Knoblauch und Ingwer gepresst – welche der fünf getesteten Knoblauchpressen überzeugt im Praxistest

Bei diesem Test haben wir die für Hobbyköche wichtigsten Kriterien beim Pressen von Knoblauchzehen sowie Ingwerstücken genauestens unter die Lupe genommen. Hierbei fiel ein wichtiges Augenmerk auf die Wertigkeit der Materialien und deren Verarbeitung. Der Küchenhelfer sollte ergonomisch gut in der Hand liegen, das Eigengewicht nicht zu schwer und der benötigte Kraftaufwand beim Pressen der harten Knoblauchzehen so gering wie möglich sein. Das schnelle und einfache Reinigen des Helferleins sowie der damit verbundene Zeitaufwand spielen ebenso eine große Rolle. Getestet haben wir die Geräte mit geschälten sowie ungeschälten Knoblauchzehen und mit Ingwerstücken. Diese sind aufgrund der robusten Fasern ein Härtetest für jede Knoblauchpresse.

In diesen Kategorien testen wir

  • Qualität: Welches Material wurde verarbeitet? Handelt es sich um Edelstahl, Zinkguss oder Kunststoff? Wie wertig ist das Produkt im direkten Vergleich mit der Konkurrenz?
  • Bedienkomfort: Wie schwer ist die Knoblauchpresse? Liegt sie gut in der Hand? Lässt sich das Modell einfach, ohne große Kraftanstrengung öffnen? Welche Features an der Knoblauchpresse sind vorteilhaft?
  • Praktische Anwendung: Wie groß ist der Kraftaufwand während des Pressens mit der Knoblauchpresse? Wieviel Zeit und Aufwand benötigt die Reinigung? Ist die Knoblauchpresse spülmaschinenfest?

Unser Testsieger: WMF Profi Plus Knoblauchpresse

Die Knoblauchpresse Profi Plus von WMF erhält von uns die Testnote SEHR GUT. Sie überzeugt uns durch den hochwertigen Edelstahlkorpus, ist dadurch spülmaschinenfest, sowie die hervorragende Verarbeitung. An den Schraubknoten sind keine Kratzer durch die Montage entstanden. Der mattierte Rundgriff mit Aufhängeöse wird vom etwas runder gestalteten Gegenüber ummantelt. Die Handinnenfläche umschließt somit den größeren Rundgriff vorteilhaft und deswegen liegt die Knoblauchpresse sehr angenehm in der Hand. Die Hebelfunktion ermöglicht ein einfaches Pressen ohne viel Kraftaufwand. Einziges Manko ist, dass sich die beiden Griffe anfangs beim Auseinanderziehen etwas schwergängig voneinander lösen lassen. Dies sollte sich bei regelmäßigem Gebrauch mit der Zeit legen.

Die Knoblauchzehenkammer ist groß genug für zwei bis drei Zehen. Der Clou am Sieb ist, dass dieses separat ausklappbar ist und somit kommst du für die Reinigung ohne Probleme von allen Seiten hin. Knoblauchrückstände in Form von Fasern oder Haut bleiben wenig zurück.

Fazit: Den höheren Preis von knapp 30 Euro* zahlt dir die WMF Profi Plus Knoblauchpresse mit einer sehr guten Leistung zurück. Mit Spitzenwerten in Qualität und Handhabung vergeben wir die Testnote „SEHR GUT“. Wer häufig in der Küche steht möchte die WMF Knoblauchpresse beim Kochen nicht mehr missen. Verdienter Testsieger und klare Kaufempfehlung.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Rösle Knoblauchpresse mit Abstreifer

Die Rösle Knoblauchpresse ist optisch dem Testsieger sehr ähnlich und ebenfalls aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. Auch in Qualität, Funktionalität und praktischer Anwendung unterscheiden sich die beiden Kategorie-Sieger nicht wirklich. Nur zwei Dinge fallen bei der Rösle-Presse positiv auf. Zum einen das kleine Extra-Feature eines integrierten Abstreifers zum Entfernen der ausgedrückten Knoblauchspäne vom Sieb. Zum anderen der für so ein hochwertiges Produkt aus Edelstahl vergleichsweise niedrige Preis im Mittelsegment. Durch die Hebelmechanik wird das Knoblauchpressen mit weniger Kraftaufwand unterstützt. Nach dem Pressen bleiben nur wenig Rückstände an Knoblauchschale oder Fasern in und an den Löchern des Siebs zurück.

Das Sieb ist separat ausklappbar, so dass es problemlos von beiden Seiten unter lauwarmen Wasser mit etwas Spülmittel gereinigt werden kann. Selbstverständlich ist das Modell auch spülmaschinengeeignet. Eine Aufhängeöse am Ende eines der beiden Griffe ermöglicht es, die Presse auch an einem Haken an der Küchenhelfer-Wandleiste statt liegend in einer Schublade aufzubewahren.

Fazit: Eine presiwerte Knoblauchpresse von höchster Qualität, die in keinem Haushalt – sei es für Familien oder auch Profis - fehlen sollte. Zu Recht unser Preis-Leistungs-Sieger mit Testnote „SEHR GUT“.

