Mit Sous Vide garen - 9 Sticks im Vergleich

Für die Sous-Vide-Zubereitung von Gerichten vakuumierst du die Zutaten in einem Kunststoffbeutel. Anschließend legst du den Beutel ins genau temperierte Wasserbad. Für die richtige Temperatur sorgt der Sous Vide Stick.

Die Geräte gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen. Im Test haben wir uns Produkte aus zwei Klassen angesehen – bis 800 Watt und über 800 Watt. Der Unterschied liegt hier vor allem in der Aufheizphase. Leistungsstärkere Geräte bringen das Wasserbad schneller auf die gewünschte Temperatur. Der geringere Stromverbrauch verliert bei den 800er-Geräten angesichts einer längeren Aufheizphase seinen Vorteil. Sobald die einzelnen Geräte die eingestellte Gartemperatur erreicht haben, heizen sie nur noch punktuell nach. Die unterschiedliche Leistung der einzelnen Zirkulatoren spielt dann keine Rolle mehr.

Sous Vide Stick Test Video

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Aufheizdauer: Wie schnell erreicht der Sous Vide Stick die gewünschte Gartemperatur? Wir haben den Temperatursprung von 20 auf 55 Grad untersucht.
  • Geräuschentwicklung: Es kann sein, dass die Geräte mehrere Stunden in der Küche garen. Deswegen müssen sie leise sein.
  • Verarbeitungsqualität und Handhabung: Inwieweit haben die Hersteller gute Materialien verbaut und sich Gedanken über eine intuitive Bedienung gemacht? Wir wollen kochen und nicht erst stundenlang Bedienungsanleitungen lesen.

Unser Testsieger: Der Melianda MA 18100

Der „Melianda“ verfügt über 1.200 Watt und erhitzt das Wasserbad in 13:26 Minuten auf die benötigte Temperatur. Damit zählt er zu den schnellsten Produkten im Test. Er erledigt seinen Job erstaunlich leise, sodass er in der Küchenakustik angenehm verschwindet. Die Verarbeitung ist top, die eingebaute Klemme sitzt sicher am Topf. Das „Schlangendesign“ unterscheidet ihn deutlich von der Konkurrenz, macht aber in der Anwendung keinerlei Unterschied. Die Menüführung über zwei Tasten und das Drehrad gelingt intuitiv. Temperatur und Garzeit lassen sich ruckzuck einstellen, du kannst sofort loskochen. Die Verarbeitung der Bedienelemente ist zudem ausgezeichnet. Weil diese Kriterien allerdings für die meisten von uns getesteten Zirkulatoren gelten, küren wir diesen Stick vor allem wegen seines unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnisses zum Gewinner: 1200er-Power zum Preis eines 800er-Gerätes. Auch schön: Der Testsieger ist in verschiedenen Farben erhältlich.

Wenn der Preis keine Rolle spielt: der Wancle

Am liebsten hätten wir den Stick von Wancle zum Sieger gekürt. Aber er ist einfach zu teuer. Zwar benötigt er fürs Aufheizen vier Minuten länger als der Melianda. Für ein 800-Watt-Gerät ist er aber erstaunlich fix. Bei anderen Produkten in dieser Leistungsklasse läuft die Uhr über die 20-Minuten-Marke hinaus. Außerdem arbeitet das Gerät ähnlich leise, wie der Testsieger. Nur ein Sous Vide Stick war im Gesamttest noch leiser – der Proficook. Display und Bedienbarkeit sind übersichtlich und auf die nötigste Funktionalität reduziert. Es gibt ein beleuchtetes Einstellrad und zwei Touch-Tasten. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Als richtig hilfreich erweist sich der pistolenartige „Abzug“ am Griff, der ein komfortables Anklemmen des Geräts am Wannen- oder Topfrand ermöglicht. Sehr durchdacht! Nur der vergleichsweise hohe Preis kostet den Wancle den Sieg.

Die weiteren getesteten Sticks im Überblick – zuerst die 1200er

Wir führen den Test fort mit den Leistungsstarken 1200 Watt Sous Vide Sticks. Danach kommen die 800 Watt Sous Vide Sticks.

Allpax SVU – der Zwilling des Testsiegers

Wer sich den Gewinner unseres Tests zulegen, aber gerne noch etwa 10 Euro mehr ausgeben und auf alternative Farben verzichten kann, kauft dieses Gerät. Ansonsten ist das Gerät baugleich mit dem Testsieger und erzielt auch in der Aufheizphase eine identische Zeit. Akustisch fällt dieser Test-Stick etwas mehr auf, bleibt aber weit davon entfernt, sich beim Garen unangenehm bemerkbar zu machen. Bedienung und Funktionalität haben ebenso überzeugt wie die Verarbeitungsqualität.

