Espresso zubereiten im Mokkakocher - 9 Espressokocher im Vergleich

Die meisten Espressokocher wahlweise auch als Espressokanne, Perkolator, Herkanne oder italienisch "Caffettiera" genannt, die du auf den Herd stellen kannst, bestehen aus drei Einzelteilen: 

  • Kessel: Hier wird das Wasser eingefüllt
  • Siebeinsatz: Für das Espressopulver
  • Kanne mit Ventil: In dieser landet der fertige Espresso  

So verwendest du einen Espressokocher: Um deinen Espresso im Espressokocher zuzubereiten, füllst du den unteren Teil des Kochers mit Wasser auf. Bei der Orientierung hilft dir ein Ventil im Kessel, das dir anzeigt, bis wohin das Wasser reichen muss. Bei manchen Espressokannen gibt es dafür auch eine Wasserstandsanzeige. Nun füllst du Kaffeepulver, am besten mit feinem Mahlgrad für Espresso, in den Siebeinsatz und schließt den Perkolator. Danach stellst du die Kanne auf den Herd (daher auch die geläufige Bezeichnung "Herdkanne") und wartest bis durch den im Kessel entstehenden Überdruck, das Wasser durch das Espressopulver gedrückt wird. Der Espresso läuft dann durch das Steigrohr in den oberen Teil der Kanne. Ein freundliches Fauchen signalisiert dir, dass der Espresso fertig durchgelaufen ist.

Espressokannen gibt es für unterschiedliche Herdarten. Manche funktionieren auf allen Kochflächen, andere nur auf Cerankochfeldern oder dem Induktionsherd. Zudem gibt es mittlerweile auch Modelle, die wie Wasserkocher verwendet werden. Der Vorteil hier: Du umgehst bei der Espressozubereitung die Gefahrenquelle der heißen Herdplatte. Im Test haben wir uns Produkte aus jeder Kategorie genauer angeschaut. 

In diesen Kategorien haben wir den Espressokocher Test durchgeführt

  • Zubereitungszeit: Wie lange braucht der Espressokocher für den Brühvorgang? Wir haben jeden Perkolator mit kochendem Wasser auf einer Elektroherdplatte getestet. Ausgenommen der WMF Espressokocher, der auf einem Sockel ähnlich wie ein Wasserkocher gesetzt wird.
  • Gefahrenquelle: Beim Kaffeebrühen mit dem Espressokocher kann es schnell passieren, dass der Griff zu heiß wird, wenn er aus Metall beziehungsweise leitendem Material besteht. Zudem können die Einzelteile durch ungenaue Verarbeitungen nicht richtig ineinandergreifen, wodurch heißes Wasser austreten kann. Gleiches gilt für das Sicherheitsventil im Wasserkessel. Entscheidende Faktoren bei einem Kauf einer Espressokanne. Vor allem, da sie nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind.
  • Bedienkomfort und Handhabung: Inwieweit haben sich die Hersteller Gedanken über eine intuitive Bedienung gemacht? Wie schnell und einfach lässt sich der Espressokocher reinigen? Für welche Herdarten eignet sich die Caffettiera? Auch für Cerankochfelder oder einen Induktionsherd?
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Teure Espressokocher bedeuten nicht gleich besseren Espresso. Wir testen, mit welchen Mokkakannen du den besten Espresso zum fairen Preis bekommst.

Unser Testsieger: der Cilio Nabucco Espressokocher

Der „Cilio Nabucco“ erbrüht sich souverän den Testsieg. Die schicke Espressokanne aus Edelstahl hat uns nicht nur optisch, sondern auch mit ihrer Qualität und Brühzeit überzeugt. Hier holt sie fast bei jedem Kriterium volle zehn Punkte. Eine Schwachstelle ist der Griff. Der wird bei der Espressozubereitung ziemlich heiß. Also Vorsicht! Dieser Punkt gab Abzug, allerdings schlägt der Cilio Perkolator die Konkurrenz im Vergleich in nahezu allen anderen Testkategorien um Längen.

Verwenden kannst du den Cilio Espressokocher für alle Herdarten. Bei einem Induktionsherd, der mit einer Topferkennung ausgestattet ist, musst du eventuell die richtige Platte erst finden. Im Praxistest passen 250 Milliliter Wasser in den unteren Teil des Kochers. Das reicht für vier bis sechs Tassen leckeren Espressi. Während des Brühvorgangs tritt keine Flüssigkeit aus - der Cilio Nabucco ist komplett dicht. Nachdem Kaffeegnuss solltest du den Espressokocher am besten manuell unter fließendem Wasser reinigen. Die Reinigung in der Spülmaschine können wir nicht empfehlen. Dank seiner Maße von 20 x 5 x 5 Zentimetern lässt sich die Nabucco Herdkanne aus Edelstahl einfach im Küchenschrank verstauen. 

