Schrauben und Muttern leicht gelöst – 8 Schlagschrauber im Vergleich

Mithilfe eines Schlagschraubers, manche sagen auch Drehschlagschrauber, löst du vor allem festsitzende Schrauben oder Muttern. Dabei schlägt das Gerät auf den Kopf der Schraubverbindung und dreht diese gleichzeitig los oder auch fest. Du kannst das natürlich auch genauso gut mit einem Hammer und einem Schraubenschlüssel erreichen, brauchst dafür aber erheblich mehr Kraft. Und diese Kraft und das Drehmoment überlässt du einfach dem Akku-Schlagschrauber. Denn der hat genügend davon. Bis zu 1.000 Newtonmeter (Nm = Maßeinheit für das Drehmoment) bei unseren Testgeräten. Und ausgerüstet mit bis zu 180 Wattstunden Akku-Kapazität kannst du eine ganze Menge Schrauben lösen oder befestigen. Ganz ohne Radkreuz.

In diesem Akku-Schlagschrauber Test schauen wir uns acht beliebte Modelle an. Die Preise reichen von etwa 135 bis 503 Euro (Stand Januar 2020). Die Leistung der Akkus variiert von 55 bis 180 Wattstunden (Wh). Beim Drehmoment, gemessen in Newtonmeter, haben wir sowohl schwachbrüstige Modelle mit 200 Nm als auch Kraftpakete mit bis zu 1.000 Nm dabei. Im Schlagschrauber Test sind also Geräte für unterschiedliche Bedürfnisse und Budgetvorstellungen vertreten.

Manfred prüft acht Geräte im Praxistest

In diesen Kategorien testen wir die Schlagschrauber

  • Qualität: Die Gehäuse der Schlagschrauber prüfen wir auf glatte Oberflächen und Passgenauigkeit. Die Griffe müssen gut in der Hand liegen und dürfen nicht rutschen. Bei der Lautstärke messen wir den Schalldruck in einem Meter Abstand. Zur Zubehörbewertung gehören zum Beispiel Koffer, Gürtelhaken oder Bitadapter.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: In dieser Kategorie checken wir, wie leicht sich die Werkzeuge aufstecken oder abnehmen lassen. Wichtig sind der Akku-Austausch, die Überprüfung der Anzeigen oder die Drehzahleinstellung.
  • Ergonomie: Hier interessieren uns die Handgriffe bei der Nutzung sowie die Erreichbarkeit der Schalter und deren Bedienung.
  • Praktischer Einsatz: Wenn alle anderen Punkte geklärt sind, setzen wir die Maschinen in der Praxis ein. Wir lösen zum Beispiel angerostete Radmuttern oder befestigen Balken.

Starker Testsieger: DeWalt DCF899P2 Akku-Schlagschrauber

Der DeWalt Akku-Schlagschrauber „DCF899P2“ ist kein Leichtgewicht. Seine 3,3 Kilogramm machen sich aber nicht nur in der Hand, sondern auch beim Übertragen der 950 Nm Anzugsdrehmoment auf die Steckschlüssel bemerkbar. Damit drehst du selbst die verrostete Radmutter an der Treckerfelge oder die festsitzende Sechskant-Holzschraube im alten Fachwerkbalken los. Alle Vorteile des Testsiegers beschreiben wir dir im ausführlichen Einzeltest zum DeWalt Schlagschrauber.

Leichter Preis-Leistungs-Sieger: Einhell TE-CW 18LiBL Akku-Schlagschrauber

Nur 1,7 Kilogramm bringt der Einhell Akku-Schlagschrauber „TE-CW 18LiBL“ auf die Waage. Damit ist er für den einfachen Hausgebrauch durchaus geeignet. Und das zu einem höchst attraktiven Preis. Dazu gibt es einen vielfältig verwendbaren Akku. Bits für festsitzende Torq- oder Kreuz-Schrauben kannst du auch einsetzen. Allerdings löst du mit dem gerade mal 215 Nm Anzugsdrehmoment sicherlich nicht jede festsitzende Schraubverbindung. Ob der leichte Preis-Leistungs-Sieger für deinen Bedarf ausreicht, erklären wir dir im Einzeltest zum Einhell Schlagschrauber.

Alle weiteren Produkte im Akku-Schlagschrauber Test

Auch die anderen sechs getesteten Geräte sind gut für den Einsatz beim Schraubenlösen geeignet. Nicht unbedingt jedes für das Lösen der Traktor-Rostfelge, aber durchaus fürs Reifenwechseln im Herbst oder Frühjahr. Aber es gibt auch ein paar „dicke Brummer“, die mit viel Newtonmeter Anzugsdrehmoment ordentlich auf den Schraubenkopf schlagen.

