Manuelle Kaffeemühle – für mehr Stil in der Küche und unterwegs

Alles ist besser als Instantkaffee. Damit dein schwarzes Heißgetränk besonders lecker wird, ist eine frisch geröstete Kaffeebohne wichtig. Am besten kommt das Kaffeemehl direkt frisch gemahlen in die French Press oder den Siebträger. Dafür brauchst du aber eine gute Mühle. Elektrische Kaffeemühlen haben wir bereits für dich getestet. Ihr manuelles Pendant überzeugt entweder mit einem schicken Korpus aus Holz oder leichtem Gewicht und kleinem Packmaß für die Reise. Wir haben uns zehn beliebte Handkaffeemühlen für dich einmal genauer angeschaut.

In diesen Kategorien testen wir die Handmühlen

  • Qualität: Wir wollen wissen, wie gut das Gehäuse, die Kurbel und das Mahlwerk der Modelle verarbeitet sind.
  • Bedienung: Liefert die Bedienungsanleitung sinnvolle Hinweise oder kommst du auch ohne klar? Wie sieht es mit der Einstellung der Mahlgrade aus? Uns interessiert, ob sich die Einzelteile gut und fest miteinander verbinden lassen. Liegt die Mühle angenehm in der Hand und lässt sich nach dem Mahlvorgang auch leicht reinigen?
  • Mahlergebnis: Besonders wichtig ist uns, ob die Kaffeemühlen gleichmäßige Ergebnisse liefern. Wir testen feines Pulver für Espresso, mittleres für einen Handfilter und grobes für eine French Press.
  • Design: Wenn deine Kaffeemühle bei Nichtgebrauch deine Küche zieren soll, ist ein schönes Design ebenso wichtig.

Testsieger: Comandante C40 Nitro Blade

Uns gefällt die hochwertig verarbeitete Comandante C40 Nitro Blade mit ihrem Korpus aus Holz und dem Schraubglas für Pulver richtig gut. Damit macht sie garantiert eine gute Figur in deiner Küche. Die Verarbeitung ist die zweitbeste im Test und die Mahlgrade lassen sich hier sehr einfach einstellen. Die Ergebnisse beim Mahlen sind durchgängig gut und überzeugend. Nur der Preis von 220 Euro* tut etwas weh im Geldbeutel, dafür bekommst du aber auch eine sehr hochwertige Kaffeemühle mit einem präzisen Scheibenmahlwerk. Wenn du mehr über unseren schicken Testsieger wissen möchtest, wirf einen Blick in den Einzeltest der Comandante C40.

Preis-Leistungs-Sieger: Groenenberg manuelle Kaffeemühle

Die Groenenberg Kaffeemühle ist bislang ein Geheimtipp, die tolle Leistung die sie mit ihrem Kegelmahlwerk an den Tag legt, könnte das aber in naher Zukunft ändern. Wir finden das leichte Gewicht, die solide Verarbeitung und das gute Mahlergebnis der Handmühle sehr überzeugend. Deshalb küren wir sie auch zu unserem Preis-Leistungs-Sieger. Mehr zu diesem Schnäppchen für unterwegs erfährst du in unserem Einzeltest.

Acht weitere Kaffeemühlen mit Kurbel im Vergleich

Du hast noch Power in deinen Armen? Dann gibt es bei unseren übrigen Testkandidaten noch mehr Kaffee und Espresso zu kurbeln. Wir haben nämlich noch acht weitere Handkaffeemühlen getestet. Darunter auch Modelle von Zassenhaus und Hario. Sei gespannt, wie diese in unserem Test mahlen.

Zassenhaus Quito: guter 2. Platz mit schöner Optik

Die Zassenhaus „Quito“ Handmühle hat in unserem Test einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit einem guten Mahlergebnis und einer einfachen Einstellung der Mahlgrade kann sie in unserem Test punkten. Sie besitzt ebenso wie die Comandante einen Schraubbehälter aus Glas und ein schickes Gehäuse. Leider ist sie mit fast 500 Gramm auch ein ordentliches Schwergewicht. Mehr zum Top-Modell von Zassenhaus mit Kegelmahlwerk erfährst du im Einzeltest.

