Lockmittel für die perfekte Welle – Lockenstäbe auf dem Prüfstand

Lange wurde geglättet und geglättet, aber jetzt sind sie zurück. Locken und Wellen sind wieder im Trend. Mit einem Lockenstab kreierst du genau den Look, den du haben möchtest. Von einem Lockenstab erwarten wir, dass er schnell einsatzbereit ist und die Locken zaubert, die wir uns wünschen.

Generell hast du die Wahl zwischen vier Methoden. Zum einen glatte Lockenstäbe ohne Befestigung für die Haarsträhne, bei denen du die Haare von Hand um das Heizelement wickelst. Zum anderen klassische Modelle, die mit einer Klemme zum Festhalten der Strähne ausgestattet sind. Des Weiteren gibt es die recht neuen Curling Machines, die deine Haare automatisch einziehen. Und letztlich die mit Heißluft arbeitenden Föhnstäbe. Wir haben acht Modelle zwischen 35 und 500 Euro* ins Rennen geschickt, um für dich herauszufinden, mit welchem Gerät du die besten Locken hinbekommst. 

Acht Lockenstäbe im Vergleich. Welcher macht die schönsten Wellen und Locken?

In diesen Kategorien testen wir die Lockenstäbe

  • Verarbeitung: Wir legen Wert auf eine hochwertige Qualität. Bei einem Lockenstab sollte nichts wackeln oder klappern. Das gilt für Griff und Heizelement ebenso wie für die Tasten und das Kabel.
  • Bedienkomfort: Praktisch ist ein Kabel mit einer Länge von mindestens 2,75 Meter. Je schneller die Aufheizzeit, desto besser. Ein Lockenstab wird mitunter richtig heiß, deswegen achten wir auf die Sicherheit. Ist das Gerät so konstruiert, dass das Heizelement die Ablage nicht berührt, wenn du ihn ablegst? Ein Display, an dem du die aktuelle Temperatur ablesen kannst ist ebenfalls praktisch. Zu guter Letzt möchten wir natürlich, dass sich unser Lockenzauberstab auch einfach bedienen lässt.
  • Lockenergebnis: Unsere Königsdisziplin. Wie definiert sind die Locken oder Wellen, die der Lockenstab fabriziert?

Flotter Testsieger: der ghd curve creative curl wand Lockenstab

Da sind wir platt: Die besten Locken beschert uns der ghd curve creative curl wand Lockenstab. Zudem punktet er mit einer ultra kurzen Aufheizzeit. Was unseren Testsieger von ghd neben seiner konischen Spitze von den anderen Lockenstäben im Test unterscheidet, erfährst du in unserem Einzeltest zum ghd.

Preis-Leistungs-Sieger: Braun Satin Hair 7 Lockenstab

Im Grunde ist der Braun „Satin Hair 7“ der Klassiker unter den Lockenstäben schlechthin. Er ist dünn und hat eine Klemme, um die Haarspitze beim Aufdrehen zu fixieren. Da besteht schon mal nicht so oft die Gefahr, sich beim Lockenwickeln die Finger zu verbrennen. Als Extra wirft er eine Ionen-Technologie ins Rennen. Letztere bändigt den so genannten „Frizz“, also zerzauste und strohige Haare. Gleichzeitig verhindert das IONTEC des Braun Satin Hair 7, dass sich deine Haare zu sehr statisch aufladen und verleiht ihnen mehr Glanz. Der Lockenstab mit Klemme ist relativ einfach verarbeitet dafür aber ausgesprochen leicht.

Die Temperatur des Braun Satin Hair 7 reicht von 120 bis 185 Grad. Dabei ist die Aufheizzeit mit 70 Sekunden recht überschaubar. Verwenden kannst du fünf Temperaturstufen. Je höher die Temperatur desto definierter die Locken. Der Durchmesser des keramikbeschichteten Heizelements ist mit 24 Zentimetern einer der kleinsten im Test. Mit dem Braun Satin Hair 7 bekommst du einen Allrounder, der dünne Haare genauso in Form bringt wie dicke. Ein Manko ist das mit 2 Metern verhältnismäßig kurze Kabel. 

Unser Fazit: Ein solides Einsteigermodell, das dank seiner Klemme leicht zu handhaben und mit circa 35 Euro* relativ günstig ist.