Fazit: Unserer Meinung nach ein sehr guter Espressokocher für bis zu sechs Tassen aus dem mittleren Preissegment mit kleinen Schwächen. Außerdem in Sachen Design ein Leckerbissen.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: der Moka Express von Bialetti für eine Tasse

Der traditionelle, italienische Espressokocher „Moka Express“ aus Aluminium von Bialetti besticht nicht nur im Design. Es zaubert dir zudem in wenigen Minuten hervorragend intensiven Espresso. Dabei lassen sich seine drei Einzelteile (Kocher, Trichtereinsatz und Kanne) sehr einfach zu- und auseinander schrauben, was vor allem durch die eckige Form des Wasserkessels begünstigt wird. Auch das Material ist gekonnt gewählt. Dank den Kunststoffgriffen kannst du die Kanne aus Aluminium auch nach der Zubereitung noch problemlos anfassen, ohne dich zu verbrennen.

Die Reinigung ist trotz kleiner Kanne sehr einfach. Sobald der Espressokocher abgekühlt ist, kannst du ihn unter fließendem Wasser im Spülbecken in wenigen Sekunden säubern. Ein paar Abzüge gibt es in der Kategorie Ergonomie. Der Griff der Bialetti ist etwas schwierig zu greifen. Zudem kann die Crema auf dem Espresso nicht überzeugen, was jedoch bei den meisten Geräten zutrifft und ohne ein entsprechendes Cremaventil im Auffangkessel generell schwierig ist. In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis macht dem Moka Express von Bialetti keiner etwas vor. Der sehr gute und kompakte Espressokocher schnappt sich den Preissieg. Ideal für den Single- oder kleinen Haushalt.

Unser Innovationssieger: der WMF Espressokocher aus der KÜCHENminis Edition

Zugegeben, dieser Espressokocher fällt etwas aus dem Rahmen. Anders als seine Konkurrenten kocht er den Kaffee nämlich nicht direkt auf der Herdplatte, sondern auf einem individuellen Elektrosockel – das erinnert eher an einen Wasserkocher als an einen Perkolator. Dennoch sind wir von der Idee und seinem Können sehr begeistert. Der WMF Espressokocher ist nicht nur innovativ, sondern auch sehr praktisch und sicher. Durch die Verwendung auf dem extra Sockel umgehst du die Verbrennungsgefahr am heißen Induktionsherd oder welchen Herd auch immer du dein eigen nennst..

Im Kessel selbst befindet sich außerdem eine Wasserstandsanzeige, die dir verdeutlicht wie viel Wasser du für wie viele Tassen einfüllen musst. Anders als bei Espressokannen, bei denen ausschließlich das Ventil im Kessel als Orientierung dient, kannst du dir so über die Qualität deines Espressos auch bei weniger Tassen sicher sein. Ein weiteres praktisches Detail ist die Sprungfeder am Trichtereinsatz mit dem Sieb für das Kaffeepulver. So springt es dir quasi in die Hände, wenn du die Kanne reinigen möchtest. Natürlich hat diese Qualität seinen Preis. Für knapp 70 Euro* ist dieser Espressokocher aus Edelstahl wahrlich kein Schnäppchen. Wenn du ihn jedoch täglich benutzt, bereit bist etwas Geld für guten Kaffee auszugeben und auf eine angenehme und sichere Handhabung wert legst, ist der Preis gerechtfertigt. 

Die weiteren getesteten Espressokocher im Überblick

Natürlich kann es nicht nur Sieger geben. Jedoch bedeutet das nicht, dass die restlichen Geräte in unserem Espressokocher Test schlecht sind. Im Gegenteil! Manche überzeugen durch bestimmte Eigenschaften und Details. So zum Beispiel der Espressokocher Brikka von Bialetti, der mit einem eingebauten Cremaventil hervorragende Crema zaubert. Je deinen Vorlieben und persönlichen Ansprüchen findest du hier sicher den passenden Espressokocher, falls dich unsere drei Favoriten noch nicht wirklich überzeugt haben. 

Brikka Espressokocher von Bialetti – Erstklassiger Geschmack und umständliche Reinigung

Der "Brikka Espressokocher" vom Espressospezialisten Bialetti punktet eindeutig mit seiner Kaffeequalität. Er schmeckt sehr intensiv und hat eine fantastische Crema! Definitiv dein Espressokocher, wenn du die höchste Priorität auf den Geschmack legst. Seine Zubereitungszeit liegt mit fünf Minuten im Mittelfeld. Hergestellt ist das Modell von Bialetti aus leichtem Aluminium.