Allpax SV3 App – der Darth Vader unter den Sous Vide Sticks

Das dritte Kraftpaket im Bunde (1100 Watt) erinnert ein wenig an die dunkle Seite der Macht: ein stattlicher Apparat von oben bis unten aus schwarzem Kunststoff. Die 35 Grad-Aufheizphase erledigt er in 14:15 Minuten. Das Problem: Die Heizspirale, die Temperaturfühler und die Zirkulatorschraube sind oben und an den Seiten komplett vom Kunststoffgehäuse umschlossen. So heizt und fühlt sich der Stick zunächst sein eigenes Mikroklima. Der vom Gerät angegebene Temperaturwert weicht deshalb in der Aufheizphase um mehr als fünf Grad von der tatsächlichen Temperatur des Wasserbades ab. Für den Dauerbetrieb ist das unkritisch, weil sich die Gradwerte mit der Zeit angleichen.

Im Aufheizbetrieb ist die Anzeige des Gerätes der Wirklichkeit aber stets deutlich voraus - das gibt Abzüge.

Akustisch brummt der „SV3 App“ unauffällig vor sich hin. Ein Pluspunkt für Technik-Geeks: der Stick lässt sich optional auch über das Smartphone steuern. Die App funktioniert reibungslos, allerdings nur auf Englisch. Weitere Abzüge gibt es bei der Verarbeitungsqualität. Die Klemme für die Befestigung am Topf- oder Wannenrand erweist sich als etwas dünnblechig. Die Steuerung verläuft intuitiv und einfach. Wegen der Option, den Stick per Smartphone ins heimische WLAN-Netz einzubinden, spielt er preislich in einer anderen Liga. Die sonstige Geräteperformance rechtfertigt diesen Preis jedoch nicht.

Aicok Sous Vide 8001 – Kraftpaket mit Trecker-Feeling

Mit 1500 Watt ist der „Aicok“ der kräftigste Stick, den wir getestet haben. Zeitlich weiß er aus diesem Vorsprung allerdings kein Kapital zu schlagen. Der Stick kommt mit insgesamt 13:15 Minuten nur wenige Sekunden schneller ans Temperaturziel als der Testsieger mit seinen 13:26 Minuten. Außerdem wird der Stick während des Aufheizens selbst sehr heiß. Eine solche Erwärmung haben wir bei keinem anderen getesteten Produkt beobachtet. Akustisch erzielt der Aicok von allen neun Geräten das zweitschlechteste Ergebnis, er treckerte im Betrieb vernehmbar. Die Verarbeitungsqualität ist einwandfrei, die Bedienung intuitiv und leicht verständlich.

Die 800er-Geräte im Sous Vide Stick Test

Jetzt kommen die Geräte mit etwas weniger Leistung, was allerdings nicht heißt, dass sie weniger können.

Azrsty BS01 – der Unaussprechliche mit Top-Werten

Kinder können nichts für ihren Namen. So auch der „Azrsty BS01“, dessen unaussprechlicher Name nicht über seine tadellosen Eigenschaften hinwegtäuschen soll. Optisch, in der Verarbeitung und Menüführung gleicht er sehr stark dem Wancle und zählt deshalb zu den Top-Geräten im Test. Beide Zirkulatoren trennen nur Nuancen: Der Azrsty braucht für die Aufheizphase bei identischer Wattzahl eine halbe Minute länger. Zudem dringt er eine Winzigkeit auffälliger in die Küchenakustik ein. Er ist jedoch deutlich günstiger als sein direkter Konkurrent und damit eine echte Alternative zum teuren Wancle.

Caso Design SV 300 – Schönling mit Gewichtsproblemen

Der Stick mit dem glänzenden Kunststoffgehäuse und dem schicken Einstellrädchen an der Seite macht absolut seinen Job. Jedoch nicht sehr schnell! Denn für die Aufheizphase ist das Gerät satte drei Minuten länger unterwegs als der Wancle, der Geschwindigkeitssieger unter den 800ern. Dafür lässt auch er sich intuitiv und einfach bedienen. Die Geräuschemissionen sind absolut unauffällig, wenngleich nicht so leise wie beim Sieger in der Akustik-Kategorie, dem Proficook-Stick. Allerdings hat das Designgehäuse sein Gewicht. Der „Caso Design SV 300“ liegt mit rund einem halben Kilo mehr auf den Rippen deutlich schwerer in der Hand als die Konkurrenz. Es kommt aber nicht darauf an, wie das Gewicht in der Hand liegt, sondern wie es am Topf klemmt. Und das gelingt diesem Stick einwandfrei. Preislich liegt er deutlich über der leiser arbeitenden Konkurrenz. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also verbesserungsfähig.