Die machen die Welle: Diese Lockenstäbe haben wir ebenfalls getestet

Neben dem starken Testsieger von ghd und dem preiswerten Braun Satin Hair 7 haben wir uns mit sieben weiteren Modellen die Haare schön gemacht. So haben die einzelnen Testkandidaten im Detail abgeschnitten. 

Dyson Airwrap Complete: Mehr als nur heiße Luft

Die neue Technologie von Dyson revolutioniert das Haarstyling. Der „Dyson Airwrap Complete“ arbeitet nur mit warmen Luftströmen, was sehr schonend für deine Haarpracht ist. Den Dyson kannst du als einziges Gerät im Test mit handtuchtrockenen Haaren anwenden. Wie sich die vielgerühmte Neuheit im Test schlägt, erfährst du im Dyson Einzeltest.

Philips StyleCare Prestige: Einfach zu handeln, tolle Locken

Der Philips „StyleCare Prestige BHB876/00“ Lockenstab überzeugt mit seinem automatischen Haareinzug. Der ist so einfach zu handeln, dass er sich auch gut für Anfänger eignet. Du brauchst im Grunde nicht mehr zu tun, als die Strähne in die Öffnung zu halten und einen Knopf zu drücken. Dabei darf die Strähne gerne auch etwas breiter sein, wodurch sich der Lockenstab auch für dickere Haare eignet. Temperatur und Timer kannst du in drei Stufen einstellen. Das reicht unserer Meinung nach vollkommen aus. Je höher die Temperatur und länger der Timer desto definierter deine Locken. Der StyleCare rotiert entweder automatisch in beide Richtungen oder du bestimmst selbst, in welche Richtung er deine Locken zieht. Wählst du die abwechselnde Lockenrichtung aus, lässt das deine Frisur natürlicher wirken. 

Wir finden den Philips Lockenstab relativ schwer. Allerdings fällt das weniger ins Gewicht als gedacht, denn du musst ihn nur senkrecht halten. Um die Locken einzuziehen hältst du den Knopf gedrückt, bis der Signalton zum Loslassen erklingt. Sollte der Einzug einmal blockieren, was in unserem Test sehr selten vorkommt, schaltet sich der Lockenstab sofort ab. Das Ergebnis sind schöne, definierte Locken, die bis zur nächsten Haarwäsche halten.

Unser Fazit: Sehr überzeugende Lockenpracht, angenehmes Handling und damit einer der besten Lockenstäbe im Test. Kostenpunkt: Knapp 100 Euro*.

Golden Curl Gyro Curler 2.0: Hält auch dicke Strähnen problemlos fest

Der Golden Curl „Gyro Curler 2.0“ hat einen Durchmesser von 3,2 Zentimetern. Damit kannst du richtig schöne Wellen kreieren. Gut finden wir, dass die Klemme selbst dickere Haarsträhnen gut fixiert. Der Lockenstab wirkt stabil verarbeitet und liegt rutschsicher und ausgewogen in der Hand. Praktisch: auch ein Hitzehandschuh und zwei Klammern für die Haare sind im Lieferumfang enthalten. Am Heizelement leuchtet laut Beschreibung eine Infrarot-LED-Anzeige, die uns etwas verwirrt, da sie fortwährend rot leuchtet. Des Rätsels Lösung: Die rote Leuchte signalisiert schlicht und einfach, dass der Golden Curl eingeschaltet ist. Nach einer Stunde schaltet sich der Lockenstab automatisch ab und die Lampe erlischt.

Die Temperaturanzeige befindet sich seitlich und ist dadurch unserer Ansicht nach eher ungünstig platziert. Zum Aufheizen bis zur maximalen Temperatur von 200 Grad braucht der Stab ganze drei Minuten. Das ist eine der längsten Zeiten im Test.

Unser Fazit: Wenn du dir sanfte Wellen wünschst, dürfte das Lockenergebnis für dich keine Enttäuschung sein. Für den Golden Curl Gyro Curler musst du etwa 110 Euro* hinblättern.

