Schneller und einfacher Kaffeegenuss – 9 Kaffeevollautomaten für Einsteiger getestet

Exzellenter Kaffee auf Knopfdruck. Bei einem Kaffeevollautomaten sollte dir das Gerät die meiste Arbeit abnehmen, sodass du dich ganz auf den Genuss konzentrieren kannst. Deshalb ist eine einfache Bedienung besonders wichtig. Bei manchen Vollautomaten kannst du deine Kaffeegetränke direkt per Knopfdruck beziehen, bei günstigeren Geräten ist jedoch das Aufschäumen der Milch per Dampflanze erforderlich. Meist erfolgt die Getränkeauswahl per Knopfdruck oder über einen Drehregler. Touch-Displays haben eher die teuren Kaffeevollautomaten ab 600 Euro verbaut.

Folgende Kriterien sind im Kaffeevollautomat Test ausschlaggebend

  • Bedienung des Vollautomaten: Wie einfach und intuitiv ist die Nutzung der Maschine und das Zubereiten des Kaffees? Ist das Nachfüllen von Kaffeebohnen und Wasser leicht möglich? Passen verschiedene Tassengrößen unter den Auslauf und lässt sich dieser verstellen? Besitzt das Gerät eine Abschaltautomatik?
     
  • Kaffeequalität: Schmeckt der Kaffee wässrig oder verbrannt? Ist er gleich trinkbar oder zu heiß? Hat der Espresso eine dunkle, marmorierte Crema und ist diese beständig? Mit jeder Maschine haben wir einen Espresso und einen Café Crema zubereitet.
     
  • Reinigung: Ist der Trester (Kaffeesatz) leicht zu entnehmen? Wie groß ist die Auffangschale und lässt sie sich problemlos entleeren? Gibt es ein integriertes Reinigungs- und Entkalkungsprogramm? Ist die Brühgruppe entnehmbar?

Kaffeevollautomat Testsieger: De’Longhi Dinamica ECAM 350.15.B

Der Kaffeevollautomat Dinamica von De’Longhi hat uns im Test am meisten überzeugt, denn er schafft Spitzenwerte in allen getesteten Kategorien. Sein Kaffee schmeckt sehr aromatisch und hat eine perfekte Crema. Die Maschine ist hochwertig verarbeitet und besitzt mit 1,8 Liter einen großen Wassertank und Bohnenbehälter. Dazu bietet sein verstellbarer Auslauf genug Platz für große Tassen. Allerdings ist keine Abstellfläche oder Wärmeplatte für Tassen vorhanden. Ausführliche Infos über den Testsieger De’Longhi Dinamica Kaffeevollautomaten findest du im Einzeltest.

Preis-Leistungs-Sieger: Melitta Caffeo Solo - Schlank, intuitiv und eine tolle Crema

Deine Küche ist klein und du brauchst einen praktischen Kaffeevollautomaten, der wenig Platz beansprucht? Der „Caffeo Solo“ Vollautomat von Melitta ist nur 20 Zentimeter breit, leicht zu bedienen und zaubert dir einen köstlichen Kaffee mit perfekter Trinktemperatur sowie einen Espresso mit exzellenter Crema. Punktabzug gibt es aufgrund des sehr kleinen Bohnenfachs, das nur 125 Gramm beherbergen kann. Milchschaum kannst du leider nicht mit ihr herstellen. Im Einzeltest erfährst du, warum die Caffeo Solo von Melitta unser Preistipp ist.

Alle weiteren Kaffeevollautomaten im Test

Natürlich kann es nicht nur Sieger geben. Jedoch bedeutet das nicht, dass die restlichen Geräte in unserem Kaffeevollautomaten Test schlecht abgeschnitten haben. Im Gegenteil! Manche überzeugen uns durch bestimmte Funktionen und Details. So zum Beispiel der Vollautomat „TI301509DE“ von Siemens, der dir mit seinem eingebauten „Milchrüssel“ deinen Cappuccino oder Latte Macchiato mit nur einem Knopfdruck zaubert.

De’Longhi Magnifica S ECAM 22.110.B – Ergonomiemeister

Der zweite De’Longhi Kaffeevollautomat „Magnifica S ECAM 22.110.B“ hat in unserem Test ebenfalls sehr gut abgeschnitten. Die Maschine bereitet dir einen köstlichen Kaffee zu, der weder zu bitter noch verbrannt schmeckt. Beim Espresso ist jedoch leider die Crema recht hell und nicht beständig. Besonders gut schneidet die ECAM 22.110.B in Sachen Ergonomie ab. Sein 1,8 Liter Wassertank und der große Abtropfbehälter sowie seine geringe Lautstärke bringen ihm hier Punkte. Mit einer Minute für einen Kaffee liegt er gleichauf mit dem Testsieger De'Longhi Dinamica. Die Kaffeetemperatur ist mit 72,4 Grad perfekt. Das Bohnenfach fasst hier 250 Gramm.

