Kaffeekochen für jedermann - 10 Filterkaffeemaschinen im Vergleich

Ob morgens, mittags oder abends, die Mutter aller Kaffeemaschinen lässt sich einfach bedienen, muss sich nicht erst aufheizen wie eine Espressomaschine und fängt in der Regel sofort an zu brühen. Beim Kauf solltest du dir dennoch überlegen, für welchen Einsatz du das Gerät benötigst. Maschinen mit Thermoskanne sind sinnvoll, wenn beispielsweise morgens nicht alle zur gleichen Zeit frühstücken. Geräte mit integriertem Mahlwerk ergeben Sinn, wenn du beim Kaffeekauf Wert auf ganze Bohnen legst und keine eigene elektrische Kaffeemühle hast. Einige Filterkaffeemaschinen besitzen eine Aromataste, die den Brühvorgang verlangsamt und somit mehr Geschmack aus dem Pulver zieht. Ein Kriterium für alle, die häufig kleine Mengen Kaffee kochen.

In diesen Kategorien testen wir

  • Kaffeequalität: Vor allem der Brühapparat und die -temperatur, mit der die Filterkaffeemaschine arbeitet, haben Einfluss auf das Aroma. Schnell schmeckt der Kaffee wässrig, sauer oder verbrannt.
  • Bedienung und Technik: Lässt sich der Wassertank leicht befüllen? Können Filter, Kanne und Korpus gut gereinigt werden? Wie schnell kocht die Kaffeemaschine?
  • Ergonomie und Verarbeitung: Ist die Tassenskala gut ablesbar? Lässt sich der Filterkaffee aus der Kanne tropffrei ausschenken? Wie hochwertig ist die Kaffeemaschine verarbeitet?

Wir haben zehn Filterkaffeemaschinen auf den Zahn gefühlt und unseren Testsieger gekürt. Brauchbar sind aber alle getesteten Modelle.

Schön, stark, schnell: Unser Testsieger Moccamaster Select

Seit den 1960ern ein Blickfang mit robuster Verarbeitung und Metallgehäuse. Nach schnellen 6 Minuten Brühzeit überzeugt aber vor allem der Kaffee: ausgewogen, kräftig und aromatisch. Grund ist die ideale Brühtemperatur des Wassers von etwa 94 Grad, das über eine Dusche mit neun Düsen gleichmäßig auf dem Kaffeemehl verteilt wird. Mehr Informationen zum Testsieger findest du im Einzeltest zur Moccamaster Select.

Die robusten Preis-Leistungs-Sieger: Siemens TC86503 und Bosch TKA 8653

Die baugleichen Modelle Siemens TC86503 und Bosch TKA 8653 unterscheiden sich nur optisch. Beide besitzen eine top Thermoskanne, in der der Kaffee nach vier Stunden noch 75 Grad heiß ist. Dazu kommen noch nützliche Features wie: Digitaluhr, Timer und Entkalkungserinnerung. Der Filterkaffee brüht schnell, ist 83 Grad heiß und schmeckt rund. Aufgrund von Qualität und Ausstattung sind diese beiden Modelle unsere Preis-Leistungs-Sieger. Mehr Infos zur Siemens TC86503 findest du im Einzeltest.

Sieben weitere Kaffeemaschinen im Überblick

Auch die übrigen getesteten Filterkaffeemaschinen haben viele Stärken, hier und da auch einige Schwächen. Suchst du ein Gerät mit Mahlwerk oder möchtest du direkt in deinen To-Go-Becher brühen? Dann wirst du vielleicht bei diesen Modellen fündig.

Knapp geschlagen: Philips Café Gourmet HD 5413

In der Gesamtwertung nur einen Wimpernschlag hinter dem Testsieger Moccamaster liegt die neueste Generation der „Philips Café Gourmet". Auffällig: Sie kocht das Wasser in einem obenliegenden Glaskolben erst komplett auf und lässt es mit idealer Brühtemperatur aufs Kaffeemehl laufen. Anhänger von Zusatzfunktionen wie Timer, Uhr oder Aromataste suchen vergebens, werden aber durch das schlanke Design und die hochwertige Verarbeitung entschädigt. Wenn du mehr über unseren Platz 2 im Test erfahren möchtest, schau in unserem Einzeltest vorbei.

