Schnipp schnapp Hecke ab – für jeden Gärtner gibt es das passende Modell

Insbesondere Hecken aus großblättrigen Sträuchern wie Kirschlorbeer, Glanzmispel oder Rhododendron profitieren von den scharfen, präzisen Klingen einer Handheckenschere. Denn die Blattränder sind nach dem Schnitt viel glatter und weit weniger ausgefranst als beim Einsatz eines elektrischen Geräts. Auch beim Formschnitt ist das ein wichtiger Aspekt und somit interessant für Besitzer einer Buchsbaum-Kugel oder eines Eiben-Kegels. Neben einem speziellen Getriebe verfügen einige Modelle über einen integrierten Astabschneider, der problemlos Triebe mit einem Durchmesser bis 1,5 Zentimeter durchtrennt. So musst du nicht zusätzlich zu einem Astkneifer greifen, falls du beim Heckenschnitt mal ein dickerer Zweig entfernen musst.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität und Verarbeitung: Aus welchem Material ist die Heckenschere hergestellt und wie ist sie verarbeitet?
  • Bedienkomfort: Welches Gewicht hat die Schere und wie gut liegt sie in der Hand? Welche Technik kommt zum Einsatz, welcher Kraftaufwand ist notwendig?
  • Schnitt: Uns ist wichtig, dass die Handheckenschere ein schönes Schnittergebnis liefert. 

Unser Testsieger: Gardena Premium Getriebe-Heckenschere 650

Die Gardena Premium Getriebe-Heckenschere 650 hat uns mit ihren hervorragenden Schnitteigenschaften überzeugt. Sie ist sehr gut ausbalanciert und liegt dadurch perfekt in der Hand. Aufgrund der speziellen Getriebetechnik lässt sich kräfteschonend sowie problemlos über einen längeren Zeitraum mit ihr arbeiten. Mehr zu diesem Modell erfährst du in unserem Gardena Heckenschere Einzeltest.

Der Preis-Leistungs-Sieger: Wolf-Garten Heckenschere mit Getriebetechnik HS-G

Mit seiner Heckenschere HS-G mit Getriebetechnik hat Markenhersteller Wolf-Garten ein solides Modell zum überschaubaren Preis ins Rennen geschickt. Die antihaftbeschichteten, doppelt geschliffenen Metallklingen überzeugen mit einer sauberen Schnittleistung. Zusätzlich ist ein Astabschneider integriert, der mühelos die von uns festgelegte Triebstärke bis 1,5 Zentimeter bewältigen kann. Die Klingenspannung lässt sich über eine etwas schwergängige Stellschraube einstellen. Mit einer Gesamtlänge von 59 Zentimetern und einem Gewicht von 980 Gramm nimmt die Schere einen guten Mittelfeldplatz in unserem Test ein.

Wie der Produktname bereits verrät, verfügt auch dieses Modell über ein kräfteschonendes Getriebesystem. Allerdings ist der Öffnungswinkel der Griffe etwas weiter als bei den anderen, hier beschriebenen Testkandidaten mit gleicher Technik. Die Anschlagpuffer aus Gummi sorgen für eine gute Dämpfung. Dank der ergonomisch geformten Griffe liegt die Schere gut in der Hand, wenn auch nicht so optimal wie die Modelle von Gardena und Fiskars. Trotz dieser kleinen Abstriche ist die Wolf-Garten Heckenschere mit Getriebetechnik HS-G gut verarbeitet und absolut empfehlenswert für den Hecken- und Strauchschnitt im heimischen Garten.

Alle weiteren Heckenscheren im Test

Grundsätzlich zeigen alle von uns getesteten Heckenscheren ein gutes Schnittergebnis. Die wichtigsten Unterschiede bestehen in der Verarbeitung und in der Handhabung. Wer eine mechanische Heckenschere lediglich als Ergänzung zu einem elektrischen Gerät benötigt, um damit ein kleines Stück Hecke oder einzelne Sträucher zu schneiden, kommt auch mit einem preisgünstigen Modell zurecht. Für größere Partien und kräfteschonendes, längeres Arbeiten lohnt sich in jedem Fall die Anschaffung einer hochwertigen Hand-Heckenschere.

Leicht und schnittig: Fiskars Quantum Getriebe-Heckenschere HS102

Den zweiten Platz – nur denkbar knapp geschlagen von unserem Testsieger – erreichte die „Getriebe-Heckenschere HS102“ von Fiskars. Die antihaftbeschichteteten Klingen überzeugen uns mit einem scharfen, sauberen Schnittbild. Dank einer separat erhältlichen Diamantfeile lassen sich die Stahlklingen bei Bedarf problemlos nachschärfen. Mit einer Gesamtlänge von 63 Zentimetern sowie einem Gewicht von 960 Gramm gehört die Heckenschere zu den leichteren Modellen in unserem Test. So kann sie vor allem bei längeren Arbeitseinsätzen ihre Vorteile ausspielen.