Wella Pro Curl Conical: Solides Lockeneisen

Der Wella „Pro Curl Conical“ Lockenstab ist eines der kleineren Geräte in unserem Test. Mit einer Klemme fixierst du deine Haare am Heizelement und drehst los. Durch die Klappe ist das Wella Lockeneisen auch für Ungeübte gut zu handeln. Dabei stehen dir Temperaturen zwischen 120 und 190 Grad zu Verfügung. Die kannst du in 20 Grad-Schritten an deinen Haartyp anpassen. Mit einer „Color save“-Funktion eignet er sich auch für colorierte Haare. Das ist einerseits haarschonend, andererseits arbeitet der Stab dann mit geringerer Hitze. Das Ergebnis sind dann eher Wellen als Locken.

Auf dem Display des Wella Pro Curl Conial Lockenstabs hast du die aktuelle Temperatur immer im Blick

Durch die konische Form des Heizelements kannst du die Größe deiner Locken variieren. Allerdings ist der Durchmesser am unteren Ende des Stabs etwas groß geraten, wie wir finden. Dadurch wird der circa 60 Euro* teure Pro Curl auf Dauer etwas schwer. Komfortabel ist das kleine LCD-Display im Griff. Damit hast du die aktuelle Temperatur während des Stylings stets im Blick.

Unser Fazit: Der Schutzmodus für koloriertes Haar ist praktisch, ebenso wie die im Griff integrierte Temperaturanzeige. Das Lockenergebnis ist in Ordnung und dank seiner einfachen Bedienung ist der Wella Pro Curl auch für Anfänger geeignet.

Remington Pearl Pro: Wellen zu kleinem Preis

Der Remington „Pearl Pro“ Lockenstab hebt sich etwas durch sein verspieltes Design von den Konkurrenten im Testfeld ab. Auch verzichtet er auf eine Klemme zum Fixieren der Haare. Ganze neun Temperaturstufen zwischen 130 und 210 Grad kannst du während des Hairstylings verwenden. Ein mitgelieferter Handschuh schützt deine Hände vor Hitze, macht das Abteilen der Strähnen aber etwas schwieriger. Denn der Hitzeschutzhandschuh ist nicht sonderlich filigran gearbeitet und erinnert eher an einen Wollhandschuh. Zudem brauchst du etwas Geduld: Der Remington nimmt sich von allen Kandidaten im Test die längste Zeit zum Aufheizen. Über drei Minuten dauert es, bis er seine maximale Temperatur erreicht hat.

 

Dem Remington Lockenstab liegt ein Hitzschutzhandschuh bei. Im Test braucht der Remington am längsten bis er seine maximale Temperatur erreicht hat

Besonders gut gefällt uns hingegen der Hitzebeutel, in den du den Stab bereits im warmen Zustand einpacken und mitnehmen kannst. Auch das 3 Meter lange Kabel ist sehr komfortabel. Praktisch wenn du mal unterwegs bist und es schnell gehen muss. Mit einem Durchmesser von 3,2 Zentimetern ist der Remington Lockenstab relativ dick und du erhältst mit ihm eher Wellen und Volumen als Locken. Der Remington Lockenstab schlägt mit gerade einmal 35 Euro* zu Buche.

Unser Fazit: Der Remington Pearl Pro eignet sich eher für längere Haare. In unserem Test sind die Locken nach dem Styling mit dem Gerät nicht sehr stark definiert. Da ist die Konkurrenz im Test besser. Zudem gehört er zu den Lockenstäben im Test mit der längste Aufheizzeit.

BaByliss Paris Curl Secret Ionic 2: Solide Curling Machine für gelegentliches Styling

Der BaByliss „Paris Secret Ionic 2“ zieht wie auch das Modell von Philips und der Dyson deine Haarsträhnen automatisch ein. So gesehen eignet sich der Lockenstab auch gut für Ungeübte. Sehr gut finden wir, dass für unterschiedlich dicke Haarsträhnen zwei Lockenaufsätze mitgeliefert werden. Der BaByliss arbeitet mit den höchsten Temperaturen im Test. Du kannst zwischen zwei Stufen wählen: Zwischen 190 bis 210 Grad und zwischen 210 bis 230 Grad. Für jede der beiden Temperaturstufen hast du die Timer-Option 8, 19 und 12 Minuten beziehungsweise 10, 12 und 14 Sekunden. Auch kannst du die Richtung einstellen, in die die Locken gedreht werden. Da hast du links, rechts und abwechslend zu Auswahl. Letztere Einstellung erhöht das Volumen der Haarpracht.

