Ob klassische Nusszangen oder funktionelles Design – der große Vergleich

Was macht eigentlich einen guten Nussknacker aus? Nussknacker sollten sowohl Nüssen unterschiedlicher Größe gerecht werden als auch verschieden harte Schalen sauber durchtrennen. Dabei zerdrückt ein gutes Gerät das Innere der Nuss so wenig wie möglich – wir wollen schließlich keine Nussbrösel. Ein geringer Kraftaufwand und minimales Verletzungsrisiko beim Knacken können weitere Pluspunkte sein. In unserem Vergleich treten fünf Nussknacker an, die sich jeweils an verschiedenen Nussarten beweisen müssen. Dabei sind sowohl klassische Nusszangen vertreten als auch Modelle, die mit einer Trichterform arbeiten. Wir zeigen dir, wie wir den besten Nussknacker ermittelt haben.

 

In diesen Kategorien testen wir die Nussknacker

  • Qualität: Material und Verarbeitung sind ein wichtiges Kriterium bei der Anschaffung eines Nussknackers. Schließlich soll er auch lange halten und optisch ansprechend sein.
  • Bedienkomfort: Hier haben wir darauf geachtet, wie die Nussknacker in der Hand liegen, wie viel Kraft man braucht und ob es Stellen gibt, an denen du dich verletzen könntest. Zum Komfort gehört für uns aber auch die Frage: Wie kann ich meinen Nussknacker reinigen?
  • Praktische Anwendung: Welche Nüsse kann der Nussknacker knacken? Und wie schnell geht das? Dabei ist in unserem Vergleich auch das Endergebnis wichtig, also wie sehr die Nussschale splittert, und wie unbeschädigt der Kern letztendlich ist.

Unser Testsieger: Drosselmeyer Nut Cracker DR03

Der Drosselmeyer Nutcracker DR03 nimmt den Siegerplatz in unserem Ranking ein. Er besteht aus einem trichterförmigen Behältnis für die Nuss und einem Hebel, der dann im Trichterinneren auf die Nuss drückt. Durch dieses Design ist der Drosselmeyer Nussknacker mit einer Hand bedienbar und der benötigte Kraftaufwand ist sehr gering. Zudem wird die Verletzungsgefahr deutlich reduziert. Der Trichter fängt Nuss und Schalen auf, sodass ein sehr sauberes Arbeiten möglich ist.

Unser Tipp: Um möglichst ganze Nusskerne zu erhalten, sollte der Hebel nicht mit voller Kraft durchgedrückt werden, da so die Nüsse beim Testen teilweise komplett zerquetscht wurden. Wir empfehlen die Nüsse mit weniger Druck und ein paar mal hin- und herdrehen mehrfach anzuknacksen, um sie dann ganz leicht von der Schale zu befreien.

Optisch sowie funktional ist das schwedische Design, das in drei Farben erhältlich ist, unser Favorit. Der Nussknacker gehört mit einem Preis von etwa 30 Euro* aber auch zu den teuersten Modellen im Vergleich. Mit 415 Gramm Gewicht ist er außerdem der schwerste Kandidat im Rennen. Die Reinigung ist etwas aufwendiger als bei den vorgestellten Nusszangen: Um Schalenreste gründlich zu entfernen, muss das Gerät in drei Einzelteile zerlegt werden. Das erfordert zunächst etwas Übung, dann aber ist der Nussknacker schnell wieder komplett sauber.

Fazit: Wer auf robustes und intelligentes Design steht und herumfliegende Schalen beim Nüsseknacken satt hat, für den ist dieses Modell eine absolute Empfehlung. Mit einem Testnote „sehr gut“ und der angenehm ergonomischen Handhabung bringt uns dieser Nussknacker durch die Nusssaison.

Preis-Leistungs-Sieger: Der Fackelmann Nussknacker und Schraubverschlussöffner

Mit einem Preis von unter 10 Euro* ist das Modell von Fackelmann das günstigste im Gesamttest. Auch die Ergebnisse in der Praxisanwendung sind überzeugend: Unsere Haselnüsse blieben als ganze Kerne erhalten, die Walnüsse konnten als einige größere Teile von der Schale befreit werden. Die Pecannüsse im Test waren allerdings teilweise zu glatt und zu schmal für die trichterförmige Öffnung der Nusszange, obwohl diese mit Zähnen für eine erhöhte Griffigkeit ausgestattet ist. In den Rubriken Kraftaufwand, Griffergonomie und Reinigung liefert die Zange ebenfalls solide Ergebnisse. Außerdem ist sie mit einem Gewicht von nur 170 Gramm ein echtes Leichtgewicht im Test.

