Welcher Schmortopf brät am besten – 10 Töpfe im Härtetest

Ob für saftiges Gulasch, für den krossen Schweinebraten oder für die die knusprige Weihnachtsgans, ein Bräter kommt vor allem in der kalten Jahreszeit zum Einsatz. Doch wie unterscheiden sich die Töpfe? Welcher brät besonders gut an? Und welcher hält die Hitze optimal? Wir haben zehn Modelle auf den Prüfstand gestellt und sie einen Tag lang ausprobiert – vom Fleisch anbraten bis zum Saubermachen. Natürlich spielen auch Handhabung, Qualität, Design und Preis eine Rolle. Wir arbeiten in einer Kochredaktion und kennen uns daher gut mit Schmortöpfen aus. Deshalb haben wir uns für folgende Testkriterien entschieden.

In diesen Kategorien haben wir die Bräter getestet

  • Qualität: Wichtig ist uns hier, wie gut Topf und Deckel verarbeitet sind. Macht der Schmortopf einen hochwertigen Eindruck? Auch das Material, die Induktionseignung und das Zubehör gehen in die Bewertung mit ein.
     
  • Handhabung: Wie schwer ist der Topf? Wie ist die Haptik von Topf und Deckel? Kann man den Schmortopf gut mit Topfhandschuhen greifen? Auch das Volumen der Bräter ist ein relevantes Kriterium für uns.
     
  • Reinigung: Wir möchten wissen, wie gut sich der Bratensatz nach dem Fleisch anbraten wieder löst.
     
  • Schmorergebnis: Wie schmeckt Gulasch mit Zwiebeln aus den verschiedenen Brätern. Wer bekommt die perfekten Röstaromen hin? Die unterschiedlichen Materialien Edelstahl, Gusseisen und antihaftbeschichtetes Aluguss möchten wir zudem in der Schmorphase im Ofen beziehungsweise auf dem Herd testen. Die meisten Modelle halten Temperaturen von 240 bis 260 Grad im Ofen aus.
     
  • Optik und Design: Wie sieht der Bräter allgemein aus? Hat er eine besondere Farbe oder hübsche Designelemente? Ist er ein Hingucker in der Küche?

Wir haben mit zehn Brätern Gulasch gekocht und sie in unterschiedlichen Kategorien getestet

Testsieger: Le Creuset Signature Gusseisen-Bräter

Der kirschrote Topf aus Gusseisen ist nicht nur ein Hingucker in der Küche, sondern hat uns vor allem wegen seiner exzellenten Kocheigenschaften überzeugt. Das Zubereiten des Gulaschs ist darin eine echte Wonne. Weitere Besonderheiten und detaillierte Testergebnisse findest du im Einzeltest zum Le Creuset Gusseisen-Bräter.

Preis-Leistungs-Sieger: Silit Multibräter

Du möchtest gute Qualität zum kleinen Preis? Dann ist der Silit Multibräter die beste Wahl. Der große Edelstahl-Schmortopf punktet durch eine gute Qualität und eine einfache Handhabung. Weitere Besonderheiten und detaillierte Testergebnisse findest du im Silit Multibräter Einzeltest.

Designsieger: Rösle Bräter Majolica

Im Gesamtranking hat es der „Majolica Bräter“ von Rösle zwar nur auf den vierten Platz geschafft, ist aber für uns der geheime Platz drei mit 8,4 von 10 Punkten. Denn der gusseiserne Bräter von Rösle besticht durch sein außergewöhnlich schickes Design, seine tolle graue Farbe (innen übrigens ein helles beige) und seine guten Kocheigenschaften. Fleisch brät in ihm mit einer schönen Kruste an und dank des Gusseisens hält er die Temperatur sehr lange. Im Gegensatz zu den Konkurrenten, die nur bei maximal 260 Grad in den Ofen dürfen, hält der Rösle es bei bis zu 400 Grad aus.

