Mit Farbsprühpistolen zum schnellen Ergebnis

Wir haben alle Geräte mit Acryllack auf Holz, um genau zu sein, auf Lamellenklappläden getestet. Viele eignen sich darüber hinaus auch für Dispersionsfarbe, Lasuren, Holzschutzmittel und Grundierungen. Wichtig ist natürlich der schnelle Einsatz und eine unkomplizierte Bedienung. Grundsätzlich kannst du zwischen Modellen mit integriertem Kompressor und Geräten mit externem Kompressor wählen. Bei längeren Arbeiten sind Systeme mit externem Kompressor vorteilhaft, da hier die Sprühpistolen leichter sind. Auch bei der empfohlenen Verdünnung des Sprühmaterials unterscheiden sich die Modelle wesentlich voneinander.

Anders als beim Streichen mit Pinsel oder Lackrolle, brauchst du beim Arbeiten mit Farbsprühsystemen eine gewisse Schutzausrüstung: Atemschutzmaske, Schutzbrille sowie Schutzhandschuhe. Ein Gehörschutz wird ebenfalls empfohlen, ist unserer Meinung nach aber bei den leiser arbeitenden Geräten nicht zwingend notwendig.

In diesen Kategorien testen wir

  • Vorbereitung des Farbsprühsystems: Wie schnell sind die Geräte einsatzbereit?
     
  • Bedienkomfort & Handhabung: Wie gut kannst du die Farbsprühpistolen bedienen und ist die Bedienungsanleitung beziehungsweise das Handling leicht verständlich?
     
  • Geschwindigkeit & Leistung: Wie schnell kannst du mit den verschiedenen Geräten arbeiten? Wie gleichmäßig fällt das Ergebnis aus?
     
  • Reinigung: Wie hoch ist der Reinigungsaufwand und brauchst du spezielles Zubehör?

Testsieger: Bosch PFS 5000 E

Der Bosch PFS 5000 E überzeugt mit einer einfachen Bedienung, verständlicher Betriebsanleitung und insgesamt leichter Handhabung. Die Sprühpistole ist durch einen 4 Meter langen Schlauch mit dem Kompressor verbunden und angenehm leicht. Hier kann sowohl die Sprühmenge als auch die Luftmenge reguliert werden. Praktisch ist der Netzschalter, der mit dem Fuß bedient wird. Die Verdünnung des Sprühmaterials ist prinzipiell nicht nötig. 

Frauke Förster testet für dich 7 Farbsprühsysteme mit Acryllack

Eine leichte Verdünnung von bis zu fünf Prozent kann jedoch im Fall unseres Lacks vorgenommen werden – was leicht zu berechnen ist. Dank der 1200 Watt arbeitet das Gerät schnell und präzise, was den etwas höheren Anschaffungspreis von circa 148 Euro (Stand Juli 2019) durchaus rechtfertigt. Mit 9,1 von 10 Punkten ist es unser eindeutiger Testsieger. Wenn du mehr über den Testsieger erfahren möchtest, lies in unserem Einzeltest zum Bosch PFS 5000 E nach.

Preis-Leistungs-Sieger: Farbsprühgerät von Monzana

Das Modell von Monzana liefert ein überraschend gutes und schnelles Ergebnis, obwohl sich hier nur die Sprühmenge regulieren lässt. Dafür muss an einem Rädchen am Abzug gedreht werden. Manko: Der Abzug ist schwergängig und für langes Arbeiten eher unpraktisch. Auch hier müssen die verschiedenen Sprühmaterialen entsprechend verdünnt werden. Der mitgelieferte Viskositätsbecher hilft, die richtige Viskosität (Zähflüssigkeit) des Sprühmaterials zu bestimmen. Dieser Schritt braucht allerdings Zeit, daher ist das Gerät nicht ganz so schnell einsatzbereit.

Durch die runden Übergänge liegt die Sprühpistole angenehm in der Hand. Bei der Reinigung benötigst du allerdings eine Zange, um die Düse abzuschrauben und reinigen zu können. Mit einem Anschaffungspreis von circa 40 Euro (Stand Juli 2019) und 5,9 Punkten ist das Monzana Farbsprühsystem unser Preis-Leistungs-Sieger, was das Arbeiten mit Lack anbelangt. Für Dispersionsfarbe ist dieses Modell nicht geeignet.

Diese Farbsprühsysteme haben wir ebenfalls getestet

Insgesamt stellt sich vor allem die Frage, mit welchem Sprühmaterial du arbeiten möchtest. Willst du sowohl mit Dispersionsfarbe als auch mit Lacken und Lasuren sprühen, musst du etwas mehr Geld investieren. Alle Modelle werden mit verschiedenen Düsen oder Sprühaufsätzen geliefert. Ein deutlicher Unterschied bei der Vorbereitung und Handhabung zeigt sich bei der teilweise notwendigen Verdünnung des Sprühmaterials – und dementsprechend auch beim Farbauftrag.