Wie bei den meisten Nusszangen kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass man sich beim Knacken der Nüsse zwischen den beiden Griffen einklemmt. Ein Manko des Modells von Fackelmann: Die Feder, die zwischen den beiden Griffen angebracht ist, wirkt leider etwas spröde und entzerrt sich nach einigen geknackten Nüssen nicht mehr vollständig in die Ausgangsposition.

Fazit: Insgesamt ist die schwarze Nusszange ein passendes Modell für Sparfüchse, die ohne großen Schnickschnack gut geknackte Nüsse erhalten möchten. Wer jedoch häufig oder auch in größeren Mengen Nüsse knacken will, der sollte vielleicht über die Anschaffung eines etwas hochwertigeren Nussknackers nachdenken.

Knackige Konkurrenz: Diese Geräte haben wir noch getestet

Neben unserem Testsieger und dem Preis-Leistungs-Sieger haben wir drei weitere Modelle ins Rennen geschickt. Alle drei waren mehr oder weniger klassische Nusszangen in unterschiedlichen Preiskategorien. Wir verraten euch auch für diese Produkte, was uns positiv überrascht hat und welche Einschränkungen im Test aufgetreten sind.

Rösle Nusszange: Imposantes Werkzeug

Wie die Klaue eines Hummers sieht dieser Nussknacker der Firma Rösle aus. Mit seinen widerhakenartigen Zähnen hält er die Nüsse während des Knackens fest. Anders als bei herkömmlichen Nusszangen, gibt es keine zwei Ausbuchtungen für unterschiedlich große Nussarten. Dadurch ist die Handhabung deutlich flexibler. Ein weiterer Vorteil: Da das verwendete Material aus rostfreiem Edelstahl besteht, kann die Zange als einzige im Vergleich nach der Benutzung ganz easy in der Spülmaschine gereinigt werden. Sehr viel schwerer als andere Nusszangen ist sie durch ihr Marterial nicht. Die auf 20 Zentimeter Länge verteilten 250 Gramm liegen gut in der Hand.

Auch dieses Modell schnappt nach dem Zusammendrücken beim Knackvorgang nicht ganz in die Ausgangsposition zurück. Während sich Haselnüsse und Walnüsse einwandfrei knacken lassen und die Kerne sauber herausgelöst werden können, ist die Pecannuss wie auch bei einigen anderen Testgeräten etwas zimperlicher. Sie lässt sich schlechter und nur in Bruchteilen aus der geknackten Schale lösen.

Fazit: Rund 30 Euro* kostet die Nusszange und ist damit eines der hochpreisigen Produkte im Test. Für Familien und Nussliebhaber stellt sie durch die einfache Reinigung in der Spülmaschine und mit einem Testnote „gut“ aber eine lohnenswerte Investition dar – schließlich verspricht das hochwertige Material auch eine lange Haltbarkeit.   

Silit Nussknacker: Solide Leistung

Mit circa 15 Euro* liegt der Nussknacker von Silit im preislichen Mittelfeld. Die Nusszange mit zwei Öffnungen liegt dank Silikoneinlässen gut in der Hand und knackt Wal- und Haselnüsse einwandfrei. Auch die Schale der Pecannüsse gibt nach, allerdings ist es hier schwierig, den Nusskern im Ganzen zu erhalten. Die Reinigung ist schnell und problemlos erledigt, Nuss- und Schalenteile lassen sich unter fließendem Wasser einfach aus den Zähnen der Zange entfernen.

Einziges Manko: Das Scharnier zwischen den beiden Zangenhälften ist von Anfang an etwas locker, was der Funktionalität aber keinen Abbruch tut. Der Kraftaufwand und das Risiko, sich beim Knacken einzuklemmen, ist für eine gewöhnliche Nusszange im normalen Bereich. Für die Schalen stellst du am besten schon vor dem Knacken ein Auffangbehältnis unter.

Fazit: Insgesamt schneidet die Nusszange im Test mit der Testnote „gut“ ab und ist für uns ein sinnvolles und praktisches Einsteigermodell.