Bei der Magnifica gibt es eine Warmhalteplatte für Tassen, ein Entkalkungsprogramm sowie eine einstellbare Wasserhärte. Die Mahlgradeinstellung des Kegelmahlwerks aus Stahl hat 13 Stufen. Mithilfe des Drehrads in der Mitte des Bedienfelds kannst du die Kaffeestärke beliebig wählen. Zudem gibt es Direktwahltasten für einfachen und doppelten Espresso und Kaffee. Rechts oben kannst du die Dampfdüse anwählen, daraufhin wird das Wasser im Inneren erhitzt und du kannst deine Milch für Cappuccino oder Latte Macchiato aufschäumen. Die Verarbeitung der Milchschaumlanze hat uns leider nicht wirklich überzeugt, sie wirkt instabil.

Dank integriertem Wasserfilter musst du deinen Kaffeevollautomaten nicht so häufig entkalken. Wenn es dann doch einmal soweit ist, zeigt dir die Maschine das über eine Hinweislampe unter dem Drehregler an. Die Brühgruppe lässt sich zur Reinigung entnehmen.

Der Kaffeevollautomat KV8090 von Severin macht eine gute Figur

Der schmale Severin Kaffeevollautomat „KV8090“ ist perfekt für kleine Küchen. Er hat ein optisch sehr minimalistisches und kluges Design. Alles ist sehr schön verarbeitet. Leider bringt der Severin mit seinen fast 8 Kilo aber auch reichlich Gewicht für die kompakten Maße auf die Waage. Dafür besitzt die Maschine allerdings ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl, das als besonders robust gilt. Seine glänzende, schwarze Oberfläche sieht edel aus, ist jedoch auch kratzeranfällig und zieht schnell Staub an. Die Auffangschale ist magnetisch, damit du sie leicht entfernen kannst, um große Tassen darunter zu stellen. Jedoch ist dadurch die Größe der Auffangschale dementsprechend klein und muss öfter von dir geleert werden. Der Kaffee ist in unserem Test etwas heiß, sodass wir kurz warten müssen, bis wir in seinen Genuss kommen. Der Espresso hatte dafür eine schöne Crema. Leider war der Geschmack etwas wässrig.

Ohne Schaumlanze, dafür mit Touchdisplay

Die Bedienung erfolgt über Touchtasten auf der Oberseite. Diese reagieren manchmal nicht direkt, dafür aber auch bei nassen Händen. Hier kannst du zwischen einem großen oder kleinen Kaffee auswählen. Es gibt sogar eine extra Taste für den Heißwasserbezug. Der Bohnenbehälter ist mit 160 Gramm etwas knapp bemessen und verschwindet komplett im Gehäuse der Maschine. Der Mahlgrad kann in fünf Stufen auf deine Bedürfnisse angepasst werden. Der Wassertank fasst 1,1 Liter und lässt sich über einen Henkel, der gleichzeitig auch als Deckel für den Behälter dient, verschließen. Bei diesem Kaffeevollautomaten vermissen wir eine Aromaeinstellung und ein Entkalkungsprogramm. Wenn du einen Cappuccino oder Latte Macchiato herstellen möchtest, benötigst du hier einen separaten Milchaufschäumer.

Siemens EQ.3 s100 TI301509DE – Milch auf Knopfdruck

Der Kaffeevollautomat von Siemens hat uns im Test etwas enttäuscht. Die Trinktemperatur wird mit 81,2 Grad weit überschritten, die Crema auf dem Espresso ist nicht vorhanden und die Reinigung gestaltet sich aufgrund des undurchdachten Designs schwierig. Das Gerät sticht mit einer Funktion deutlich hervor: Der Kaffeevollautomat von Siemens ist der einzige im Test, der Kaffee mit Milchschaum auf Knopfdruck zaubern kann. Wenn du also gerne Milchkaffee oder Cappuccino trinkst, solltest du dir diesen Vollautomaten auf jeden Fall genauer ansehen. Detailliertere Informationen zum EQ.3 s100 von Siemens findest du in unserem Einzeltest.

