Grüntek Silberschnitt

Egal ob Baum oder Rose: Die 65 Millimeter lange Klinge der Grüntek Silberschnitt überzeugt uns im Test! Leider ist sie nur für Rechtshänder geeignet. Die Schere liegt sicher und angenehm in der Hand. Während der Gartenarbeit gibt sie alles und schneidet selbst Äste, die dicker sind als die angegebenen 22 Millimeter. Und das mit nur wenig Kraftaufwand. Das ist uns ganze 8 Punkte wert. Wir finden: Für gerade einmal 13 Euro (Stand Juli 2019) bekommst du eine gute Gartenschere. Du kannst also ganz beruhigt zugreifen.

Effizient und sicher: Berger Handschere 1114

Die „Berger Gartenschere 1114“ ist aus widerstandsfähigem Aluminium. Rutschfest liegt sie in der Hand. Allerdings finden wir die Einstellung des Sicherheitsbügels etwas schwierig – den kannst nur mit der rechten Hand im Einhandbetrieb öffnen oder schließen. Gut gefällt uns, dass sich Klinge und Gegenklinge austauschen lassen. Die Bypass-Schere durchtrennt dank einer speziellen Drahtkerbe auch leichten Bindedraht.

Übrigens: Die Handschere ist auch für kleinere Hände erhältlich. Alles in allem ist die Berger Bypass-Gartenschere ein guter Helfer im Garten. Im Gartenscheren Test erreicht sie ein Gesamtergebnis von 7,8 Punkten. Allerdings musst du etwas tiefer ins Portemonnaie greifen: Mit rund 47 Euro (Stand Juli 2019) gehört auch sie zu den teureren Bypass-Scheren im Test.

Bei einer Bypass-Gartenschere gleiten die Klingen aneinander vorbei wie bei einer Papierschere. Im Vergleich dazu rechts eine Amboss-Schere

Leichte Probleme: Felco Nr. 2

Die „Felco Nr. 2“ überzeugt uns nicht auf ganzer Linie. Zwar hat die Bypass-Gartenschere ergonomisch gut abgeschnitten. Als wir loslegen, schafft sie jedoch nicht jeden Ast bis zur angegebenen Stärke von 25 Millimetern. Mit den Puffer-Stoßdämpfern kämpfen wir ein bisschen und auch bei der rutschfesten Beschichtung der Griffe ist noch Luft nach oben. Gut gefällt uns, dass alle Einzelteile der Schere bei Bedarf ausgetauscht werden können. Auch die Felco Nr. 2 besitzt einen Drahtabschneider. Den Test absolviert sie mit 7,8 Punkten. Preislich liegt die Schere bei stolzen 41 Euro (Stand Juli 2019).

Sauberer und gerader Schnitt: Grüntek Z-25

Die Besonderheit der Grüntek Z-25 ist ihre Präzisionseinstellung für Klinge und Gegenklinge, Puffer und Stoßdämpfer. Damit kannst du die Schere genau auf deine Bedürfnisse anpassen. Das ist stark! Wir finden die Schere von Grüntek liegt mit ihren ergonomisch geformten Griffen optimal in der Hand. Mit nur wenig Kraftaufwand schneidet die 52 Millimeter lange Klinge ohne viel Federlesens Zweige und Äste. Allerdings überzeugt das Ergebnis nicht bei jedem Schnitt. Da ist noch Luft nach oben. Die Grüntek Z-25 erreicht im Test 7,8 Punkte und kostet 17 Euro (Stand Juli 2019).

Durchweg gut: Bypass-Schere Connex FLOR70353

Mit der Connex FLOR70353 machst du nichts verkehrt: Das Modell lässt sich ohne Mühe gut bedienen. Sie schneidet problemlos frisches Grün sowie dünne Zweige und Äste bis circa 20 Millimeter Durchmesser. Die Bypass-Gartenschere liegt gut in der Hand, ihre aus hochwertigem Carbon-Stahl gefertigten Klingen lassen sich zudem leicht austauschen. Die Schere verfügt über eine Auskerbung speziell zum Drahtschneiden. Die Connex FLOR70353 liegt mit 7,4 Punkten im Mittelfeld, der Abstand zum Testsieger ist allerdings gar nicht so groß. Die Schere kostet etwa 15 Euro (Stand Juli 2019).

Leicht und schmal: Löwe 14.107 Bypass-Gartenschere

Im Gegensatz zu einem echten Löwen ist die Gartenschere Löwe 14.107 ziemlich leicht, denn sie wiegt nur 180 Gramm. Vor allem kleine Hände kommen mit dieser spitzen Bypass-Schere hervorragend zurecht. Besonders gut für fleißige Gärtner: Durch die Doppelpuffer an der Griffinnenseite innerhalb der Feder wird der Schnitt ordentlich gedämpft, sodass auch nach stundenlangem Schneiden deine Hände vor Schmerzen nicht abfallen – vorausgesetzt du bist Rechtshänder. Denn für Linkshänder ist auch dieses Modell nicht geeignet. Die Löwe 14.107 kommt ebenso im Garten- und Weinbau zum Einsatz. Uns überzeugt die Schere mit einer guten Schnittleistung und angenehmer Ergonomie. Wir vergeben 7,4 Punkte. Sie kostet 25 Euro (Stand Juli 2019).