Hinzu kommt eine leichtgängige Funktionsweise, die durch eine kraftsparende Getriebetechnik unterstützt wird. Die Griffe der Aluminiumarme haben eine Korkoberfläche und sorgen für eine gute Handhabung. Die Dämpfung ist gelenkschonend, allerdings geringfügig härter als bei einigen anderen Testkandidaten. Dadurch wirkt die Schere beim Schneiden etwas unruhig. Für Personen mit geringer Armkraft ist die Quantum Getriebe-Heckenschere HS102 dennoch das perfekte Modell.

Für Qualitätsbewusste: Berger Heckenschere Komfort mit Wellenschliff

Wer auf Qualität und eine hochwertige Verarbeitung setzt, für den hat die traditionsreiche Firma Berger ihre Heckenschere Komfort mit Wellenschliff 4590 entwickelt. Die Klingen aus verchromtem Stahl überzeugen durch eine präzise Schnittleistung. Als einzige im Test verfügen diese neben einem Wellenschliff auch über eine sogenannte Saftrille. Letztere sorgt dafür, dass der Pflanzensaft ablaufen kann und die Klingen beim Schneiden nicht verkleben.

Das Gewicht liegt mit 1.020 Gramm im Durchschnitt, die Gesamtlänge der Schere beträgt 54 Zentimeter. Erwähnenswert sind die gute Pufferung sowie die Flügelmutter, mit der sich die Klingenspannung von Hand einstellen lässt. Sowohl die Anschlagsdämpfer als auch die Mutter sind als Ersatzteile nachrüstbar, ein Schärfstein ist als Zubehör erhältlich. Die Heckenschere Komfort 4590 ist zwar recht hochpreisig, aber uneingeschränkt empfehlenswert für den ambitionierten Hobbygärtner.

Für den Profi: Bahco P51H-SL Heckenschere

Über eine gute Reichweite verfügt auch die „Bahco P51H-SL Heckenschere“. Dank der extra langen Aluminium-Arme mit Kunststoffgriffen misst sie insgesamt 73 Zentimeter. Ihr Gewicht liegt bei 1.230 Gramm und damit nur 20 Gramm unter dem vergleichbaren Modell Q-32 von Grüntek. Im Gegensatz zu Letzterem ist die Schere von Bahco jedoch besser ausbalanciert und angenehmer zu führen, auch wenn sie etwas kopflastig ist. Mit den scharfen Klingen aus gehärtetem Metall ist ein sauberer Schnitt möglich.

Die Klingen der Bahco P51H-SL Heckenschere verfügen zudem über einen Präzisionsschliff und weisen im unteren Bereich eine gezahnte Schneidkante auf. Damit können wir im Test problemlos auch dickere Äste bis 1,5 Zentimeter durchtrennen. Weiche Gummipuffer sorgen für eine gute Dämpfung beim Arbeiten und runden den guten Gesamteindruck ab. Preislich ist die P51H-SL Heckenschere im oberen Drittel angesiedelt, dafür aber auch qualitativ hochwertig und für den professionellen Einsatz geeignet.

Solide und langlebig: Freund Heckenschere 1954 Profi

Ein robustes Modell ohne großen Schnickschnack präsentiert Freund mit der „Heckenschere 1954 Profi“. Die Griffe der 55 Zentimeter langen Schere sind aus FSC-zertifiziertem Holz gefertigt, die selbstschärfenden Wellenschliffklingen aus geschmiedetem, hartverchromtem Stahl. Bei Letzteren ist ein praktischer Astabschneider integriert, falls beim Heckenschnitt dickere Äste zu entfernen sind. Die Klingen sorgen für ein sauberes Schnittbild.

Die solide Verarbeitung hat jedoch den Nachteil, dass die Schere mit 1.300 Gramm das Schwergewicht in unserem Test ist. Dadurch wirkt sie in der Handhabung etwas klobig und das Arbeiten ist trotz guter Pufferung auf Dauer recht ermüdend. Wer ein solides, pflegeleichtes Modell sucht, über ausreichend Muskelkraft verfügt oder diese trainieren möchte, der ist mit der Heckenschere 1954 Profi gut beraten.

Für Technikfreunde: Garten-Primus Heckenschere Multischnitt

Mit einer Besonderheit wartet die Heckenschere Multischnitt von Garten-Primus auf, und zwar mit einem 3-Klingen-Schnittsystem. Aufgrund der zusätzlichen dritten Klinge wird laut Herstellerangabe eine doppelte Schnittleistung erreicht. In unserem Test bestätigt sich das jedoch nicht. So können wir keine nennenswerten Vorteile gegenüber herkömmlichen Modellen mit zwei Klingen feststellen. Wenn es darum geht einzelne Äste gezielt nachzuschneiden, ist dieses System zudem gewöhnungsbedürftig.

Die Klingen aus gehärtetem, antihaftbeschichtetem Stahl sind über ein Gleitkraftsystem miteinander verbunden, sehr leichtgängig und sorgen für einen glatten Schnitt. Da die Holme aus Glas-Kohlefaserverbund bestehen, wiegt das 60 Zentimeter lange Gerät lediglich 886 Gramm und ist damit sehr leicht. Preislich liegt die Heckenschere Multischnitt im unteren bis mittleren Bereich und ist etwas für Hobbygärtner mit einem Faible für neue Techniken.

