Mehr als nur Wasser und heiße Luft – 11 Wasserkocher im Test

Wasser rein, Schalter an und nach ein paar Sekunden brodelt es: Wasser kochen ist leicht. Doch den perfekten Wasserkocher zu finden, das ist manchmal gar nicht so einfach. Das für uns perfekte Gerät arbeitet schnell, liegt gut in der Hand und verbrennt uns nicht die Finger. Welche Modelle das können, zeigt dir unser Wasserkocher Test. Wir haben elf Wasserkocher aus Edelstahl genau unter die Lupe genommen – vom modernen Alleskönner, über trendige Retro-Wasserkocher bis hin zu kleinen Modellen für Single-Haushalte.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität und Performance: Wie ist das Gehäuse verarbeitet? Wie schnell kochen die Geräte das Wasser? Und wie laut arbeiten sie dabei?   
  • Sicherheit: Wie fest stehen die Wasserkocher? Haben sie eine Abschaltautomatik bei 100 Grad? Kochen sie auch, wenn kein Wasser eingefüllt ist? Kann man das Gerät ohne Probleme anfassen?
  • Bedienkomfort: Wie leicht lässt sich Wasser einfüllen? Wie liegt das Gerät in der Hand? Und bietet der Kocher zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel eine Warmhaltefunktion?   
  • Design: Kann er nicht nur was, sondern sieht er auch schick aus und ist clever designed?  

Testsieger: Bosch Styline TWK8611P – Der sichere Alleskönner

Der Bosch Wasserkocher „Styline TWK8611P“ überzeugt vor allem mit einer doppelwandigen Außenwand, die immer relativ kühl bleibt, und einer vielseitigen Ausstattung. Er hat eine Warmhaltefunktion von bis zu 30 Minuten und bietet dir verschiedene Temperatureinstellungen. Doch auch die hochwertige Verarbeitung und das schicke Design zeichnen das Gerät von Bosch aus. Lies dir die ausführliche Einzeltest zum Testsieger die Bewertung mit allen Infos durch.

Preis-Leistungs-Sieger: Günstig und zuverlässig – Der WMF Stelio

Für wenig Geld bekommst du mit dem WMF Wasserkocher „Stelio“ ein solides Gerät. Neben der zweitschnellsten Kochzeit von 91 Sekunden für einen halben Liter punktet der Wasserkocher mit einer hochwertigen Optik und seinem Gewicht. Mit 980 Gramm ist er der leichteste unserer getesteten Kocher. Das alles gibt es zu einem günstigen Preis von etwa 35 Euro*. Im ausführlichen Testbericht über den WMF Wasserkocher erfährst du, warum der WMF Stelio uns überzeugt hat.

Kompaktsieger: Russell Hobbs 24190-70 Compact Home Mini

Klein, aber oho. Mit nur 0,8 Litern Füllmenge ist der Russell Hobbs „24190-70 Compact Home Mini“ sehr platzsparend. Gerade deshalb ist er ideal für Single-Haushalte oder als Reisewasserkocher für den nächsten Urlaub geeignet. Neben der Größe punktet der Russell Hobbs außerdem mit seiner einfachen Handhabung. Weitere Infos zum Russell Hobbs erhältst du im Einzeltest zum Kompaktsieger.

Die anderen 8 Wasserkocher im Überblick

Neben dem Testsieger, dem Preis-Leistungs-Sieger und dem Kompaktsieger haben wir noch acht weitere Geräte getestet. Viele haben ähnliche Eckdaten: Zentralkontakt, eine Abschaltautomatik, einen Trockengehschutz und vergleichbare Wattleistungen von 2.000 bis 3.000 Watt. Die Unterschiede liegen im Detail. Hier findest du alle Infos.

Schlichte Eleganz zu einem stolzen Preis: Stelton 210-4 Emma

Skandinavisches Design im angesagten Farbton Nude, dazu ein Griff aus Buchenholz ­– der Wasserkocher Stelton „210-4 Emma“ besticht mit schlichter Eleganz. Und auch in der Handhabung ist er eher minimalistisch. Der Kocher hat wenige Funktionen: Ein und aus; Hauptsache das Wasser kocht.

