Brennholzspalter Vergleich: Welcher elektrische Holzspalter ist der beste?

Eigentlich sind liegende Holzspalter für den privaten Anwender einfach zu bedienende Geräte. Aber eine neue Norm mit zahlreichen Sicherheitsanforderungen hat die Anwendung verkompliziert. Die Hersteller dürfen seitdem nur noch Geräte nach der neuen Norm produzieren und dem Handel anbieten. Dieser darf dir aber seine Lagergeräte der alten Norm nach wie vor verkaufen, solange der Vorrat reicht. Darum haben wir mit dem „Scheppach HL 650 /6,5 T“ ein Gerät des alten Standards mit in den Test aufgenommen, damit du den Unterschied auch im Einsatz vergleichen kannst.

Augenfälligstes Sicherheitsmerkmal der Holzspalter nach der neuen Norm sind die Bleche oder Gitter, die das Gerät umschließen. Sie sollen vor allem den zweiten Anwender schützen, falls dir ein Helfer bei Arbeit zur Hand geht. Die Zweihandbedienung, mit der du den Motor startest und die Hydraulik in Gang setzt, gehört bei allen getesteten Geräten dazu. Außerdem haben wir mit dem „Zipper ZI-HS5TN“ einen liegenden Holzspalter ohne Untergestell als zweite Maschine desselben Herstellers. Im Vergleich wollen wir den Unterschied beim Beladen oder der Entnahme feststellen.

In diesen Kategorien testen wir die Holzspalter

  • Qualität: Material und Verarbeitung wie Schweißnähte nehmen wir bei jedem Holzspalter in Augenschein und prüfen die Stabilität der Sicherheitsbleche und –gitter. Die Schalter und Hebel für die Zweihandbedienung bewerten wir ebenfalls. Auch das Untergestell bauen wir zusammen und testen die Standfestigkeit. Schließlich schauen wir uns noch die Sicherheitseinrichtungen entsprechend der neuen Norm an.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Zwei Punkte sind hier entscheidend: Die Öffnungen fürs Beladen und die Entnahme des Holzes. Dazu gehört auch eine Unterbringungsmöglichkeit für das Holz nach Ende der Arbeiten.
  • Ergonomie: Hier spielen die Erreichbarkeit der Knöpfe und Hebel sowie Lautstärke und die Länge des Anschlusskabels eine Rolle.
  • Praktischer Einsatz: Immer wieder befüllen wir den Holzspalter und entnehmen das gespaltene Holz. Dabei bewerten wir, wie effektiv und zuverlässig die Geräte spalten.

Wir vergleichen einen Holzspalter nach der alten Norm mit fünf Modellen nach neusten Sicherheitstandards

Holzspalter Testsieger: Güde GHS 500 / 6,5 TE

Die getesteten Holzspalter sehen sich im Grunde alle sehr ähnlich. Allein der Güde GHS 500/6,5 TE hat eine unverwechselbare Grundkonstruktion. Alles wirkt etwas solider und stabiler als bei den anderen Geräten. Trotzdem ist der Aufbau den anderen Geräten sehr ähnlich. Allein die Sicherheitsstandards wirken vertrauenserweckender. Noch dazu hat uns das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Mehr Informationen zum Testsieger findest du im Einzeltest zum Güde Holzspalter.

2. Platz: Zipper Holzspalter ZI-HS7TU

Dieses Grün fällt sofort ins Auge. Der „Zipper Holzspalter ZI-HS7TU“ punktet zunächst mit seiner Laubfrosch-Optik. Er hat eine sehr gute Qualität und Spaltleistung. Lediglich der Aufbau und die Unterbringung verweisen ihn auf den zweiten Platz. Mehr Informationen bekommst du im Einzeltest zum Zipper Holzspalter.

Der Zusammenbau des Zipper Holzspalter ZI-HS7TU ist umständlich

Alle weiteren Holzspalter im Test

Auf den ersten Blick wirken alle Holzspalter in diesem Test gleich. Selbst auf den zweiten Blick sind die Unterschiede schwer zu erkennen. Darum versuchen wir die Nuancen so klar wie möglich herauszustellen, damit du dir dein eigenes Urteil bilden kannst.

