Mit Sous-Vide schonend vakuumgaren - 6 Sticks im Praxistest

Für die Sous-Vide-Zubereitung von Gerichten vakuumierst du die Zutaten in einem Kunststoffbeutel. Anschließend legst du den Beutel ins genau temperierte Wasserbad. Für die richtige Temperatureinstellung sorgt der Sous-Vide-Stick.

Sous-Vide-Sticks gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen. Im Test haben wir uns Sou-Vide-Sticks aus zwei Klassen angesehen – bis 800 Watt und über 800 Watt. Der Unterschied liegt hier vor allem in der Aufheizphase. Leistungsstärkere Sous-Vide-Sticks bringen das Wasserbad schneller auf die gewünschte Temperatur. Der geringere Stromverbrauch verliert bei den 800er-Modellen angesichts einer längeren Aufheizphase seinen Vorteil. Sobald die einzelnen Sou-Vide-Sticks die eingestellte Gartemperatur erreicht haben, heizen sie nur noch punktuell nach. Das Wasserbad wird gradgenau auf Temperatur gehalten, während das Kochgut langsam gart. Die unterschiedliche Leistung der einzelnen Umwältpumpen spielt dann keine Rolle mehr.

Sous Vide Stick Test Video

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Aufheizdauer: Wie schnell erreicht der Sous-Vide-Stick die gewünschte Gartemperatur? Wir haben den Temperatursprung von 20 auf 55 Grad untersucht.
  • Geräuschentwicklung: Es kann sein, dass ein Sous-Vide-Stick mehrere Stunden in der Küche gart. Deswegen muss der Garer leise sein.
  • Verarbeitungsqualität und Handhabung: Inwieweit haben die Hersteller gute Materialien verbaut und sich Gedanken über eine intuitive Bedienung gemacht? Wir wollen vakuumgaren und nicht erst stundenlang Bedienungsanleitungen lesen.

Unser Testsieger: Wancle Sous Vide Stick

Die Verarbeitung des Wancle Sous-Vide-Sticks ist einwandfrei. Als richtig hilfreich erweist sich der pistolenartige „Abzug“ am Griff, der ein komfortables Anklemmen des Sous-Vide-Sticks am Wannen- oder Topfrand ermöglicht. Sehr durchdacht! Die Mindesthöhe des Sous-Vide-Becken sollte nicht weniger als zwölf Zentimeter betragen und der Wasserstand darin nicht weniger als sieben Zentimeter. Auf dem Heizstab aus Edelstahl kannst du die minimale und maximale Füllhöhe auf einer praktischen Skala ablesen. Im silbernen Stab ist neben dem Heizelement noch eine Umwälzpumpe untergebracht. Sie bewegt rund sieben Liter Wasser in der Minute. LED-Display und Bedienbarkeit sind übersichtlich und auf die nötigste Funktionalität reduziert. Es gibt ein beleuchtetes Einstellrad und zwei Touch-Tasten. Damit gelingt uns im Praxistest die Temperatureinstellung spielend. In 0,1 Grad Schritten kannst du Temperaturen zwischen 25 und 99,9 Grad einstellen. Anschließend heizt der Wancle Sous Vide Stick für ein 850-Watt-Gerät erstaunlich fix die Wassermenge. Bei anderen Produkten in dieser Leistungsklasse läuft die Uhr beim Aufheizen über die 20-Minuten-Marke hinaus. Außerdem arbeitet der Garer ähnlich leise, wie der Preis-Leistungs-Sieger von ProfiCook.

Nach Erreichen der exakten Wassertemperatur können wir keine großen Temperaturabweichungen feststellen. Die Temperaturgenauigkeit lag während des Garvorgangs bei +/- 0,5 Grad. Ist dein Fleisch im Vakuumbeutel erstmal im Wasserbad kannst du dich zurücklehnen. Der Timer des Wancle verrät dir per Alarmton, wann die voreingestellte Garzeit abgelaufen ist. Sollte der Sous-Vide-Stick in einem unbeobachteten Moment trocken laufen, also zu wenig Wasser im Topf oder Becken vorhanden sein,  wechselt er dank Abschaltautomatik in den Standby-Modus. Einziges Manko des Wancle Sous-Vide-Stick ist seine spartanische Bedienungsanleitung in schlecht übersetztem Deutsch.