Hoch hinaus: Grüntek Professionelle Teleskop-Heckenschere Q-32

Die Professionelle Teleskop-Heckenschere Q-32 von Grüntek lässt sich dank der ausziehbaren Griffe in vier Stufen bis auf 82,5 Zentimeter verlängern – gut für Besitzer hoher Sträucher, die sich den Gang auf die Leiter sparen möchten. Das Heckenstück sollte allerdings nicht zu lang sein, denn durch die Teleskoparme wird die Schere sehr kopflastig, was die Arbeit über Schulterhöhe beschwerlich macht. Außerdem ist die Dämpfung recht hart.

Die Klingen aus Carbonstahl sind mit einer Teflonbeschichtung und einem Wellenschliff versehen, die für einen präzisen, scharfen Schnitt sorgen. Lediglich bei etwas größeren Astdurchmessern ab etwa 1 Zentimeter gibt es im Test Probleme. Die Teleskop-Heckenschere Q-32 ist die zweitgünstigste in unserer Testreihe. Das schlägt sich leider in der Verarbeitung nieder, die insgesamt etwas unsolide wirkt.

Für Sparfüchse: Esschert Design Edelstahl Heckenschere GT23

Unser mit Abstand günstigstes Testgerät ist die „Edelstahl Heckenschere GT23“ von Esschert Design. Optisch erinnert die Schere an Gartengeräte im englischen Stil. Die Klingen sind aus Edelstahl gefertigt, die Griffe aus Eschenholz. Mit einer Gesamtlänge von 49 Zentimetern und einem Gewicht von 660 Gramm ist dieses Modell sowohl die kleinste als auch die leichteste Heckenschere in unserem Test. Sie liegt gut in der Hand, ein echter Nachteil ist jedoch die fehlende Dämpfung, wodurch gelenkschonendes Arbeiten nicht möglich ist. Außerdem sind die aufeinander schlagenden Metallteile sehr laut, was auf  Dauer recht nervig ist.

Die Schnittleistung ist zufriedenstellend, die scharfen Klingen schließen allerdings nicht bündig, sodass die Spitzen seitlich überstehen und ein Verletzungsrisiko darstellen. Die Edelstahl Heckenschere GT23 erfüllt ihren Zweck, ist für Kurzeinsätze geeignet und punktet mit ihrer Optik sowie dem günstigen Preis.

So haben wir die Heckenscheren getestet

Für unseren Test sind die Scheren an zwei verschiedenen Heckentypen zum Einsatz gekommen. Beim großblättrigen, immergrünen Kirschlorbeer konnten wir beobachten, ob die Klingen präzise und sauber schneiden und keinen zerfransten, braunen Blattränder hinterlassen. Die sommergrüne, stark wüchsige Hainbuchen-Hecke erstreckte sich über eine größere Distanz, sodass wir prüfen konnten, welche Heckenscheren besonders kraftsparend arbeiten und damit für längere Einsatzzeiten geeignet sind. Außerdem zeigte sich hier, welche Modelle auch mit dickeren Zweigen zurechtkommen. Den integrierten Astkneifer, mit dem einige Scheren zusätzlich ausgestattet sind, haben wir an den knorrigen, mindestens 1,5 Zentimetern Ästen einer Glanzmispel getestet.

Worauf muss ich beim Kauf einer Heckenschere achten?

Die erste Überlegung besteht darin, sich klarzumachen, wofür du das Gerät tatsächlich benötigst. Wer jedes Jahr 100 Meter Hecke am Stück scheren muss, der ist sicherlich mit einem elektrischen Modell gut beraten. Akku-Heckenscheren haben wir bereits für dich getestet. Wenn es darum geht, kleine Partien nachzuschneiden, einzelne Sträucher zu stutzen oder verblühte Stauden einzukürzen, hast du dies mit einer manuellen Heckenschere bereits erledigt, bevor das Kabel ausgerollt oder der leere Akku aufgeladen ist.

Für wüchsige Hecken mit starken Zweigen lohnt sich die Anschaffung einer Schere mit integriertem Astabkneifer. Über einen solchen verfügen im Testfeld die Heckenschere von Gardena, Wolf-Garten, Bahco und Freund. Befinden sich in deinem Garten überwiegend hohe Sträucher, ist ein Modell mit langen Griffen sinnvoll. Hier sind Teleskop-Griffe wie bei der Grüntek Schere hilfreich. Wenn du grundsätzlich lieber zur manuellen als zu Elektro-Heckenscheren greifst und diese auch häufig benutzt, dann solltest du auf eine kraftsparende Getriebetechnik achten. Die bieten dir die Gardena Premium 650, die Fiskars HS102, die Wolf-Garten HS-G und Schere von Garten-Primus. Auch auf eine gute, gelenkschonende Pufferung solltest du nicht verzichten. Hier punktet der Testsieger von Gardena und der Preis-Leistungs-Sieger von Wolf-Garten.

Häufig gestellte Fragen zu Heckenscheren