Grüner Flachmann: Zipper ZI-HS5TN

Der einzige Holzspalter ohne Untergestell im Test erwartet von dir, dass du seine Sicherheits-Seitenwände in der Hocke oder auf den Knien zusammenbaust. Dafür sind diese sehr stabil und sorgen dafür, dass du geschützt das gespaltene Holz entnehmen kannst. Mit einem maximalen Spaltdruck von fünf Tonnen ist der „Zipper ZI-HS5TN“ der schwächste in unserem Testfeld. Das macht sich für dich aber im Dauereinsatz kaum bemerkbar. Zylinderhub und Motorleistung entsprechen in etwa dem der anderen Geräte. Spaltgutdurchmesser und –länge sind mit 250 beziehungsweise 500 Millimetern vergleichbar mit den anderen Spaltern.

Weil der Zipper ZI-HS5TN auf dem Boden liegt, musst du das zu spaltende Holz nicht erst hochheben. Auch die Entnahme erfolgt direkt über den Boden. Allerdings musst du dich für die Arbeitsschritte stets bücken oder knien. Die normgerechte Zweihandbedienung sorgt dafür, dass du nicht versehentlich zwischen Andruckplatte und Holz gerätst. Sicherlich bekommst du mit dem Zipper ZI-HS5TN dein Brennholz gespalten. Allerdings solltest du deinem Rücken zuliebe in ein Gerät mit Untergestell investieren. Oder es dir als Zubehör zulegen. Dann relativiert sich auch wieder der günstigste Preis für den Zipper ZI-HS5TN im Vergleich zu den anderen Holzspaltern im Test. Bei allen anderen ist nämlich ein Untergestell im Lieferumfang enthalten.

Spalten am Boden: Der Zipper ZI-HS5TN kommt ohne Untergestell

Schwachpunkt Gitterbox: Scheppach Holzspalter HL 660 / 6,5 TE

Alles so wie beim Zipper bloß in blau. Oder doch nicht ganz. Denn statt der stabilen festen Seitenwände sorgen beim Scheppach Holzspalter „HL 660 / 6,5 TE“ Drahtgitter für den Schutz des Bedieners oder seines Helfers. Und die sind nicht nur schwierig zu befestigen, sondern auch etwas schwach gebaut. Das macht sich vor allem bemerkbar, wenn sich astiges Holz gegen das Gitter drückt. Darum haben alle Testgeräte mit solchen Sicherheitseinrichtungen Beulen bekommen. Und damit auch keine Topnoten beim praktischen Einsatz. Dabei bewältigt dieser Scheppach Holzspalter seine Aufgaben ohne murren und zu unserer Zufriedenheit. Wohl auch, weil Motorleistung und Zylinderhub ähnlich denen der Konkurrenten sind.

Astiges Holz setzt der Gitterbox des HL 660 / 6,5 TE zu

Günstiger Holzspalter: Stahlmann 7TYHS520-A

Im Prinzip könnte man beim Stahlmann 7TYHS520-A Holzspalter die Beschreibung des Scheppach HL 660 / 6,5 TE eins zu eins übernehmen. Lediglich in der Farbe unterscheiden sich die beiden. Der Unterschied in der Gewichtsangabe ist nicht nachzuvollziehen. Auch der Stahlmann Holzspalter erreicht ein gutes Arbeitsergebnis und ist durchaus zu empfehlen. Vor allem, weil der Holzspalter zu einem erheblich günstigeren Preis angeboten wird. Der Zusammenbau des Untergestells gestaltet sich nicht sonderlich schwierig. Lediglich für ein paar Schrauben benötigst du sehr schlanke Hände und Finger. Mühsam ist das Auflegen des Holzspalters auf das Gestell. Es hat wohl seinen Grund, dass zwei Kranhaken vorne und hinten als Piktogramme aufgedruckt sind.

