Induktionsgeeignetes Kochgeschirr: Darauf kommt es uns an

Bei einem guten Topfset kommt es nicht nur auf die Anzahl der Töpfe, sondern auch auf deren Zusammensetzung an. Wichtig ist, dass das Set deiner Wahl alle wichtigen Töpfe beinhaltet, die du in der Küche brauchst. Aber auch die Herdart spielt eine Rolle. Immer mehr Haushalte setzen auf Induktion, allerdings sind gerade Töpfe und Pfannen von günstigen Herstellern oft nicht für Induktion geeignet. Deshalb haben wir auf bekannte Hersteller wie Fissler, Silit und WMF zurückgegriffen. Die Töpfe aus unserem Test sind somit durch die Bank Induktionstöpfe.

In diesen Kategorien testen wir die Topfsets

  • Qualität und Verarbeitung: Alle Töpfe im Vergleich bestehen aus Edelstahl. Wir wollen wissen, wie die einzelnen Komponenten Topf, Griff und Deckel verarbeitet sind.
  • Kochen und Reinigen: Wie schnell sind die Töpfe auf Temperatur? Lassen sie sich vielfältig einsetzen und einfach aufbewahren? Wie sieht es mit der Reinigung aus? Insbesondere die Böden möchten wir einfach wieder sauber kriegen.
  • Sicherheit und Haptik: Liegen die Griffe gut in der Hand und heizen sich nicht auf? Eine einfache Handhabung des Deckels während des Kochvorgangs und des Abgießens ist uns ebenso wichtig.

Topfset Testsieger: Fissler original-profi collection

Zu Beginn unseres Tests sind wir skeptisch, ob das Fissler original-profi collection Topfset für 400 Euro* auch halten kann, was es verspricht. Im Prinzip ist es eine Entscheidung wie bei Dyson oder anderen hochpreisigen Marken: Entweder ist dir das Produkt den Preis wert oder du schaust dich nach einer Alternative um. In Sachen Qualität kann aber kein anderes Topfset aus unserem Test dem von Fissler das Wasser reichen. Wenn du viel kochst und dir das etwas hohe Gewicht der Kochtöpfe mit Allherdboden nichts ausmacht, bist du mit diesen Induktionstöpfen sehr gut beraten. Mehr zum original-profi collection Topfset erfährst du im Einzeltest.

Tefal Duetto: funktional und günstig ist unser Preis-Leistungs-Sieger

Das Tefal Duetto Topfset fällt uns direkt beim Auspacken positiv auf. Neben einer Messskala in Liter und Quart (angloamerikanische Einheit für Flüssigkeiten und Trockenstoffe) verfügen die Töpfe über eine beidseitige Ausgießhilfe und eine Abseihfunktion im Deckel. Die Deckel bestehen zum Teil aus Glas und sind im Vergleich zu denen der anderen Testmodelle recht leicht. Die Deckel haben jedoch auf den Töpfen etwas Spiel. Zudem findest du eine Dampföffnung in den Glasdeckeln, über dieses kann überschüssiger Dampf entweichen. Diese Dampföffnung ist ein Alleinstellungsmerkmal im Test und ziemlich praktisch, da dadurch der Deckel wenig bis gar nicht beschlägt.

Die Bedienungsanleitung finden wir nicht so gut. Sie ist recht knapp und klein gedruckt. Den Herstellernamen findest du auf dem Deckelknauf, der Front und dem Topfboden aufgedruckt beziehungsweise eingestanzt. Die Verarbeitung wirkt solide und vor allem die Abseihfunktion gefällt uns. Die Griffe aus Edelstahl sind bei diesen Töpfen etwas nach oben gebogen, lassen sich aber gut greifen. Der Topfdeckel hat einen Knauf statt eines Griffes. Mit nassen Händen rutscht uns dieser jedoch recht schnell aus der Hand. Der starke Kapselboden der Töpfe für den Induktionsherd ist nicht eben, sondern hat Rillen, die an eine Sonne erinnern. Das soll zur besseren Wärmeverteilung beitragen. Die Induktionstöpfe mit Allherdboden sind von außen glänzend und von innen matt. Das Set besteht aus drei Kochtöpfen mit 16, 20 und 24 Zentimetern Durchmesser und einer Kasserolle mit 1,3 Liter Fassungsvermögen. Die Kochtöpfe sind spülmaschinenfest und dürfen mit Deckel bei 175 Grad und ohne bei 260 Grad in den Backofen. Laut Hersteller ist das Kochgeschirr auch für das Kochen mit metallischen Küchenhelfern geeignet. Messer und Schneebesen sollen aber nach Möglichkeit nicht benutzt werden.