Fazit: Der Testsieger ist das Must-Have für alle Sous-Vide-Fans und Hobbyköche. Eine tolle Verarbeitung, kinderleichte Bedienung und die notwendige Power sicherten dem Wancle Sous-Vide-Stick den Spitzenplatz im direkten Vergleich mit der Konkurrenz.

 

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Proficook Sous Vide PC-SV 1160 – Silent Hero

Kein Stick im Test war so leise wie der Proficook Sous-Vide PC-SV 1160, das absolute Maß der Dinge! Bei der Verarbeitungsqualität muss der Sous-Vide-Stick dann Federn lassen. Das wie ein Band um den Stick gelegte Einstellrad für Zeit und Temperatur lässt sich nur schwergängig und unpräzise bedienen. Auch die Touch-Knöpfe oben auf dem Stick verrichten nicht auf Anhieb ihren Dienst. Die gesamte Haptik im Steuerungsbereich wirkt alles andere als hochwertig. Punkten kann der Sous-Vide-Stick dafür mit einem breiten Temperaturbereich zwischen 0 und 90 Grad. Einstellen kannst du den Temperaturbereich in 0,5 Grad-Schritten. Um Temperaturschwankungen im Garbehälter zu vermeiden, wird das Wasser durch eine leistungsstarke Umwälzpumpe bewegt.

Die Aufheizphase übersteht der Proficook Sous-Vide PC-SV 1160 mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 20:32 Minuten. Die Wassertemperatur im Topf hält der Proficook anschließend sehr genau. Mit einem akustischen Piepton signalisiert der Stick wenn er die voreingestellte Soll-Temperatur erreicht ist oder der Timer abgelaufen ist. Gut gefallen hat uns die anschließende Reinigung, welche leicht von der Hand ging. Dank seiner kompakten Maße nimmt der Proficook deutlich weniger Platz im Küchenschrank ein als die Konkurrenz.

Fazit: Für einen unschlagbaren Preis von 60 Euro* ist der Proficook Sous-Vide-Stick das perfekte Einsteigermodell. der Sous-Vide-Stick bringt alle Funktionen fürs Vakuumgaren mit und überzeugte in allen Testkategorien mit einer soliden Leistung.

Alle weiteren getesteten Sticks im Überblick

Noch nicht überzeugt vom Testsieger von Wancle oder dem Preis-Leistungs-Sieger von ProfiCook? Wir haben vier weitere Sous-Vide-Sticks zwischen 60 und 120 Euro* getestet. Die Vorteile und Nachteile der Sticks von Allpax, Caso und Springlane verraten wir dir im Folgenden.

Allpax SVU – die beste Alternative zum Testsieger

Der "Allpax SVU Sous-Vide-Stick" sticht dank seines gebogenen Design aus dem Testfeld heraus. Neben der schwarzen Farbvariante gibt es den Allpax noch in knalligem Rot zu kaufen. Auf den ersten Blick zeigt sich die makellose Verarbeitung. Keine scharfen Kanten oder Ecken bergen Verletzungsgefahr für den Koch. Dem hohen Sicherheitsstandard wird der schlangeförmige Sous-Vide-Stick auch während der Nutzung gerecht. Keine der freiliegenden Oberflächen erhitzt sich stark. Bevor der Garvorgang jedoch starten kann, muss der Stick an einem Behälter mit mehr als 20 Zentimeter Höhe befestigt werden. Das Befestigen des Allpax Stick ist im direkten Vergleich mit der Konkurrenz allerdings umständlich. Die knapp gehaltene Gebauchsanleitung des Modells hilft dir dabei nicht wirklich weiter.