Porlex Tall – hochwertige Mühle mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Die japanische Mühle „Porlex Tall“ besteht nahezu komplett aus robustem Edelstahl. Ihr Kegelmahlwerk ist aus weißer Keramik gefertigt. Die Verarbeitung kommt sehr solide rüber. Optisch ähnelt sie der Handmühle von Groenenberg. In der Bedienungsanleitung findest du Einstellungsempfehlungen für verschiedene Kaffeearten, das gefällt uns hier besonders. Aufgrund ihrer Maße und ihres Gewichts von 280 Gramm eignet sich die Porlex Tall ideal als Reisekaffeemühle. Es sind bis zu 15 verschiedene Mahlgrade mit dieser Kaffeemühle einstellbar. In den oberen Teil der Mühle passen 30 Gramm Bohnen. Das ergibt, je nach Mahlgrad, bis zu 40 Gramm Pulver.

Wir haben beim Test 34 Gramm Kaffeebohnen in die Mühle gefüllt. Das Ergebnis ist relativ fein, es sind aber noch vereinzelt Schalen im Pulver. In etwa 6 Minuten haben wir die ganzen Bohnen aus dem Behälter gemahlen. Der obere und untere Teil sind hier fester miteinander verbunden, trotz das sie nicht eingehakt oder festgeschraubt sind. Wie bei der Porlex Mini hat auch hier die Kurbel mit Kunststoffknauf verhältnismäßig viel Spiel. Die Befestigungsschraube des Mahlwerks und die Mahlwerkaufhängung bestehen ebenfalls aus Kunststoff. Gehäuse und Kurbel liegen gut in der Hand. Der Mahlgrad lässt sich auch hier über eine Flügelschraube recht komfortabel einstellen.

Die Porlex Tall erfüllt in puncto Mahlergebnis so gut wie jede Anforderung, die wir an sie stellen

Beim Mahlgrad für den Handfilter liefern sich die Porlex Tall und die Peugeot Nostalgie ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Unter den kritischen Blicken unserer Testjury siegt die Peugeot im Fotofinish. Die Porlex Tall liefert ein sehr überzeugendes Ergebnis beim Espressopulver. Dafür gibt es volle Punktzahl. Das grobe Kaffeepulver ist nicht ganz so homogen, das gibt etwas Abzug. Die Porlex Tall hat die besten Mahlergebnisse im Test.

Zur Reinigung kannst du die Kaffeemühle auseinandernehmen und mit einer Zahnbürste unter warmem Wasser säubern. Das klappt im Test ziemlich gut. Ganz sauber bekommst du das weiße Keramikmahlwerk aber nicht mehr. Gut finden wir, dass du für die Reinigung sowohl den inneren als auch den äußeren Mahlkegel entnehmen kannst.

Fazit: Die Porlex Tall eignet sich für alle Kaffeetrinker, die ihre Mühle gerne mit auf Reisen nehmen und ein gutes Mahlergebnis für Espresso- oder Handfilter Pulver suchen. In der Verarbeitung überzeugt sie ebenso. Das macht Platz 3 in unserem Test.

Peugeot Brésil: Retro-Klassiker aus Holz

Die „Peugeot Brésil“ ist eine Retro-Kaffeemühle wie sie im Buche steht. Mit dieser Mühle aus dunkelbraunem Buchenholz mahlen wir unsere Testmenge in knapp 5 Minuten. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und solide. Das Mahlen geht nicht so leicht von der Hand, da die kantige Kaffeemühle sich schlecht festhalten lässt. In unserem Test wird das Pulver so fein, dass wir es nur etwas mühsam aus den Ecken und Kanten der Schublade bekommen. Das artet bisweilen in eine kleine Sauerei aus. Der Mahlgrad lässt sich nur schwer mittels des Zahnrades und der Metalllasche verstellen. Durch die robuste Bauweise bringt die Mühle mit etwa einem Kilogramm ordentlich Gewicht auf die Waage und ist eher etwas fürs Küchenregal und nicht für unterwegs.