Praktische Skala und leichtes Gewicht

Der kleine Kochtopf und die Kasserolle haben jeweils eine Skala von 0,5 bis 1,3 Liter. Beim mittleren Modell geht diese von 1 bis 2,7 Liter und im großen Topf von 1 bis 4,7 Liter. Das Gewicht der Duetto Töpfe ist vergleichsweise niedrig. Die Stielkasserolle wiegt noch nicht einmal 600 Gramm. Auch der kleine Induktionstopf ist mit unter einem Kilo so leicht wie der von Zwilling. Der mittlere wiegt 1,35 und der große knappe 2 Kilogramm.

Teilweise recht lange Kochzeiten

Beim kleinen Topf warten wir 6:20 Minuten, bis ein Liter Wasser kocht. Damit braucht er am längsten im Test. Dafür ist der mittlere Kochtopf mit 3:10 Minuten vergleichsweise schnell. Die Stielkasserolle liegt mit 5:20 mit Zwilling und Silit gleichauf. Beim Kochen mit Deckel können wir keinen nennenswerten Unterschied zu den Vergleichsmodellen feststellen. Doch leider wird der Knauf sehr heiß. Bei unserem Test mit Spinat und Zwiebeln backen bei dem Duetto Set diese als letztes an. Auch die anschließende Reinigung gestaltet sich leicht.

Fazit: Wir empfehlen dir unseren Preis-Leistungs-Sieger, wenn du ein günstiges und leichtes Topfset mit vielen Extras suchst. Beim Bedienkomfort hat uns dieses Modell am meisten überzeugt.

Damit der Topf auch den richtigen Deckel findet

Mit diesen beiden Kochgeschirrs ist noch lange nicht Schluss. Wir haben uns noch drei weitere Topfsets Kochvorgang für Kochvorgang für dich angeschaut. Was die einzelnen Topfsets für den Induktionsherd in unserem Vergleich auf der Pfanne haben, erfährst du hier.

Silit Alicante: Edles Topfset mit kleinen Griffen

Noch etwas günstiger als unser Preis-Leistungs-Sieger ist das Topfset „Alicante“ von Silit. Die bekannte Haushaltsmarke gehört zu WMF und stellt schon seit 1920 Universalkochgeschirr her. In unserem Topfset Test haben wir uns das vierteilige Set Alicante angeschaut. Es kommt mit Deckeln aus Glas, hochwertig verarbeiteten Töpfen und schön kühlen Griffen daher. Was dich noch alles erwartet und wie schnell wir damit Wasser aufkochen konnten, erfährst du im Einzeltest zum Silit Topfset.

Zwilling Flow: Leider nichts für den Backofen

Das neunteilige Topfset „Flow“ von Zwilling besteht aus vier Töpfen mit Deckel, darunter einer mit 16, 20 und 24 Zentimeter Durchmesser sowie einem Bratentopf mit 20 Zentimeter Durchmesser und einer Stielkasserolle. Die Haptik ist anders als bei den anderen Modellen, da hier die Außen- und Innenseite matt ist. Der Topfboden der Induktionstöpfe ist eben. Die Griffe sind gerade, für unseren Geschmack jedoch etwas klein. Da musst du beim Abgießen etwas vorsichtig sein. Die Verarbeitung von Deckel und Kochtopf gefällt uns recht gut, die Griffe sind allerdings nicht so unser Fall. Aber immerhin bleiben diese beim Kochen schön kühl.

In jedem Topf befindet sich eine Skala in Liter und Quart. In dem kleinen Kochtopf und der Stielkasserolle geht diese von 0,5 bis 1 Liter, beim Bratentopf bis 2 Liter, im mittleren Kochtopf bis 3 Liter und beim großen Topf bis 5 Liter. Der leicht gewölbte Deckel besteht zum Teil aus Glas. Der Griff liegt jedoch nicht ganz so gut in der Hand. Unter dem Griff ist eine Metallplatte angebracht, die sich beim Kochen stark erwärmt. Gut gefällt uns der breite Schüttrand zum Ausgießen und dass die Antihaftbeschichtung der Töpfe nicht sonderlich kratzerempfindlich sind. Ebenfalls positiv fällt die Bewertung des Gewichts aus. Die von uns gemessenen Werte sind bis auf zehn Gramm deckungsgleich mit denen von Tefal.