Der Kaffeevollautomat HD8827 von Philips – Für aromatischen Kaffee in Rekordzeit

Zugegeben der Philips HD8827 Kaffeevollautomat ist wahrlich kein Hingucker. Sein schwarzes Plastikgehäuse wirkt billig und einfallslos. Die glänzende Oberfläche der Bedientasten zieht wie beim Severin Staub an und verkratzt schnell. Links befindet sich der 1,8 Liter Wassertank und rechts der 150 Gramm kleine Bohnenbehälter. Der Philips kann bei der Reinigung nicht punkten. Da die Front des Geräts nicht vollständig entnommen werden kann, fällt es schwer die Auffangschale zu säubern. Zudem musst du vor dem Öffnen der Front alle Störfaktoren wie die Milchlanze zur Seite schieben. Beim Leeren des Tresters fällt uns zudem auf, dass sich bereits nach wenigen Anwendungen Wasser im Behälter sammelt. Der Kaffeeauslauf lässt sich nicht an die Tassenhöhe anpassen und ist zudem recht hoch angesetzt, weshalb dir bei der Espresso-Zubereitung schnell Kaffee entgegenspritzen kann. Das verbaute Scheibenmahlwerk besteht aus Keramik.

Eine Besonderheit des Kaffeevollautomaten ist das Aroma Lid, welches zwischen Deckel und Bohnenbehälter liegt. Dieses soll verhindern, dass das Kaffeearoma aus dem Behälter entweicht und die Kaffeebohnen ihr volles Aroma behalten. Das sorgt für langen Kaffeegenuss! Die Crema von Kaffee und Espresso hat uns sehr gut gefallen. Die Brühgruppe ist hier entnehmbar.

Krups EA810870 – Schneller Kaffeegenuss mit üppigem Bohnenbehälter

Seine höchste Punktzahl erhält der Kaffeevollautomat „EA810870“ in der Kategorie Kaffeequalität. Von allen getesteten Maschinen hat er die schnellste Zubereitungszeit mit 49 Sekunden. Auch überzeugt sein Kaffee im Geschmack, dem leicht verstellbaren Mahlgrad und seiner angenehmen Lautstärke während der Zubereitung. Die praktische Anzeige des Vollautomaten gibt dir Hinweise, wann das Gerät entkalkt und gereinigt werden möchte. Punkte gibt es auch für den großen, durchsichtigen Bohnenbehälter. Praktisch für dich, um die Kaffeebohnen immer rechtzeitig nachzufüllen. Weniger überzeugen kann der Kaffeevollautomat leider mit seiner Crema und der niedrigen Tassenhöhe unter dem Kaffeeauslauf. Was die EA81087 von Krups sonst noch so kann, erfährst du in unserem Einzeltest.

Saeco Lirika 10004476 – Großzügige Behälter und guter Kaffee

Der Kaffeevollautomat von Saeco ähnelt vom Aufbau und den Funktionen her sehr dem Philips HD8827. Sein Äußeres wirkt wie bei seinem Testkollegen günstig und bei manchen Anwendungen wenig durchdacht. Der Kaffeevollautomat besitzt zwar einen großen Bohnen- und Wasserbehälter, deren Deckel gehen jedoch leicht ab. Auch am Display könnte noch gefeilt werden. Seine einzelnen Pixel erinnern an das Design von Videospielen der ersten Generation.

Was uns am Kaffeevollautomaten von Saeco aber gut gefällt, ist das Bohnen- und Wasserbehälter durchsichtig und einfach zu befüllen sind. Super finden wir auch die Heißwasseroption, mit der du Tee brühen kannst. Ebenfalls überzeugt hat uns die Qualität und der Geschmack des Kaffees. Die Crema ist jedoch recht dünn. Die Reinigung gestaltet sich ähnlich ungeschickt wie beim Philips und auch hier finden wir Wasser im Kaffeesatzbehälter. Vor der Reinigung muss die Milchlanze zur Seite geschoben werden, um den Tresterbehälter und die Auffangschale zu leeren. Für die Verstellung des Mahlgrads benötigst du ein Extrateil – das finden wir etwas hinderlich, da dieses schnell verlegt werden kann.

Der Kaffeevollautomat EA815070 von Krups – Low-Budget Vollautomat mit Mankos

Schlusslicht unseres Tests ist der Krups Kaffeevollautomat „EA815070“. Sein Kaffee schmeckt wässrig und ein wenig verbrannt. Ebenso kann die Crema des Espresso nicht punkten. Sie ist sehr dünn und verflüchtigt sich nach wenigen Sekunden. Schwierig bis gar unmöglich ist die Zubereitung von großen Kaffeevarianten wie Latte Macchiato, da die Gläser nicht unter den Auslauf passen. Gar nicht gefallen hat uns die sehr labile Milchschaumdüse, die auch während der Kaffeezubereitung heißes Wasser spuckt. Achtung Verbrennungsgefahr!

