Beschichtung, Herdarten, Brateigenschaft – unsere Kriterien im Bratpfannen Test

Bei der Auswahl der Bratpfannen haben wir nach perfekten Allroundern gesucht. Fleisch soll sich genauso gut braten lassen wie Gemüse. Fisch, Kartoffeln und Eierspeisen dürfen nicht ankleben. Antihaftversiegelte Pfannen benötigen dafür kaum Bratfett, die Beschichtung lässt sich nach getaner Arbeit ruckzuck reinigen. Die für unseren Test ausgewählten Pfannen eignen sich für sämtliche Herdarten. Das ist ein wichtiges Kaufkriterium für Verbraucher.

Wir haben sieben Edelstahlpfannen getestet und drei Modelle aus Aluminium. Alle verfügen über einen Stielgriff und haben die standardmäßigen 28 Zentimeter im Durchmesser. Unsere Ergebnisse sind eine Momentaufnahme am Testtag. Über die Lebensdauer der einzelnen Antihaftbeschichtungen kann nur ein Langzeittest Auskunft geben. Am Testtag haben jedoch alle Beschichtungen ihre Aufgabe problemlos erfüllt.

Nach diesen Kriterien haben wir getestet

  • Qualität: Wie wertig sind Korpus und Beschichtung verarbeitet? Liegt der Boden plan auf der Herdplatte auf? Wie hitzebeständig ist die Pfanne im Ofen?
  • Bedienkomfort: Lässt sich die Bratpfanne gut reinigen? Wie gut liegt sie in der Hand? Ist der Stiel rutschig? Lassen sich Saucen über eine Tropfkante leicht abgießen?
  • Funktionalität: Wie schnell heizen die Modelle sich auf? Halten und verteilen sie die Hitze gleichmäßig? Wie ist das Bratergebnis und die Gleitfähigkeit der Beschichtung?

Unser Testsieger, Mr. Zuverlässig: Tefal E43506 von Jamie Oliver

Bei dieser Pfanne stimmen Optik (Edelstahlkorpus, ergonomischer Griff, gemusterte Beschichtung) und innere Werte. In nur 1:47 Minuten bringt sie beim Test einen halben Liter kaltes Wasser zum Kochen. Ein Spitzenwert. Mit 1,4 Kilogramm gehört die Pfanne zu den Schwergewichten in unserer Auswahl. Das macht sich vor allem beim Braten von Steaks bemerkbar. Das Fleisch erhält ebenmäßige Röststellen, ohne dass das Bratfett überhitzt und zu rauchen beginnt. Die Wärmeverteilung ist gleichmäßig, die -speicherung ordentlich, was dem dicken Sandwichboden zu verdanken ist. Die Beschichtung und eine abgerundete Tropfkante am Pfannenrand überzeugen.

Auch die kleinen Raffinessen der Tefal E43506 machen Spaß: Der angeraute Silikonüberzug des stabilen Pfannenstiels verhindert ein Abrutschen, falls in der Pfanne mal Heißes zu Tisch getragen wird. Ein sogenannter Thermo-Spot, der roter Punkt in der Pfannenmitte, zeigt an, wann die optimale Brattemperatur erreicht ist. 

Fazit: Ob für den ambitionierten Hobbykoch oder als Ausstattung der Familienküche – diese Pfanne ist der perfekte Allrounder.

Der Preis-Leistungs-Sieger: AmazonBasics Bratpfanne

Vom Aussehen her ähnelt die AmazonBasics Bratpfanne dem Testsieger von Tefal. Auch sie besteht aus Edelstahl und besitzt einen gummierten Griff. Der Stiel ist rundlich und schmal, für größere Männerhände fast zu schmal. Mit einem Gewicht von 1,2 Kilogramm liegt sie im Mittelfeld, ihr Sandwichboden ist etwas dünner, aber immer noch ausreichend. Wer seine Pfanne gerne in den Ofen schiebt, muss bei der AmazonBasics aufpassen: Sie verträgt nur eine Temperatur bis 175 Grad.