Bosch PFS 2000: präzise aber langsam

Wie auch beim großen Bosch Farbsprühsystem ist beim „Bosch PFS 2000" die notwendige Verdünnung in Prozent angegeben. So lässt sich das Mischverhältnis leicht bestimmen und das Gerät ist schnell einsatzbereit. Durch den Tragegurt lastet ein Großteil des Gewichts von 2 Kilogramm auf den Schultern. Dadurch ist die Pistole angenehm leicht und durch den flexiblen Schlauch auch sehr agil. Aufgrund der Leistung von „nur“ 440 Watt, brauchst du hier etwas länger für große Flächen.

Der Sprühstrahl ist trotzdem präzise. Was auch hier deutlich fehlt ist das Reinigungszubehör. Ohne das lässt sich die enge Düsenöffnung schwer reinigen. Doch Bedienkomfort und Farbergebnis bringen ihm bei einem Anschaffungspreis von circa 76 Euro (Sand Juli 2019) 8,3 Punkte und machen den Bosch PFS 2000 damit zum zweiten Testsieger.

Wagner Farbsprühsystem W 690 FLEXiO – kein Verdünnen notwendig

Die Wagner Farbsprühgeräte sind dazu entwickelt, alle handelsüblichen Farben unverdünnt verarbeiten zu können. Toll an dem „Wagner W 690 FLEXiO" ist, dass zwei verschiedene Sprühaufsätze mitgeliefert werden. Der Behälter für die Dispersionsfarbe fasst stolze 1.800 Milliliter, während der für Lacke und Lasuren 800 Milliliter bietet. 

Die Farbsprühpistole ist durch einen 3,5 Meter langen Schlauch mit der Basiseinheit verbunden. Obwohl es im Test das lauteste Modell ist, überzeugt es mit dem besten Ergebnis. Mit dem Preis von circa 183 Euro (Stand Juli 2019) ist es auch das teuerste Gerät. Wir vergeben 8,2 Punkte für diese klasse Leistung. Was das Wagner W 690 FLEXiO Farbsprühsystem sonst noch so kann, erfährst du in unserem Einzeltest.

Wagner Farbsprühsystem W 590 FLEXiO mit praktischem Tragekoffer

Bei Wagner gilt wie gehabt: Eine Verdünnung der Farbe ist nicht notwendig. Daher bekommt der „Wagner W 590 FLEXiO" beim Kriterium Vorbereitungsaufwand die höchste Punktzahl. Auch hier gibt es zwei verschiedene Sprühaufsätze. Einmal für Dispersionsfarbe mit einem Behälter von 1.300 Milliliter und ein Aufsatz für Lacke beziehungsweise Lasuren, der Behälter fasst hier 800 Milliliter. Allerdings gibt es zu den jeweiligen Behältern keinen separaten Deckel. 

Mit 1,9 Kilogramm ist sie jedoch die schwerste Sprühpistole mit integriertem Kompressor. Dieses Gewicht merkt man beim Sprühen leider sehr schnell. Das Ergebnis sieht zu Beginn etwas fleckig aus, kann sich am Schluss aber gut sehen lassen. Das Modell kommt in einem Tragekoffer, der sich super zur Aufbewahrung eignet. Reinigungszubehör gibt es aber nicht. Mit dem Anschaffungspreis von circa 149 Euro (Stand Juli 2019) ist es eines der preisintensiveren Modelle und kommt in unserem Test auf 6,6 von 10 Punkten.

Einhell TC-SY 600 S: schwer und unhandlich

Der „Einhell TC-SY 600 S" ist mit einem externen Kompressor ausgestattet und hat mit 600 Watt eine deutlich bessere Leistung als der Bosch PFS 2000. Einhell empfiehlt, wie auch Monzana, die Viskosität der Farbe zu messen und verweist auf den mitgelieferten Messbecher und die dazugehörige Viskositätstabelle. Die Messung ist nicht sehr kompliziert, braucht aber Zeit und vor allem auch etwas Farbe. Die Verdünnung der Farbe führt dazu, dass du relativ wenig Farbe auf einmal auftragen kannst und dadurch für ein zufriedenstellendes Ergebnis auch länger brauchst.

Der Schultergurt ist von Vorteil, trotzdem ist das Gerät schwerer als der vergleichbare Bosch PFS 2000. Der Schlauch ist etwas störrisch und hängt mit einer Länge von 1,8 Metern oft im Weg. Grundsätzlich sind die Farbsprühpistolen von Einhell kantig, was schnell unangenehm an der Hand drücken kann. Irreführend finden wir die Herstellerangabe in der Betriebsanleitung, das Farbsprühgerät ausschließlich mit Schmierseife zu reinigen: Bei unserem Acryllack hat das absolut nicht funktioniert! Der Anschaffungspreis liegt bei circa 58 Euro (Stand Juli 2019). Im Gesamtergebnis erhält der Einhell TC-SY 600 S im Test 5,7 Punkte.