Positiv vermerken wir hingegen die Favoritenspeicherung, die individuelle Einstellmöglichkeit von Kaffeestärke und -menge sowie die intuitive Bedienung. Das Mahlwerk kann leider nur in drei Stufen eingestellt werden. Mit einem Gewicht von 9 Kilo gehört der Krups EA815070 zu den Schwergewichten unter den getesteten Kaffeevollautomaten. Die Brühgruppe ist hier nicht entnehmbar.

Wie haben wir die Kaffeevollautomaten getestet?

  • Bedienung: Bei allen neun Kaffeevollautomaten testeten wir als erstes die Handhabung. Dafür schalteten wir die Maschinen an, füllten den Wassertank bis zur maximalen Markierung und den Bohnenbehälter mit exakt 100 Gramm Lavazza Kaffeebohnen. War ein Behälter sehr klein oder ließ sich nur schwer befüllen, gab das Punktabzug. Den Mahlgrad stellten wir, sofern möglich, bei jedem Kaffeevollautomaten auf eine mittlere Stufe.
     
  • Kaffeebezug und Geschmack: Nach einem ersten Reinigungsdurchlauf der Maschine, brühten wir je einen Espresso sowie eine Tasse Café Crema. Dabei stoppten wir die Zeit, nahmen die Temperatur des frischen Kaffees und beurteilten anschließend Crema und Geschmack. Wichtig war uns, dass sich der Kaffee ohne Verbrennungsgefahr trinken lässt. Der Maßstab war hierbei die optimale Trinktemperatur von 72 Grad bei Kaffee aus Vollautomaten. Bei der Kaffeequalität gab es Abzüge für eine wässrige Konsistenz, verbrannte Aromen und eine zu helle, unbeständige Crema.
     
  • Reinigung: Um die Reinigung zu beurteilen, säuberten wir den Trester und entleerten die Auffangschale. Beides sollte möglichst einfach und schnell erledigt sein. Kaffeeautomaten mit einer herausnehmbaren Brühgruppe sowie einem integrierten Reinigungs- und Kalkprogramm konnten in der Kategorie zusätzlich punkten.

Nina Weber während dem Messen der Kaffeetemperatur

Hilfreiche Kriterien beim Kauf eines Kaffeevollautomaten - darauf solltest du achten

Leckerer, heißer Kaffee auf Knopfdruck – das verspricht ein Kaffeevollautomat dir. Damit das gewährleistet ist, solltest du beim Kauf eines Vollautomaten darauf achten, dass er einen ausreichend großen Wasser- und Bohnenbehälter besitzt. So musst du diese nicht ständig nachfüllen. Zu große Behälter können ein Nachteil sein, zum Beispiel, wenn du nicht so viele Kaffeebezüge am Tag machst. Dann steht das Wasser schnell ab und die Kaffeebohnen verlieren ihr Aroma. Deshalb solltest du immer nur so viel Wasser und Bohnen einfüllen, wie du für den Tag benötigst und den Wassertank jeden Tag reinigen. Auch ein extra Aroma-Lid, wie bei dem Modell von Philips kann hilfreich sein, um immer den besten Geschmack des Kaffees zu garantieren.

Wenn du ein Fan von Cappuccino, Milchkaffee und Latte Macchiato bist, raten wir dir zu einem Kaffeevollautomaten mit integriertem Milchsystem oder Milchaufschäumer. Diese Geräte haben wir allerdings in unserem Test nicht mitberücksichtigt, da sie hochpreisiger sind. Der Vollautomat sollte deine Lieblingsgetränke beherrschen. Ideal ist natürlich ein Favoritenspeicher, so musst du deinen Kaffeevollautomaten nicht jeden Morgen neu programmieren. Wenn mehrere Personen den Vollautomaten benutzen ist eine Einstellung der Kaffeestärke ratsam.

Um die Reinigung zu vereinfachen, solltest du auf ein vorinstalliertes Entkalkungs- und Reinigungsprogramm achten. Außerdem sollte die Brühgruppe herausnehmbar und sowohl die Auffangschale als auch der Tresterbehälter nicht zu klein sein. Bei Geräten mit Wasserfilter fällt der Entkalkungsaufwand zudem geringer aus.

Wichtige Fragen zum Kaffeevollautomat

*Alle Preise Stand September 2020