Die Brésil ist im Vergleich zum Modell Nostalgie oben offen. Das heißt du füllst die Bohnen in einen Trichter und sie fallen direkt ins Stahl-Kegelmahlwerk. Der Weg zum Mahlwerk ist hier länger, der Trichter ist aber nur zum Teil mit Edelstahl verkleidet. Dadurch kommen die Bohnen mit dem unlackierten Holz in Berührung. Auf Dauer könnte sich das negativ auf das Aroma auswirken. Zudem kann durch den nicht verschließbaren Trichter Staub und Schmutz ungehindert in das Mahlwerk fallen. Der Knauf der Kurbel besteht aus Holz. Der Griff der Schublade der Brésil ist aus Metall.

Die Mahlergebnisse der beiden Peugeot Kaffeemühlen im Testfeld sind ähnlich gut. Wir müssen nicht lange rumprobieren, um den gewünschten Mahlgrad zu finden. Der mittlere Mahlgrad für den Handfilter gelingt im Test recht homogen. Die Stückchen im Pulver für den Handfilter finden wir bei dem Modell Brésil etwas gröber als beim Schwesternmodell Nostalgie (siehe unten). Das Espressopulver gelingt mit der Brésil sehr gut. Dafür gibt es volle Punktzahl. Das Reinigen gestaltet sich schwierig, da du das Mahlwerk nicht ausbauen kannst. Wir haben versucht vorsichtig mit einer weichen Bürste oder einer Zahnbürste die Bohnenreste von den Kegeln zu entfernen. Das klappt allerdings nur spärlich. Das Ausbürsten der Schublade gelingt hingegen ganz gut.

Fazit: Die Peugeot Brésil ist eine sehr hochwertig verarbeitete Kaffeemühle mit Charme, die sich auch optisch gut in Kaffeeliebhaber-Küchen macht. Besonders das Mahlergebnis von feinem Pulver ist empfehlenswert. Nicht so gut finden wir die offene Bauart und die erschwerte Reinigung.

Peugeot Nostalgie: Schwestermodell der Brésil

Die beiden Holzmühlen aus dem Hause Peugeot nehmen sich nicht viel in unserem Test. Beide schneiden mit 8 von 10 Punkten sehr gut ab. Das schicke Gehäuse der „Nostalgie“ aus echtem Nussbaumholz macht schon etwas her. Den Mahlgrad kannst du über eine Rändelschraube unterhalb der Kurbel einstellen. Der Holzknauf der Kurbel gefällt uns gut. Die Schublade lässt sich leichtgängig entnehmen und wiedereinsetzen. Aufgrund ihrer Kanten liegt die Kaffeemühle beim Mahlen nicht so gut in der Hand. Bei dem Modell „Nostalgie“ stört uns, dass wir unsere Testmenge von 30 Gramm nicht ganz in den Mahltrichter bekommen. Zudem erschwert die kleine Öffnung das Befüllen. Dafür ist die Mahldauer mit gerade einmal 3,5 Minuten sehr kurz. Das Pulver passt perfekt in die Schublade, hier geht nicht wie bei den anderen Holzmodellen im Testfeld etwas daneben.

Unsere getesteten Mahlgrade meistert die Peugeot Nostalgie mit Bravour. Sie ist unser Spitzenreiter beim mittleren Mahlgrad für den Handfilter. Das grobe Pulver für die French Press gefällt uns hier ziemlich gut, genauso wie das für Espressopulver. Der Einfülltrichter ist mit Edelstahl ausgekleidet, das verhindert, das sich Kaffeeöle im Holz festsetzen. Das Kegelmahlwerk besteht hier aus Edelstahl. Die Mühle ist hochwertig verarbeitet und lässt sich mit einem weichen Tuch und einer Bürste gut reinigen. Kaffeemehl, das sich in den Ritzen des Holzes ansammelt, lässt sich einfach ausbürsten. Schwieriger gestaltet sich da die Reinigung des Mahlwerks. Durch die Metallkuppel ist das Mahlwerk vor Staub und Schmutz geschützt.

Fazit: Die Peugeot Nostalgie ist ein Blickfang in der Küche und liefert gleichmäßige Ergebnisse. Das Einstellen des Mahlgrads und das Entnehmen des Pulvers aus der Schublade gestalten sich etwas umständlich, das stört uns aber nicht weiter. So lädt sich sehr fein gemahlenes Pulver statisch auf und bleibt dadurch an der Schublade „kleben“.

