Öffnen leicht gemacht – 8 Dosenöffner im Test

Mal schnell eine Dose aufmachen? Gar nicht so einfach. Oft fängt es schon beim Ansetzen an: das Rädchen greift nicht richtig, die Konservendose zerbeult und du musst sehr viel Kraft aufwenden, um den Deckel zu lösen. Genau deswegen haben wir acht manuelle Dosenöffner genau unter die Lupe genommen. Vom Sicherheitsdosenöffner über klassische Edelstahl Modelle bis hin zu Büchsenöffnern mit mehreren Funktionen. Denn das für uns perfekte Gerät schneidet schnell, liegt gut in der Hand und verursacht keine scharfen Kanten.

In diesen Kategorien testen wir

  • Qualität: Wie ist das Gerät verarbeitet? Schneidet es zuverlässig durch das Metall?
  • Bedienkomfort: Wieviel Kraft müssen wir aufwenden? Wie gut lässt sich der Dosenöffner verstauen? Und hat er mehrere Funktionen?
  • Ergonomie: Liegt der Dosenöffner gut in der Hand? Hinterlässt er scharfe Kanten? Hat der Öffner einen rutschfesten Griff?
  • Design: Kann er nicht nur was, sondern sieht auch schick aus? Da einige Modelle eine Aufhängeöse haben, sollte er sich auch optisch gut am Haken machen.

8 beliebte Dosenöffner stehen auf dem Prüfstand. Wir öffnen mit ihnen Konserven, Flaschen und das ein oder andere Schraubglas

Testsieger Oxo Good Grip – Sauber, sicher, schnell

Schnell und sicher eine Dose öffnen ­– mit dem „Good Grip“ von Oxo funktioniert das buchstäblich im Handumdrehen. Dank rutschfestem Griff und Flügelrad, seinem geringen Gewicht und einer „Einrastfunktion“ begeistert der Testsieger mit seinem hohen Bedienkomfort. So funktioniert‘s: Den grauen Knopf an der Oberseite betätigen, an die Konservendose ansetzen, Griff zusammendrücken und schon rastet der Knopf wieder ein und erspart dir so zusätzlichen Kraftaufwand.

Weitere Pluspunkte bekommt der Good Grip für seinen integrierten Magneten. Ist der Deckel erst einmal abgelöst, kann er dank dem kleinen Helfer ganz unkompliziert angehoben werden. Auch toll: das kleine Sichtfenster zum einfachen Ausrichten des Öffners an der Dose. Doch natürlich ist auch ein Testsieger nicht perfekt. Abzüge gibt es für die nicht vorhandene Aufhängeöse und den fehlenden Kapselheber. So erweist sich der Heber insbesondere beim Öffnen von Glaskonserven als sehr hilfreich. Falls du auf der Suche nach einem Modell bist, das sein Kerngeschäft komfortabel und schnell erledigt, dann könnte unser Testsieger deine gute Wahl sein.

Preis-Leistungs-Sieger von Wenco – Günstig und zuverlässig

Gute Leistung zum geringen Preis – das liefert der Sicherheitsdosenöffner „Wenco 510899”. Schon für knapp 9 Euro* bekommst du mit dem Sicherheitsdosenöffner ein solides Modell. Das Leichtgewicht in unserem Test bringt lediglich 141 Gramm auf die Waage, lässt sich leicht bedienen und öffnet Dosen ohne scharfe Kanten. Zu der guten Leistung trägt neben dem schmalen Griff auch das geriffelte Flügelrad bei. Dieses gefällt uns zwar beim ersten Anblick wegen seiner Größe weniger, überzeugt dann aber im Test. Denn die große, rutschfeste Grifffläche lässt sich gut fassen und ohne großen Kraftaufwand leicht drehen.

Neben der integrierten Greifzange hat auch dieser Deckelöffner eine Aufhängeöse. Alles in allem ist der Öffner prima für Links- und Rechtshänder geeignet. Aber das ist auch alles, was er kann. Weitere Funktionen suchen wir vergebens, doch das ist im Hinblick auf den unschlagbaren Preis auch annehmbar.

