Welches Grillthermometer ist das beste? – 10 Geräte getestet

Grillthermometer verfügen über lange spitze Sonden, die du ins Fleisch steckst und die dort die Temperatur messen. Somit halten dich die Thermometer stets auf dem Laufenden, welche Kerntemperatur dein Grillgut gerade hat. Einige der Geräte senden die Temperatur via Kabel an ihren Empfänger, andere wireless, wieder andere haben gar keinen eigenen Empfänger mehr, sondern schicken die jeweils aktuelle Gartemperatur per Bluetooth an eine Smartphone-App. Preislich bewegen sich die von uns getesteten Geräte zwischen 25 und 120 Euro*.

Diese Kriterien sind uns im Grillthermometer Test wichtig

  • Verarbeitungsqualität: Beim Grillen geht es in den entscheidenden Minuten zwischen Zubereitung und Servieren manchmal hektisch zu. Da müssen alle Helferlein von der Grillzange bis zum Bierflaschenöffner ihren Job machen - ebenso die Thermometer. Die Hardware muss den manchmal robusten Einsatz ohne Murren wegstecken. Sonst hat sie an der Feuerstelle nichts verloren.
     
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Kommunizieren Sonde und Empfangsgerät zuverlässig miteinander oder hakt die Verbindung in den entscheidenden Momenten? Muss ich vor der Inbetriebnahme des Thermometers erst eine umfangreiche Bedienungsanleitung lesen? Eindeutig nein! Denn Geräte, aus denen man lediglich eine Temperatur und die Garzeit liest, sollten selbsterklärend sein. Uns ist wichtig, wie die Sender, die mit den Sonden im Fleisch verbunden sind, am Grill befestigt werden. Schließlich prüfen wir auch die Länge der an den Sonden befestigten Drahtkabel.
     
  • Konnektivität: Wie gelangt die im Fleisch gemessene Temperatur zum Empfangsgerät – per Kabel oder per Bluetooth? Funkende Geräte haben hier einen Vorteil, weil sie den Arbeitsbereich des Grillers erweitern. So kannst du drinnen noch Gemüse für den Salat schnippeln und hast trotzdem im Blick, wann dein Steak auf dem Grill die richtige Gartemperatur erreicht hat.

Grillen meets HighTeck: Alle 10 getesteten Grillthermometer im Überblick

Der funkende Nagel – den Testsieg holt sich der Meater

Kein Kabel, keine Batterien, nur der Edelstahlnagel, den man ins Fleisch steckt. Der Meater ist Sonde und Sender in Einem. Geladen wird es in einer schlichten gleichwohl sehr gut verarbeiteten Holzbox. Die jeweils aktuelle Kerntemperatur des Fleisches funkt er via Bluetooth auf die Smartphone-App. Die liefert dir nicht nur Tipps zur perfekten Gartemperatur verschiedener Grillstücke, sondern kündigt dir auch früh genug an, wann dein Fleisch die gewünschte Temperatur erreicht hat.

Dass die gesamte Mess- und Funktechnik in der Sonde Platz gefunden hat, finden wir einfach sensationell. Kein weiterer Sender, keine Befestigungsprobleme, kein Kabelsalat. Weswegen der Meater für uns nicht nur der Test-, sondern auch der absolute Innovationssieger ist. Einziger Nachteil: Der funkende Nagel verträgt maximal 275 Grad. Was für Smoker, Egg- und Kugelgriller bedeutet, dass die Sonde bei den hohen Temperaturen nicht zum Einsatz kommen kann. Und den vergleichsweise hohen Preis von knapp 120 Euro* muss man auch erstmal investieren wollen.

Absolute Zuverlässigkeit für kleine Kohle – der Turata wird Preis-Leistungs-Sieger

Für nicht einmal 26 Euro* flattert dir die robuste Funke von „Turata“ ins Haus. Sie besitzt Steckplätze für zwei Temperatur-Sonden, die sich über Kabel mit dem Sender verbinden lassen. Der saugt sich magnetisch am Grill fest. Der übersichtliche, kabellose Empfänger macht Vorschläge, welche Temperaturen für welche Fleischarten optimal sind und visualisiert Ist- und Solltemperaturen sowie verbleibende Garzeiten, die sich auch individuell einstellen lassen. Im Dunkeln lässt sich das Display beleuchten.

Die ganze Hardware wirkt dabei so robust, dass wir das Gefühl haben, damit viele Jahre wunderbar auszukommen. Und wenn du nicht gerade grillst, eignet sich der Empfänger  auch als unüberhörbar tickende Eieruhr. Bleibt nur die Frage, warum es immer noch Batterien sein müssen, die sowohl Sender als auch Empfänger Saft spenden. Hier wünschen wir uns integrierte, über USB ladbare Akkus.