Zassenhaus Brasilia - Schicke Holzmühle mit guter Leistung

Die Holzmühle von Zassenhaus ermöglicht dir dank Drehrad unter der Kurbel eine leichte Mahlgradeinstellung. Leider passt auch hier nicht die gesamte Testmenge in die Kaffeemühle rein. Bei der recht kleinen Schublade fällt uns im Test öfter mal etwas Kaffeepulver daneben. Im Test punktet sie vor allem mit dem hochwertig verarbeiteten Gehäuse. Was sie sonst noch so zu bieten hat, erfährst du im Einzeltest zur Zassenhaus.

Porlex Mini – der perfekte Reisebegleiter

Die Porlex Mini ist, wie der Name vermuten lässt, noch kompakter, als ihr großes Schwesternmodell Tall. Praktisch: Die abnehmbare Kurbel lässt sich hier für den Transport in eine Gummimanschette einstecken. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, der Griff der Kurbel aus Kunststoff. Der Kaffeemehlbehälter lässt sich für unsere Begriffe zu einfach abziehen. Das heißt, beim Mahlen musst du ihn gut festhalten, weil er sich nicht verriegeln lässt. Die Kurbel sitzt ebenfalls nicht wirklich fest und hat viel Spiel. In den oberen Teil passen lediglich 20 Gramm Bohnen. Die Verarbeitung wirkt jedoch hochwertig. Zudem ist die Kaffeemühle sehr kompakt und leicht, also ideal für Reisen.

Die Porlex Mini liefert fast perfekte Mahlergebnisse. Lediglich der mittlere Mahlgrad für Handfilter schwächelt in unserem Test etwas

In etwa 3,5 Minuten sind alle Bohnen gemahlen. Obwohl wir die Empfehlung des Herstellers befolgt haben, finden wir das Pulver etwas zu grob. Ein paar Schalenreste befinden sich auch noch im Mahlgut. Zur Auswahl hast du wie bei der Tall 15 Mahlgrade. Diese lassen sich über eine Stellschraube am äußeren Mahlkegel einstellen. Die Mahlgradeinstellung geht hier, bis auf den groben Mahlgrad leicht von der Hand. Beim feinen Espressopulver sind wir von der Porlex Mini ebenso begeistert, wie von der Porlex Tall. Das mittlere Mahlgut hingegen ist uns etwas zu grob geraten. Hier wäre wahrscheinlich noch mehr Feintuning nötig. Das Ergebnis des groben Mahlgrads finden wir zwar nicht ganz perfekt, aber nahe dran. Die Mahlscheiben des Keramikmahlwerks kannst du nach getaner Arbeit ausbauen und in der Spülmaschine reinigen. Wir haben sie mit einer Zahnbürste und etwas Wasser aber ebenfalls sauber bekommen.

Fazit: Mit einem Gewicht von 250 Gramm ist die Porlex Mini zusammen mit der Groenenberg die leichteste Kaffeemühle im Test und eignet sich daher ideal für den Campingurlaub. Die Höhe von gerade einmal 13 Zentimetern macht sie perfekt für nahezu jeden Rucksack. Sie eignet sich allerdings vom Volumen her nur für eine Person.  

Die kleine Schwarze: Hario Mini-Slim Pro

In einem schicken mattschwarzen Stahlgehäuse kommt die Hario „Mini-Slim Pro“ Mühle daher. Das Zusammenstecken der beiden Teile gestaltet sich als nicht ganz so einfach, was schon prompt die Lackierung in Mitleidenschaft zieht. Wir haben das Gefühl, dass die beiden Behälter trotz Drehverschluss nicht richtig miteinander verbunden sind. Die Verriegelung lässt sich schnell „überdrehen“ was zu einem Verkratzen des Verschlusses führt. Vorsicht: Der Rand des Kaffeemehlbehälters ist sehr scharfkantig. Die Kurbel kommt edel in einer schwarzmetallic Lackierung daher, sitzt aber leider nicht sonderlich fest. Über die Verstellmutter am unteren Ende des Mahlwerks kannst du den Mahlgrad anpassen. Dieser lässt sich nur mit aufgesetzter Kurbel einstellen.