Newtonmeter-Meister: Makita Akku-Schlagschrauber DTW1002Z

In der Bewertung knapp dahinter, aber im Preis ein Drittel günstiger als der Testsieger gehört der Makita Akku-Schlagschrauber „DTW1002Z“ auch auf das Treppchen. Das Gerät verfügt über drei Drehzahl- und Schlagzahl-Stufen von 300 über 600 bis 1.000 Nm. Wen es die loslässt, bleibt keine 46 Millimeter dicke M30 Schlüsselschraube fest im Gewinde sitzen. Dabei wird der Makita DRW1002Z noch nicht einmal sehr laut. Mit einem gemessenen Schalldruck von 80,5 dB(A) ist der Schlagschrauber nicht lauter als ein rund 10 Meter entfernter PKW.

Der Akku mit 18 Volt und 5 Amperestunden (Ah) hat eine Wattleistung von 90 Wh. Er ist in 45 Minuten wieder aufgeladen. Der Akku passt übrigens in 270 weitere Makita Geräte. Wenn du also ein Makita-Fan bist, musst du dir Akku und Ladegerät nicht extra kaufen.

Das Arbeitslicht am Makita Akku-Schlagschrauber leuchtet dir auch in dunklen Stunden das Umfeld ausreichend aus. Leider ist der praktische Makpac-Koffer nicht im Lieferumfang enthalten und nur als separates Zubehör erhältlich. Dort findest du auch eine große Auswahl an Steckschlüsseln.

Höchster Preis im Test: Hazet Akku-Schlagschrauber 9212-3

Das bereits 1868 von Hermann Zerver gegründete Unternehmen ist weltweit bekannt für seine hochwertigen, nahezu vollständig in eigenen Werken hergestellten Maschinen und Werkzeugen. Schon früh macht man sich in Remscheid Gedanken über Schraubenschlüssel und dieses Wissen fließt auch in den Hazet Akku-Schlagschrauber „9212-3“ ein.

In drei Stufen einstellbar erreicht der Hazet ein Anzugsdrehmoment von bis zu 500 Nm. Das reicht schon für die meisten professionellen Anwendungen. Der Akku mit 18 V und 5 Ah erreicht eine Kapazität von 90 Wattstunden. Damit kommst du sicher über die Runden. In 90 Minuten ist der Akku wieder komplett aufgeladen.

Der Hazet 9212-3 Akku-Schlagschrauber ist komplett mit Koffer, einem Akku, Ladestation, Arbeitslicht und Gürtelhaken üppig ausgestattet. Allerdings liegt der Preis auch deutlich vor allen anderen Kandidaten im Akku-Schlagschrauber Test.

Das Leichtgewicht: Worx WX279.9 Akku-Schlagschrauber

Genau wie die anderen Geräte im Test wird auch der Worx Akku-Schlagschrauber „WX279.9" von einem bürstenlosen Motor angetrieben. Daraus leitet er nicht nur seine kompakte Form, sondern auch seine um 50 Prozent längere Laufzeit und 25 Prozent mehr Leistung als ein herkömmlicher Schlagschrauber ab. Im Vergleich zu den anderen Test-Konkurrenten ergibt das allerdings keinen größeren Vorteil. Der Worx Schlagschrauber erreicht in der Spitze ein Anzugsdrehmoment von 300 Nm über eine Drei-Stufen-Regelung.

Mit 1,5 Kilogramm Gewicht ist der Worx WX279.9 das leichteste Gerät im Test. Mit seinem kleinen Koffer, in den auch zwei Akkus und das Ladegerät hineinpassen, kannst du ihn überall mit hinnehmen. Mit beiden Akkus mit 20 Volt und 2 Ah erreicht er eine Kapazität von zwei Mal 40 Wattstunden. Jeder der beiden Akkus benötigt eine Ladezeit von etwa 60 Minuten. Preislich bewegt sich der Worx WX279.9 Akku-Schlagschrauber in unserer Wunschausstattung mit Akku und Ladegerät im Mittelfeld.

Der Kurze: Hikoki WR18DBDL2 Akku-Schlagschrauber

Auch der „Hikoki WR18DBL2“ Akku-Schlagschrauber ist mit einem bürstenlosen Hochleistungsmotor ausgerüstet, der weitgehend wartungsfrei ist. Das ermöglicht ihm das kürzeste Gehäuse im Vergleich zum übrigen Testfeld. Es ist nur 14,5 Zentimeter lang und 25 Zentimeter hoch. Daraus resultiert ein Gewicht von nur 1,8 Kilogramm und eine ausgesprochen gute Balance.

Im Power-Modus erreicht der stufenlos geregelte Hikoki WR18DBL2 bis zu 305 Nm Anzugsdrehmoment und eine Leerlaufschlagzahl von 3.600 Umdrehungen. Da schafft nur der Bosch Professional GDX 18V-200C mit 4.000 Umdrehungen mehr. Die beiden 18V 5Ah Akkus erreichen zusammen eine Kapazität von 90 Wattstunden. Beide sind in jeweils 75 Minuten komplett aufgeladen.

Im praktischen Einsatz tut sich der Hikoki Schlagschrauber bei besonders festsitzenden Schrauben schwer. Mit den Radmuttern bei Alufelgen oder M20 Schrauben im Balken hat er kein Problem. Preislich findet sich der Hikoki Akku-Schlagschrauber im eher hochpreisigen Segment wieder.