Alle weiteren Grillthermometer im Test

Auch wenn der Meater das Rennen macht, reihen sich dahinter absolute Topgeräte ein. Besonders für die Grillkünstler, die auch einen Blick auf das Preisschild der Geräte werfen. Mit Blick auf die Konnektivität versammelt das Testfeld sämtliche Vertreter vom verkabelten Thermometer bis zum Mini-Sender mit Smartphone-Verbindung.

Weber iGrill 2 – der große Bruder mit der Preiskeule

Um es kurz zu machen: Alles, was der ebenfalls getestete kleinere „Weber iGrill Mini" bietet, kann der große Bruder auch. Und er macht es auf die ebenso souverän-hochwertige Art. Mit seinen insgesamt vier Steckplätzen ist er allerdings deutlich fülliger und leistungsfähiger als der Weber Zwerg. Und auch geschäftstüchtiger, denn wegen seiner drei Steckplätze mehr poltert der große Bruder ganz schön mit der Preiskeule. Am Ende kostet er mit 100 Euro* knapp doppelt soviel kostet wie der Mini.

Weber iGrill Mini – Kleiner Sender für großes Grillvergnügen

Independent-Röster werden das nicht gerne hören, aber die Markenartikler-Grillmultis von Weber wissen einfach worauf es ankommt. Den hübschen kleinen Knopf magnetest du einfach an das Grillgehäuse, installierst die wirklich lecker und informativ designte App auf deinem Smartphone und grillst los. Die Verarbeitungsqualität des Mini-Bluetooth-Senders ist top, die Kabellänge zur Sonde so großzügig wie bei keinem anderen Testkandidaten und die Konnektivität absolut zuverlässig. Smartes Grillen in Bestform, mehr gibt’s dazu dann auch nicht zu sagen! Außer: Auch hier wäre ein integrierter Akku besser als die Old-School-Knopfbatterie. Nicht ganz so klein wie das Grillthermometer ist sein Preis: Mit knapp 50 Euro* nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber eben auch sehr gut.

Der Weber iGrill Mini ist super kompakt. Vorsicht, dass du ihn nicht verlegst

Grilleye – Familiensender im Großformat

Im „Grilleye Grillthermometer“ lassen sich gleich sechs verschiedene Sonden platzieren – absoluter Rekord im Testfeld. Allerdings werden erstmal nur zwei mitgeliefert, das Upgrade auf insgesamt sechs Fühler haut mit fast 200 Euro* richtig rein. Und dank seines großen beweglichen Bügelgriffs funktioniert er auch als Aufsteller oder Baumler, je nachdem was rund um den Grill an Ablagen vorhanden ist.

Praktisch: Der Sender arbeitet auch ohne App und zeigt die aktuellen Kerntemperaturen aus allen Sonden abwechselnd auf dem Display des Senders an. Mehr Infos bietet natürlich die App, auf die der Grilleye per Bluetooth funkt. Installation, Menüführung und Bedienung damit sind ein Kinderspiel – wie sich das für einen Familiensender gehört. Lediglich seine signalfarbene Klobigkeit mag den einen oder anderen Griller irritieren. Der Grilleye mit zwei Sonden kostet knapp 70 Euro*.

Outdoorchef Gourmet Check Dual BT – Endlich moderne Akkutechnik

Beim „Outdoorchef Gourmet Check Dual BT“ waren Griller aus der freien Wildbahn ganz ohne Konzernzwang an der Entwicklung beteiligt: Denn am Ende des Sondenkabels befindet sich ein Bluetooth-Sender mit integriertem Akku, der über USB geladen wird. Endlich! Ebenfalls erfreulich, dass die Sonden neben der Kern- auch die Ofen- beziehungsweise Grilltemperatur misst. Und das alles in einem robusten Gehäuse, das auch nicht größer ist als bei der Konkurrenz. Der Gourmet Check selbst zeigt keine Temperatur an, wie zum Beispiel der Inkbird oder der Grilleye, er braucht für seine Funktionalität die App. Mit der es dann aber richtig Spaß macht, sich einmal durch die Fleischtheke zu grillen. Für die verschiedenen Sorten schlägt es dir die passenden Temperaturen und Garzeiten vor. Obendrein sieht das auch noch sehr appetitanregend aus. Smartes Grillen mit Top-Performance für knapp 70 Euro*.

