Espressomaschinen bedürfen einer gewissen Hingabe und Leidenschaft für die Zubereitung von gutem Kaffee. Doch nicht jeder hat die gleichen Ansprüche an eine Siebträgermaschine. Deshalb haben wir uns zehn beliebte Maschinen in unserem Espressomaschinen Test einmal näher angeschaut. Als Testsieger geht hier die „Sage the Oracle SES980“ hervor. Sie überzeugt uns vor allem durch ihre vielfältigen Funktionen, die klasse Verarbeitung und den gigantischen Zubehörumfang.

ÜbersichtVor- und Nachteile der Sage the Oracle SES980

Die Espressomaschine von Sage in der Gesamtansicht
Die Espressomaschine von Sage in der Gesamtansicht

+ Verarbeitung
+ einfache Bedienung
+ integriertes Mahlwerk
+ bietet viele Einstellungsmöglichkeiten

- Reinigung
- Lautstärke
- Gewicht und Maße

Sage the Oracle: Halbautomatische Espressomaschine der Extraklasse

Wow! Die Sage SES980 ist eine ganz schöne Wucht. Wir sind schon beim Auspacken schweißnass gebadet, da das Gerät stolze 17 Kilo auf die Waage bringt. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus, als wir das Zubehör der Sage erblicken. Neben dem schön schweren Siebträger aus Edelstahl mit 517 Gramm und zwei Sieben für ein und zwei Tassen Espresso bekommst du folgendes Zubehör dazu:

  • Edelstahl-Milchkännchen (480 ml)
  • Tresterbehälter
  • Reinigungswerkzeug für die Aufschäumdüse
  • Reinigungspulver für die Aufschäumdüse
  • Vorläufiger Wasserfilter (hält etwa 3 Monate) inkl. Halterung
  • Bürste zum Reinigen des Mahlwerks
  • Kegelbürstchen
  • Teststreifen für Wasserhärte
  • Reinigungsscheibe
  • Espresso-Reinigungstabletten
  • Inbusschlüssel

Insgesamt ist die Verarbeitung aller Bestandteile bei der Sage Espressomaschine wirklich überragend, da gibt es nichts zu bemängeln. Ein Alleinstellungsmerkmal in unserem Espressomaschinen Test ist das integrierte Kegelmahlwerk. Bei den großen Maßen der Sage ist das aber auch das Minimum. Wenn wir uns vorstellen das da noch eine wuchtige Mühle nebendran soll, nein danke!

Der 2,5 Liter Wassertank sitzt hinten am Gerät und lässt sich über eine Verriegelung sicher verstauen. Das ist etwas ungünstig, wenn du die Siebträgermaschine an der Wand platzieren möchtest. Der Wassertank ist aber praktischerweise auch von oben befüllbar. Das Drehrad zur Einstellung des Mahlgrads befindet sich links an der Seite. In einem kleinen Display bekommst du den gewählten Grad angezeigt. Links daneben ist der Powerknopf angebracht. In der Mitte befindet sich ein Display, wo du Informationen oder Einstellungen ablesen kannst. Darunter sind drei Tasten und ein Drehrad zu finden. Dieses dient zur Einstellung für Kaffee (long black) aber auch zum Anpassen der restlichen Feinjustierungen der Espressomaschine.

Wir sind begeistert von dem großzügigen Lieferumfang der Sage. Alle Teile wirken gut verarbeitet

Die Sage ist dein neuer Barista für Zuhause

Die Sage Espressomaschine bietet dir neben dem integrierten Mahlwerk auch eine Funktion zum automatischen Tampern (verdichten des Espressopulvers). Die Mahlwerkausgabe ist links neben dem Brühkopf angebracht. Das Mahlen und Tampern ist denkbar einfach. Du drehst den Siebträger (58 mm Durchmesser) an der Mahlwerkausgabe fest. Wenn du den Griff nach rechts drehst, startet automatisch der Mahlvorgang. Nachdem 22 Gramm Pulver im Siebträger sind, wird dieses mit dem eingestellten Druck komprimiert. Nun kannst du den Träger wieder rausdrehen und am Brühkopf anbringen.

Nach dem Kaffeebezug besteht die Möglichkeit zu wählen, ob du noch Milch aufschäumen möchtest. Der Dampfhebel ist an der rechten Gehäuseseite angebracht. Du kannst den Milchschaum entweder selbst zubereiten oder von der Siebträgermaschine aufschäumen lassen. Auch hier gibt es wieder ein eigenes Display. Für heißes Wasser ist ein extra Auslauf neben dem Brühkopf vorhanden. Oben auf der Espressomaschine siehst du den Bohnenbehälter, der sich dank Verriegelung einfach anbringen lässt. Das Fassungsvermögen des Bohnenbehälters beträgt 280 Gramm. Rechts daneben sitzt die Warmhalteplatte.