Wenn du einen kleineren Bräter für den 2-Personen-Haushalt suchst, ist dieses Modell perfekt. Mit einer Länge von 31 Zentimetern und 6 Litern Inhalt bietet er genügend Platz für ein festliches Essen zu zweit.

Während der Rand des Majolica sehr hoch daherkommt, ist die Anbratfläche dafür verhältnismäßig klein. Preislich liegt er im Mittelfeld, verspricht aber dank guter Qualität eine lange Lebensdauer. Die Reinigung muss per Hand erfolgen, ist aber dank Emaillebeschichtung einfach. Wie der Le Creuset Bräter besteht er aus Gusseisen und ist deshalb mit 7 Kilogramm recht schwer. Dafür hat er super Hitzespeicher-Eigenschaften. Mit diesem Topf machen das Kochen und Schmoren richtig Spaß. Dank schickem Design darf er auch mal auf der Küchenzeile stehen bleiben.

Alle weiteren Bräter Modelle im Überblick

Welche Bräter haben uns ebenfalls begeistert und welche haben beim Test weniger überzeugt? Welcher Topf hat gute Koch- und Schmoreigenschaften? Können alle Hersteller halten, was sie versprechen? Diese und noch mehr Fragen beantworten wir hier.

Allround-Profi: WMF Bräter

Das elegante Design des ovalen WMF Bräters fällt uns gleich positiv auf. Auch die Qualität und die Brateigenschaften können uns überzeugen. Damit hat es dieser Schmortopf im Gesamtranking zusammen mit dem Silit auf Platz 2 geschafft. Alle Besonderheiten und detaillierte Testergebnisse findest du im WMF Bräter Einzeltest.

Allzwecktopf: Zwilling Plus Multi-Bräter

Der Multi-Bräter „40993-000-0 Plus“ von Zwilling ist unser 3. Platz im Bräter Test. Der ovale Topf wartet mit einem Fassungsvermögen von 8,5 Litern und einer Länge von 38 Zentimetern auf. Damit reiht er sich in die klassische Größe der getesteten Edelstahl-Bräter ein und ist ideal für große Bratenstücke. Den mehrlagigen, induktionsgeeigneten Sandwichboden findest du auch im Deckel – damit ist dieser auch zum Garen auf dem Herd geeignet – sehr praktisch!

Zudem wird ein Gitter für den Bräter mitgeliefert. Egal ob du braten, schmoren, dünsten oder gratinieren willst – dieser Multitopf kann alles. In unserem Test kann er uns überzeugen, da er eine große Bratfläche hat, einen hochwertigen Eindruck macht, die Griffe eine optimale Größe haben und beim Kochen kühl bleiben. Zudem ist das Bratergebnis gut und auch das Reinigen geht problemlos.

Marken-Topf: Schulte-Ufer 6789-38 Multi-Bräter

Der Bräter mit der Modellnummer 6789-38 vom Markenhersteller Schulte-Ufer kommt mit einer Länge von 38 Zentimetern und einem Inhalt von 9 Liter daher. Von den Edelstahl-Modellen gefällt er uns am wenigsten, schneidet aber trotzdem mit 7,9 von 10 Punkten recht solide ab. Das liegt daran, weil das Fleisch beim Braten in unserem Test mehr am Boden ansetzt als bei den anderen Modellen. Er braucht im Vergleich zu den anderen Schmortöpfen zudem länger zum scharf Anbraten.

Gut gefallen haben uns die großen Griffe und der angenehm hohe Rand des Bräters. Nach dem Kochen lässt sich der Topf gut reinigen. Insgesamt hat das Material eine gute Qualität. Der Topf ist induktionsgeeignet, den Deckel kann man allerdings nur als Servierpfanne oder Auflaufform verwenden, aber nicht zum Braten. Da haben die anderen Modelle mehr zu bieten. Praktisch: Ein Drahteinsatz ist als Extra-Zubehör erhältlich.