Ein paar Abzüge gibt es für den kantenlosen Wasserkessel der Bialetti, der das Zuschrauben etwas schwieriger macht und die Verbrennungsgefahr erhöht. Auch für die Reinigung brauchst du ein wenig länger. Das Cremaventil verhindert den reibungslosen Wasserdurchlauf, was das Säubern etwas umständlicher macht. Alles jedoch keine Argumente, welche die Qualität des Kaffees in den Schatten stellen. Die gehört nämlich du den besten aller Modelle im Vergleich.

Der Espressokocher von Alessi für 6 Tassen – unhandlich aber hochwertig

Die Mokkakanne von Alessi ist ein tolles Designerstück. Allerdings landet das Modell bei uns leider auf den hinteren Plätzen. Warum? Weil der „Alessi 9090“ ziemlich unhandlich ist. Der innovative Griff, den du zum Aufsetzen des oberen Kannenteils auf den Wasserkessel benötigst, ist sehr unpraktisch. Du brauchst zum einen viel Kraft, um ihn zu schließen beziehungsweise zu lösen. Achtung Verbrennungsgefahr! Zum anderen schlackert er unkontrollierbar an der Kanne, während du versuchst einzuschenken, ohne etwas zu verschütten.

Mit seiner Qualität kann der Espressokocher aus Edelstahl für eine Wassermenge von 300 Milliliter jedoch punkten. Das Material ist sehr hochwertig, gut verarbeitet und liegt angenehm in der Hand. Und unter allen getesteten Geräten kocht der Kocher von Alessi dir deinen Espresso in nur drei Minuten mit Abstand am schnellsten. Beim Hersteller Alessi gehen hohe Qualität Hand in Hand mit tollem Design, demensprechend ist der aufgerufenen Preis mit 130 Euro* ebenso würzig wie der aufgebrühte Espresso. 

Gefu Nando 16380 Espressokocher – langsamer aber hochwertiger Kocher

Ähnlich wie die Kanne aus Edelstahl von Cilio wurde auch dieser Espressokocher von Gefu von uns sehr gut bewertet. Preislich bewegen sich die beiden Modelle ebenfalls im gleichen Segment. Die Vorteile des Modelles vom Hersteller Gefo: Er ist hervorragend verarbeitet, hält dicht und lässt sich einfach bei der Zubereitung handhaben. Dank seiner Spülmaschineneignung ist er ebenfalls schnell gereinigt. Aber auch ohne Maschine brauchten wir von Hand nur ein paar wenige Sekunden.

Punktabzug gibt es bei der Zubereitungszeit. Das Zubereiten des Espresso dauerte leider über sieben Minuten. Auch mit der Ergonomie des Espressokochers aus Edelstahl sind wir nicht ganz zufrieden. Auf der heißen Herdplatte wird der Griff warm und der Knopf am Deckel sogar heiß. Das kann zu Verbrennungen führen. Ein Manko, der die Edelstahl Kanne wichtige Punkte im Vergleich kostet.

BonVIVO Intenca Espressokocher – Vorsicht heiß!

Hier gibt es gute Bewertungen - vor allem in der Funktionalität! Genauer gesagt in der Zubereitungszeit, Reinigung und Konstruktion. Seine Brühzeit von knapp fünf Minuten ist solide. Nicht so recht überzeugen kann uns der Espressokocher jedoch in puncto Sicherheit. Sein kantenloser, glatter Wasserkessel ist optisch ein echter Hingucker.

Durch das leitende Material wird er allerdings sehr heiß und macht zudem ein Zuschrauben der Kanne ohne Hilfsmittel unmöglich. Dasselbe gilt für das Einschenken des Espressos, da der Griff aus dem gleichen Material besteht. Mit diesem Espressokocher Modell kannst du bis zu sechs Tassen zubereiten

Kela 10591 Espressokanne – wässriger Geschmack zum günstigen Preis

Von der Qualität des Kela Kochers aus Aluminium sind wir leider nicht wirklich überzeugt. Seine Einzelteile könnten besser ineinandergreifen, der Griff wird warm bis heiß und der Deckel sollte beim Eingießen des Kaffees auf jeden Fall geschlossen bleiben. Andernfalls läufst du Gefahr dich an dem spritzenden Kaffee-Ausfluss zu verbrennen, denn tropffrei ist der Espressokocher hier nicht. Auch der Geschmack des Espressos könnte besser sein. Nach der Zubereitung in unserem Test schmeckte er sehr wässrig.

Dennoch schneidet die sechs Tassen Kanne aufgrund ihres niedrigen Preises von etwa 15 Euro* ziemlich gut in unserem Espressokocher Test ab. Hinzu kommen der angenehme Griff, die einfache Reinigung und eine Zubereitung in weniger als sechs Minuten, die dem Kocher ebenfalls Punkte bringen.