Alle weiteren Knoblauchpressen im Test

Unsere Siegerprodukte kennst du nun. Doch auch die anderen drei getesteten Knoblauchpressen schlagen sich gut im Vergleichstest. Da ist für jeden Koch das Passende dabei. Wie sich die praktischen Küchenhelfer im Einzelnen präsentiert haben, liest du im Folgenden.

OXO Good Grips Knoblauchpresse - perfekte Handhabung

Die Knoblauchpresse von OXO Good Grips hat uns in der Kategorie Handhabung total überzeugt. Bei keinem anderen Produkt war die Reinigung des Geräts so einfach, gründlich und schnell. Mit einer an der oberen Griffseite angebrachten Kunststofferhöhung kannst du in den Kammerlöchern hängengebliebene Knoblauchreste problemlos rückstandsfrei herausdrücken. Die Knoblauchreste fallen einfach raus und ein Nachzupfen mit der Hand entfällt. Kein umständliches Hantieren mehr mit Messer oder Handbürste bei der Reinigung. Die OXO-Presse ist dank ihrer Zinkkonstruktion spülmaschinengeeignet.

Die Griffe sind gummiert und haben einen richtig guten Grip, so dass die Knoblauchpresse auch mit nassen Händen immer gut in der Hand liegt. Die Knoblauchkammer ist so großzügig gestaltet, dass du bis zu vier Zehen gleichzeitig pressen kannst. Wehrmutstropfen bei diesem tollen funktionalen Modell, sind die Quietschgeräusche beim Bewegen der Griffe. Zudem hat uns im direkten Vergleich mit der Konkurrenz, die Verarbeitung nicht überzeugt. Anhand der Qualität des eingesetzten Materials ist der Preisunterschied zum Testsieger gerechtfertigt.

Fazit: Du kochst ständig mit Knoblauch und Ingwer, aber hast keine Lust auf die lästige Reinigung. Dann ist die OXO Good Grips die ideale Knoblauchpresse für dich. Wir vergeben die Testnote „GUT“

Joseph Joseph Garlic Rocker - die Presse fürs Grobe

Die Knoblauchpresse von Joseph Joseph kommt schön verpackt in einer Schiebeschachtel daher. Allein der Name „Garlic Rocker“ lässt ein besonders innovatives und modernes Produkt erwarten. Für das zeitlose und außergewöhnliche Design des Joseph Joseph Garlic Rocker vergeben wir zehn Punkte. Die Form erinnert an eine flache Wippe. Gefertigt ist die Knoblauchpresse aus hochwertigem Zink. Den Knoblauch oder Ingwer drückst du durch eine mittig angelegte Wölbung, welche eine Vielzahl an bienenwabenförmigen Löchern hat. Die Handhabung ist selbsterklärend: du legst die Knoblauchzehe auf die Arbeitsplatte, legst den Rocker auf die Zehe und drückst unter Einsatz von immensem Kraftaufwand die Zehe durch die Löcher.

Da die Löcher größer und grober sind, als bei anderen herkömmlichen Knoblauchpressen, erhältst du hier im Vergleich auch sehr große Knoblauchstückchen. Leider bleibt viel ungenutztes Restfleisch übrig, welches nicht durch die Löcher gepresst werden konnte. Auch der zur Verfeinerung von Speisen gern verwendete Knoblauchsaft, lässt sich schwer bis gar nicht auffangen und somit auch nicht nutzen. Die abschließende Reinigung des Geräts erwies sich leider auch nicht als so einfach, da in den abgeschrägten Bienenwabenlöchern das Knoblauchfleisch hartnäckig hängengeblieben ist. Lediglich unter Zuhilfenahme eines Zahnstochers konnten wir im Test das Fleisch daraus entfernen.

Fazit: Wer Wert auf schönes, bezahlbares Design legt und gern gröbere Knoblauchstückchen zum Kochen verwendet, greift zum Joseph Joseph Garlic Rocker. Für circa 20 Euro* eine kompakte Knoblauchpresse, die sich leicht in jeder Küchenschublade verstauen lässt.

Jamie Oliver Garlic Slice & Press - nicht nur für Profiköche

Bei der „Garlic Slice & Press“ von Jamie Oliver handelt es sich um ein etwas teureres Produkt aus matt-silbernen Zinkguss, welcher aber von der Verarbeitung her nicht sonderlich hochwertig aussieht. Durch das hohe Gewicht im Vergleich zu den anderen vier getesteten Pressen liegt sie etwas schwerlastig auf Schlagseite der Knoblauchkammern in der Hand. Die Materialoberfläche ist sehr rutschig und fühlt sich kalt an. So hat die Garlic Slice & Press zwei hintereinander angebrachte, eckige Kammern, eine mit Lochung und eine mit Schneidegittern. Darin haben jeweils maximal zwei Knoblauchzehen Platz. Wobei wir dir raten nur eine Zehe in die Kammer zu legen, weil du eine Zehe sauberer und mit weniger Kraftaufwand zerdrücken kannst.