Die Bratergebnisse im Test sind durchweg erfreulich. Wer Steak brät, darf die Pfanne jedoch nicht zu hoch erhitzen, da das Fett schnell zu rauchen beginnt. Pfannkuchen lassen sich leicht vom Boden lösen, sind jedoch nicht gleichmäßig angebraten. Die Tropfkante am Pfannenrand ist scharfkantig, erfüllt aber ihre Aufgabe. 

Fazit: Viel Pfanne für wenig Geld! Insgesamt fühlten wir uns beim Arbeiten mit diesem Modell wohl und empfehlen es allen, die ein zuverlässiges Kochgeschirr suchen und wenig investieren möchten.

Der Qualitätssieger: Profi Bratpfanne von Anolon

Ein Vorzeigemodell! Bei dieser Pfanne schlägt das Herz eines jeden Kochs höher - und das nicht, weil diese Pfanne von Sternekoch Dieter Müller empfohlen wird. Sie heizt sich gleichmäßig auf und überhitzt nicht. Dadurch lassen sich besonders Fisch, Pfannkuchen und Bratkartoffeln entspannt zubereiten, ohne dass was anklebt oder verbrennt. Das ist sicherlich auch ein Verdienst des hochwertigen Sandwichbodens, dem der Hersteller noch einen leitfähigen Kupferkern verpasst hat. Die Nieten des Stielgriffs sind in den Pfannenrand eingelassen. So lässt sich der Korpus einfacher reinigen. Der ergonomisch gestaltete Stiel aus Edelstahl läuft zum Pfannenrand breit aus. Das gibt beim Heben und Tragen Stabilität und ein sicheres Gefühl.

Fazit: Mit 1,5 Kilogramm Gewicht- der höchste Wert im Test - ist diese Pfanne vielleicht nichts für zierliche Köchinnen, dennoch setzt die Anolon in fast allen Bereichen Bestmarken. Wen ein Anschaffungspreis von weit über 100 Euro nicht abschreckt, wird mit dieser Pfanne viel Freude haben.

Ebenfalls im Test – Infos zu allen weiteren Bratpfannen

In unserem Test haben wir uns die beliebtesten beschichteten Pfannen vorgeknöpft. Auch wenn es nicht alle aufs Siegertreppchen schaffen sind noch sieben weitere Modelle für alle Bedürfnisse dabei.

Gezähmter Teufel: WMF Devil Stielpfanne

Vor dieser Edelstahlpfanne braucht man keine Angst haben. Sie ist fehlerverzeihend. Ihr klassisches Design mutet zunächst etwas bieder an, zeigt dann aber Stärken. So lässt sich der schwarze Kunststoffgriff geschmeidig umfassen. Er ist ausreichend breit und leicht geschwungen. Das gibt Sicherheit beim Tragen der Pfanne. Die WMF Devil belegt in den Testkriterien jeweils vordere Plätze. Sie brät schnell, ohne zu überhitzen, hat eine gleichmäßige Wärmeverteilung und einen Tropfrand. Besonders beim Steakbraten zeigt sie Stärken, das Fleisch bekommt schöne Röststellen. Die Verarbeitung der Pfanne ist tadellos und wertig.

Fazit: Eine hitzebeständige Pfanne für jedermann.

Die WMF Devil zaubert jedem Steak eine leckere Kruste

Die Hitzige: Silit Salto

Theoretisch erfüllt die Silit Salto fast alle Voraussetzungen: aus Edelstahl, mit Tropfrand und einer „Hartversiegelung auf mineralischer Basis“, der selbst 400 Grad im Ofen nichts ausmachen. Im Test dann zunächst die Bestätigung. Mit 1:42 Minuten belegt die Pfanne in der Kategorie „Aufheizzeit“ den Spitzenplatz. Dass sie die Hitze recht ungefiltert aufs Gargut überträgt, bekommen dann die Kartoffeln zu spüren. Es fällt uns schwer, die Brattemperatur zu regulieren. Ist sie zu niedrig, gibt es keinen Rösteffekt, stellen wir sie höher ein, überhitzt die Pfanne sofort und das Fett beginnt zu rauchen. 