Für Jamie-Fans: Tefal E85706 Jamie Oliver 2in1 Multi-Bräter

Der ovale Bräter „E85706 Jamie Oliver“ hat eine Länge von 38 Zentimetern und fasst 8,5 Liter. Er besteht aus hochwertigem Edelstahl und hat in unserem Test mit 7,9 von 10 Punkten abgeschnitten. Der Tefal Bräter eignet sich für alle Herdarten – also auch für Induktion. Der Topf hat einen starken, mehrlagigen Kapselboden für eine perfekte Hitzeverteilung. Das Anbraten von Fleisch und Zwiebeln geht auch sehr gut. Der Edelstahldeckel hat eine exklusive Jamie Oliver Gravur, kann auch zum Braten oder als Auflaufform verwendet werden und ist ebenfalls induktionsgeeignet.

Das Design gefällt uns insgesamt gut, die Handgriffe könnten allerdings größer sein. Zudem sind diese mit Nieten aufgesetzt, was uns optisch nicht so gut gefällt. Das Reinigen geht problemlos. Besonderheit: Als einziger Bräter trägt er die Angabe spülmaschinenfest. Für alle Jamie-Fans ein Must-have in der Küche, für alle anderen gibt es bessere Modelle.

Platzwunder: Karcher Bräter 2in1

Der 2in1 Bräter von Karcher ist aus Aluguss gefertigt und verfügt über eine Antihaftbeschichtung. Er hat das größte, getestete Fassungsvermögen von 8,7 Litern und eine rechteckige Form. Praktisch: Den Deckel kannst du aufgrund der typischen Einkerbungen auch als Grillpfanne oder Auflaufform verwenden. Im Lieferumfang ist ein roter Topfhandschuh enthalten. Diesen brauchst du, denn auch hier werden beim Braten die Griffe leider sehr heiß. Dadurch fällt die Handhabung schwer. Das getestete Modell ist als einziges im Test nicht induktionsgeeignet.

Das Anbraten des Fleischs geht gut, es setzt nicht an und bräunt rundherum gut. Die Reinigung geht ebenfalls sehr leicht. Trotzdem würden wir uns dieses Modell nicht kaufen, da es insgesamt einen nicht so hochwertigen Eindruck wie die Konkurrenzmodelle macht und durch die heißen Griffe schwer zu handhaben ist. Wenn du aber einen großen Bräter mit viel Fassungsvermögen suchst, bist du mit diesem Modell sehr gut beraten.

Mit Aromaknopf: ELO 82662 Bräter Pure Trend Induktion

Der Aluguss-Bräter „Pure Trend“ von ELO hat eine rechteckige Form (40 x 26 Zentimeter), ist induktionsgeeignet und hat eine große Fläche zum Anbraten. Das Fassungsvermögen beträgt 8 Liter bei nur 2,7 Kilogramm Gewicht – damit gehört er zu den leichten Brätern unseres Tests. Auffallend ist bei diesem Bräter der Glasdeckel mit Aromaknopf. Hier kannst du während des Schmorens Flüssigkeiten nachtropfen lassen. Der Deckel sitzt aber leider nicht ganz fest auf dem Topf, er wackelt etwas.

Im antihaftbeschichteten Topf brät das Fleisch gut an und wird schön braun. Allerdings werden auch bei diesem Aluguss Topf die Griffe sehr heiß. Du brauchst deshalb Ofenhandschuhe beim Kochen und Hantieren. Aber Vorsicht: Die Griffe sind sehr klein – nicht danebengreifen! Die Reinigung geht hingegen sehr einfach. Was uns gut gefallen hat: Im Lieferumfang ist ein praktischer Grilleinsatz enthalten. Der Bräter darf ohne Deckel bei maximal 240 Grad in den Ofen. Mit Deckel sind es sogar nur 180 Grad.

Das Leichtgewicht: Kela 15153 Bräter

Der ovale Bräter „Kerros“ von Kela aus beschichtetem Aluguss hat ein Fassungsvermögen von 8 Litern und ist mit einem Glasdeckel ausgestattet. Dabei wiegt er insgesamt nur 2,7 Kilogramm und ist damit der leichteste Bräter des Tests. Durch den „Aromaknopf“ im Deckel kannst du Flüssigkeiten wie Wein oder Brühe langsam in den Bräter tropfen lassen. Das funktioniert zwar, allerdings wirklich sehr langsam. Der Glasdeckel beschlägt durch den Dunst und du kannst das Geschehen im Inneren nicht mehr betrachten.