Blauer Profi: Bosch Professional GDX 18V-200C

Aus dem Bosch-Blau Profi-Segment kommt der Akku-Schlagschrauber „GDX 18V-200C“. Sein 18V-Akku-System hat eine Kapazität von zweimal 90 Wattstunden. Jeder Akku ist in 45 Minuten wieder vollgeladen. Der bürstenlose Motor schafft über die stufenlose Regelung ein Anzugsdrehmoment von 200 Nm, aber eine im Vergleich Spitzen-Leerlaufdrehzahl von 4.000 Umdrehungen.

Der Bosch Professional Schlagschrauber hat in seiner ½-Zoll-Außenvierkant eine ¼“-Innensechskant-Bit-Aufnahme integriert. Das bietet er als einziges Gerät im Akku-Schlagschrauber Test. Damit kannst du beispielsweise problemlos Torq-, Kreuz-Schlitz oder Inbus-Schrauben eindrehen oder lösen.

Im praktischen Einsatz schwächelt die Maschine etwas. Beim Eindrehen von Sechskant-Holzschrauben in unseren Referenzbalken müssen wir mehrfach ansetzen. Preislich liegt auch der Bosch Professional GDX 18V.200C Akku-Schlagschrauber in unserer Komplettausstattung im Mittelfeld.

Lädt lange: Ryobi R18IW3-0 Akku-Schlagschrauber

Geht es dir um den Preis, dann solltest du den Ryobi Akku-Schlagschrauber „R18IW3-0“ im Auge behalten. Er kostet zwar fast das Doppelte des Preis-Leistungs-Siegers, liegt aber im Vergleich des Gesamtergebnisses deutlich davor. Und ist damit durchaus ein interessantes Angebot. Vor allem, wenn du schon Geräte im Ryobi One+-System hast.

Der Ryobi R18IW3-0 wird mit einem 18 Volt und 4 Ah Akku geliefert. Er kommt auf eine Kapazität von 72 Wattstunden. Für das komplette Laden benötigt das Ladegerät ziemlich exakt zwei Stunden. Das ist eindeutig zu lange. Denn mit seinem Anzugsdrehmoment von maximal 400 Nm wärst du durchaus in der Lage, länger dauernde anspruchsvolle Arbeiten zu verrichten. Zum Beispiel ein großes Keller-Stahlregal aufzubauen. Die Drehzahl-Regelung erfolgt in drei Stufen.

So haben wir getestet

Mit einem Akku-Schlagschrauber arbeitest du meist eher draußen als auf der Werkbank. Trotzdem erledigen wir einige Arbeiten in der Werkstatt. Wir drehen zum Beispiel zunächst viele Schrauben in dicke Balken. Auf der Werkbank vergleichen wir auch die Bedienelemente miteinander.

Wichtig ist uns die Drehzahleinstellung. Bei den elektronisch geregelten Maschinen fahren wir die Drehzahl durchaus mal ohne Werkstück hoch. Dabei lässt sich so schon einmal die Lautstärke ermitteln.

Das Radwechselthema ist etwas für draußen. Also müssen alle Schlagschrauber mit speziellen Steckschlüsseln an die frische Luft. Aus Sicherheitsgründen ziehen wir alle Schrauben mit einem dafür vorgesehenen Drehmoment-Begrenzer entsprechend der Vorgaben des Fahrzeugherstellers fest. Denn sonst kann es passieren, dass zu fest angezogene Radmuttern die Felge zerstören.

Mit jedem Schlagschrauber lösen wir mehrere Felgen und überprüfen dabei die Leistung

Worauf muss ich bei einem Akku-Schlagschrauber achten?

Ein Akku-Schlagschrauber sollte kompakte Maße und ein akzeptables Gewicht haben. In den technischen Daten der Hersteller findest du die entsprechenden Hinweise. Wenn du wissen willst, wie lange du mit einem 3-Kilo-Gerät arbeiten kannst, halt einfach ein gleich schweres Haushaltsgerät für eine halbe Stunde in die Luft.

Das Anzugsdrehmoment spielt für dich eine wesentliche Rolle, wenn du häufiger anspruchsvolle Arbeiten durchführen willst. Hast du zum Beispiel einen alten Traktor mit vielen angerosteten Schrauben, sind 500 Nm oder mehr durchaus sinnvoll. Spitzenreiter ist in unserem Test der Makita Schlagschrauber mit 1.000 Nm. Willst du einen langen Holzzaun mit Sechskantschrauben zusammenbauen, muss es nicht unbedingt ein so hohes Anzugsdrehmoment sein.

Ganz wichtig ist aber auch das richtige Akkusystem. Du brauchst sicherlich eine ausreichende Wattstundenzahl. Nimm als Daumengröße 90 Wattstunden an, entweder mit einem oder zwei Akkus. Und die Ladezeit sollte möglichst kurz sein. Denn es ist schon ärgerlich, wenn der Akku leer ist und du zwei Stunden Pause machen musst wie beim Ryobi. Lobenswert ist hier das Einhell-Ladegerät, dass den Akku in gut einer halben Stunde volllädt.

Wichtige Fragen zum Akku-Schlagschrauber