Erstmal festgeschraubt spielt der Allpax SVU seine Stärken aus. Die Temperatureinstellung über die zwei Tasten und das Display ist schnell erledigt. In der Aufheizphase erzielt das 1200 Watt-Kraftpaket eine identische Zeit wie der Testsieger. Während des Garvorgangs besticht er anschließend mit einer sehr guten Temperaturgenauigkeit. Akustisch fällt der Test-Stick etwas mehr auf, bleibt aber weit davon entfernt, sich beim Vakuumgaren unangenehm bemerkbar zu machen. Nach Ablauf der Garzeit holen wir einen glasigen Lachs und ein Medium gegartes Rinderfilet aus dem Topf.

Fazit: Der Allpax SVU ist nahezu auf Augenhöhe mit unserem Testsieger von Wancle. Schnell aufgeheizt, konstante Temperatur und ein tolles Garergebnis überzuegen uns im Praxistest vollends. Wer nicht das nächste schwarze Küchengerät möchte, sondern etwas Farbe in seine Küche bringen möchte, sollte unbedingt zum feuerroten Modell von Allpax greifen.

Caso Design SV 300 – Schönling mit Gewichtsproblemen

Der Stick mit dem glänzenden Kunststoffgehäuse und dem schicken Einstellrädchen an der Seite macht absolut seinen Job. Jedoch nicht sehr schnell! Denn für die Aufheizphase ist das Gerät satte drei Minuten länger unterwegs als der Wancle, der Geschwindigkeitssieger unter den 800ern. Dafür lässt auch er sich intuitiv und einfach bedienen. Die Geräuschemissionen sind absolut unauffällig, wenngleich nicht so leise wie beim Sieger in der Akustik-Kategorie, dem Proficook-Stick.

Allerdings hat das Designgehäuse sein Gewicht. Der „Caso Design SV 300“ liegt mit rund einem halben Kilo mehr auf den Rippen deutlich schwerer in der Hand als die Konkurrenz. Es kommt aber nicht darauf an, wie das Gewicht in der Hand liegt, sondern wie es am Topf klemmt. Und das gelingt diesem Stick einwandfrei. Preislich liegt das Modell deutlich über der leiser arbeitenden Konkurrenz. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also verbesserungsfähig.

Allpax SV3 App – der Darth Vader unter den Sous Vide Sticks

Das dritte Kraftpaket im Bunde (1100 Watt) erinnert ein wenig an die dunkle Seite der Macht: ein stattlicher Apparat von oben bis unten aus schwarzem Kunststoff. Die 35 Grad-Aufheizphase erledigt er in 14:15 Minuten. Das Problem: Das Heizelemetnt, die Temperaturfühler und die Zirkulatorschraube sind oben und an den Seiten komplett vom Kunststoffgehäuse umschlossen. So heizt und fühlt sich der Stick zunächst sein eigenes Mikroklima. Der vom Garer angegebene Temperaturwert weicht deshalb in der Aufheizphase um mehr als fünf Grad von der tatsächlichen Temperatur des Wasserbades ab. Für den Dauerbetrieb ist das unkritisch, weil sich die Gradwerte mit der Zeit angleichen. Im Aufheizbetrieb ist die Anzeige des Gerätes der Wirklichkeit aber stets deutlich voraus - das gibt Abzüge.

Akustisch brummt der „SV3 App“ unauffällig vor sich hin. Ein Pluspunkt für Technik-Geeks: der Stick lässt sich optional auch über das Smartphone steuern. Die App funktioniert reibungslos, allerdings nur auf Englisch. Weitere Abzüge gibt es bei der Verarbeitungsqualität. Die Klemme für die Befestigung am Topf- oder Wannenrand erweist sich als etwas dünnblechig. Die Steuerung verläuft intuitiv und einfach. Wegen der Option, den Stick per Smartphone ins heimische WLAN-Netz einzubinden, spielt er preislich in einer anderen Liga. Die sonstige Geräteperformance rechtfertigt diesen Preis jedoch nicht.