Dafür ist er sehr hochwertig verarbeitet, das Gehäuse besteht aus Edelstahl, Zwischenteile sowie der Deckel sind aus Kunststoff gefertigt. Das Besondere: der Griff aus Buchenholz. Dieser fühlt sich in der Hand sehr gut an. Jedoch ist er etwas klein bemessen, selbst kleine Hände kommen unweigerlich mit der Kanne in Berührung. Das macht jedoch nichts, denn durch seine Doppelwandisolierung bleibt die Außenwand beim Kochvorgang schön kühl. Zusammen mit seinem sicheren Stand, punktet der Stelton somit auf ganzer Linie in der Kategorie Sicherheit unseres Vergleichs.

Leider ohne Wasserstandsanzeige und mit ordentlich Gewicht

Der Deckel wird mit einer Hand nach oben abgezogen. Somit benötigst du zum Wasserkochen zwei Hände. Durch die weite Öffnung kannst du das Gerät leicht befüllen, reinigen und entkalken. Der Wasserkocher hat keine Wasserstandsanzeige, weder außen noch innen. Somit weißt du leider nicht, wie viel Wasser drin ist. Insgesamt hat der eine Füllmenge von 1,2 Litern. Damit ist der Stelton einer der kleineren Kocher in unserem Vergleich. Mit fast zwei Kilogramm Gewicht bringt er im Test am meisten auf die Waage. Das liegt vermutlich an der Isolierung. Den Siedepunkt von 0,5 Litern Wasser erreicht der 2.200 Watt starke Wasserkocher nach 1:49 Minuten. Dabei ist er der leiseste Kocher im Test.

Verantwortlich für die elegante Erscheinung ist das dänische Designer-Team HolmbäckNordentoft. Dieses lässt sich der Hersteller einiges kosten. Mit knapp 150 Euro* ist er das teuerste Modell im Test.

Fazit: Unaufgeregte Eleganz, einfache Handhabung ohne großen Schnickschnack, hohe Sicherheit und dazu ein stolzer Preis. Der Stelton 210-4 Emma ist der ideale Kocher für Puristen, die kein Problem haben, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Viel Schnickschnack und auch was dahinter: Siemens TW86104P

Das Modell „Siemens TW86104P“ ist hochwertig verarbeitet und erinnert an das Gerät von Bosch. Du kannst verschiedene Temperaturen wählen: 70, 80, 90 oder 100 Grad Celsius. Beim Kochen blinkt immer die bereits erreichte Temperatur auf. Ist die gewünschte Temperatur verfügbar, ertönt ein akustisches Signal. Die Warmhaltefunktion geht bis zu 30 Minuten. Die Technik ist im oberen Bereich des Kochers verbaut. Dadurch ist seine Öffnung recht klein. Für das Befüllen unterm Wasserhahn reicht das aus, ein entspanntes Reinigen mit einem Tuch ist aber nicht möglich.

Besonders im Punkt Sicherheit überzeugt das Gerät: Es ist doppelwandig isoliert und wird somit außen nicht heiß. Hier liegt aber auch der größte Minuspunkt: Zwar ist das untere Heizelement aus Edelstahl, die restliche Innenwand besteht jedoch aus Kunststoff. 

Kleines Fassungsvermögen und nichts für zarte Hände

Der Wasserkocher von Siemens ist mit einem Gewicht von 1,8 Kilogramm der zweitschwerste Kocher im Test. Deshalb verblüfft es etwas, dass er im Vergleich nur eine Füllmenge von 1,5 Litern hat. Auch im gefüllten Zustand ist die Handhabung dank der weichen und trotzdem stabilen „Soft-Grip“-Oberfläche am Henkel angenehm. Dieser Kocher rutscht dir nicht einfach aus der Hand.

Der Hersteller wirbt damit, dass du den Kocher dank des Henkels mit nur einer Hand bedienen kannst – das hat sich im Praxistest allerdings nicht bestätigt. Der Griff ist recht groß, den Power- und Warmhalte-Knopf erreichst du aber noch bequem. Spätestens die Temperaturauswahl ist mit kleineren Daumen jedoch unerreichbar, vom etwas weiter entfernten Druckknopf zum Öffnen des Kochers ganz zu schweigen.