Alle weiteren Dosenöffner im Test

Neben dem Testsieger und dem Preis-Leistungs-Sieger haben wir noch sechs weitere Dosenöffner getestet. Hierbei ist es uns wichtig, sowohl Modelle aus Edelstahl als auch aus Kunststoff unter die Lupe zu nehmen. In welchen Punkten sich die Testprodukte noch unterscheiden, dass verraten wir hier.

Der Elegante: Rösle Zangen-Dosenöffner

In der Schublade verstecken? Nein, der „Rösle Zangen-Dosenöffner” will mit seiner eleganten Edelstahl-Optik in der Küche präsentiert werden. Dafür ganz praktisch ist die große Öse, mit der du den Öffner prima an einer Küchenleiste aufhängen kannst. Dort ist er mit seinen hochwertigen Zangengriffen und dem geschwungenen Flügelrad ein Hingucker.

Aber wie sieht es mit der Bedienbarkeit aus? Hier haben uns tatsächlich die Griffe und das Flügelrad Schwierigkeiten bereitet. Denn zum einen sind die für kleinere Hände doch recht dicken, zylindrischen Griffe schwer zu halten und zum anderen ist das Drehen des schmalen, geschwungenen Flügels sehr gewöhnungsbedürftig. Aber hast du den Dreh raus, lässt sich die Dose sauber und ohne scharfe Kanten öffnen. Letztendlich gibt es aber trotzdem dafür etwas Punktabzug, ebenso wie für den recht hohen Preis und das Fehlen weiterer Funktionen wie einem Kapselheber.

Der Griffige: Tupperware Dosenöffner

Was ist denn das? Eins ist sicher, der „Tupperware Dosenöffner” erweckt mit seinem Aussehen sofort Neugierde. Den großen schwarzen Griffring und die Zangengriffe aus rotem und schwarzem Kunststoff will man – ob Rechts- oder Linkshänder sofort in die Hände nehmen und ausprobieren. Also Dose her und los geht‘s: Öffner mit geöffnetem Griff von oben auf die Dose setzen, Griffzange schließen und mit der anderen Hand in den Griffring fassen – je nach Handgröße kannst du bis zu vier Finger durch den Ring führen und die Hand zu einer kleinen Faust formen – dann geht das Drehen des Schneidrads mit wenig Kraftaufwand. Ist die Dose geöffnet, lässt sich der ohne scharfe Kanten abgetrennte Deckel mit der Zange abheben. Mit der Schneidleistung sind wir hier dank der scharfen Klingen sehr zufrieden.

Wird der Dosenöffner nicht benötigt, lässt er sich platzsparend in der Schublade verstauen. Prima, doch haben wir auch einige Punkte gefunden, die uns am Büchsenöffner von Tupper weniger gefallen: der ergonomische Griff ist leider nicht rutschfest. Zudem hat das Gerät keine Zusatzfunktionen wie einen Kapselheber für Kronkorken und ist preislich mit Abstand der teuerste Dosenöffner in unserem Test

Vielseitiger Klassiker mit Schwächen: WMF TinUp

Fast vollständig aus Edelstahl gefertigt, begeistert der „WMF TinUp“ bereits auf den ersten Blick mit seiner hochwertigen Optik. Und auch die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten überzeugen. Neben seiner Kernkompetenz, dem Dosenöffnen, entfernt der seitliche Kapselheber Kronkorken und erleichtert das Öffnen von Glaskonserven. Praktisch ist auch die kleine Greifzange für abgelöste Deckel und eine Aufhängeöse oberhalb des Flügelrads.

Aufgrund der handlichen Größe, kann er jedoch auch problemlos in der Schublade verstaut werden. Abzüge bekommt der Edelstahl Dosenöffner für die schwere Anwendung. Denn obwohl der Griff gut in der Hand liegt, haben wir Probleme den TinUp anzusetzen - es ist viel Kraft notwendig, um die Dose zu öffnen. Verbesserungsbedarf herrscht auch bei dem Flügelrad aus glattem Kunststoff. So würden Rillen oder eine Gummioberfläche einen festeren Griff ermöglichen und die Anwendung erleichtern. 