Das Outdoorchef Gourmet Check Dual BT Grillthermometer gehört zu den kompaktesten Geräten im Test

Inkbird – die haltlose Blackbox

Zuverlässige Bluetooth-Technik ohne Schnickschnack für unter 30 Euro*. Der „Inkbird“ schluckt gleich zwei Stecker, die per erfreulich langem Kabel von den zwei mitgelieferten Sonden kommen. Stecken beide im Fleisch, zeigt er dir auf einem simplen Display abwechselnd die aktuelle Kerntemperatur an. Gleichzeitig funkt die kleine Blackbox die Grilldaten an eine intuitiv bedienbare App, in der du die gewünschte Temperatur und Garzeiten einstellen kannst. Einziges Manko: Wir wissen nicht wohin mit der kleinen schwarzen Sendeeinheit. Am Ende baumelt sie einfach neben unserem Kugelgrill herunter und zerrt an den Sonden. Also: Nur was für Griller mit separater Ablage!

 

Das Grillthermometer von Inkbird ist leider nicht magnetisch und lässt sich auch sonst nicht am Grill befestigen

Santos BBQ – Erst spricht er, dann schweigt er für immer

Einsame Griller könnten versucht sein, sich den „Santos BBQ“ zuzulegen, weil er spricht. Tatsächlich, das beleuchtete Empfangsgerät zeigt nicht nur Garzeiten, -temperaturen und verschiedene Fleischsorten an, er artikuliert sie auch polyglott. So kommt natürlich ein wenig Geselligkeit in den Messvorgang. Und leicht zu bedienen ist die ganze Technik ebenfalls. Den Santos-Sender kabeln gleich zwei Sonden an. Leider ist auch dieser Sender nicht magnetisch. Findet sich keine Ablagefläche wie zum Beispiel am Kugelgrill kannst du ihn auch aufhängen. Das ist natürlich ein Konstruktionsmanko. Das gerät jedoch angesichts der Tatsache ins Hintertreffen, dass der zuvor sprechende Santos schon beim zweiten Grilleinsatz schweigt. Sender und Empfänger finden trotz mehrfacher Neustart-Versuche und Batteriewechsel kommunikativ einfach nicht mehr zueinander. Bei einem Kostenpunkt von knapp 50 Euro* ein starkes Stück. 

Outdoorchef – Leider nur stationär

Das Grillthermometer für alle, denen gefühlt schon mehr als genug Daten durchs smarte Home gewittern. Das „Outdoorchef Gourmet Check" Grillthermometer funkt nämlich nicht. Die Sonde ist über ein Kabel mit dem Empfänger verbunden, dessen übersichtliches, beleuchtetes Display alles publiziert, was wir brauchen: Timer, Ist- und Soll-Temperaturen, obendrauf gibt’s eine rudimentäre Garberatung für verschiedene Fleischsorten. Das alles erschließt sich prompt und unkompliziert. Am Ende hängst du das froschgrüne Helferlein dank seiner kleinen Öse einfach an den Grill. Legst du dann noch einen Deckel auf den Grill, bekommst du die „Ofentemperatur“ ebenfalls geliefert. Wer der ganzen Funkerei nicht traut und sich stattdessen preisgünstige Zuverlässigkeit wünscht, shoppt den kleinen Outdoorchef für etwa 25 Euro*.

Das Outdoorchef Gourmet Check Grillthermometer funktioniert nur stationär

Maverick Redi-Check – Klapperkiste an der kurzen Leine

Bei diesem Namen sind die Erwartungen natürlich groß: Wer Maverick heißt, muss mindestens wie in „Top Gun“ Düsenjäger fliegen können. Das „Maverick Grillthermometer“ im Test verfügt über gleich zwei Steckplätze für kabelgebundene Sonden am Sender. Den kannst du dann mithilfe eines dünnen Drahtbügels auch an den Grill hängen. Das rappelt und klappert, aber wir haben ja auch schon Sender am Sondenkabel baumeln sehen, da freut man sich schon über Kleinigkeiten.

Funkt der Maverick jedoch seine Daten an den Empfänger, steht der Griller zunächst ratlos davor, die Menüführung ist so gar nicht intuitiv. Und selbst nach dem Studium der mitgelieferten Betriebsanleitung mag die Bedienung noch nicht recht in Fleisch und Blut übergehen. Besonders, weil wir bereits gesehen haben, wie gut das der Konkurrenz gelingt. Auch die doch sehr kurz geratenen Sondenkabel und das billig wirkende Kunststoffgehäuse sämtlicher Komponenten beeindrucken nicht. Trotz des vergleichsweise hohen Preises von 60 Euro* navigierst du hier eine Klapperkiste statt eines Hightech-Apparillos durch das Barbecue. Deswegen auch ein Platz weit hinten im Thermometer-Testfeld

Kein Senkrechtstarter wie der Name verspricht: Das Maverick Grillthermometer kann im Test mit seiner Verarbeitung nicht überzeugen

Wie haben wir getestet?