Fazit: Eine launische Pfanne, deren Temperament beim Kochen schwer zu zügeln ist. Der Tropfrand ist zu scharfkantig.

Die Silit Salto erhitzte das Wasser im Aufheiztest am schnellsten

Die Sprinterin: Rösle Elegance

Die Edelstahlpfanne sieht aus wie aus der Profiküche entführt. Sie besitzt einen sehr langen Stiel und einen hochglanzpolierten Korpus. Kartoffeln und Steaks bekommen in Nu eine Kruste. Aber auch sie – vergleichbar mit der Silit Salto – überhitzt zu stark, besonders in der Pfannenmitte. Unpraktisch finden wir die Aussparung am unteren Stielende. Dort bleibt man schnell mit dem Finger hängen, außerdem lässt sich der Bereich schwer reinigen. Wenn es fettig zugeht, rutscht einem der runde Edelstahlgriff schnell aus der Hand

Fazit: Auch bei der Rösle Elegance muss man mit niedrigen Brattemperaturen jonglieren und stets darauf achten, dass Kartoffeln & Co. nicht verbrennen.

Die Rösle Elegance sieht aus wie eine Profi-Pfanne

Schwächelnde Schwester: Tefal H80506 von Jamie Oliver

Sie gleicht dem Testsieger und ist ebenfalls aus dem Hause Tefal. Selbst die Beschreibungen auf der Verpackung sind identisch. Dennoch sind es keine Zwillinge. Die Beschichtung der H80506, laut Hersteller ebenfalls eine Prometal Pro-Versiegelungfühlt sich im Test viel glatter an. Die Brateigenschaften sind akzeptabel, jedoch neigt die Pfanne zum Überhitzen. Vielleicht liegt es daran, dass der Boden dünner ist als beim Testsieger. Der Pfannengriff besitzt ebenfalls eine Silikon-Ummantelung. Das ist angenehm und rutschfest, jedoch biegt sich der Stiel bei voller Beladung der Pfanne stark. Ein roter Thermo-Spot in der Mitte hilft Kocheinsteigern die richtige Brattemperatur zu finden. 

Fazit: Eine solide Pfanne mit gutem Handling, aber Schwächen in der Verarbeitung.

Die Tefal H80506 von Jamie Oliver verfügt über einen innovativen Thermo-Spot

Die Verschlafene: Deutschland Pfanne von Fissler

Wie die WMF Devil ein eher klassisches Modell mit schwarzem Kunststoffgriff. Für eine Aluminiumpfanne besitzt die Deutschland Pfanne mit 1,4 Kilogramm ein stattliches Gewicht. Vielleicht erklärt das ihre Trägheit im Einsatz auf dem Herd. Fast vier Minuten braucht sie, um kaltes Wasser aufzukochen. Zeit nimmt sich die Deutschland Pfanne auch beim Braten. Während die Eierkuchen bei den anderen schon auf der zweiten Seite brutzeln, stockt der Teig hier noch gemütlich auf der ersten. Gut gefällt uns das große Fassungsvermögen durch den hohen Pfannenrand - ideal für Familien - und die Literskala auf der Innenseite

Fazit: Wer auf Tropfrand, Ofentauglichkeit (nur bis 80 Grad) und Schnelligkeit verzichten kann, ist mit der Deutschland Pfanne gut bedient.

Die Deutschland Pfanne von Fissler konnte mit einer Literskala punkten

Mit rauer Haut: Rosmarino Bratpfanne

Ein typischer Vertreter der Aluminiumpfannen. Leicht und mit angenehm breitem Griff. Erste Überraschung: Die Pfanne ist nicht ofentauglich. Was schade ist, da man gerne Fleisch und Fisch dort garziehen lässt. Auch die graue Beschichtung unterscheidet sich von den übrigen Testkandidaten. Sie fühlt sich rau an oder wie es der Hersteller nennt: „wie ein Lavastein“. Die Beschichtung erfüllt dann im Test ihre Aufgabe auch vorbildlich. Weder Bratkartoffeln noch Fisch kleben an. Nur der Pfannkuchen sitzt etwas fester in der angerauten Pfanne und lässt sich nicht schwenken. 