Abzüge gibt es dafür, dass das Topfset als einziges im Test nicht backofenfest ist. Zumindest darf es aber nach dem Einsatz in die Spülmaschine. Die Reinigung von Hand gefällt uns nicht ganz so gut wie bei der Konkurrenz. Der angebackene Spinat lässt sich hier schwieriger wieder entfernen. Im Praxistest kocht der mittlere Zwilling Topf mit Deckel das Wasser in 2,5 Minuten. Ohne Deckel dauert das eine halbe Minute länger. Zehn Sekunden später beginnt auch das Wasser im Bratentopf zu kochen. Mit 4:20 Minuten Kochzeit ist der kleine Topf der schnellste seiner Art im Test. Die Stielkasserolle liegt mit 5:15 Minuten genau im Schnitt. Stolze 6,5 Minuten warten wir beim großen Topf. Länger brauchen nur die Töpfe von Fissler und Tefal.

Fazit: Das Zwilling Flow Topfset ist mit knapp 150 Euro* nicht gerade preiswert, hat aber einen recht guten Bedienkomfort und ein leichtes Gewicht. Die Griffe bleiben schön kühl und du hast fünf Töpfe zur Auswahl. Abzüge gibt es für die kleinen Griffe, die nicht so gut in der Hand liegen.

WMF Provence Plus: Ziemlich schnell aber eher für zarte Hände

Zugegeben, das WMF Provence Plus ist nicht das einzige Topfset, das mit kleinen Griffen ausgestattet ist. Auch bei Silit und Zwilling tun wir uns damit schwer. Aber für unseren Geschmack sind die WMF Griffe ebenfalls ziemlich klein. WMF Topfsets genießen unter Hobbyköchen einen guten Ruf und das nicht ohne Grund. Die Verarbeitung der Töpfe überzeugt. Natürlich verzichtet WMF nicht, auch hier sein hochwertiges Edelstahl als Cromargan anzupreisen. Wie gut dir der Deckel und die Griffe im Hinblick auf die Optik und Ergonomie gefallen, ist da Geschmackssache. Die Reinigung geht hier leicht von der Hand und das Kochtopfset kommt edel daher. Zudem kann das Provence Plus mit sehr schnellen Kochzeiten im Test überzeugen. Wenn du mehr zu den Testergebnissen des WMF Provence Plus Sets wissen möchtest, wirf einen Blick in unseren Einzeltest.

So haben wir die Topfsets getestet

Zunächst befreiten wir die Töpfe alle von ihrer Verpackung und stellten sie auf der Arbeitsplatte nebeneinander. So konnten wir besser die Verarbeitung von Topf, Griffen und Deckel vergleichen. Dazu haben wir uns den Boden der Töpfe angeschaut und alle einmal in die Hand genommen und getestet, wie gut die Griffe in der Hand liegen und wie einfach du mit ihnen Wasser ausgießen oder abseihen kannst. Beim Deckel ist uns wichtig, dass dieser gut in der Hand liegt und der Griff groß genug ist, damit du nicht mit deinem Fingerknöchel an heiße Stellen kommst. Qualitativ liegt hier das Fissler Topfset ganz weit vorne. Ebenfalls wichtig ist uns, wie schwer die Töpfe sind. Hier punkten Tefal und Zwilling. Unser Testsieger lässt hier leider Federn.

Bei der Bedienung wollen wir wissen, ob die Töpfe zusätzliche Extras, wie eine Abgießhilfe oder eine Skala, bieten. Hier kann eigentlich nur der Tefal so richtig punkten. Modelle mit einer Skala auf der Innenseite haben ebenfalls einen Bonus bekommen. Beim Praxistest haben wir in alle Töpfe – ausgenommen die ganz großen Töpfe – einen Liter Wasser gefüllt. In die großen Induktionstöpfe füllten wir zwei Liter ein und brachten diese auf Stufe 9 zum Kochen. Mit aufgesetztem Deckel testeten wir, ob der Griff sich erhitzt. Lediglich der Knauf vom Tefal Topf wurde im Test sehr heiß. Um die Reinigung zu testen, haben wir etwas Spinat in den Töpfen anbrennen und eintrocknen lassen. Am besten bekommen wir den Tefal Topf wieder sauber. Etwas länger schrubben wir beim Zwilling.