Es bleibt in beiden Kammern der Jamie Oliver Knoblauchpresse viel mehr Restfleisch als verwendbare Späne übrig. Trotz des zeitaufwändigen und fisseligen Reinigens, waren noch Rückstände sichtbar. Leider kommen wir im Praxistest nicht wirklich an die Kammerböden heran, um diese zu reinigen. Durch Zuhilfenahme von einem spitzen Messer und Zahnstocher, kannst du die letzten Reste mühselig entfernen. Da lassen sich andere Knoblauchpressen im Test besser säubern.

Fazit: Ob der Profikoch Jamie Oliver seine Garlic Slive & Press wirklich gerne benutzt wagen wir zu bezweifeln. Der Reinigungsaufwand steht nicht in Relation zum Nutzen dieser Knoblauchpresse. Für den aufgerufenen Preis von 25 Euro* haben wir mehr von dem Profi-Modell erwartet. Eine Kaufempfehlung können wir nur wahren Jamie Oliver Fans geben.

So haben wir getestet

Vor der Durchführung des Tests haben wir die einzelnen Knoblauchpressen erstmal ausgepackt und das beiliegende Zubehör begutachtet. Im nächsten Schritt haben wir die Pressen nach ihrem Design bewertet. Zusätzlich kam es uns darauf an, wie gut verarbeitet die Griffe und Kammern sind, aus welchem Material die Knoblauchpressen hergestellt wurden  und welche Form sie haben. Vom klassischen Aufbau mit zwei Holmen und einer Presskammer weicht nur der Joseph Joseph Garlic Rocker ab. Der Knoblauch wird über einen Wippmechanismus durch ein Sieb gepresst. Die beste Verarbeitung im Testfeld hat die WMF Profi Plus Knoblauchpresse.

Für den Praxistest haben wir etliche Knoblauchzehen verschiedenster Größen vorbereitet. Getestet haben wir mit gehäuteten und ungeschälten belassenen Knoblauchzehen. Zusätzlich haben wir mit allen Testmodellen Ingwer gepresst. Idealerweise lässt sich das Knoblauchfleisch mit wenig Kraftaufwand in Sekundenschnelle durch die Lochkörnung drücken. Am besten gelingt das im Vergleich den Modellen von WMF, Rösle und OXO. Der Härtetest für alle Knoblauchpressen waren allerdings die Ingwerstücke. Alle Pressen liefern lediglich befriedigende Ergebnisse. Nur die WMF Profi Plus und die Rösle Knoblauchpresse kamen mit dem Ingwer zurecht.

Nach dem Praxistest prüfen wir die Reinigung der Knoblauchpressen unter dem laufenden Wasserhahn mit Spülmittel. Hierbei kam es uns darauf an, wie einfach sich übriggebliebenen Hautfasern des Knoblauchs aus den Kammern entfernen lassen. Wir empfehlen generell die Knoblauchpressen per Handwäsche zu reinigen. Am leichtesten gelingt das bei der OXO Good Grips Knochlauchpresse, dem Preisleistungs-Sieger von Rösle und unserem Testsieger von WMF. Abspülmuffel können die Pressen auch einfach in die Spülmaschine packen. Alle Modelle aus dem Test sind laut Hersteller spülmaschinenfest.

Alle Knoblauchpressen mussten im Praxistest Knoblauch und Ingwer pressen

Zu beachten bei der Entscheidung für eine Knoblauchpresse

Bei allen fünf getesteten Knoblauchpressen handelt es sich um Produkte bekannter Marken. Die Unterschiede zwischen den Testmodellen finden sich jedoch im Preis, in der Qualität und der Verarbeitung.

Ein Kochneuling, der nur gelegentlich seine Gerichte mit Knoblauch verfeinert, kann getrost zu einer Knoblauchpresse aus dem niedrigen Preissegment greifen. Besonders empfehlen können wir dir den Preis-Leistungs-Sieger von Rösle. Echte Sparfüchse greifen zur günstigsten Knoblauchpresse im Vergleich, der OXO Good Grips Knochlauchpresse.

Wer hingegen täglich frisch kocht und viel Knoblauch verwendet, sollte etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Um besonders lange Freude an deiner neuen Knoblauchpresse zu haben, solltest du Wert auf Qualität und eine gute Verarbeitung legen. Demnach ist der Testsieger von WMF genau die richtige Knoblauchpresse für deine Bedürfnisse.

Generell sollten die Pressen einfach und schnell zu reinigen sein, sowie keine Gerüche oder Verfärbungen annehmen. Eine Knoblauchpresse, deren Sieb du separat ausklappen kannst, lässt sich besonders gut reinigen. Auch ein Gumminoppenreiniger zum leichten Ausdrücken der Reste an Knoblauchhaut aus dem Sieb erleichtern die Reinigung.

Für das Pressen von Ingwer können wir die getesteten Pressen nur bedingt empfehlen. Am besten schneidest du den Ingwer mit einem scharfen Kochmesser in kleine Stücke. Die besten Kochmesser findest du in unserem separaten Vergleichstest.

Wichtige Fragen zu Knoblauchpressen

* Alle Preise Stand Oktober 2020