Die Schwerste: Bahco Rebschere PXR-M2

Mit einem Gewicht von etwas über 395 Gramm ist die „Bahco Rebschere PXR-M2 die schwerste in unserem Gartenscheren Test. Aufgrund ihres Gewichts lässt sich dieses Modell leider nicht so einfach bedienen, wie wir uns das wünschen. Schon vor dem Schneiden bewegt sich der Griff permanent. Uns gefällt hingegen die Schrägstellung des Schneidkopfes gut. So wird die Hand in jede Schneidrichtung unterstützt. Wir bewerten das Modell von Bahco mit 7,1 Punkte. Aber Achtung: Die speziell geschliffenen Klingen sind sehr scharf. Wie scharf, erfahren wir direkt zu Beginn unseres Tests am eigenen Mittelfinger. Autsch! Das Bahco Modell ist nicht nur die Schwerste, mit knapp 50 Euro (Stand Juli 2019) gehört die Bypass-Schere auch zu den teuersten. So wirklich überzeugt uns die Rebschere nicht.

Eher für den Balkon-Garten: myGardenlust Bypass-Gartenschere

Zuerst das Gute: Die myGardenlust Bypass-Gartenschere kostet unschlagbare 10 Euro (Stand Juli 2019). Doch der günstige Preis macht sich schnell bemerkbar: Die kleine Schere schafft es nur schwer, Äste bis 20 Millimeter zu durchtrennen. Sie ist daher eher für den Balkon geeignet. Linkshänder und Menschen mit großen Händen sollten lieber auf eine andere Bypass-Gartenschere zurückgreifen. Außerdem stellen wir fest, dass der Feststellknopf nach dem Falltest nicht mehr einrastet. Die myGardenlust Bypass-Schere überzeugt nicht wirklich – auch wenn der günstige Preis verlockend ist. Wir vergeben 6,7 Punkte.

Aus dem gleichen Stahl wie das Katana-Schwert der Samurai: Okatsune 103

Na, wenn das nicht mal eine Kampfansage ist! Im Showdown um die beste Bypass-Gartenschere geht die Okatsune 103 jedoch unter. Die Schere schafft die geforderten 25 Millimeter Aststärke nicht. Zu allem Übel liegt die Okatsune 103 nicht gut in der Hand und ihre Griffe sind sehr rutschig. Die große Feder löst sich im Gartenscheren-Test immer wieder leicht aus ihrer Halterung. Auch der Sicherungsbügel überzeugt nicht und lässt sich nur schwer fixieren. Bei einem Preis von 44 Euro (Stand Juli 2019) haben wir deutlich mehr erwartet. Da sind einige Testkonkurrenten deutlich besser aufgestellt. Das schlägt sich im Gesamtergebnis nieder: Wir geben 6 Punkte.

Die Schärfe einer Bypass-Gartenschere kannst du mit dem Papier-Test ermitteln. Schneidet die Gartenschere ein Blatt Papier ebenso gerade und gut wie eine Papierschere, sind die Klingen in einwandfreiem Zustand

So haben wir die Bypass-Scheren getestet

Nachdem wir uns einen Eindruck von der Verarbeitung der einzelnen Bypass-Gartenscheren verschafft haben, sind wir mit den 13 Testkandidaten in den Garten ausgerückt. Geschnitten haben wir sowohl bereits abgetrennte Äste als auch Zweige direkt am Gehölz. Die Scheren mussten dabei eine Astdicke von maximal 25 Millimetern bewältigen. Ein guter Gradmesser für Qualität und Verarbeitung ist auch der sogenannte Fall-Test. Dabei haben wir die Bypass-Scheren jeweils an der Spitze gefasst und aus Hüfthöhe mit den Handgriffen voraus auf den Boden fallen lassen. Kommt die Schere auf dem Boden auf, darf sie nicht aufgehen, sondern muss verriegelt bleiben.

Das musst du beim Kauf einer Gartenschere beachten

Je nachdem welche Pflegearbeiten im Garten auf deiner To-Do-Liste stehen, solltest du dich für eine entsprechende Gartenschere entscheiden. Hartes Holz lässt sich gut mit einer Amboss-Schere schneiden. Bei frischem Holz verwendest du lieber eine Bypass-Gartenschere.

Das wichtigste Kriterium einer Gartenschere ist neben guten Klingen ein ergonomisch gut geformter Griff. Denn liegt die Schere nicht gut in der Hand wird die Arbeit auf Dauer zur Qual. Angenehmen und sicheren Halt garantiert dir beispielsweise ein Zweikomponenten-Griff. Du solltest zudem darauf achten, dass die Feder deiner Gartenschere „unverlierbar“ eingesetzt ist. Optimal ist es, wenn die Feder so ins Gehäuse eingearbeitet ist, dass sie geschützt ist und nicht so schnell verschmutzt.

Hast du eher große Hände, sind Gartenscheren mit einer breiten Auflage der Obergriffe perfekt für dich. Um 30 Grad abgewinkelte Schneidköpfe verhindern ein Überstrecken deiner Hand während des Schneidens.

Co-Autor: Manfred Eckermeier