Espresso und Heißgetränke so wie du sie liebst

Vor dem ersten Einsatz fordert die Sage dich auf, die Wasserhärte anhand des Messtreifens zu bestimmen und an der Maschine einzustellen. Vorher geht gar nichts. Das kennen wir von den anderen getesteten Espressomaschinen nicht. Laut Bedienungsanleitung dauert das Aufheizen auf Betriebstemperatur (93 Grad) etwa 5 Minuten. In unserem Test geht das aber zügiger. Der Abstand zwischen Abtropfschale und Siebträger beträgt 10 Zentimeter. Bei der Sage the Oracle SES980 kannst du vieles selbst programmieren. Darunter:

  • Espressovolumen und -temperatur
  • Milchschaumtemperatur und -textur
  • Reinigungszylkus
  • Auto-Start
  • Tamperdauer und -intensität
  • Vorbrühen
  • Einstellungen für schwarzen Kaffee

Die Kaffeetemperatur ist von 86 bis 96 Grad verstellbar. Als Standard sind 93 Grad festgelegt. Beim Auto-Start schaltet sich die Sage zur gewünschten Uhrzeit automatisch ein. So musst du nicht warten, bis sie hochgeheizt hat, sondern kannst direkt loslegen. Dasselbe gilt auch fürs Ausschalten, das lässt sich ebenfalls programmieren. Praktisch finden wir auch, dass Tamperdruck und Abstreichdauer festlegbar sind. Das ist besonders wichtig, wenn du öfter mal die Kaffeesorte wechselst. So kannst du diese Parameter genau auf deine Bedürfnisse anpassen.

Praktische Features machen die Sage zu einem Highlight

Damit du mit der Sage auch im Dunklen leckeren, frisch gemahlenen Espresso brühen kannst, ist der Kaffeeauslauf beleuchtet. Das praktische Zubehörfach liegt hinter der Abtropfschale. Dort kannst du Siebe und Bürstchen einfach verstauen. Nach jeder Benutzung der Aufschäumdüse spült die Espressomaschine diese automatisch.

Was uns nicht so gut gefällt, ist die Lautstärke während des Espressobezugs. Hier vibriert das Gitter der Abtropfschale stark und die Tasse beginnt darauf zu hüpfen. Weil du den Klotz von Maschine nicht mal eben für den Hausputz zur Seite hieven kannst, hat sie Sage ausklappbare Rollen. Den Schalter dafür findest du, wenn du die Abtropfschale entnimmst.

Dank Dualboiler eine Vielfalt an Möglichkeiten

Da es sich um einen Dualboiler handelt, kannst du gleichzeitig Espresso brühen und Milch aufschäumen. Dank präziser Temperatursteuerung (sog. PID-Regelung) bleibt die Temperatur beim Extrahieren konstant. Einen besonders leckeren Espresso erhältst du durch die Vorbrühen-Funktion. Hier wird mit einem niedrigen Druck (Preinfusion) vorgebrüht und so der Kaffee gleichmäßig benetzt und aufgequollen. Damit du die Einstellungen für dein Lieblingsgetränk nicht jedes Mal aufs Neue vornehmen musst, lassen sich diese für bis zu acht Kaffeearten speichern. Zum Vergleich: Das Schwesternmodell SES880 Oracle Touch bietet dir, wie der Name schon verrät, ein Touchdisplay. Bei dem Gerät musst du allerdings manuell tampern.

Darum ist die Sage für uns die beste Espressomaschine im Test

Klar, bei der Auswahl der richtigen Siebträgermaschine kommt es stark auf deine eigenen Schwerpunkte an. Wenn du eine klassische Espressomaschine möchtest, ist die Sage wohl eher nichts für dich. Gerade für Anfänger eignet sie sich besonders, da sie typische Fehlerquellen wie den falschen Mahlgrad und ein unzureichendes Verdichten des Kaffeepulvers verhindert. Denn die Sage macht vieles selbstständig. Daher richtet sie sich eher an Nutzer, die viel einstellen möchten und diese Einstellungen dann für ihren perfekten Kaffeegenuss nutzen. Ein weiterer großer Vorteil sind hier die mitgelieferten Profisiebe, die über keinen doppelten Boden verfügen. Uns haben die Funktionsvielfalt, die Verarbeitung und der Lieferumfang echt vom Hocker gehauen. Wenn du eine luxuriöse und zugleich gute Espressomaschine suchst, können wir dir die SES980 wärmstens empfehlen.

Gute Alternativen für waschechte Baristas

Zugegeben, echten Baristas wird bei der Sage das Herz bluten, weil sie nicht alle Schritte selbst durchführen können und vieles an Arbeit abgenommen bekommen. Denn genau das ist es, was die Arbeit eines Baristas ausmacht. Für Freunde des klassischen Espressobrühens eignet sich die Quickmill Orione 3000. Sie hat eine gute Verarbeitung, ein Druckmanometer und glänzt vor allem durch ihre Optik. Leider heizen sich hier das Gehäuse und der Griff des Siebträgers schnell auf. Näheres zur Quickmill verraten wir dir im Vergleichstest.

Suchst du eher eine kompakte Espressomaschine für kleines Geld? Dann ist unser Preis-Leistungs-Sieger die De’Longhi Dedica Style EC 685.M einen Blick wert. Sie ist angenehm leise, gut verarbeitet und lässt sich einfach bedienen. In unserem Einzeltest zur Dedica Style EC 685.M stellen wir sie dir im Detail vor.