Seine beidseitige Wassterstandsanzeige ist breit, so kannst du sie auch gut ablesen, wenn du das Gerät in der Hand hältst. Praktisch sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder.

Fazit: Wer einen cranberryroten Blickfang sucht und sich an Kunststoff nicht stört, wird diesen Wasserkocher lieben. Er arbeitet mit einer Kochzeit von 1:38 Minuten schnell, steht sicher und ist gut isoliert. Außerdem sind verschiedene Temperaturen einstellbar. Da kann man schon mal über die kleine Öffnung hinwegsehen.

KitchenAid 5KEK1222: Der Klassiker im Mittelfeld

Er sieht aus wie Omas Wasserkessel und ist damit besonders bei Vintage-Fans beliebt: der KitchenAid „5KEK1222“. Uns hat er mit seiner einfachen Gestaltung und erstklassigen Handhabung überzeugt. Sein Henkel liegt oberhalb des restlichen Geräts und dadurch toll in der Hand. Ansonsten befindet sich der KitchenAid eher im Mittelfeld. Warum das so ist, kannst du im ausführlichen KitchenAid Einzeltest nachlesen. 

De’Longhi KBOV 2001.AZ: Retro-Kocher mit einigen Schwachstellen

Allein das Design des De’Longhi „KBOV 2001.AZ“ lässt Vintage-Liebhaber-Herzen höherschlagen: pastelliges Blau trifft auf glänzendes Metall und braunen Griff. Der Wasserkocher ist schön anzuschauen, doch das klassische Design hat leider auch seine Macken: Der Deckel aus Edelstahl mit Kunststoffgriff lässt sich nur mit etwas Kraft öffnen. Auch die Wasserstandsanzeige ist in Edelstahl eingefasst, wodurch sie beim Kochvorgang sehr heiß wird. Sie liegt direkt unter dem Henkel, da heißt es: Aufpassen!

Leider nicht doppelwandig, dafür aber überraschend leise

Ist der Deckel erstmal entfernt, ist die Öffnung schön groß. So kannst du den Kocher auch leicht reinigen und entkalken. Ist der Wasserkocher am Werk, leuchtet ein kleines Lämpchen an der Seite auf – so klein, dass wir es leicht übersehen. Der Kocher arbeitet leise, da solltest du also genau hinsehen, bevor du nach ihm greifst. Denn wie die meisten Edelstahlkocher im Test ist auch der De’Longhi nicht doppelwandig – und wird somit kochend heiß.

Die Temperatur erreicht er recht schnell, mit 1:35 Minuten für 0,5 Liter ist er der drittschnellste Kocher im Test. Sobald der Siedepunkt erreicht ist, schaltet sich das Gerät ab. Akustisch erkennst du das durch ein Klicken des kleinen Hebels, den du zum Einschalten nach unten drückst. 

Fazit: Optik ist nicht alles! Das schicke Design des Kochers geht leider auf Kosten von Handhabung und Sicherheit. Trotzdem arbeitet er zuverlässig und ist bei Retro-Fans sicher gut aufgehoben.

Arendo 13025501 Wasserkocher: Schnell doch leider nur bedingt doppelwandig

Mit etwa 35 Euro* ist der Arendo Wasserkocher der günstigste doppelwandige Wasserkocher im Test. Die Doppelwandigkeit soll verhindern, dass die Außenwand heiß wird und dich vor Verbrennungen schützen. Aushängeschild des Arendo sind außerdem seine 3.000 Watt. Damit zählt er zu den zwei Testkandidaten mit der meisten Power und bringt das Wasser am schnellsten zum Kochen. Und das bei einer geringen Dezibelzahl. Ungeduldige müssen hier wirklich nicht lange auf ihr dampfendes Heißgetränk warten, in 1:20 Minuten ist ein halber Liter am Siedepunkt.

Positiv fällt auch der hohe Bedienkomfort auf: Per Knopfdruck lässt sich der großer Plastikdeckel öffnen, der dir ein einfaches Befüllen, Reinigen und Entkalken ermöglicht. Ein blaues LED-Licht am Hebel zeigt, dass der Wasserkocher eingeschaltet ist. Im Gegensatz zu allen anderen Herstellern, liefert Arendo außerdem drei Gratis-Kalkfilter mit - ein schönes Extra.