Der Aufbau der manuellen Kaffeemühle und die Einstellung der Mahlgrade sind gut in der Anleitung beschrieben, also kannst du sie getrost zum Reinigen auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Eine Tabelle mit den empfohlenen Mahlgraden für die unterschiedlichen Zubereitungsarten ist ebenfalls dort zu finden. Der Mehlbehälter fasst hier 30 Gramm und der Bohnenbehälter angeblich 50. Wir haben allerdings im Test nur 34 Gramm eingefüllt bekommen. Die Öffnung ist schön groß, so kannst du bequem die Bohnen einfüllen. Zum Mahlen dieser Menge brauchen wir bei der Hario Mini-Slim Pro an die 5 Minuten. Das klappt recht gut, auch wenn wir mit dem Ergebnis für das Handfilter Pulver nicht so zufrieden sind. Ein großer Vorteil hier: Durch den transparenten Deckel kannst du jederzeit kontrollieren, wie viele Bohnen noch im Behälter sind. Die Gummierung am Deckel hat uns besonders gut gefallen. Die Kaffeemühle liegt allerdings nicht so griffig in der Hand, das liegt an der Lackierung.

Beim mittleren Mahlgrad für den Handfilter finden wir teilweise noch große Bohnenstücke. Auch das Mahlgut für die French Press hat teilweise noch ein paar größere Stückchen. Am homogensten gelingt das Espressopulver, obwohl sich auch hier Unregelmäßigkeiten im Pulver befinden.

Fazit: Fast 70 Euro* finden wir für diese Mühle etwas viel verlangt. Mit über 400 Gramm ist sie auch relativ schwer. Die Reinigung geht dafür recht leicht von der Hand. Das Design ist ebenfalls einen Blick wert und auch mit dem transparenten Deckel punktet sie bei uns. Wir empfehlen die Hario Mini-Slim Pro allen Ästheten, die auch mit einem durchschnittlichen Ergebnis leben können.

Hario Mini Slim + mit ausbaufähiger Verarbeitung

Die Verarbeitung der „Hario Mini Slim +“ ist nicht so hochwertig wie die der anderen Mühlen. Hier besteht der untere Teil aus Methacrylat-Harz und der obere Teil aus Kunststoff. Via Schraubverschluss werden beiden Teile miteinander verbunden. Die Kurbel hält hier besser als bei vergleichbaren Geräten, lässt sich aber leider nicht so einfach aufstecken. Der Griff besteht aus Kunststoff. Besonders der obere Teil der manuellen Kaffeemühle hat keine angenehme Haptik. Der Kunststoff wirkt nicht sehr hochwertig.

Leider passen mehr Bohnen in den oberen Teil als gemahlen werden können. Wir können 34 Gramm Bohnen einfüllen aber nur 28 Gramm mahlen. Die Bedienungsanleitung ist bebildert und gut verständlich. Nur die Tabelle mit den Mahlgraden finden wir wenig hilfreich. Hier hätten wir uns eine Angabe zu den nötigen Umdrehungen gewünscht.

Der vorhandene Platz im unteren Behälter wird unserer Meinung nach nicht optimal genutzt. Gut ist, dass du auf Anhieb siehst, wie viel du schon gemahlen hast. Das Mahlergebnis könnte allerdings feiner sein. Wir haben etwa vier Minuten gemahlen, bis alle Kaffeebohnen zerkleinert sind. Beim Umfüllen des Pulvers bleiben Reste im Gewinde hängen. Das Einstellen des groben Mahlgrads finden wir etwas schwierig. Da musst du unter Umständen etwas länger probieren.

Leider nicht so hochwertig wie erhofft kommt die Hario Mini Slim + daher. Dafür hat sie aber ein leichtes Gewicht und lässt sich einfach reinigen

Der mittlere Mahlgrad ist nicht so homogen wie bei der Konkurrenz. Hier befinden sich teilweise größere Stückchen im Mahlgut. Dafür finden wir das feine Espressopulver gelungen. Das grobe Pulver für die French Press ist ungleichmäßig und hat uns im Test am wenigsten gefallen.