Der Funktionale: Silit Profi Dosenöffner

Der „Silit Profi” ist der solide Arbeiter unter den manuellen Dosenöffnern, der seine Aufgaben gewissenhaft erledigt, sich dabei aber weder optisch noch funktional in den Vordergrund spielt. Seine Kernkompetenz, das Dosenöffnen, funktioniert leichtgängig. Das breite Flügelrad mit Rillen lässt sich einfach drehen und mit nur einer Umrundung der Dose trennt das Schneidrad aus Edelstahl den Deckel ohne scharfe Kanten von der Büchse.

Mit der seitlich integrierten Zange lässt sich der abgeschnittene Dosendeckel anschließend abheben. Ist die Dose geöffnet, löst der Profi mit seinem Kapselheber auch noch Kronkorken von Flaschen. Einziger Schwachpunkt bei der Handhabung: Der Griff aus Kunststoff ist sehr breit und kann bei kleinen Händen in den Handballen unangenehm eindrücken. Und noch ein Wort zur Aufbewahrung: Der Öffner ist mit 23 Zentimetern zwar ziemlich lang, aber dennoch kompakt genug, um ihn in einer Schublade zu verstauen.

Mittelmäßig trotz vieler Funktionen: Kuhn Rikon Master Opener

Der „Master Opener“ von Kuhn Rikon macht seinem Namen alle Ehre. So entfernt der Mehrzwecköffner nicht nur Dosendeckel, sondern auch Kronkorken, Schraubverschlüsse und öffnet Aufreißlaschen. Weitere Pluspunkte gibt es für die Öse, den Kapselheber, eine gute Verarbeitung, runde Kanten und den Druckknopf an der Seite. Mit diesem betätigst du eine kleine Greifzange und entfernst so schnell und sicher den abgelösten Deckel.

Doch was ist mit dem Bedienkomfort und der Optik? Hier offenbart der Master Opener seine Schwächen. Denn mit 24 Zentimetern ist der größte Testkandidat insbesondere für kleine Hände unhandlich. Große Hände könnten hingegen Platzprobleme bekommen, da der Griff beidseitig begrenzt ist. Zudem sind weder Flügelrad noch Griff beschichtet. Die Folge: Wir müssen mehr Kraft als bei vergleichbaren Modellen aufwenden. Und auch die Optik überzeugt uns nicht – zu groß und zu viel Kunststoff – da verschwindet der Öffner besser direkt wieder in der Schublade. 

Der Zweckmäßige: Leifheit Exact Dosenöffner

Ohne viel Schnickschnack und dafür umso leichtgängiger erfüllt der „Exact“ von Leifheit seinen Job. Hierbei gefällt uns vor allem sein geringes Gewicht und die verschiedenen Funktionen, die der günstige Büchsenöffner zu bieten hat. Neben einem Kapselheber für Kronkorken und Glaskonserven hat er auch eine praktische Aufhängeöse integriert.

Und die Schwachstellen? Designliebhaber sollten eventuell zu einem anderen Testkandidaten greifen. So sind Griff und Flügelrad aus glänzendem, weißem Kunststoff gefertigt, welches nicht sehr hochwertig wirkt. Weiterer Minuspunkt: die scharfen Kanten! Denn der Öffner schneidet nicht am Dosenrand, sondern wird seitlich angesetzt. Trotz dieser negativen Aspekte könnte der Leifheit Exact etwas für dich sein, wenn du auf der Suche nach einem günstigen und vielseitigen Dosenöffner für den nächsten Campingurlaub bist.    

