Her mit dem Hack – 6 beilegte Fleischwölfe getestet

Fleischwölfe tragen dazu bei, dass wir bewusster mit dem Nahrungsmittel Fleisch umgehen. Denn mit einem Fleischwolf kannst du Hack nach eigenem Rezept und aus frischem Fleisch selber herstellen. Da weißt du ganz genau, was drin ist. Zudem lassen sich mit den passenden Aufsätzen Bratwürste mit der eigenen Würzmischung produzieren oder Teig für Nudeln und Spritzgebäck ausziehen. Wir testen sechs beliebte Modelle zwischen 50 bis 160 Euro*. Drei von sechs Modellen im Vergleich leiste eine gute bis sehr gute Arbeit. Die Bauform ist bei allen Kandidaten im Test gleich: Im Gehäuse des Fleischwolfs arbeitet ein Motor, der die horizontal im Vorsatz gelagerte Förderschnecke antreibt. Diese transportiert die von oben eingefüllten Fleischstücke zu einem ebenfalls rotierenden Messer mit vier Klingen und drückt das geschnittene Fleisch durch eine Lochscheibe.

In diesen Kategorien testen wir

  • Qualität: Sind die Fleischwölfe gut verarbeitet? Da darf nichts wackeln oder klappern.
  • Ausstattung: Wir legen Wert auf eine starke Motorleistung. Welche Funktionen bietet der Fleischwolf und wie sieht es mit dem Zubehör aus?
  • Handhabung: Hier betrachten wir den Aufbau, die Standfestigkeit und schließlich die Reinigung der Drehwölfe im Testfeld.
  • Praktische Anwendung: Wie gut erledigt der Fleischwolf seinen Job? Im Praxistest drehen wir ganz klassisch Fleisch durch den Wolf und produzieren Würste.

Testsieger: Bosch ProPower MFW68660 – Leitwolf mit starkem Motor

Der Fleischwolf „ProPower MFW68660“ von Bosch schneidet mit der Gesamtnote „sehr gut“ am besten ab. Und das mit deutlichem Abstand zum restlichen Rudel der Fleischwölfe im Vergleich. Schon bei seinem Aufbau fallen uns gut durchdachte Details auf. So gibt es im Gehäuse ein Extrafach zur Aufbewahrung für die gerade nicht benutzten Lochscheiben. Den Wurstfüller kannst du im Stopfer verstauen und auch das Netzkabel kannst du vollständig ins Gehäuse packen. Topp! Allerdings ist er nicht nur der beste Fleischwolf im Test, sondern mit fast acht Kilogramm auch der schwerste. Das hohe Gewicht und die Gummisaugfüße verleihen der Fleischmaschine jedoch gleichzeitig die nötige Standsicherheit. Ein Tragegriff erleichtert dir außerdem das Aufräumen des Fleischwolfs nach getaner Arbeit.

Der Bosch ProPower setzt einen kräftigen 800-Watt-Motor mit 2 200 Watt Blockierleistung ein. Das ist die kurzzeitig maximal aufgenommene Leistung bis zum Motorstillstand bei einer Überlastung. Mit anderen Worten: Je höher die Blockierleistung ausfällt, desto mehr Fleisch lässt sich in kurzer Zeit zerkleinern. Kein anderes Modell im Test überzeugt im Praxistest mehr. Der Fleischwolf von Bosch zerkleinert die Menge von je 500 Gramm Rindfleisch und Schweinefleisch mühelos und schnell. Zudem bringt der Testsieger als Einziger einen Durchlaufschnitzler inklusive vier Raspeleinsätzen und einen Fruchtpressenvorsatz mit. Letzterer ist allerdings eher ein Gimmick, denn eine echte Saftpresse leistet dir deutlich bessere Dienste. Preislich liegt der Bosch ProPower bei etwas über 150 Euro*. Für die gebotene Leistung und das umfangreiche Zubehör ein fairer Preis.

Fazit: Der Bosch ProPower MFW68660 bietet dir einen kraftvollen Motor und viel Zubehör. Wenn du regelmäßig wurstest und Hackfleisch herstellen möchtest ist dieser Kraftprotz genau das richtige Modell für dich.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Caso FW 2000

Das Prädikat Top-Preis-Leistung verdiente sich der „FW2000“ von Caso. Er teilt sich den zweiten Platz im Test mit dem Modell von Gastroback, punktet aber mit dem günstigeren Preis. Der Caso Fleischwolf heimst insbesondere mit der hochwertigen Verarbeitung seines Alugussgehäuses und der Lochscheiben aus Edelstahl Punkte ein. Die 5,1 Kilogramm garantieren Standsicherheit auf der Arbeitsfläche. Das schlägt sich auch in einer gut bewerteten Handhabung nieder. Auch der praktische Drehschalter zur Bedienung gefällt uns gut.