Die Reinigung wird hier mit einem milden Reinigungsmittel empfohlen. Wir finden die Hario Mini Slim + lässt sich mit am besten im Test reinigen. Das Mahlwerk kannst du komplett entnehmen und verbleibendes Kaffeepulver rausbürsten. Lediglich in den kleinen Auffangbehälter kommst du mit großen Händen nur schwer rein.

Fazit: Für den Preis von etwa 35 Euro* finden wir die Performance der Hario in Ordnung. Punkten kann der transparente Deckel und die leichte Reinigung. Verbesserungswürdig ist allerdings die Materialauswahl. Die manuelle Kaffeemühle eignet sich für Einsteiger, denen die Verarbeitung nicht ganz so wichtig ist und die mit ein paar Abstrichen leben können.

So haben wir die manuellen Kaffeemühlen getestet

Als erstes haben wir alle Mühlen ausgepackt und uns die Verarbeitung der Einzelteile angeschaut. Danach ging es ans Studieren der Bedienungsanleitung. Bei den meisten Geräten gibt es nicht viel zu beachten. Die Mahlgradeinstellung hängt sowieso von deinen Vorlieben ab. Besonders interessiert haben uns lediglich Hinweise zu Aufbau und Reinigung. Danach haben wir alle Modelle mit etwa 30 Gramm Bohnen befüllt und diese auf feinster Stufe gemahlen und dabei die Zeit gemessen. Am schnellsten war dabei die Porlex Mini. Bei der Verarbeitung überzeugen uns vor allem die Modelle Peugeot Brésil und die Comandante. Die Zassenhaus Quito und Peugeot Nostalgie kommen ebenfalls sehr hochwertig daher. Bei der Bedienung hat die Comandante die Nase vorn. Die Mahlgrade lassen sich leicht einstellen und die Haptik ist ausgesprochen gut. Knapp dahinter liegt die Porlex Tall, die zusammen mit der Nostalgie das beste Mahlergebnis im Test hinlegt. Zur Beurteilung der Mahlgrade haben wir mit allen Mühlen Bohnen zu feinem, mittlerem und grobem Kaffeepulver in etwa derselben Einstellung gemahlen und diese Proben dann miteinander verglichen. Die anschließende Reinigung war ebenfalls ein Kriterium, das vor allem Porlex Mini und Hario Mini Slim + gut gemeistert haben.

Wir haben alle Geräte in die Hand genommen und geschaut, wie die Haptik während des Mahlens ist und wie kräftig wir an der Kurbel drehen müssen

Was muss ich beim Kauf einer Handkaffeemühle beachten?

Wer noch nie zuvor mit einer Handkaffeemühle gearbeitet hat, der braucht erst einmal eine kleine Eingewöhnungsphase. Da Espressopulver am feinsten ist, dauert hier der Mahlvorgang am längsten. Wir haben versucht das Kaffeepulver mit den Mühlen so einheitlich wie möglich zu mahlen. Wenn die beiden Kegel des Mahlwerks direkt aufeinanderliegen, bekommst du besonders feines Pulver, je weiter du die Flügelschraube aufdrehst, desto gröber fällt das Ergebnis aus. Um dein gewünschtes Mahlergebnis zu bekommen, braucht es also etwas Zeit und Knowhow.

Das Material und die Maße spielen eine wichtige Rolle für den Einsatz. Soll die Handkaffeemühle auch mal mit auf Reisen sollte sie ein kleines Packmaß haben und leicht sein. Wir können dir dafür die Porlex Mini und die Groenenberg mit ihrem leichten Gewicht von gerade einmal 250 Gramm empfehlen. Wenn du die Kaffeemühle ausschließlich Zuhause nutzen möchtest, darf es auch gerne ein schwereres Modell aus Holz oder eins mit Glasbehälter sein. Ein echter Hingucker ist die Comandante, aber auch die Holzmühlen von Peugeot oder Zassenhaus sind einen Blick wert.

Unsere Testkandidaten, von dem Retro-Klassiker bis hin zum modernen Backpacker-Gerät ist alles vertreten

*Alle Preise Stand Januar 2020

Wichtige Fragen zum Thema Handkaffeemühle