Schüssel-Erlebnis mit Haken und Besen – 10 Handmixer getestet

Die Handhabung von Handmixern oder Handrührern sind schnell erklärt: Mithilfe von zwei Schlagbesen oder zwei Knethaken, die jeweils an der Unterseite in das Gerät gesteckt werden, schlägst du in einer Schüssel Sahne auf, verrührst einen Kuchenteig oder knetest zähen Pizzateig durch. Dafür stehen dir verschiedene Geschwindigkeitsstufen zur Verfügung.

Die Handrührgeräte der unterschiedlichen Hersteller aus unserem Test sind allesamt ähnlich leistungsstark – die Mehrzahl verfügt über Leistung von 400 bis 500 Watt. Preislich reicht die Spanne von circa 25 bis 110 Euro*. Die technische Ausstattung ist bei den Modellen ebenfalls ähnlich. Deshalb wollen wir natürlich wissen, ob die teureren Handmixer auch wirklich besser sind.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Handhabung: Liegen die Geräte gut in der Hand, erleichtert die Konstruktion die Bedienung? Außerdem: Sind sie leicht und leise? Denn niemand möchte Sahne aufschlagen und dabei einen Gehörschutz tragen.
  • Verarbeitungsqualität: Bei der Verarbeitungsqualität haben wir auf eine solide Gehäuse- und, Griffkonstruktion sowie auf die Kabellänge und -ausführung geachtet. Auch die Qualität der Quirle und Knethaken ist uns wichtig. Ebenso haben wir uns bei jedem Gerät die Leichtgängigkeit des Einsteck- und Auswerfmechanismus für Schneebesen und Knethaken angeschaut.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Preisspanne zwischen ähnlich ausgestatteten Rührern ist groß. Wir wollen wissen, ob die teuren Geräte auch mehr können.

Unser Testsieger: Der Siemens MQ 96500 Ergonomic Edition mit Flexikabel

Soviel vorweg: Der Siemens Handmixer kann in allen Testkategorien absolut überzeugen. Beim Handling setzt er Maßstäbe. Sein gummierter Griff bietet auch dann noch perfekten Halt, wenn sich die Knethaken durch den zähen Pizzateig arbeiten. Ein kaum zu beeindruckender Handmixer mit kraftvollen 500 Watt! Der Mixer verfügt über fünf Geschwindigkeitsstufen. Zudem ist er sehr leise und absolut top verarbeitet. Besonders überzeugt uns das lange Flexikabel, dessen Stecker selbst dann nicht aus der Steckdose fliegt, wenn du mal heftiger am Kabel ziehst. Ein Alleinstellungsmerkmal im Testfeld! Preislich befindet sich der Siemens Mixer im oberen Mittelfeld. Womit er zeigt, wo der Preis für einen Top-Handrührer realistisch rangiert.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Fliegengewicht Bosch MFQ3530 Handmixer

Leicht, kraftvoll, solide und ohne Schnickschnack – so präsentiert sich der günstigere der beiden Bosch Handmixer im Test. Von allen Testgeräten ist er sogar der leichteste, das gefällt also schon mal beim Handling, ebenso wie das lange Kabel. Die Akustik ist zwar verbesserungswürdig, dafür arbeitet sich das Rührgerät verlässlich und kraftvoll mit seiner Leistung von 450 Watt auch durch schwereren Pizza- oder Brotteig. Die Auswurftaste hakt hier etwas. Für circa 30 Euro* erhältst du dennoch ein absolut verlässliches Handrührgerät, das dich garantiert nicht enttäuscht.

Rühren was das Zeug hält – So schneiden die übrigen Handmixer ab

Acht weitere Handrührgeräte haben wir angeworfen, um sie miteinander zu vergleichen. Die Spanne reicht vom absolut konkurrenzfähigen Einsteigerschnäppchen bis zum überteuerten Designrührer mit deutlichen Performance-Mängeln. Wie bei der Partnerwahl gilt auch beim Handmixer: Der Preis allein ist nicht alles.