Im Praxistest schlägt sich der Caso ordentlich. Das Herstellen von Wurst klappt gut. Ein Wurstfüller gehört zum Lieferumfang. Die Befüllung klappt dank der Einfüllschale gut. Auch zerteilt der Vorschneider das Fleisch effektiv. Beim Herstellen von Hack bleibt in der Förderschnecke allerdings viel Fleisch zurück. Damit rückt der Testsieg in weite Ferne. Ein weiterer kleiner Schwachpunkt: Das Kabel kannst du nicht vollständig aufwickeln.

Fazit: Der Caso FW 2000 liefert im Test ein sehr gutes Ergebnis ab. Kommt aber nicht ganz an die Leistung des Testsiegers heran. Während der Produktion bleibt viel Fleisch in der Schnecke zurück. Wenn du aber auf der Suche nach einem vergleichsweise günstigen und gleichzeitig hochwertig verarbeiteten Fleischwolf bist, kannst du hier zuschlagen.

Von wegen Hickhack – diese Fleischwölfe haben wir ebenfalls getestet

Die beiden Chefs im Fleischwolf Rudel kennst du jetzt. Wir haben vier weitere Modelle für dich unter die Lupe genommen. Während ein Fleischwolf dem Testsieger im Nacken sitzt und zwei mit der Gesamtnote „gut“ abschneiden, enttäuscht Nummer sechs bei der Verarbeitung und beim Ergebnis im Praxistest.

Gastroback Pro M 41408 – Starke Leistung und gutes Schneidergebnis

Der „Gastroback Pro M 41408“ liefert im Praxistest sogar ein besseres Ergebnis als der punktgleiche Caso, schlägt allerdings mit deutlich mehr zu Buche und ist mit stattlichen 160 Euro* das teuerste Gerät im Test. Da erwarten wir natürlich, dass er hochwertig verarbeitet ist. Und da enttäuscht der Fleischwolf nicht: das Gehäuse des 5,3 Kilogramm schweren Fleischwolfs ist sehr gut gefertigt. Mit seinen Gummifüßen findet er auch Arbeitsfläche oder Küchentisch sicheren Halt während der Arbeit. Und die erledigt er sogar sehr gut und einen Tick besser als der günstigere Caso. So transportiert die Förderschnecke des Gastroback das Fleisch besser als die des Preis-Leistungs-Siegers. Allerdings bleiben hin und wieder Rückstände zwischen Vorsatz und Verschluss. Das erschwert die Reinigung etwas.

Fazit: Der Gastroback ist ein sehr guter Fleischwolf, kostet aber auch einiges. Wenn du auf der Suche nach einem ausgezeichneten Fleischwolf bist, der nicht ganz so schwer ist wie der massive Testsieger, dann lohnt sich der Gastroback für dich.

Proficook PC-FW1060 – günstiger Fleischwolf mit schwacher Motorleistung

Der „Proficook PC-FW1060“ wirft mit gerade einmal 400 Watt Leistungsaufnahme und einer Blockierleistung von 1000 Watt den schwächsten Motor ins Rennen. Dementsprechend müht er sich auch bisweilen im Praxistest. So bleiben beim Zerkleinern von Rind- und Schweinefleisch viele Rückstände in der Förderschnecke. Teilweise sogar ganze Stücke, die der Proficook Fleischwolf nicht zerkleinert. Die musst du aus der Schnecke entfernen und nochmal oben reinstopfen. Das gefällt uns nicht ganz so gut. Die Wurstproduktion klappt allerdings einwandfrei. Der Proficook bringt mit seinem teilweise aus Edelstahl gefertigtem Gehäuse 3,9 Kilogramm auf die Waage. Seine starken Saugfüße verleihen ihm gute Standsicherheit. Störend fällt auf, dass du das Wendelgehäuse mit einer Schraube separat fixieren musst.

Fazit: Der Proficook schlägt sich gegenüber der starken Konkurrenz gut. Bei einem echt günstigen Preis von ungefähr 65 Euro* musst du allerdings ein paar Abstriche machen. Während die Wurstzubereitung gut klappt, bleiben bei der Hackherstellung viele Rückstände in der Schnecke.

Clatronic FW3151 – Gutes Ergebnis zum Kampfpreis

Der „Clatronic FW3151“ ist das mit Abstand günstigste Modell im Testfeld. Nicht ganz 50 Euro* musst du für den Fleischwolf hinblättern. Den niedrigen Preis siehst du ihm allerdings auch an: Das Gehäuse und generell die Verarbeitung wirken nicht so hochwertig wie bei den anderen fünf Fleischwölfen im Vergleich. Zudem ist der Clatronic mit 3,7 Kilogramm vergleichsweise leicht. Wie alle Modelle verfügt er auch über eine Rücklauffunktion. Als einziger Fleischwolf im Rudel hat der Clatronic allerdings einen extra Schalter, mit dem dieser Rücklauf zusätzlich gesichert ist. Das gibt einen Pluspunkt. Trotz mäßiger Verarbeitung macht der Clatronic einen guten Job. Ja, seine Förderschnecke transportiert das Fleisch sogar etwas besser als der Preis-Leistungs-Sieger. So ist das Ergebnis beim Herstellen von Wurst und der Herstellung von Hack jeweils gut. Schwachpunkt auch hier: Das Wandelgehäuse musst du mit einer Schraube extra befestigen.