  • Jedes Grillthermometer haben wir zunächst einer haptischen Untersuchung unterzogen: Wirken die verarbeiteten Materialien langlebig, reagieren die Tasten prompt und souverän, macht das Ganze einen wertigen Eindruck? Da sind die beiden Weber Modelle sowie das Turata Thermometer vorne mit dabei.
     
  • Anschließend haben wir versucht, die einzelnen Thermometer zunächst ohne ein Studium der Bedienungsanleitung in Betrieb zu nehmen. Intuitive Menüführungen bekamen Pluspunkte! Da kommt etwa dem Turata und dem kabelgebundenen Outdoorchef ihr übersichtliches Display-Layout zugute, die beiden Thermometer sind mehr oder weniger sofort nach dem Auspacken eine selbsterklärende Hilfe am Grill.
     
  • Nicht ganz so schnell klappt das mit den Thermometern, die per App ausgelesen werden. Da mussten wir zunächst die App runterladen, was aber keine Probleme bereitete. Bei den Smartphone-Steuerungen macht die Weber-App den besten Eindruck, weil sie nicht bloß Temperaturen und die Timerfunktion anbietet, sondern auch einzelne Gerichte und Fleischsorten inklusive der unterschiedlichen Garstufen hinterlegt hat. Andere Apps können das zwar auch (zum Beispiel Outdoorchef und Meater), bei Weber gefallen uns aber die übersichtliche und ansprechende Grafik sowie die Menüführung besonders gut.
     
  • Doch was hilft die beste App, wenn die Verbindung nicht aufgebaut wird? Alle Thermometer, die ihre Daten in irgendeiner Form senden, haben wir daraufhin auf ihre Reichweite überprüft: Funktionieren sie auch, wenn der Grill draußen im Garten steht und wir drinnen in der Küche noch den Salat anmachen? Also über 10-20 Meter mit Wänden und Terrassentüren dazwischen? Da alle Geräte diesen Test bestanden haben, wird er in den einzelnen Testbeschreibungen oben nicht weiter erwähnt.
     
  • Was uns auch wichtig ist: Zeigen alle Thermometer die richtige Temperatur an? Dafür haben wir die Sonden jedes einzelnen Gerätes in ein Wasserbad mit einer Temperatur von konstant 50 Grad Celsius getaucht. Die maximale Temperaturabweichung betrug 1 Grad Celsius, was bedeutet: Alle getesteten Thermometer liefern verlässliche Messwerte.
     
  • Schließlich haben wir ordentlich auf verschiedenen Grills gebrutzelt und die Geräte in der Praxis getestet. Denn am Ende geht es ja genau darum: Machen die Thermometer auch ihren Job, wenn’s buchstäblich heiß wird?

Die Weber-App gefällt uns im Grillthermometer Test am besten: Sie lässt sich intuitiv bedienen und sieht obendrein sehr gut aus

Darauf solltest du achten, wenn du dich für ein Grillthermometer entscheidest

  • Das Grillen mit Messgeräten präzisiert das Genusserlebnis, sorgt aber auch dafür, dass du deine Aufmerksamkeit erweitern musst. Also sollten die Geräte so einfach wie möglich funktionieren und die Frau oder den Mann mit der Zange nicht vom Rostgeschehen ablenken.
     
  • Natürlich funktionieren Grillthermometer auch kabelgebunden und mit stationären Systemen. Allerdings sind Geräte, die mit Funk beziehungsweise Bluetooth-Verbindungen arbeiten deutlich komfortabler. Die große Reichweite ist ein Vorteil, wenn du gleichzeitig noch etwas anderes machen möchtest als Grillen. Zum Beispiel die letzten Vorbereitungen in der Küche erledigen oder das erste Bierchen mit den Gästen trinken. So hast du trotzdem unter Kontrolle, dass auf dem Grill nichts anbrennt. Die eingebauten Timer einzelner Geräte zeigen dir zudem überall an, wann du am Fleisch wieder aktiv werden solltest.
     
  • Allerdings: Wer überwiegend Kurzgebratenes zubereitet, hat nicht viel Zeit, nebenher noch große Runden zu drehen. Dann reicht auch ein Thermometer ohne Sender vollkommen aus. Fortgeschrittene Griller, die etwa indirekt große Portionen garen, werden sich über die aktuellen Garwerte auf der App oder einem kabellosen Empfänger für die Hosentasche freuen. Der Unterschied in der Nutzung von App oder eigenem Empfangsgerät ist unserer Meinung nach Geschmacksfrage. Wer über die reinen Messdaten hinaus noch gerne Grillsupport bekommt, wird in der App natürlich umfangreicher begleitet und angeleitet.

Wichtige Fragen zu Grillthermometern

* Alle Preise Stand September 2019