Bosch MFQ 40303 Styline – Still und leise auf Platz 2

Während der Krups Handmixer ordentlich Lärm bei der Arbeit macht, vollzieht der knallrote „Styline“ von Bosch seinen Job in aller Ruhe. Er ist somit der leiseste Testkandidat! Und das, verglichen mit dem Krups, mit deutlich weniger Gewicht. Dadurch wird die Handhabung zum Kinderspiel. Ein langes Kabel und die mühelose 500-Watt-Pizzateig-Performance tragen ebenfalls dazu bei, dass sich der Bosch Handmixer die Silbermedaille im Testlauf sichert. Lediglich die etwas rutschigere Ergonomie und das nicht ganz so pfiffige Kabeldesign lassen ihn hinter dem Testsieger von Siemens zurückstehen. Dafür kann er durch seinen zusätzlichen Anschluss punkten, wo du einen Mixfuß oder Universalzerkleinerer anbringen kannst. Quirle und Haken sind spülmaschinenfest. Du kannst fünf Geschwindigkeitsstufen einstellen. Die Turbostufe befindet sich ganz links.

Bosch MFQ 40303 Styline - flüsterleise und stylisch

Severin HM 3832 – Viel Power und maskulines Design

„Sehr männlich“, lautet der Kommentar der weiblichen Kollegin im Testteam, nachdem sie diesen Handmixer unter die Lupe genommen hat. Der Grund für ihr Fazit: Obwohl der Severin mit 400 Watt ebenso viel Leistung, wie seine Vorgänger im Test in die Rührschüssel wirft, weiß er sich als Kraftprotz zu inszenieren. Sein Einsatz ist ein wenig lauter und in der Kraftübertragung sehr viel direkter. Das gleicht einer Fahrt mit einem Mountainbike durchs Gelände – nur ohne Federung. Das schwarze Design trägt natürlich auch zur maskulinen Anmutung bei. Darüber hinaus macht der Mixer seinen Job ohne Murren, ist kompakt verarbeitet und sogar mit einer kleinen Flexi-Einheit im Kabel ausgestattet. Wer es rustikal mag, bekommt hier für kleines Geld einen weiteren soliden Handmixer.

Krups GN 5021 – Der souveräne Rabauke

Mit dem Krups Handmixer haben wir einen weiteren der vier 500-Watt-Rührer im Test in der Schüssel. Pizzateig ist für den Krups eine Kleinigkeit, dabei liegt er gut in der Hand, verrutscht dort nicht und macht nicht nur einen lässigen, sondern auch äußerst zuverlässigen Eindruck. Mit seinen deutlich vernehmbaren Motorgeräuschen sorgt er allerdings auch für ordentlich Welle. Neben dem Severin noch so ein Rabauke im Testfeld, der sich allerdings exzellent auf sein rührendes Geschäft versteht.

Krups GN 5021 Handmixer - ergonomisch aber schwer 

Kenwood Kmix – Schwergewichtige Designfalle

Beim "kMix Handmixer HMX750RD" von Kenwood ist die Pizzateig-Performance ohne ständiges, unfreiwilliges Verstellen der Stufen dank ungünstiger Positionierung des Schiebereglers nicht möglich. Ein ergonomischer Reinfall, der sich umso deutlicher bemerkbar macht, da der Kenwood der mit Abstand schwerste Handmixer im ganzen Testfeld ist. Punkten kann dieser Mixer derweil in der Kategorie Aufbewahrung und Unterbringung, weil er über eine Art „Dockingstation“ verfügt. In diese lassen sich auch die Rührstäbe und Knethaken stecken. Außerdem kann das Kabel im Geräteboden aufgerollt werden. Das alles rechtfertigt jedoch keinesfalls den Preis von fast 100 Euro*, der wohl allein fürs schicke Design aufgerufen wird. Die Wattzahl beträgt hier 350.

Russell Hobbs Retro – Feinste Sahne mit Ergonomie-Problem

Zunächst mag der kleine (aber gar nicht mal so leichte) Rote "Rusell Hobbs 25200-56" eingeschaltet werden, bevor du die exakte Rührgeschwindigkeit auf einem separaten Knopf anwählst. Das ist schon mal ein Knopf beziehungsweise Regler zu viel. Alle bisher vorgestellten Testgeräte aus unserem Vergleich kommen locker ohne diese Aufgabenteilung aus. Und als die Hand dann beim ambitionierteren Teigkneten noch unfreiwillig und unentwegt nach vorne auf eben diese Tasten rutscht, ist das Speed-Chaos an den Knethaken perfekt.

Immerhin: Das 500 Watt starke Retrogerät verfügt über klingenartig „geschliffene“ Rührbesen aus Kunststoff, die ihn zu einem wahren Schaumschläger machen. Kein Gerät im Test schlägt die Sahne so fluffig auf wie der Russell Hobbs!

