Wer schneidet am besten ab? Wir haben 9 Kochmesser getestet

Ein Kochmesser, das gut in der Hand liegt, sich problemlos führen lässt und das Schnittgut nicht quetscht ist das A und O beim Kochen. Eines zu finden, dass alle Ansprüche erfüllt, ohne dass ein großer Messerblock benötigt wird, ist aber gar nicht so einfach. Deshalb haben wir Kochmesser ausgewählt, die sich in ihrer Form und in ihrem Material unterscheiden.

Alle Testprodukte liegen preislich zwischen günstigen 23 und stattlichen 190 Euro*. Geschnitten haben wir Tomaten, Karotten, rohes Hähnchenbrustfilet, Speck und Schinken.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität: Ist das Kochmesser hochwertig verarbeitet? Wie fühlt sich das Material der Klinge und des Griffs an?
  • Bedienkomfort und Handhabung: Wir wollen wissen, wie gut das Messer in der Hand liegt. Uns interessiert auch wie sich das Küchenmesser beim Schneidevorgang führen lässt. Wie ist die Balance zwischen Klinge und Griff? 
  • Praktische Anwendung: Schneidet das Messer ohne, dass größerer Druck ausgeübt werden muss? Wir überprüfen, wie scharf die Schnittkanten sind. Kann das Messer Gemüse genauso gut schneiden wie Fleisch?

Unser Testsieger: Das KAI Shun Premier TDM-1706

Das KAI Shun Premier Messer ist das teuerste Kochmesser im Test, aber es lässt der Konkurrenz keine Chance. Wir können nur schwärmen: Das hochwertige Messer mit einer Klinge aus Damaststahl und einem Griff aus Walnussholz überzeugt uns nicht nur mit seinem schicken Design. Es fühlt sich sehr leicht in der Hand an, ist gut zu führen und hat eine hohe Präzision. Das Tomatenfleisch bleibt genauso dünn wie die Haut, aber auch festere Lebensmittel wie Karotten oder Speck sind ohne großen Druck schneidbar. Mehr zu unserem Testsieger KAI Shun Premier TDM-1706 Damastmesser erfährst du im detaillierten Einzeltestbericht.

 

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Fiskars Kochmesser

Ganz in Schwarz präsentiert sich das Schneideprodukt vom Hersteller Fiskars. Leider wirkt es trotzdem nicht edel. Im Test reicht das Kochmesser von Fiskars an das Gesamtpaket des Testsiegers einfach nicht heran. Allerdings überzeugt es mit einem fairen Preis von 25 Euro* und einer soliden Schnittfähigkeit. Unschlagbar also im Verhältnis zu dem, was es an der Klinge alles draufhat. Besonders beim Schneiden von Speck überzeugt es uns, denn das Küchenmesser schneidet eine scharfe Kante, ohne auszufransen. Beim Hähnchenbrustfilet und der Tomate hingegen ist etwas Druck nötig, sodass die Tomate leicht gequetscht wird. Auch präzise Schnitte fallen schwerer, weil es dem Messer etwas an Balance fehlt.

Positiv hingegen, fällt uns das Design des Messers auf: Sowohl die Edelstahlklinge als auch der Kunststoffgriff sind in einem eleganten schwarz gehalten. Weniger gut gefällt uns die Qualität des Messers. Der Kunststoffgriff wirkt nicht hochwertig, was unter anderem an den orangenen Streifen liegt, aber auch an der Verarbeitung des Materials. Besonders der Übergang von Griff zur Klinge ist nicht optimal. In Summe ist das Kochmesser von Fiskars für uns der Preis-Leistungs-Sieger des Kochmesser Tests. Es fühlt sich mit 122 Gramm leicht an und ist sehr einfach in der Reinigung – auch bei Handwäsche bleiben keine Fettrückstände kleben.

Fazit: Eine Empfehlung für Familienhaushalte oder WGs und alle, die für wenig Geld richtig fix schneiden möchten. Abzug gibt es in der Präzision, die Karottenscheiben werden nicht ganz so dünn und samtig-weich wie bei der Konkurrenz. Wenn du auf der Suche nach einem robusten und günstigen Kochmesser aus Stahl bist, das eine solide Schnittleistung hat, dann greif beim Kochmesser von Fiskars zu.