Einfach solide: Severin Café Caprice

Eine feine, aromatische Tasse Kaffee brüht die „Severin Café Caprice“. Verantwortlich dafür ist das Brühsystem, welches das heiße Wasser gleichmäßig auf dem Kaffeemehl verteilt. Bis zum ersten Schluck des heißen Kaffees (82 Grad) ist aber Geduld nötig, denn mit 10 Minuten und 45 Sekunden Zubereitungszeit liegt sie im Test auf den hinteren Rängen. Trotz höherem Kaufpreis geizt die Severin Café Caprice mit Ausstattung: keine Aromafunktion, keine Digitaluhr. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tastenbelegung. Es gibt einen Schalter fürs An- und Ausstellen der Brühfunktion, der zweite daneben betätigt die Warmhalteplatte. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Auch wenn viel Kunststoff verarbeitet wurde, wirkt dieser hochwertig.

Mit Mahlwerk: Philips HD 7767 Grind & Brew

Wer ein Kombigerät aus Filterkaffeemaschine und Kaffeemühle sucht, ist bei der „Philips HD 7767 Grind & Brew“ an der richtigen Adresse. Schwarz und schick – ein Hingucker ist sie obendrein. Über ein Drehrad plus Leuchtanzeige lässt sich die gewünschte Kaffeemenge und der Mahlgrad der Bohnen einstellen. Zwei, drei Übungsvorgänge und du kennst das Prinzip. Möchtest du auch mal Kaffeemehl verwenden, funktioniert die Maschine auch ohne Mahlwerk. Die Philips HD 7767 ist mit 4,7 Kilo das schwerste Gerät im Test aber auch das schnellste: In nur 5 Minuten und 50 Sekunden läuft der Kaffee durch. Sein Geschmack ist kräftig, aber leider etwas verbrannt. Ein Hinweis auf eine möglicherweise zu hohe Brühtemperatur.

Elegant und schnell: Russell Hobbs 23370-56

In nur 5 Minuten und 40 Sekunden steht der Kaffee der Russell Hobbs auf dem Tisch. Damit kocht das Gerät doppelt so schnell wie viele andere Filterkaffeemaschinen. Nicht blenden lassen darfst du dich von der schicken Edelstahl-Optik: Das meiste besteht aus Kunststoff. Dafür glänzt das Modell mit Zusatzfunktionen wie Timer und Digitaluhr sowie einer Brühdusche für intensiveres Kaffeearoma. Der Brühkopf verschuldet aber auch die schlechte Benotung in der Kategorie Reinigung: Da er beim Aufbrühen stark verschmutzt, jedoch fest am Deckel des Filtergehäuses angebracht ist, lässt er sich nur sehr aufwendig abwaschen. Ein kleines Minus gibt es zudem für die Ablesbarkeit der Skala am Wassertank: da sie seitlich auf dem Tank liegt, ist sie beim Eingießen schlecht einzusehen. Vorbildlich im Test: Dank langem Griff und schlanker Glaskanne lässt sich der Kaffee mit der Kanne von Russell Hobbs am besten ausschenken.

Für ganze Bohnen: Melitta AromaFresh

Auch bei der „Melitta AromaFresh“ verwöhnt dich die integrierte Kaffeemühle mit frisch gemahlenen Bohnen. Im Gegensatz zur Philips HD 7767 punktet die Melitta AromaFresh zudem mit Digitaluhr, Timer- und Aromafunktion. Ihr kantiges Aussehen ist gewöhnungsbedürftig. Wer Kaffee kochen möchte, muss Zeit einplanen: Stolze 11 Minuten und 50 Sekunden benötigt die AromaFresh für die Testmenge von 1 Liter Kaffee. Damit ist sie das Schlusslicht im Test. Auch das Kaffeeerlebnis kann im Vergleich unserer Meinung nach nicht so richtig überzeugen: etwas bitter, es fehlen die Feinheiten. Die Glaskanne liegt gut in der Hand und der Kaffee lässt sich tropffrei ausschenken. Lediglich die Skala für die Tassenanzahl ist schwer ablesbar. Das macht das Abmessen schwierig.