Springlane Sous Vide Stick Henry – gutes Design mit Abzüge für das Innenleben

Eigentlich stellt sich der Sous-Vide-Stick "Henry“ von Springlane in der Küche wie jeder andere solide Garer im Test dar: leichte Bedienbarkeit, übersichtliche Menüführung, Aufheizphase von 19:25 Minuten. Der Temperaturbereich reicht auch hier von 20 bis maximal 99 Grad und ist in 0,5 Grad-Schritten frei wählbar. Gegenüber der Konkurrenz abheben kann sich Henry also weniger durch sein Heizelement als durch seinen leichten Auf- und Abbau. Die separat mit dem Topf oder der Wanne verschraubbare Halterung für den Stick, durch den die Umwälzpumpe hindurchgeschoben wird, gefällt uns von allen Modellen im Test sogar am besten – perfekter Sitz.

Im Betrieb ist der Stick jedoch so nervtötend laut, dass wir die Küche während des Garvorgangs am liebsten verlassen würden. Die Zirkulationsschraube liegt baulich so dicht an der Heizspirale, dass sie bei jeder Umdrehung dagegen schlägt – Metall auf Metall, ein endloses Klappern. Das Garergebnis von Lachs und Rinderfilet kann am Ende trotzdem wie bei allen Testmodellen überzeugen. Hierbei ist aber vorallem die von dir eingestellte Garzeit entscheidend. Diese entnimmst du am besten einer Gartabelle.

So haben wir die Sous-Vide-Sticks getestet

Um die Dauer des Aufheizens zu bestimmen, haben wir jeden Stick an einer Wanne mit 6 Litern Wasser befestigt. Zu Beginn betrug die Wassertemperatur jedes Mal 20 Grad. Anschließend wurde die Zeit gemessen, die der Stick benötigt, um auf 55 Grad hoch zu heizen. Mit einem separaten Thermometer haben wir die auf dem Stick-Display angezeigte Temperatur mit der tatsächlichen Wassertemperatur verglichen. Außer beim „Allpax SV3 App“ waren die Abweichungen minimal.

Für den Akustik-Vergleich wurden die Sticks in einer Küche ohne Nebengeräusche nach- und nebeneinander betrieben. Die akustischen Unterschiede waren offenkundig. Sticks, die sich akustisch nicht unterscheiden ließen, erhielten dieselbe Bewertung.

Um die Handhabung zu testen, haben wir versucht, die Sous-Vide-Sticks ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung intuitiv zu bedienen. Nach nur wenigen Versuchen gelang uns das bei allen Geräten gleichermaßen. Die Verarbeitungsqualität wurde durch mehrfachen Einsatz jedes Sticks im regulären Zubereitungsumfeld begutachtet.

Möchtest du Fleisch oder Gemüse mit der Sous-Vide-Methode zubereiten, benötigst du zum Einschweißen der Zutaten in einem Vakuumbeutel ein Vakuumiergerät. Welcher sich für deine Zwecke eignen, erfährst du in unserem Vakuumierer Test.

 

Welchen Sous-Vide-Stick kaufen – darauf solltest du achten

Sous-Vide-Garen liegt im Trend. Kein Wunder, dass immer mehr Hersteller auf den Zug aufspringen und eigene Geräte auf den Markt bringen. Sie bieten Sous-Vide-Sticks als Präzisionsgeräte an, die eine gradgenaue Zubereitung von im Vakkumbeutel eingeschweißtem Fleisch ermöglichen. Deshalb sollten die vom Stick gemessenen und angezeigten Temperaturwerte stimmen.

Unsere Erfahrung im Test hat gezeigt, dass die Lautstärke und die Aufheizdauer wichtige Kriterien bei der Kaufentscheidung sind. Gelegentlich sind Sous-Vide-Sticks mehrere Stunden im Einsatz. Wie ein Kühlschrank oder ein Backofen sollten sie diesen Job so leise wie möglich verrichten. Die Aufheizdauer wird maßgeblich von der Wattzahl bestimmt. Wer sein Fleisch schnell auf dem Teller haben möchte, sollte hier zu einem Gerät mit um die 1.200 Watt greifen. Nachteil dieser Geräte sind allerdings die oft höheren Kosten. Unser Testsieger, der Garer von Melianda fällt hier positiv aus dem Rahmen, denn er bietet viel Power zu einem dennoch günstigen Preis.

Wichtige Fragen zum Sous-Vide-Garen

* Alle Preise Stand Oktober 2020