Beliebt: WMF Grand Gourmet Kochmesser

Das World-Wide-Web liebt seit vielen Jahren Küchengeräte vom Hersteller WMF, ganz besonders das aktuelle Messermodell „Grand Gourmet Kochmesser“. Ganz in Silber ist das Design ein echter Hingucker. Aber auch das Handling überzeugt: Das Messer liegt gut in der Hand und wir ermüden auch nach längerem Schneiden nicht, da es ein leichtes Gefühl vermittelt. Die Klinge ist mit 20 Zentimeter gut ausbalanciert. Lebensmittel kannst du damit sehr präzise schneiden – wie Butter gleitet das scharfe Küchenmesser auch durch Tomaten oder Hähnchenfleisch. Dabei fransen die Kanten nicht aus und auch das Tomatenfleisch fließt bei den Scheiben nicht heraus. Mit 65 Euro* liegt das Produkt im mittleren Preissegment und ist ein echter Allrounder für den Alltag, der in jede Küchenschublade gehört. Alle Details und warum das WMF Grand Gourmet Kochmesser zu den beliebtesten Messern zählt, erfährst du in unserem Einzeltest.

So schneiden die übrigen Kochmesser ab

Unsere scharfen Siegerprodukte hast du nun kennen gelernt. Doch auch die anderen getesteten Messer schlagen sich gut bis sehr gut im Vergleichstest. Es ist für jeden Koch etwas dabei. So haben sich die Küchenhelfer im Einzelnen präsentiert.

Chroma P-18 universelles Kochmesser - Der Angeber

Das „Chroma P-18“ Messer mit Design bei F.A. Porsche blitzt schon von weiter Ferne und ist sofort wiederzuerkennen. In Sachen Look unser absoluter Favorit. Die hochwertige Verarbeitung und der Übergang zwischen Klinge und Griff, beides aus Pure 301 Stahl, ist einzigartig unter den getesteten Kochmessern. Mit 558 Gramm ist es allerdings das schwerste Messer im Vergleich. Das hohe Gewicht macht sich bei längerem Schneiden auch bemerkbar. Zusätzlich fehlt eine Mulde für den Finger, um es richtig abzulegen. Daher finden wir es bei langem Schneiden anstrengend das Messer zu halten.

Die Schnittfähigkeit ist dagegen sehr gut: das scharfe Kochmesser schneidet fließend und leicht, nur dezenter Druck ist nötig. In unserem Praxistest kann die Klinge aus Stahl besonders beim Schneiden von Fleisch überzeugen. Aber auch mit den Karotten und Tomaten hat das Chroma Kochmesser keine Mühe. Nach getaner Arbeit solltest du es von Hand reinigen. In die Spülmaschine darf das Messer nicht.

Fazit: Ästheten lieben das Design by F.A. Porsche schon, wenn sie es sehen. Es macht sich super in deiner Küche. Abzüge gibt es dafür aber in puncto Handling und Gewicht. Die Schnittfähigkeit begeistert, sie ist einwandfrei. Mit circa 120 Euro* ist das Messer allerdings kein Schnäppchen.

Wüsthof Kochmesser Classic – Der Klassiker

Komplett aus Edelstahl? Sieht man dem „Wüsthof Classic“ Kochmesser auf den ersten Blick gar nicht an. Das Messer mit klassisch schwarzem Griff liegt aber angenehm in der Hand und hat eine gute Ergonomie. Die scharfe Edelstahlklinge ist 20 Zentimeter lang und mit 58 Rockwell eine der härtesten im Test. Somit wird es langsamer stumpf und du musst es seltener nachschärfen.

Im Praxistest kann das Wüsthof Kochmesser diese Vorschusslorbeeren weitestgehend bestätigen. Etwas schwergängiger als zum Beispiel das Modell von WMF schneidet es angenehm durch Speck oder Tomate. Bei Karotte und Hühnchen tut es sich etwas schwerer, die Kanten des Huhns werden etwas fransig. Beim Schneiden ist viel Druck nötig. Zur anschließenden Reinigung solltest du am besten warmes Wasser und etwas Spülmittel verwenden. In die Spülmaschine darf das Kochmesser nicht.

Fazit: Mit knapp 85 Euro* ist das Modell von Wüsthof etwas teurer, aber für Vielschneider besonders geeignet, da es auch auf Dauer nicht schwer wird und perfekt ausbalanciert ist. Das Material ist hochwertig, der Look dafür zurückhaltend-klassisch.

Böker Manufaktur Forge Santoku – In perfekter Balance

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei dem Messer von Böker um ein Santokumesser. Diese japanische Klingenform für Allzweckmesser wurde für das Schneiden von Fleisch, Fisch und Gemüse entwickelt. Das Santoku des Herstellers Böker schafft es am besten, einen Gewichtsausgleich zwischen Klinge und Griff herzustellen. Das Klingenmaterial aus Edelstahl sieht sehr hochwertig aus, der Griff des Santokus besteht aus klassisch-schwarzem Kunststoff. Daher ist das Messer auch spülmaschinengeeignet, was besonders im täglichen Gebrauch ein Bonus ist. Besondere Schnittfähigkeit beweist das Produkt bei Fleischstücken wie Hühnchen und Speck. Nicht so gut ist es bei Schinken: er franst an der Schnittkante aus.