Keine komplette Doppelwandigkeit führt zum Verbrennungsrisiko

Neben Abschaltautomatik, Trockengehschutz und Überhitzungsschutz hat der Wasserkocher eine weitere Sicherheitsfunktion: die Doppelwand. Im Test sind wir von dieser Funktion leider enttäuscht. Die Innenwand besteht aus Edelstahl, die Außenwand zu großen Teilen aus Kunststoff, am oberen Ende jedoch aus Metall. Hier fehlt die zweite Außenwand und erhitzt sich dementsprechend stark. Hitzeschutz besteht also nur partiell. Ein weiteres Manko ist das Design. Sein schlichtes Design wirkt durch den hohen Anteil an glänzenden Kunststoffteilen deutlich günstiger, als Geräte die komplett aus Edelstahl gefertigt sind.

Fazit: Günstig, schnell und leise. Eigentlich bringt der Wasserkocher von Arendo echte Siegerqualitäten mit sich. Wer wenig Wert auf eine hochwertige Optik legt und bei der Doppelwandigkeit ein Auge zudrückt, wird mit diesem Modell zufrieden sein.

Grundig WK6330 farbiger Hingucker mit Schwachstellen

Mit seinem kräftigen Rot fällt der Wasserkocher „WK6330“ von Grundig Betrachtern direkt ins Auge. Und auch leistungsmäßig hat er auf dem Papier einiges zu bieten: mit 3.000 Watt gehört er zu den Wasserkochern mit der meisten Power. Insbesondere die hochwertige Verarbeitung sticht heraus und zeigt: gute Qualität muss nicht immer teuer sein. Ein eingebauter Kalkfilter, ein beleuchteter Schalter sowie Abschaltautomatik und Überhitzungsschutz bestätigen den positiven Gesamteindruck. Hinzu kommt, dass der Kocher gut in der Hand liegt. Per Knopfdruck klappt sich der Deckel (innen aus Plastik) hoch und gibt teilweise den Blick in den Innenraum frei. 

Bei der Einfüllöffnung, Lautstärke und Gehäusetemperatur gibt’s Abzüge

Genau hier liegt das Hauptmanko des Modells. Die Öffnung ist im Verhältnis zu der Füllmenge von 1,7 Litern schlichtweg zu klein geraten. Während das Wasser trotz der Größe einigermaßen problemlos eingefüllt werden kann, gestaltet sich die Reinigung als äußerst schwierig. Schon kleine Hände haben Probleme mit einem Lappen in das Innere zu gelangen. Ebenfalls problematisch: Trotz seiner Leistung liegt er bei der Kochzeit nur im Mittelfeld. Und auch das Dezibel-Messgerät ist beim Grundig WK6330 besonders gefordert: Er ist der lauteste Testkandidat und wird darüber hinaus sehr heiß!

Fazit: Wer Wert auf seine morgendliche Stille, eine gründliche Reinigung und eine kalte Außenwand legt, wird sich mit dem Modell von Grundig nicht anfreunden. Da helfen leider auch das auffällige Rot und die hochwertige Verarbeitung nicht.

Phillips HD9350/90 Wasserkocher: günstig und leise

Der günstigste Wasserkocher in unserem Test überzeugt vor allem mit seiner geringen Lautstärke. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den hohen Bedienkomfort: Per Knopfdruck öffnet sich ein großer Plastikdeckel, der das Einfüllen von Wasser und das anschließende Reinigen kinderleicht macht. Der „Philips HD9350/90“ Wasserkocher lässt sich also auch mit einer Hand bedienen. Eine Abschaltautomatik und ein Überhitzungsschutz erfüllen die notwendigen Sicherheitsstandards. Trotz der guten Leitungswasserqualität in Deutschland, solltest du beim Kauf eines Wasserkochers auf einen eingebauten Kalkfilter achten. Im Phillips ist solch ein Filter verbaut, dieser lässt sich schnell und einfach austauschen. Toll ist auch die gut sichtbare Wasserstandsanzeige, die nicht nur Liter, sondern auch Tassen anzeigt. Bei mehreren Tee-Liebhabern kannst du ganz einfach zwischen drei, vier, fünf oder sechs Tassen wählen. 