So haben wir die Dosenöffner getestet

Zunächst haben wir alle Dosenöffner nebeneinandergelegt und sie nach Design, Verarbeitung und Wertigkeit beurteilt. Bei der optischen Betrachtung sind uns die beiden Edelstahl Dosenöffner (Rösle und WMF) sofort ins Auge gefallen. Weniger begeistert hat uns der Leifheit Öffner, der mit seinem weißen Kunststoff sehr schlicht und weniger wertig aussieht. Anschließend haben wir mit einem Maßband die Länge der Testgeräte gemessen und mit einer handelsüblichen Küchenwaage das jeweilige Gewicht ermittelt. Während die Länge mit 17 bis 24 Zentimetern sehr einheitlich ist, gibt es beim Gewicht erhebliche Schwankungen. So ist zum Beispiel der Wenco Dosenöffner mit 141 Gramm halb so schwer wie der Rösle Zangen-Dosenöffner. Er bringt stolze 299 Gramm auf die Waage.

Mit einem Blick in die Bedienungsanleitung haben wir dann die vorhandenen zusätzlichen Funktionen der Testgeräte und Reinigungshinweise notiert. Stichpunkt Bedienungsanleitung: Hier ist uns der Leifheit Exact negativ aufgefallen. Denn auf der kleinen Karte, die mit dem Gerät geliefert wird, gibt es keine Infos, wie man den Dosenöffner bedient. Dies ist bei den übrigen Kandidaten gut beschrieben und mit Fotos bebildert. Reinigen lassen sich alle Dosenöffner am besten unter fließendem, warmen Wasser. Danach sorgfältig abtrocknen. Scharfe Reinigungsmittel und die Spülmaschine sind für alle Geräte tabu.

Dann ging es schon ran an die Dosen: Mit jedem Dosenöffner haben wir eine handelsübliche Konservendose geöffnet und den Deckel abgehoben. Raffiniert: Beim Oxo Good Grip hält der Magnet den Deckel, man muss ihn nicht mit der kleinen Deckelzange wie zum Beispiel beim Silit Profi greifen und abheben. Anschließend haben wir uns die Kanten angesehen: Sind sie scharf oder glatt? Zusätzlich haben wir notiert, ob die Deckel wieder auf die Dose aufgesetzt werden können. In weiteren Schritten haben wir je nach Modell die Zusatzfunktionen getestet. Bei vorhandenem Kapselheber haben wir etwa den Kronkorken von Flaschen entfernt und den Deckel von Glaskonserven angehoben.   

Halten die Dosenöffner was sie versprechen? Wir haben unsere acht Testkandidaten im Praxistest mit Konserven, Flaschen mit Kronkorken und Schraubgläsern antreten lassen

Was muss ich bei einem manuellen Dosenöffner beachten?

Der Dosenöffner muss in erster Linie deinen Ansprüchen genügen. Möchtest du damit „nur“ Dosen öffnen oder sollte er weitere Funktionen haben, wie zum Beispiel einen Kapselheber zum Öffnen von Flaschen mit Kronkorken. Benötigst du häufiger nur kleine Mengen vom Doseninhalt, dann ist es von Vorteil, wenn der Deckel akkurat abgetrennt wird und du ihn wieder auf die Dose setzen kannst. Beim Kauf ist es sicherlich auch hilfreich, verschiedene Modelle in die Hand zu nehmen. Denn je nach Handgröße sind die Geräte teils etwas wuchtig und damit auch schwer zu halten. Auch die Größe und Form des Flügelrads spielt eine wichtige Rolle. Denn lässt sich dieses gut fassen, kannst du es auch leicht drehen und die Dosen einfach öffnen.

Etwas Übung bedarf es beim Bedienen der Deckelzange zum Abheben des abgetrennten Deckels von der Dose. Die Deckelzange ist seitlich am Dosenöffner angebracht und wird mit der Griffzange betätigt.

Ein Dosenöffner ist eine langlebige Anschaffung. Denn die Schneidräder sind aus gehärtetem, rostfreiem Stahl und bleiben lange scharf, wenn du sie nach dem Gebrauch stets mit Wasser abspülst oder abwischst und trocknest. So verhinderst du, dass der Öffner rostet. Einige Hersteller geben auch Garantie auf ihr Produkt: Leifheit 3 Jahre, Rösle 20 und Tupperware sogar 30 Jahre.  

* Alle Preise Stand Dezember 2019

Wichtige Fragen zum Thema Dosenöffner