Fazit: Das „Böker Manufaktur Forge Santoku“ ist das einzige Santokumesser im Test. Es ist besonders für Fleisch geeignet. Ebenfalls klassisch: die Klingenlänge von 20 Zentimeter. Mit circa 55 Euro* befindet sich das Kochmesser im mittleren Preissegment, ist dafür aber auch spülmaschinengeeignet.

Kyocera Serie FK-180 WH - Federleicht

Kyocera liegt in der praktischen Anwendung im Mittelfeld, macht in Sachen Qualität aber leider den letzten Platz. Das scharfe Keramikmesser ist klein und sehr leicht. Deshalb liegt es angenehm in der Hand und du hast das Gefühl, das Messer gut lenken zu können. Damit eignet sich das „FK-180 WH“ besonders für kleines Schnittgut. Pluspunkte gibt es auch für die abgerundete Spitze der Klinge, an der du dich nicht so leicht piekst. Leider kann uns das neuartige Design nicht überzeugen: Die weiße Klinge aus Zirkoniakeramik wirkt in unseren Augen etwas billig, auch wenn sie einwandfrei funktioniert und sehr glatt im Wiegeschnitt schneidet. Das Klingenblatt geht über in einen Kunststoffgriff. In Sachen Wertigkeit kann der Griff im Vergleich mit den anderen Kochmessern leider nicht mithalten. Einen entscheidenden Vorteil hat das Kyocera Keramikmesser in Sachen Reinigung. Denn es darf laut Hersteller nach dem Kochen in die Spülmaschine.

Fazit: Kyocera ermöglicht gutes Schneiden durch das besonders leichte Keramikmesser. Bonuspunkte gibt es für die Spülmaschinentauglichkeit und die daher extrem einfache Reinigung. Zudem liegt das scharfe Kochmesser preislich im Mittelfeld. Das Keramikmesser empfiehlt sich gut für kleine, filigran arbeitende Köche.

Victorinox Fibrox Tranchiermesser - Für den täglichen Gebrauch

Das „Victorinox Fibrox Tranchiermesser“ ist mit 100 Gramm eines der leichteren Modelle und belegt den vorletzten Platz. Minuspunkte gibt es für die Qualität des Kunststoffgriffs, der mit seinem rauen Material eher unangenehm in der Hand liegt. Auch der Übergang zu der schönen Klinge ist in unseren Augen leider nicht von hoher Qualität. Wenn du es in der Hand hältst, kippt es daher auch nach vorne: Die Klinge ist zu schwer für den Plastikgriff. Von einer ausgewogenen Balance zwischen Griff und Messerklinge kann keine Rede sein.

Mit insgesamt 8 von 10 Punkten überrascht es jedoch in Sachen Schnittfähigkeit und landet im Praxistest im oberen Drittel. Das Schneiden der Karotte und der Hähnchenbrust gelingt spielend. Beim Schinken und dem Speck machen sich erste Leistungsdefizite im Vergleich mit dem Testsieger bemerkbar. Bist du mit dem Kochen fertig, kannst du dich immerhin für die Reinigung zwischen Spülmaschine und Handwäsche entscheiden.

Fazit: Das Küchenmesser ist insgesamt sehr leicht, fällt aber aufgrund der viel schwereren Klinge nach vorne. Die Schnittfähigkeit ist sehr gut. Mit circa 30 Euro* ist das Victorinox Fibrox ein günstigeres Modell, was sich leider auch in der Qualität der Verarbeitung bemerkbar macht. Wer ein günstiges Messer für das Schneiden von Obst und Gemüse sucht, kann aber zugreifen.

Zwilling Twin Signature Chinesisches Kochmesser - Grobes Hackebeil

Das grobe „Twin Signature“ Messer von Zwilling ist leider zu groß und unhandlich. Das Modell mit einer 18,5 Zentimeter langen Klinge aus rostfreiem Stahl eignet sich nicht, um feine Spalten zu schneiden. Für Karotten ist großer Kraftaufwand nötig, das Kochmesser ist schwer steuerbar. Dagegen schneidet es grobes Fleisch mühelos. Flachsig mit Sehnen? Kein Problem! Für Hähnchen scheint es wie gemacht. Dafür ist es aber auch sehr schwer, in der Hand gehalten fällt es nach vorne. Die Reinigung nach getaner Arbeit erledigst du beim Zwilling Kochmesser am besten mit der Hand. Für die Spülmaschine ist es laut Hersteller nicht geeignet.