Fazit: Die Rosmarino Pfanne ist ein günstiger Allrounder, der aber leider nicht in den Ofen darf.

Die Rosmarino Bratpfanne überzeugt mit ihrem leichten und breiten Griff

Zu schön zum Braten: Palemiso Bratpfanne

Der erste Eindruck: Die Palemiso sieht irgendwie anders aus. Kupferfarben, statt schwarz und mit Gegengriff. Ein Hingucker in der Sammlung. Beim Test fällt uns sofort das Gewicht auf. Sie fühlt sich federleicht an, wiegt nur 800 Gramm. Das ist in unserem Bratpfannen Test der niedrigste Wert. Die Beschichtung – laut Hersteller aus Kupfer, Keramik und Titan – ist extrem glatt. Beim Kochen haben wir das Gefühl, auf einem Spiegel zu braten. Der dünne Aluminiumboden wölbt sich beim Erhitzen, deshalb läuft das heiße Fett zum Pfannenrand. Ein weiteres Manko: der schmale, unangenehm kantige, fast scharfe Stiel. Da hilft der Gegengriff beim Tragen.

Fazit: Das Leichtgewicht eignet sich eher zum Schwenken von Pasta und Backen von Eierkuchen als zum Braten von Steak.

Der Gegengriff der Palemiso Bratpfanne sorgt für mehr Stabilität beim Tragen

So haben wir getestet

Um die Aufheizzeit der Pfannen zu messen, haben wir jeweils 500 Milliliter kaltes Wasser hineingefüllt und es auf einem Induktionskochfeld auf höchster Stufe erhitzt. Dann haben wir die Brateigenschaften verglichen. Dafür bereiteten wir Bratkartoffeln zu. Ein Test mit Aussagekraft, denn durch den hohen Stärkeanteil kleben die Knollen gern fest. Beim Backen von Pfannkuchen haben wir Wärmeverteilung und Gleitfähigkeit der Pfannen begutachtet. Wie gut lassen sich Steaks in beschichteten Pfannen braten? Wir wollten es genauer wissen und haben die direkte Hitzeübertragung ans Bratgut getestet. An Lachsfilets überprüften wir, ob der Fisch womöglich anklebt und dann beim Versuch zu wenden zerfällt. Die Grifftemperatur lag während der Testphase bei allen Modellen im Toleranzbereich.

Welche Bratpfannen wofür benutzen? Das solltest du bei der Kaufentscheidung beachten

Für welche Pfanne du dich entscheidest, hängt von ihren Aufgaben ab. Eine leichte, preiswerte Aluminiumpfanne reicht, um Gemüse anzudünsten oder Pasta zu schwenken. Eine solche empfiehlt sich auch für Rührei-Fans. Das Ei gleitet förmlich auf dem Teflonboden.

Doch welche Pfanne eignet sich für Steaks? Da raten wir, in eine beschichtete Edelstahlpfanne mit schwerem Sandwichboden zu investieren. Solche Pfannen besitzen eine hohe Wärmeleitfähigkeit, speichern die Hitze und stehen fest auf dem Herd. Das ist besonders wichtig, wenn du mehrere Steaks gleichzeitig braten möchtest und die Temperatur nicht absinken darf.

Zum Wenden und Rühren solltest du grundsätzlich Kunststoffheber oder Holzlöffel verwenden. Das schont die Pfanne und verlängert die Lebensdauer. Wer weniger sorgfältig arbeitet, ist mit kratzfesteren Keramikbeschichtungen besser bedient.

Wichtige Fragen zu beschichteten Bratpfannen