Springlane Sous Vide Stick Henry – am Ende leider nicht empfehlenswert

Eigentlich stellt sich der „Henry“ in der Küche wie jeder andere solide Sous Vide Stick im Test dar: leichte Bedienbarkeit, übersichtliche Menüführung, Aufheizphase von 19:25 Minuten. Die separat mit dem Topf oder der Wanne verschraubbare Halterung für den Stick, durch den der Zirkulator hindurchgeschoben wird, gefällt uns von allen Testgeräten sogar am besten – perfekter Sitz. Im Betrieb ist der Stick jedoch so nervtötend laut, dass an einen längeren Einsatz nicht zu denken ist. Die Zirkulationsschraube liegt baulich so dicht an der Heizspirale, dass sie bei jeder Umdrehung dagegen schlägt – Metall auf Metall, ein endloses Klappern.

Proficook Sous Vide PC-SV 1160 – Silent Hero mit Verarbeitungsdefiziten

Kein Stick im Test war so leise wie der „Proficook“, das absolute Maß der Dinge! Die Aufheizphase übersteht er dann noch mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 20:32 Minuten. Bei der Verarbeitungsqualität muss das Gerät dann Federn lassen. Das wie ein Band um den Stick gelegte Einstellrad für Zeit und Temperatur lässt sich nur schwergängig und unpräzise bedienen. Auch die Touch-Knöpfe oben auf dem Stick verrichten nicht auf Anhieb ihren Dienst. Die gesamte Haptik im Steuerungsbereich wirkt alles andere als hochwertig. Schade, denn der Preis ist absolut verlockend.

So haben wir die Sous Vide Sticks getestet

Um die Dauer der Aufheizphase zu bestimmen, haben wir jeden Stick an einer Wanne mit 6 Litern Wasser befestigt. Zu Beginn betrug die Wassertemperatur jedes Mal 20 Grad. Anschließend wurde die Zeit gemessen, die der Stick benötigt, um auf 55 Grad hoch zu heizen. Mit einem separaten Thermometer haben wir die auf dem Stick-Display angezeigte Temperatur mit der tatsächlichen Wassertemperatur verglichen. Außer beim „Allpax SV3 App“ waren die Abweichungen minimal.

Für den Akustik-Vergleich wurden die Sticks in einer Küche ohne Nebengeräusche nach- und nebeneinander betrieben. Die akustischen Unterschiede waren offenkundig. Sticks, die sich akustisch nicht unterscheiden ließen, erhielten dieselbe Bewertung.

Um die Handhabung zu testen, haben wir versucht, die Sous Vide Sticks ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung intuitiv zu bedienen. Nach nur wenigen Versuchen gelang uns das bei allen Geräten gleichermaßen. Die Verarbeitungsqualität wurde durch mehrfachen Einsatz jedes Sticks im regulären Zubereitungsumfeld begutachtet.

Möchtest du Fleisch oder Gemüse mit der Sous-Vide-Methode zubereiten, benötigst du zum Einschweißen der Zutaten einen Vakuumierer. Welcher sich für deine Zwecke eignen, erfährst du in unserem Vakuumierer Test.

 

Welchen Sous Vide Stick kaufen – darauf solltest du achten

Sous Vide Garen liegt im Trend. Kein Wunder, dass immer mehr Hersteller auf den Zug aufspringen und eigene Geräte auf den Markt bringen. Sie bieten Sous Vide Sticks als Präzisionsgeräte an, die eine gradgenaue Zubereitung ermöglichen. Deshalb sollten die vom Stick gemessenen und angezeigten Temperaturwerte stimmen.

Unsere Erfahrung beim Testen hat gezeigt, dass die Lautstärke und die Aufheizdauer wichtige Kriterien bei der Kaufentscheidung sind. Gelegentlich sind Sous Vide Sticks stundenlang im Einsatz. Wie ein Kühlschrank oder ein Backofen sollten sie diesen Job so leise wie möglich verrichten. Die Aufheizdauer wird maßgeblich von der Wattzahl bestimmt. Wer sein Fleisch schnell auf dem Teller haben möchte, sollte hier zu einem Gerät mit um die 1.200 Watt greifen. Nachteil dieser Geräte ist allerdings der meistens höhere Kostenpunkt. Unser Testsieger, der Melianda fällt hier positiv aus dem Rahmen, denn er bietet viel Power zu einem dennoch günstigen Preis.

Wichtige Fragen zum Sous Vide Garen