Bietet ein großes Fassungsvermögen bei leichtem Gewicht

Du hast nur begrenzt Platz, brauchst aber ein großes Fassungsvermögen? Auch hier kann der Phillips punkten. Trotz einer Füllmenge von 1,7 Litern überzeugt er mit einem geringen Gewicht bei vergleichsweise kompaktem Gesamteindruck und einem überraschend festen Stand. Der schlichte Edelstahlkorpus und ein blau beleuchteter Schalter runden das Bild ab.

Einzige Mankos: trotz seiner 2.200 Watt braucht der Kocher mit 2:18 Minuten am längsten, um einen halben Liter zum Kochen zu bringen. Dazu wird er dabei auch noch sehr heiß. Aufgrund einer einfachen Wand empfehlen wir nicht nur das Teewasser, sondern auch die Außerwand mit Vorsicht zu genießen. Unbedingt am Handgriff festhalten!

Fazit: Wer sich für den Phillips HD9350/90 entscheidet, bekommt ein kompaktes, günstiges Gerät, welches leise, aber eben auch langsam seinen Job macht. Ungeduldige sollten eventuell zu einem anderen Modell greifen.

Russell Hobbs 21040-70 - mittelmäßig trotz guter Ausstattung

Schon der Karton des Russell Hobbs verspricht so einige Extras: bis zu 75 Prozent leiser, digitale Temperaturanzeige, Sicherheitsdeckel – aber hält er, was er verspricht?

Tatsächlich punkten kann der Russell Hobbs mit seiner geringen Lautstärke, einem festen Stand und der digitalen Temperaturanzeige. Ist der Kocher erst einmal eingesteckt, zeigt das blau leuchtende Display die aktuelle Temperatur des Wassers an. Über zwei Tasten kannst du dann ganz einfach die gewünschte Temperatur in 5-Grad-Schritten einstellen. Zwischen 60 und 100 Grad ist so eine große Bandbreite an Temperaturen möglich. Wer die Anzeige in Fahrenheit bevorzugt, kann per Knopfdruck die Einheit wechseln. Alles in allem ist das Bediensystem selbsterklärend. Einen weiteren Pluspunkt bekommt der Wasserkocher für seine übersichtliche Wasserstandsanzeige, die sich nicht unter dem Griff, sondern seitlich befindet. Genau wie der Phillips, kann auch der Russell Hobbs einen Kalkfilter vorweisen. Zwar kannst du auch diesen zur Reinigung entfernen, jedoch gestaltet sich das Rausnehmen deutlich schwieriger als bei vergleichbaren Modellen.

Sicherheitsdeckel mit kurzer Lebenszeit

Doch was ist mit dem Bedienkomfort? Wenn der Deckel erst einmal geöffnet ist, gibt er eine großzügige Öffnung frei, die ein unproblematisches Befüllen erlaubt. Die Betonung liegt auf: wenn. Neben der Abschaltautomatik und dem Trockengehschutz hat Russell Hobbs als Öffnungsmechanismus einen Sicherheitsdeckel und keinen Druckknopf verbaut. Eine gute Idee, die jedoch nicht hochwertig umgesetzt ist. Schon während des Tests wurde der Deckelmechanismus beschädigt und der Deckel ließ sich erstmal gar nicht öffnen. Dieser Eindruck spiegelt sich auch in dem Gesamtbild wider: An mehreren kleinen Stellen ist der Kocher unsauber verarbeitet - hier herrscht Verbesserungsbedarf! Es gilt: Hände weg von der heißen Außenwan­d!

Fazit: Guter Ansatz, durchwachsene Umsetzung. Zwar ist der Russell Hobbs 21040-70 leise und hat eine digitale Temperaturanzeige, jedoch ist bei der Qualität noch Luft nach oben.

Wie haben wir die Wasserkocher getestet?