Der BaByliss zieht deine Haarsträhnen automatisch ein und lockt sie

Wir kommen mit dem BaByliss in unserem Test nicht so gut zurecht. Immer wieder verheddern sich unsere Haare im Mechanismus des Lockenstabs. Das ziept beim Entwirren ordentlich. Im direkten Vergleich mit dem ähnlich arbeitenden Philips, reagiert der BaByliss deutlich sensibler und unterbricht das Styling sehr schnell, wenn du mal eine Strähne nicht exakt einlegst. Das kann auf Dauer etwas ermüden. Im Test zeigt sich, dass der Lockenstab sich für dünnes Haar weniger gut eignet. Auch wenn du sehr lange Haare hast, kommt der BaByliss damit nicht wirklich gut zurecht. Während wir bei der Verarbeitung deutlich Luft nach oben sehen, haben wir hinsichtlich Sicherheit und Kabellänge nichts zu meckern. Da ist der BaByliss top. 

Unser Fazit: Für knapp 80 Euro* ist der Secret Ionic 2 ein solider Lockenstab für gelegentliches Styling, der aber nicht mit allen Haarstrukturen klarkommt.

So haben wir getestet

Zunächst haben wir alle acht Testgeräte aus ihrer Verpackung befreit und ihre Verarbeitung und Qualität begutachtet. Da stachen insbesondere der Dyson Airwrap und der ghd heraus. Knapp dahinter lag das Modell von Philips. Dann ging’s ans Locken zaubern. Getestet haben wir die Lockenstäbe an unterschiedlichen Haarlängen und -strukturen. Am vielseitigsten hat sich der ghd herausgestellt. Er kam mit dünnen, dicken, kürzeren und langen Haaren gleichermaßen zurecht. Das Lockenergebnis war bei allen Testmodellen gut bis sehr gut. Gleiches gilt für die Haltbarkeit der Locken. Die lag bei einem Tag und länger.

Die besten Locken gelangen mit dem Philips, dem ghd, dem Golden Curl und dem Braun. Dabei hielten die Locken vom Philips und ghd am längsten. Die Haltbarkeit der Locken beim Dyson hat uns etwas enttäuscht. Dafür punktet er mit Volumen und ist sehr schonend zum Haar. Etwas gehadert haben wir anfangs mit dem Handling. Die Bedienungsanleitungen aller getesteten Lockenstäbe fanden wir ausgesprochen dürftig. Einzelne Funktionen wurden nicht hinreichend erklärt. Hilfreich waren einzig die Piktogramme beim Philips. Aber auch die waren sehr rudimentär. Überrascht hat uns dann doch, wie wenig intuitiv die meisten Stäbe sind. Nach einigen Versuchen hast du den Bogen dann allerdings schnell raus.

Ausprobiert haben wir alle Testkandidaten an unterschiedlich dickem und strukturiertem Haar

Darauf solltest du beim Kauf eines Lockenstabs achten

Da die Geräte im Preis sehr unterschiedlich sind, solltest du dich fragen, wie häufig du den Lockenstab benutzt. Reicht ein günstiges Einsteigermodell, um zu Feierlichkeiten die Haare in Form zu drehen oder kommt der Lockenstab auch im Alltag oft zum Einsatz? 

Möchtest du lieber Wellen oder sollen es dann doch richtig definierte Locken sein? Willst du es wellig, reicht dir vermutlich ein Föhnluftmodell oder ein Lockenstab mit größerem Durchmesser (ab 3 Zentimeter). Für Wellen benötigst du zudem verhältnismäßig geringe Temperaturen und kürzere Einwirkzeiten. Intensive Locken kreierst du hingegen mit Temperaturen ab etwa 180 Grad, denen deine Haare länger ausgesetzt werden. Geräte, bei denen du die Hitze regulieren kannst, eignen sich für verschiedene Stile.

Tolle Ergebnisse erzielen auch Lockenstäbe mit automatischem Haareinzug. Die haben zudem den Vorteil, dass du meist wenig Übung brauchst. Achte darauf, dass der Lockenstab sich für deine Haarstruktur eignet. Manche Modelle kringeln nur dünne Strähnen, während andere sich durchaus auch für kräftige Haare eignen. 

* Alle Preise Stand Oktober 2019

Wichtige Fragen zum Lockenstab