Fazit: Für den Alltag ist das Zwilling Küchenmesser zu grob, die Klinge zu groß und schwer. Wer aber häufig Braten und Hühnchen tranchiert, wird dieses beilartige Messer lieben. Mit rund 60 Euro* liegt es im mittleren Preissegment. Aufgrund der Klinge ist es leider der Verlierer unseres Kochmesser Tests.

So haben wir die Kochmesser getestet

Als erstes haben wir uns überlegt, an welchen Lebensmitteln sich Handhabung und Schnittfähigkeit eines Kochmessers am besten testen lassen. Dabei haben wir uns für Tomaten, Karotten, Schinken, Speck und rohes Hühnchenfleisch entschieden. Denn die ausgewählten Lebensmittel sind unterschiedlich fest und haben andere Strukturen. Vor der Durchführung des Tests haben wir uns die einzelnen Kochmesser erstmal in ihrer Verpackung angeschaut: Wie werden sie geliefert? Ist Zubehör dabei? Wie sicher ist die Verpackung? Im nächsten Schritt haben wir die Küchenmesser nach ihrem Design bewertet. Dabei kam es uns darauf an, wie gut verarbeitet Griff und Klinge sind, welches Material sie haben und welche Form.

Dann ging es ans Testen der Schnittfähigkeit in unserer Küche. Wichtig war uns dabei insbesondere, wie scharf die Schnittkante ist, wie präzise wir schneiden können und wie gut sich das Messer führen lässt. Besonders durch das Gewicht und die Ergonomie konnten wir hier deutliche Unterschiede feststellen. Wir gingen also mit jedem Messer die Lebensmittel nach und nach durch, um den direkten Vergleich zu haben. Gestartet haben wir mit Tomaten, gefolgt von Karotten, Schinken, Speck und zum Schluss das rohe Fleisch. Nach dem Schnitttest prüften wir noch die Reinigung der Messer. Hier kam es uns darauf an, wie einfach sich Reste, besonders die Fettspuren vom Fleisch, von der Klinge entfernen lassen.

Im Praxistest mussten die Kochmesser unter anderem Tomaten, Karotten, Schinken, Speck und rohes Hühnchenfleisch möglichst präzise und fein schneiden

Das solltest du beim Kauf eines Kochmessers beachten

Vor dem Kauf solltest du dir zunächst überlegen, was du vorrangig mit deinem Messer schneiden möchtest. Hier ein paar Empfehlungen:

  • Allrounder: Willst du ein scharfes Messer für alles haben, das Gemüse genauso gut schneidet wie Fleisch? Das ein tolles Design hat und hochwertig verarbeitet ist? Dann empfehlen wir dir unseren Testsieger den KAI Shun Premier TDM-1706 mit einer Klinge aus Damast oder den schicken Chroma P-18. Das sind allerdings die beiden teuersten Produkte im Vergleich.
     
  • Fleisch: Benötigst du ein Messer für die Küche, was besonders Fleisch gut schneiden kann, dann ist das Zwilling Twin Signature Chinesisches Kochmesser mit seiner großen Klinge das Richtige.
     
  • Für Gemüse und kleinteiligere Lebensmittel empfehlen wir das Messer GEN Serie FK-180 WH von Kyocera. Mit ihm kannst du ganz einfach kleine und feine Stücke schneiden.

Das Gewicht spielt dabei natürlich auch eine große Rolle: Das Küchenmesser von Kyocera ist durch seine Keramikklinge das leichteste unter den Testprodukten, deshalb ermüdet dein Arm nicht so schnell, wenn du viel schneiden musst. Außerdem lässt es sich gut führen. Entscheidend für eine einfache Handhabung beim Schneiden ist neben dem Gewicht auch die Ergonomie des Messers und besonders die Beschaffenheit des Griffs. Da hat uns das Messer Forge Santoku von Böker überzeugt.

Wer ein Allzweckmesser für die Küche sucht, das im preislichen Mittelfeld liegt und in puncto Schnittfähigkeit und Qualität sehr gut abgeschnitten hat, der ist mit unserem Sondersieger, dem Grand Gourmet von WMF, am besten bedient.

Wenn du gleich mehrere Messer für deine Küche suchst und Wert auf eine praktische Aufbewahrung legst, ist ein Messerblock genau das Richtige. Mehr Informationen zu den besten fünf Messerblöcken liest du in unserem ausführlichen Testericht.

 

Häufige Fragen zu Kochmessern

*Alle Preise Stand Juni 2020