Leichtgewicht: Einhell TC-SY 400 P

Der „Einhell TC-SY 400 P" ist mit seinen 1,3 Kilogramm die leichteste Farbsprühpistole in unserem Test. Wie auch der Einhell TC-SY 600 S ist er ebenfalls nicht für Dispersionsfarbe geeignet. Bei diesem Modell musst du zunächst einmal die Viskosität der Farbe bestimmen. Durch den sehr stark verdünnten Acryllack gestaltet sich der Farbauftrag als schwierig, da sich schnell „Farbnasen“ bilden. Reduzierst du die Farbmenge an dem Rädchen beim Abzug, geht es besser. 

Der Einhell TC-SY 400 P glänzt vor allem durch sein angenehm leichtes Gewicht

Sowohl die Reinigungsbürste als auch die Reinigungsnadel sind bei der anschließenden Reinigung sehr nützlich. Insgesamt ist die Reinigung durch die verdünnte Farbe ohnehin schon einfacher. Das Gerät ist zwar mit 39 Euro (Stand Juli 2019) relativ preiswert, hat aber auch das ein oder andere Manko und erreicht in unserem Test insgesamt lediglich 5,5 Punkte.

Und so haben wir getestet

Zunächst haben wir alle Modelle ausgepackt und zusammengebaut. Das hat bei allen Modellen ruck, zuck geklappt. Danach haben wir uns intensiv mit den Betriebsanleitungen beschäftigt, um herauszufinden, was wir jeweils beachten müssen. Denn auch eine unkomplizierte Inbetriebnahme ist ein wichtiges Kriterium im Alltag. Hier fällt uns bei einigen Geräten die doch recht aufwendige Prüfung und Verdünnung der Farbe mittels Viskositätstest auf, die Zeit kostet. Da der Test im Freien auf einer Wiese stattfand, wurde das Gras mit einer Folie vor Farbe geschützt.

In der Anwendung      

Wie bereits erwähnt, haben wir alle Geräte mit dem gleichen Acryllack auf Holzlamellenläden getestet. Dort konnten wir gut erkennen, ob wir mit den Düsen präzise sprühen und auch schwer zugängliche Stellen gut erreichen können. Hier merken wir zum Beispiel bei den Einhell Geräten mit der stark verdünnten Farbe, dass bei größerem Farbdurchlauf an allen bearbeiteten Lamellen unschöne Farbnasen entstehen.
Zusätzlich haben wir auf die Lautstärke geachtet, die bei den meisten Geräten kaum stärker als die eines Staubsaugers ausfällt – aber eben nicht bei allen. Manche sind so unangenehm im Ton, dass hier die empfohlenen Ohrenstöpsel durchaus Sinn ergeben.

Bei der Reinigung

Da neben der Handhabung und dem schlussendlichen Ergebnis auch die Reinigung ein wichtiges Kriterium ist, haben wir auch diese in unsere Beurteilung mit aufgenommen und festgestellt: auch die Reinigung kann einige Zeit kosten und man tut gut daran, sich im Vorfeld damit vertraut zu machen. Denn zum Beispiel im Falle des Monzana Geräts braucht es eine kleine Zange zum Entfernen und säubern der Metalldüse. Bei anderen Geräten wie denen von Wagner ist kein Reinigungswerkzeug enthalten, da die Reinigung allein durch Versprühen von Lösungsmittel in ein Tuch erzielt werden soll.

Alte Klamotten oder Schutzkleidung sind beim Arbeiten mit einem Farbsprühsystem ebenso ratsam, wie ein Gehör- und Mundschutz

Diese Dinge solltest du vor der Entscheidung für ein Produkt dringend beachten

  • Farbart: Die Einhell Geräte und das Modell von Monzana eignen sich nicht für Dispersionsfarbe.
     
  • Einsatzzweck: Für zeitaufwendige und regelmäßige Arbeiten sind die Geräte mit externem Kompressor klar von Vorteil, da die Sprühpistolen leichter sind und mehr Power dahintersteckt.
     
  • Zubehör: Achte vor dem Kauf darauf, ob bei dem Farbsprühsystem Reinigungszubehör mitgeliefert wird. Falls nicht, kaufe es zusätzlich. Für eine ordentliche Reinigung kannst du nicht darauf verzichten.
     
  • Farbbehälter: Zusätzliche Farbbehälter sind eine tolle Sache, müssen bei den meisten Geräten aber extra gekauft werden. Allerdings sind oft Deckel für die Behälter dabei, um die Farbe (zum Beispiel über Nacht) vor dem Austrocknen zu schützen.

    Tipp: Entscheidest du dich für ein Modell, bei dem eine Viskositätsmessung notwendig ist, miss genau mit wie vielen Millilitern du die Farbe verdünnst. Das kannst du später prozentual umrechnen. So sparst du dir beim nächsten Mal Zeit und vor allem Farbe, die durch die Messung verloren geht.

Wichtige Fragen rund um das „Farbsprühen“

Co-Autorin: Lisa Giese