WMF Nussknacker: Klein aber – naja

Dieser handliche Nussknacker von WMF mit zwei Zangenöffnungen glänzt vor allem durch eine einfache und schnelle Reinigung. Hier bleiben keine Reste von Nusskernen und -schalen hängen. Mit einem Preis von 20 Euro* bewegt er sich im mittleren Preissegment der getesteten Produkte.

Haselnüsse lassen sich problemlos knacken. Größere Nüsse verrutschen leider leicht, da die eingebauten Zacken in der Zange abgerundet sind und so wenig Halt bieten. Die getesteten Pecannüsse waren außerdem teilweise zu schmal für die größere Öffnung und zu breit für die kleinere.

Ähnlich wie beim Modell von Silit machen eingefügte Kunststoffteile die Griffe angenehmer für die Handhabung, der Kraftaufwand zum Knacken der Nüsse ist jedoch nicht zu unterschätzen. Auch bei dieser Zange hat das obere Scharnier etwas Spiel. Insgesamt kann der 250 Gramm schwere Nussknacker von WMF leider nur lückenhaft überzeugen und wird so seinem Preis nicht ganz gerecht.

Fazit: Wer wenig Platz in der Küchenschublade hat und den Nussknacker nur selten braucht, der kann getrost zum 16 Zentimeter großen WMF Nussknacker greifen. Wir vergeben die Testnote „befriedigend“. 

So haben wir die Nussknacker getestet

Nachdem wir die Nussknacker aus ihrer Verpackung befreit haben, wurden sie genau unter die Lupe genommen und der erste Eindruck von Verarbeitung, Gewicht und Material notiert. Bedienungsanleitungen gab es zu keinem Modell, die wichtigsten Informationen finden sich auf der Umverpackung. Wir haben zudem noch auf den Internetseiten der Hersteller recherchiert, um beispielsweise herauszufinden, wie der Nussknacker von Drosselmeyer auseinandergebaut werden kann.

Alle fünf Nussknacker wurden dann mit Haselnüssen, Walnüssen und Pekannüssen getestet. Dabei haben wir einige Nussorten bei manchen Nussknackern mehrfach ausprobiert, um Tricks zu finden, wie die Nusskerne möglichst ganz bleiben. Wir haben außerdem darauf geachtet, wie schnell beispielsweise das Knacken geht und wie sauber das Ganze möglich ist. Im Praxistest konnte der Drosselmeyer Nutcracker DR03 am meisten überzeugen, außerdem die Nussknacker von Rösle und Silit.

Nach dem Knacken der Nusssorten haben wir zuletzt die Reinigung geprüft. Dabei waren die einfachen Nusszangen von WMF, Silit und Rösle am schnellsten wieder sauber, die Modelle von Fackelmann und Drosselmeyer nahmen etwas mehr Zeit in Anspruch.

Alle fünf Nussknacker mussten im Praxistest Pecannüsse, Haselnüsse und Walnüsse knacken

Was entscheidend bei der Wahl eines Nussknackers ist

Insgesamt sind alle getesteten Nussknacker weniger für kleine Kinderhände geeignet. Die Nusszangen bergen ein gewisses Risiko, dass man sich die Hand beim ruckartigen Brechen der Nussschale zwischen den beiden Griffen einklemmt. Der Nussknacker von Drosselmeyer ist auf einhändige Bedienung ausgelegt – von einer Hand, die groß genug dafür ist, ihn dabei zu umfassen. Außerdem brauchen vor allem die Zangen durchaus Kraftaufwand in der Anwendung.

Wohin mit den Schalen? Manche Nussknacker, wie beispielsweise die Modelle von Fackelmann und Drosselmeyer, arbeiten mit einer trichterförmigen Ablage für die Nuss und fangen die Schalen so zumindest teilweise direkt auf. Wer großen Wert auf sauberes Arbeiten legt, ist mit dieser Art der Nussknacker gut beraten.

Insgesamt zeigt der Test, dass es ganz unterschiedliche Nussknacker in verschiedenen Preisklassen gibt. Dabei haben die teuersten Produkte individuelle Vorteile in Material oder Verarbeitung, aber gerade im niedrigeren Kostenbereich sind die Qualitätsunterschiede nicht unbedingt preisabhängig. Ein genaues Vergleichen der einzelnen Produkte und Abstimmen auf die eigenen Bedürfnisse lohnt sich hier.

Wichtige Fragen zu Nussknackern

* Alle Preise Stand November 2020