Für den Test haben wir elf beliebte Wasserkocher zwischen 30 und 150 Euro* getestet. Dabei haben wir darauf geachtet, Modelle aus Edelstahl zu wählen. Diese sind sicherer und robuster als Glaswasserkocher und bestehen nicht aus – mittlerweile oft kritisiertem – Kunststoff. Jeden Kocher haben wir uns sorgfältig angesehen.

Anschließend ging’s ans Kochen: Dazu haben wir jedes Modell mit einem halben Liter Wasser befüllt. Der Grundig hat eine Mindestfüllmenge von 700 Millilitern, dementsprechend bekam er etwas mehr Wasser. Dann wollten wir wissen: Liegen sie gut in der Hand und wie leicht lassen sie sich öffnen? Wichtig ist außerdem eine Wasserstandsanzeige, schließlich willst du wissen, wie viel du am Ende kochst. De'Longhi, Philips und der Russell Hobbs 21040-70 bieten diese. Wasser erhitzen? Ja! Ewig warten? Nein, danke! Deshalb haben wir uns auf die Schnelligkeit der Geräte konzentriert. In dieser Kategorie punkten vor allem Arendo, Bosch und WMF. Außerdem haben wir gemessen, wie laut sie arbeiten.

Sicherheitsmaßnahmen und Funktionen sind uns wichtig

Mit kochendem Wasser zu hantieren kann gefährlich werden. Um potentielle Gefahren zu minimieren, sollten Wasserkocher einen stabilen Sockel und festen Stand, eine Abschaltautomatik bei 100 Grad und einen Trockengehschutz haben. Das heißt, ist keine Flüssigkeit im Gerät, lässt es sich auch nicht einschalten. Pluspunkte gab es für doppelwandige Geräte, die an der Außenwand nicht heiß werden. Über diese verfügen Bosch, Stelton, Siemens und Arendo teilweise.

Welche zusätzlichen Funktionen bieten die Geräte? Gibt es eine Warmhaltefunktion? Eine individuelle Temperatureinstellung stößt sicher nicht nur bei Grüntee-Liebhabern auf Begeisterung. Ein Wasserkocher kommt häufig zum Einsatz. Gerade deshalb sollte er nicht bei Besuch in der Schublade verschwinden müssen. Wir haben geprüft, welche Kocher echtes Hingucker-Potential haben!

Welcher Wasserkocher ist der richtige für mich?

Ein guter Wasserkocher sollte nicht nur schnell arbeiten, sondern auch sicher sein. Gerade bei Familien mit Kindern ist ein Wasserkocher aus Edelstahl nur dann geeignet, wenn er eine isolierende Doppelwand hat - das schützt vor Verbrennungen. Wir haben uns beim ein oder anderen Gerät ohne Isolierung an der Außenwand die Finger verbrannt. Ein stabiler Sockel sorgt dafür, dass der Kocher nicht wackelt. Die Öffnung zum Ausgießen des Teewassers sollte so gearbeitet sein, dass du nichts verschüttest. Ideal ist es also, wenn sie vorne spitz zuläuft.

Überlege dir vor dem Kauf, wofür du ihn verwenden möchtest – viele kleinere Geräte eignen sich sehr gut als Reisewasserkocher für Camping-Urlaube oder sind in Single-Haushalten praktisch. Sie sind eine gute Alternative zu einem Tauchsieder, der auch gerne mal mit auf Reisen genommen wird. Bist du ein Teetrinker und trinkst etwa gerne Grüntee, der bei 60 bis 70 Grad Celsius aufgebrüht werden soll, ist eine variable Temperaturwahl sinnvoll.

Je nachdem, wie kalkhaltig das Leitungswasser deiner Region ist, ist ein eingebauter und austauschbarer Kalkfilter definitiv von Vorteil. Hier hilft auch eine große Öffnung. So kannst du Wasserflecken leicht mit einem feuchten Tuch wegwischen. Vermutlich ist dein neuer Wasserkocher ständig in Gebrauch und du willst ihn sicher nicht immer in der Schublade verstauen müssen. Deshalb, bei all der Funktionalität: Optisch gefallen sollte er dir auch.

*Alle Preise Stand April 2020

Wichtige Fragen zu Wasserkochern