Die Günstige: Krups ProAroma Plus

Die „Krups ProAroma Plus KM 321“ gehört zu den meistverkauftesten Filterkaffeemaschinen in Deutschland. Bei den Testparametern Zubereitungszeit (6:35 Minuten) und Kaffeetemperatur (81 Grad) belegt sie vordere Platzierungen. Sie besitzt eine Aromafunktion und lässt sich leicht reinigen. So weit, so gut. Leider kann uns der gebrühte Filterkaffee im Test nicht überzeugen. Er schmeckt etwas bitter und verbrannt. Zudem hält die Verarbeitung nicht mit der der übrigen Testmaschinen mit. Ein kaum funktionierender Tropfstopp und viel Kunststoff sowie störende Kleinigkeiten trüben das Ergebnis: So kannst du den Deckel der Kanne zum Wassereinfüllen nicht hochklappen, sondern musst ihn jedes Mal abheben. Wer seine Filterkaffeemaschine nicht regelmäßig, sondern nur sporadisch einsetzt, ist mit dem Standardmodell Krups ProAroma Plus gut bedient.

Klein und handlich: WMF Thermo to go

Für kleine Haushalte und mobile Menschen ist die "WMF Thermo to go" eine heiße Option. Mit knapp 700 Milliliter Fassungsvermögen reicht der Kaffee des 2,8 Kilo Leichtgewichts für zwei große Tassen. Das Besondere: Statt der Thermoskanne lässt sich ein mitgelieferter To-Go-Becher aus Edelstahl unter den Kaffeefilter stellen. So kannst du den Filterkaffee der WMF Thermo to go sofort zum Wandern oder ins Büro mitnehmen. Den Deckel der Kaffeekanne musst du per Hand aufschrauben. Das gibt Abzug beim Handling. Zudem ist die gewünschte Wassermenge nur am Tank ablesbar. Ein Nachteil, den aber alle Thermoskannen Geräte zeigen. Dem gebrühten Kaffee fehlt im Vergleich etwas die Frische und vor allem die Hitze: Mit nur 76 Grad Trinktemperatur ist er der kälteste im Test.

So haben wir die Filterkaffeemaschinen getestet

Insgesamt haben wir zehn Filterkaffeemaschinen getestet, zwei davon mit Mahlwerk und zwei mit Thermo- statt Glaskanne. Für alle Geräte haben wir 1 Liter Leitungswasser, 60 Gramm Kaffeepulver aus frisch gemahlenen Bohnen von einer Münchner Kaffeerösterei und Papierkaffeefilter verwendet. Die Ausnahme war hier die WMF Thermo to go, weil der Wassertank nur 700 Milliliter fasst. Somit konnten wir den Geschmack des jeweiligen Kaffees gut vergleichen. Wir stoppten bei allen Maschinen die effektive Brühzeit – vom Einschalten des Geräts bis zum letzten Tropfen, der aus dem Filter kam. Unmittelbar nach Abschluss des Brühvorgangs haben wir zudem die Trinktemperatur des fertigen Kaffees gemessen und überprüft, wie leicht sich Filter, Kanne und Korpus reinigen lassen.

Nach dem Brühvorgang haben wir die Temperatur des Kaffees gemessen

Das solltest du vor dem Kauf einer Filterkaffeemaschine beachten

Wer nur unregelmäßig Kaffee kocht, kann zu einer preiswerteren Filterkaffeemaschine greifen. Alle Geräte im Test erfüllen ihren Zweck und brühen ordentlichen Kaffee. Für anspruchsvolle Kaffeetrinker, die auch gerne besondere Bohnen verwenden, empfehlen sich Modelle mit spezieller Brühtechnik wie die Moccamaster oder Philips Café Gourmet. Auch auf Ausstattungsmerkmale wie Timer, Uhr oder Aromataste solltest du achten. Sie helfen den Brühstart zu programmieren oder sorgen bei kleineren Mengen für mehr Geschmack. Hier punkten die Modelle Melitta, WMF, Bosch und Siemens. Soll die Kaffeemaschine eine Thermokanne besitzen oder gar ein eigenes Mahlwerk? Auch dafür gibt es geeignete Kaffeemaschinen. Bei Kombi-Geräten erhöht sich aber immer die Gefahr von technischen Defekten.

Die häufigsten Fragen zu Filterkaffeemaschinen