Fazit: Der Clatronic Fleischwolf ist wirklich günstig – und sieht dementsprechend auch billig aus. Allerdings leistet er trotzdem erfreulich gute Arbeit. Wenn du nur hin und wieder einen Fleischwolf benötigst und nicht tief in die Tasche greifen willst, dann ist dieses einfache Modell etwas für dich.

Moulinex HV8 Fleischwolf – Wackelt und macht Sauerei

Der Fleischwolf „HV8 Pro“ von Moulinex enttäuscht uns bereits mit einer völlig unbrauchbaren Bedienungsanleitung. Zudem gehören gerade einmal zwei verschiedene Lochscheiben zum Lieferumfang des mit etwa 145 Euro* recht teuren Gerätes. An den schwachen Start knüpft der Moulinex Fleischwolf nahtlos an. Der aufgesteckte Vorsatz sitzt nicht fest und wackelte während der Arbeit. Die Verarbeitung des leichten Gerätes würden wir uns hochwertiger wünschen. Im Praxistest verdient sich der HV8K ebenfalls keine Lorbeeren. Kein anderer Fleischwolf im Test hinterlässt so viele Rückstände. Sogar im Schaft für den Vorsatz bleibt Fleisch zurück. Das erschwert das Reinigen erheblich. Ein paar Pünktchen macht der Moulinex Fleischwolf mit einem praktischen Tragegriff und seiner Kabelaufbewahrung gut. Das rettet ich aber nicht vor der roten Laterne.

Fazit: Der Moulinex HV8 kann uns im Test nicht wirklich überzeugen. Alles in allem absolviert er den Vergleich mit einem soliden „befriedigend“. Aber die Konkurrenten im Test machen vieles, wenn nicht sogar alles einfach besser.

So haben wir die Fleischwölfe getestet

Nach einer ersten Begutachtung der Ausstattung mit Motorleistung, Funktionen und Zubehör und der Bewertung der Verarbeitungsqualität studieren wir auch die Bedienungsanleitung. Deren Bewertung fließt in die Note für die Handhabung mit ein. Sehr zu Ungunsten des Moulinex Modells, denn die Anleitung ist alles andere als hilfreich. Sehr gut schneiden hier dagegen Bosch und Gastroback ab. Komplettiert wird die Kategorie Handhabung durch den Aufbau, die Standfestigkeit und den Reinigungsaufwand. Dafür bauen wir sämtliche Teile des Vorsatzes auseinander und waschen sie per Hand ab. Am einfachsten zu reinigen finden wir im Test die Fleischwölfe von Bosch und Caso.

Im Praxistest drehen wir je ein halbes Kilogramm Rind- und Schweinefleisch durch den Wolf und füllen mit dem Wurstfüllvorsatz einen Naturdarm. Das Arbeiten gelingt im Test mit dem Bosch am besten. Gut schneiden hier auch der Gastroback und der Clatronic ab. Moulinex enttäuscht auch hier. Auf das Ziehen von Teig für Spritzgebäck oder Nudeln verzichten wir in der Testanordnung. Hier hatten alle Zubehörteile die gleiche Beschaffenheit.

Im Praxistest wurde mit allen Modellen Fleisch gewolft und daraus Wurst hergestellt

Darauf solltest du bei einem Fleischwolf achten

Wenn du dich mit dem Gedanken trägst, einen Fleischwolf zu kaufen, solltest du zunächst überlegen, wofür du die Fleischmaschine verwenden möchtest. Bereitest du zum Beispiel regelmäßig selbst Hackfleisch, Brät, Füllungen oder Leberkäse zu, dann ist ein elektrischer Fleischwolf mit einem leistungsstarken Motor sinnvoll. Zwar gibt es auch preiswerte mechanische Fleischwölfe, die mit einer Handkurbel angetrieben werden, allerdings eignen die sich eher für gelegentliche Einsätze und geringe Mengen Schnittmaterial. Denn der Kraftaufwand ist bei größeren Mengen Fleisch erheblich.

Stellst du auch Würste selber her, ist ein elektrischer Fleischwolf mit Aufsatz für Wurst eine große Küchenhilfe. Je kräftiger der verbaute Elektromotor ist, desto einfacher kommt das Gerät auch mit eventuellen Knorpeln oder Knochenresten zurecht. Generell werden Sehnen, Knochen und Knorpel allerdings vor dem Zerkleinern mit dem Fleischwolf entfernt. Möchtest du deinen neuen Fleischwolf zudem auch für das Zerkleinern von anderen Lebensmitteln wie Gemüse, Nüssen, Getreide oder Kräutern verwenden, benötigst du eventuell spezielle Aufsätze für dein Gerät. Wirf einen Blick auf den Lieferumfang des Fleischwolfes. Im Idealfall musst du kein weiteres Zubehör mehr kaufen. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist eine vergleichsweise einfache Reinigung. Du solltest den Fleischwolf auseinanderbauen und so die Einzelteile separat gründlich abspülen können.

Wichtige Fragen zu Fleischwölfen

* Alle Preise Stand 2020