Außer Konkurrenz: Scheppach Holzspalter HL 650 / 6,5 T

Geht es nach der aktuellen Norm, dann haben wir den „Scheppach HL 650 / 6,5 T“ Holzspalter außer Konkurrenz mitgetestet. Da aber noch einige Tausend Geräte auch anderer Hersteller im Handel verfügbar sind und verkauft werden dürfen, ist es für deine Entscheidung beim Kauf wichtig, wie der Holzspalter im Vergleich abschneidet. Punktabzug bekommt der Scheppach lediglich dort, wo die neue, sicherheitsrelevante Norm ein wichtiges Testkriterium ist.

Die Zweihandbedienung ist beim Scheppach Holzspalter HL 650 / 6,5 T vorhanden und funktioniert ebenso gut wie bei den anderen Geräten. Wir sehen die fehlenden Schutzbleche mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend deshalb, weil sich die Rundhölzer damit erheblich einfacher auflegen lassen. Weinend deshalb, weil die Sicherheit stark begrenzt ist.

Ohne Schutzgitter oder -bleche entspricht der Scheppach Holzspalter HL 650 / 6,5 T nicht mehr der neusten Sicherheitsnorm

So haben wir die Holzspalter getestet

Zunächst spielte der Zusammenbau eine wichtige Rolle. An einzelnen Schraubpunkten bei manchen Holzspaltern kannst du dir fast die Finger brechen, so versteckt sind die Schraubkanäle angebracht. Meist kannst du hier auch mit normalem Werkzeug nichts anfangen, weil du damit nicht in die Zwischenräume kommst. Und du benötigst einige unterschiedliche Schraubenschlüssel- und Schraubendreher-Größen.

Nachdem wir die Holzstämme mit 25 Zentimeter Durchmesser auf 52 Zentimeter Längen abgesägt haben, legen wir diese auf. Den Spaltvorgang starten wir mit der Zweihandbedienung. Eine Hand bedient den Hebel und die andere drückt den Einschaltknopf am Motor. Dadurch wird das Holz nach vorne auf den Spaltkeil geschoben. Ärgerlich ist, dass die Druckplatte weit vor dem Keil stoppt, sodass sich Kurzholz nicht mal bis zur Hälfte spalten lässt. Andererseits haben alle Geräte eine einstellbare Spalthubbegrenzung, die das Spalten von kurzem Holz beschleunigt. Durch die geringen Vorlaufgeschwindigkeiten von etwas über 3,1 Zentimetern pro Sekunde sind alle Holzspalter im Test recht langsam, was ein zügiges Arbeiten erschwert.

Bei unserem Holzspalter Test kommt jede Menge Brennholz zusammen

Welcher Holzspalter ist der richtige für mich?

Zunächst solltest du bei der Produktauswahl vorm Kauf darauf achten, dass der von dir ausgewählte Holzspalter den Sicherheitsvorschriften entspricht. Auch wenn es noch einige alte Geräte auf dem Markt gibt, sollte dir deine Sicherheit und die deiner Helfer am Herzen liegen. Dazu gehört auch die obligatorische Zweihandbedienung, die beim Güde GHS500/6,5TE am optimalsten gelöst ist. Alle unsere Testkandidaten entsprechen der neuen Sicherheitsnorm. Eine Ausnahme bildet der Scheppach Holzspalter Scheppach HL 650 /6,5 T, der nach unseren Recherchen noch in großen Restbeständen erhältlich ist. Diesen haben wir zum Vergleich der neuen mit der alten Sicherheitsnorm mitgetestet.

Außerdem lohnt es sich in ein Untergestell zu investieren. Die Arbeitshöhe ist dann erheblich angenehmer. Allerdings kannst du dafür auch deinen Arbeitstisch oder einen Palettenstapel nutzen. Bei all unseren Testkandidaten ist ein Gestell im Lieferumfang enthalten. Nur beim Zipper ZI-HS5TN musst du noch nachrüsten. Gut ist auch eine große Ablagefläche von der der Helfer bequem das gespaltene Holz herunternehmen kann. Auch diese gefällt uns beim Holzspalter Testsieger von Güde am besten.

Wichtige Fragen zum Holzspalter