WMF Kult X – Mehr Schein als Sein

Eine Überraschung im Testfeld ist der WMF Handrührer aus der Kult X Serie. Leider keine positive! Denn eigentlich kennt man die Marke als Toplieferanten für Küchenbedarf. Aber beim Test ihres Handrührers durften wir erleben, wie das Design die Funktionalität beeinträchtigt.

Dabei fallen besonders das kurze Kabel, die knappen Rührbesen und der undurchdachte Griff des Mixers negativ ins Gewicht. Beim Kneten des Pizzateigs rutscht die Hand nämlich immer wieder auf den Regler zur Einstellung der Geschwindigkeitsstufen. Das hat zur Folge, dass diese sich regelmäßig verstellen, was lästig und wenig erwünscht ist.

Zum Ausschalten des Handmixers müssen wir dann auch noch umgreifen, was dazu führt, dass der Rührer für einen Moment ein wenig herrenlos durch den Teig fuhrwerkt. Gutes Handling sieht anders aus! Zumal es das drittschwerste Gerät im Test ist. Stattdessen kommt der WMF recht schick daher, wie er da mit seinem Edelstahlgehäuse in der Küche steht. Aber vom Rumstehen allein wird die Sahne nicht steif.

KitchenAid 5 KHM9212EoB – Höchster Preis, schlechteste Performance

Große Gespanntheit herrscht vor dem Testlauf des KitchenAid Handmixers - preislich immerhin das Premiumprodukt unter den zehn Geräten im Vergleich. Auch die Marke KitchenAid ist natürlich erstmal ein Wort im Küchenkontext. Aber dann: Pustekuchen! Denn ausgerechnet dieser Rührer ist der einzige im Test, bei dem die Rührbesen im Betrieb klappernd aneinanderschlagen. Und auch hier benötigst du zwei Tasten, um das Gerät zunächst einzuschalten, bevor du die entsprechende Rührstufe anwählen kannst. Die Stufe wird dir durch ein helles weißes Lichtlein angezeigt. Auch hier rutschen wir im Test wieder auf die Geschwindigkeitstaste ab. Das liegt mitunter an dem nicht gerade rutschfesten Griff.

Am Ende wird der Rührarm während des Knetens auch noch unangenehm durchgeschüttelt, sodass wir nur erschöpft zum Ergebnis kommen. An der verblüffenden Erkenntnis, dass das schlechteste Gerät im Test gleichzeitig das teuerste ist, ändert auch das hübsche Säckchen voller weiterer Knethaken und Schaumbesen, die dem Handrührer beiliegen, sowie das markentypische Retrodesign nichts.

Philips HR3741 Handmixer – Schnäppchen mit kleinen Defiziten

Wenn du ein kleines Workout für deine Arme machen möchtest, ist vielleicht dieses Gerät das richtige. Die Verarbeitung ist ähnlich solide, wie beim Bosch Handmixer. Mit dem Unterschied, dass der Philips HR3741 mit über einem Kilo fast 300 Gramm mehr auf die Waage bringt. Gerade bei längeren Rühreinheiten fällt dieses Kriterium buchstäblich ins Gewicht. Bei der Kabellänge hat der Hersteller zusätzlich geknausert, auch dafür hat der Philips nicht gerade Pluspunkte gesammelt. Dennoch muss er sich nicht verstecken: Für den günstigsten Preis in unserem Vergleich immer noch ein absolut zuverlässiger Handrührer für sämtliche Anwendungsbereiche.

Was du beim Kauf eines Handmixers beachten solltest

Wie der Name schon sagt: Beim Handmixer ist entscheidend, wie er in der Hand liegt. Und wie er sich bedienen lässt, wenn sich die Knethaken durch einen zähnen Hefeteig wühlen. Lässt sich die Drehgeschwindigkeit des Mixers auch dann noch bequem mit einer kleinen Bewegung des Daumens verändern, hältst du das richtige Gerät in der Hand. Uns haben die Rührer am meisten überzeugt, bei denen du die Regulierung der Drehgeschwindigkeit rechtwinklig zum Griffverlauf vornimmst.

Auch die Kabellänge ist wichtig! Da bei uns nur der Testsieger ein wirklich praktisches Flexikabel hat, solltest du unbedingt auf ein langes Kabel Wert legen, um einen großen Aktionsradius in der Küche zu behalten. Achte auch auf die Abmessungen und das Gewicht: Lange Schneebesen und Knethaken sind vorteilhaft, ebenso ein möglichst geringes Gewicht des Gerätes.

Wir kneten mit jedem Modell im Test einen Pizzateig und schlagen Sahne auf

Häufige Fragen rund um den Handmixer

*Alle Preise Stand August 2020