Durch die keramische Antihaftbeschichtung braucht der Bräter weniger Bratfett und lässt sich exzellent reinigen. Die Bratfläche kommt uns kleiner vor als bei den restlichen getesteten Modellen. Die Griffe werden beim Wasserkochen und Braten sehr heiß. Außerdem braucht dieser Topf länger zum Fleisch bräunen. Im Backofen hält der Kela es mit Deckel bei 180 und ohne bei 230 Grad aus.

So haben wir die Schmortöpfe getestet

Wir haben die Bräter einen Tag lang ganz genau unter die Lupe genommen. Zunächst wurden die Bräter und das eventuell vorhandene Zubehör ausgepackt und wir haben uns das Material, die Verarbeitung der Töpfe und Griffe angesehen. Zudem wurden alle Töpfe mit Deckel gewogen und die allgemeinen Daten wir Fassungsvermögen, Größe, Herdeignung notiert.

Dann haben wir in jedem Topf ein Liter kaltes Wasser zum Kochen gebracht und die Zeit gemessen. Diese gab uns einen Hinweis auf die Wärmeleitfähigkeit des Bräters. Danach haben wir in allen Töpfen 1 EL Butterschmalz mit Gulaschfleisch und Zwiebeln angebraten. Hier konnten wir das Bratergebnis und die Handhabung mit dem Topf bewerten. Zu guter Letzt haben wir die Töpfe gereinigt, um zu sehen, wie leicht oder schwer das möglich ist. Wir haben alle Bräter per Hand mit Spüllauge und Schwamm gesäubert. Interessant: Nur ein Modell hat die Angabe „spülmaschinenfest“ vom Hersteller bekommen.

Wir haben, um die Wärmeleitfähigkeit der Bräter zu bewerten, mit jedem Modell 1 Liter Wasser zum Kochen gebracht

Das solltest du beim Kauf eines Bräters beachten

Allgemein haben wir festgestellt, dass die Edelstahl-Bräter der Markenhersteller sehr ähnlich sind. Kleine Details wie das Design der Handgriffe und Zubehör wie Siebeinsätze machen den Unterschied aus. Die gusseisernen Modelle haben uns wegen der guten Brateigenschaften insgesamt am meisten überzeugt. Sie versprechen lebenslanges Bratvergnügen. Durchgefallen sind bei unserem Test die Aluguss-Töpfe. Diese braten zwar ohne Haften an und lassen sich sehr gut reinigen, aber die Griffe werden beim Anbraten so heiß, dass man ohne Topflappen nicht kochen kann. Für uns ein Ausschlusskriterium für einen guten Bräter.

Wo ist der Unterschied zwischen den Materialien Gusseisen, Edelstahl und Aluguss?

  • Gusseisen ist das klassische und bewährteste Material für einen Bräter. Es speichert Hitze rundherum bis zum Deckel, sodass später eine niedrigere Temperatureinstellung ausreicht. Moderne Töpfe sind innen und außen emailliert und rosten deshalb nicht. Nachteile: Sie sind sehr schwer und recht teuer.
     
  • Edelstahl leitet Wärme zwar weniger gut, die Modelle aus diesem Material sind aber handlicher und pflegeleichter. Ein runder Bräter lässt sich auch als Kochtopf nutzen.
     
  • Aluguss Bräter sind antihaftbeschichtet. Deshalb brauchen sie wenig Fett und lassen sich leicht reinigen. Trotz seines niedrigen Gewichts verteilt Aluguss die Wärme gut, hält sie allerdings weniger lange als Gusseisen. Vorsicht: Die Griffe können schon beim Anbraten auf dem Herd sehr heiß werden.

Wichtige Fragen zu Brätern