Was die Kochgeschwindigkeit betrifft, liegen hier die meisten Zeiten recht nah beieinander. Die mittleren Fleischtöpfe haben dabei die besten Zeiten von 3 bis 3,5 Minuten. Mit Deckel bewegt sich diese im Bereich von 2:20 bis 3 Minuten. Da finden wir den Fissler Topf etwas langsam. Beim kleinen Kochtopf liegt die Bestzeit bei 4:20 beim Zwilling und die längste bei 6:20 beim Tefal. Das ist für unsere Begriffe deutlich zu lang. Zwei Liter brachte der WMF in 5,5 Minuten am schnellsten zum Kochen. Tefal und Fissler brauchten hier mit über einer Minute mehr deutlich länger. Auch bei der Stielkasserolle kann WMF mit einer Bestzeit von 4:10 Minuten überzeugen. Alle anderen Modelle brauchen mehr als 5 Minuten. 

Wir braten mit allen mittleren Töpfen Zwiebeln an und kochen anschließend Spinat darin, um zu testen, wie schnell die Lebensmittel in den Töpfen anbacken.

EnergiespartippsSo kochst du effizient

Damit du beim Zubereiten deiner Lieblingsspeisen Energie sparen kannst, empfehlen wir dir die vom Topfboden gespeicherte Wärme zu nutzen und schon etwas vor Ende der Kochzeit die Temperatur zu reduzieren oder sogar den Herd komplett abzuschalten. Wenn du mit aufgesetztem Deckel kochst, geht weniger Energie verloren. Scharf anbraten solltest du allerdings ohne Deckel. Wenn du die Größe deines Topfes der Menge anpasst, die du zubereiten möchtest, sparst du ebenfalls Energie. Auch ist es wichtig, die richtige Herdplatte auszuwählen. Natürlich auch bei Kochfeldern aus Ceran. Achte auf eine passgenaue oder sogar etwas zu kleine Platte, sonst wird wertvolle Energie verschwendet.

Was muss ich beim Kauf eines Edelstahl Topfsets beachten?

Bevor du eine Kaufentscheidung treffen kannst, solltest du dir überlegen, was du hauptsächlich mit den Töpfen kochen möchtest. Je nach Ausführung hast du hier nämlich verschiedene Topfarten im Lieferumfang. Drei unterschiedlich große Töpfe und eine Stielkasserolle sind hier der Standard. Neben der Topfart und Anzahl ist auch die Bauart wichtig. Lassen sich die Griffe angenehm halten und sind groß genug? Hier sind wir nicht mit allen Testkandidaten warm geworden. Eine Skala auf der Innenseite ist praktisch, wenn du Flüssigkeiten direkt im Kochtopf abmessen möchtest. Bei Modellen mit Glasdeckel kannst du das Kochgeschehen stets beobachten. Ein Dampfloch im Deckel verhindert, dass das Glas beschlägt.

Je nachdem, wie der Boden der Töpfe beschaffen ist, sorgt dieser für eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Dicke Sandwichböden erhöhen zwar das Gewicht, speichern aber auch länger die Wärme. Töpfe aus Aluguss sind hier zwar deutlich leichter, allerdings auch meist nicht von so guter Qualität wie Töpfe aus Edelstahl. Auch eine gute Antihaftbeschichtung ist Gold wert. Wenn dein Topf auch mal in den Backofen soll, ist es wichtig, dass dieser dafür ausgezeichnet ist. Fast alle Modelle aus unserem Test sind backofenfest – nur der Zwilling nicht. Reinigen lassen sich alle Geräte im Test in der Spülmaschine. Wenn du nicht viel Platz in deinen Küchenschränken hast, ist ein stapelbares Topfset hilfreich. Der Preis spielt ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle. Für ein gutes Topfset solltest du an die 100 Euro einplanen.

Wichtige Fragen zum Thema Topfset

*Alle Preise Stand Oktober 2020