Coffee Fox Espresso Maker – guter Espresso für kleines Geld

Etwa 17 Euro* musst du für „Coffee Fox Espresso Maker“ hinblättern. Die Wassermenge reicht für zwei Tassen. Die kleine Kanne kocht dir ebenfalls sehr intensiven Espresso in fünf Minuten. Auch bei der Reinigung punktet der Kocher dank Spülmaschineneignung. Einen großen Minuspunkt gibt es jedoch im Design und der Ergonomie. Da ist die Konkurrenz im Vergleich deutlich schicker.

Der Edelstahl und die enge Verarbeitung führen dazu, dass du dir schnell die Finger verbrennst. Außerdem ist es schwierig den Espressokocher mit nur einer Hand zu bedienen. Fasst du ihn am heißen Griff an, ist es schwer parallel den Deckel zu öffnen, da dieser ziemlich fest sitzt. Häufiges Benutzen kann dieses Manko möglicherweise reduzieren. Zudem bleiben nach der Zubereitung Wasserrückstände im Kessel zurück. Das spricht für einen zu niedrigen Druck. Somit bleibt dir nur wenig Kaffee am Ende.

Wie haben wir die Espressokocher getestet?

In alle Testprodukte, ausgenommen des Espressokochers von WMF, haben wir kochendes Wasser bis unter das Ventil im Kessel gefüllt. Anschließend setzten wir das Sieb ein, befüllten es bis zum Rand mit Kaffeepulver mit feinem Mahlgrad für Espresso und strichen dieses ohne Druck ab. Dann setzten wir den oberen Kannenteil auf, stellten den Kocher auf eine Elektroherdplatte und brachten ihn bei mittlerer Temperatur zum Kochen. Beim Espressokocher von WMF füllten wir hingegen kaltes Wasser in den Kessel. Der restliche Vorgang der Zubereitung des Kaffees blieb gleich.

Dabei stoppten wir bei jedem Produkt die Zeit, nachdem die Espressokanne auf dem Herd stand bis der Kocher angefangen hat zu dampfen und der Kaffee vollständig herausgelaufen war. Um mögliche Gefahrenquellen zu identifizieren, beobachteten wir das Ventil und andere offene Stellen während der Zubereitung. Zudem war die Temperatur des Kessels mit dem heißen Wasser und das Eingießen nach dem Kochen entscheidend. Konnte man die Kanne, ohne verbrennen, zusammenschrauben? War der Griff nach dem Kochen warm, heiß oder kaum anzufassen? Um die Handhabung zu testen, versuchten wir, alle Kocher ohne Blick in die Bedienungsanleitung intuitiv zu bedienen.

Alle 9 Kandidaten im GuteWahl.de Espressokocher Test

Hilfreiche Kriterien beim Kauf deines Espressokochers - Darauf solltest du achten

Ein Espressokocher egal ob aus Edelstahl oder Aluminium ist wahnsinnig praktisch. Er verbraucht kaum Platz in der Küche und zaubert mit dem richtigen Gerät einen wirklich guten Espresso. Ideal für kleine oder Single-Haushalte mit kleiner Küche. Zudem bekommst du bereits für einen günstigen Preis ein gutes Produkt. Auch ist die Zubereitung des Kaffees nicht unbedingt so eine Wissenschaft wie bei einer Siebträgermaschine. Auch die laufenden Kosten sind überschaubar und niedriger als zum Beispiel bei Kaffeekapselmaschinen.  

Je nach eigener Küche solltest du auf jeden Fall vor der Anschaffung darauf achten, ob die Maschine für deine Herdart geeignet ist. Die meisten Kocher funktionieren auf Elektroherden. Schwieriger wird es bei einem Induktionsherd, wobei sich auch hierfür immer mehr Geräte finden lassen. Praktisch ist auch ein tropffreier Ausguss des Kaffees.

Unsere Erfahrung beim Espressokocher Test hat gezeigt, dass das Material des Griffs ein wichtigeres Kriterium bei einer Mokkakanna ist als das Material der Kanne. Er sollte am besten aus Kunststoff oder einem anderen Material sein, das keine Wärme leitet, also nicht Edelstahl oder Aluminium. Sonst besteht beim Eingießen des Espressos Verbrennungsgefahr. Die Größe der Kanne ist zudem für die Reinigung ein entscheidender Faktor. Je größer der Kocher, desto einfacher die Reinigung. Denn du kommt besser mit der Hand in die Kanne. 

Wichtige Fragen zum Espressokocher

* Alle Preise Stand Februar 2019