Wir haben einen Farbsprühsystem Test mit sieben Sprühpistolen durchgeführt. Den Testsieg hat der Bosch „PFS 5000E“ geholt. Er kommt zwar auf den ersten Blick etwas wuchtig mit der kompakten Basisstation daher, in ihm steckt dafür ein extrem leistungsstarker Kompressor mit 1200 Watt. Dank einer Vorrichtung dafür lässt sich der Schlauch um die Station wickeln. An- und ausgeschaltet wird das Gerät wie bei einem Staubsauger per Fußdruck an der Basisstation. Staubsaugerähnlich war auch der Geräuschpegel – in unseren Ohren kein Grund Gehörschutz zu tragen.

ÜbersichtVor- und Nachteile des Bosch PFS 5000E

Das Bosch PFS 5000 E Farbsprühsystem in der Gesamtansicht
Das Bosch PFS 5000 E Farbsprühsystem in der Gesamtansicht

+ Ein-/Ausschalttaste mit dem Fuß regelbar
+ präziser, regelbarer Sprühstrahl
+ für alle Sprühmaterialien geeignet
+ mitgelieferter Deckel für Farbbehälter

- wenig Reinigungsmaterial

Punktet bei der Bedienung

Insgesamt überzeugt uns das Bosch Farbsprühsystem PFS 5000 E im Test mit seiner einfachen Bedienung – wozu auch die gut verständliche Betriebsanleitung beiträgt. Des Weiteren bietet es eine handliche Sprühpistole und einen angenehm flexiblen Schlauch, der einem mit 4 Metern Länge große Bewegungsfreiheit lässt. Die Lacke kannst du pur oder leicht verdünnt verwenden. Der Farbauftrag ist schnell deckend und lässt sich präzise platzieren. Alles Pluspunkte, die den Preis von circa 148 Euro (Stand Juli 2019) durchaus rechtfertigen. Von uns erhält das Modell 9,1 von 10 Punkten und ist somit unser Testsieger.

Praktisch: Der Bosch PFS 5000 E lässt sich per Fußschalter an- und ausschalten

Das Farbsprühsystem mit Arbeitsspaß-Faktor

Dank der extrem leichten Sprühpistole und der Einstellmöglichkeiten macht das Arbeiten nicht nur großen Spaß. Auch das Ergebnis gerät schnell und überzeugt auf großen Flächen ebenso wie in kleinen Ritzen. Die Sprühpistole ermöglicht dir einen sehr präzisen horizontal oder vertikal ausgerichteten Strahl. Da du die Basisstation mit Kompressor per Fußknopf bedienen kannst, hast du stets beide Hände zum Arbeiten frei und verschmierst das Gerät nicht unnötig. Wir haben das Farbsprühsystem einfach unter die Folie gesteckt, denn der lange Schlauch lässt beim Arbeiten genügend Bewegungsspielraum. Die Angaben über die Einstellungen erweisen sich als stimmig, auch wenn wir die Power mit zunehmender Erfahrung etwas nach oben geregelt haben, um noch schneller voranzukommen.

Hier hat jemand mitgedacht

Besonders gut gefällt uns, dass es mitgelieferte Deckel für die Farbbehälter gibt, sodass du jederzeit eine Pause von ein paar Tagen einlegen kannst, ohne die Lacke aufwendig zurückfüllen zu müssen. Da die Farbe zu Beginn der Arbeit durch ein Sieb in die Behälter gefüllt wird, scheint allein dadurch die Viskosität erhöht. Arbeitest du mit Dispersionsfarbe, filtert das Sieb zudem eventuelle Farbbröckchen, die vom Deckelrand in den Eimer rieseln können, heraus.

Ruck, zuck einsatzbereit

Die nötige Verdünnung erreichst du durch prozentual angegebene Wasserzugabe recht schnell. Das dauert im Vorfeld nicht sehr lange. Das ist bei manch anderem Farbsprühsystem wesentlich aufwendiger und killt bei einigen Modellen schon im Vorfeld die Lust am Arbeiten.

Je nach zu verarbeitendem Sprühmaterial wählst du vor Inbetriebnahme die entsprechende Düse, die wie die Reinigungsbürste direkt an der Basisstation unter einer kleinen Klappe übersichtlich aufbewahrt wird. Dann heißt es eigentlich nur noch, Grundeinstellungen an der Basis und Ausrichtung des Sprühstrahls sowie Dosierung an der Pistole checken – und los geht’s!

Fazit: Vom Laien zum Profi

Dank dem extrem leichten Handling eignet sich das Bosch Farbsprühsystem PFS 5000 E auch gut für längeres Arbeiten und macht Laien dank der leicht verständlichen Bedienungsanleitung und der übersichtlich gestalteten Einstellungen am Gerät schnell zu Profis. Beruhigend ist, dass der Farbauftrag gleichmäßig gerät und du dadurch in kurzer Zeit große Flächen bearbeiten kannst. Laut Herstellerangaben bis zu drei Quadratmeter in einer Minute. Auch wenn es nicht zwingend erforderlich ist, haben wir den Acryllack circa 5-prozentig verdünnt und sind mit dem Lackergebnis sehr zufrieden.

Was die Reinigung anbelangt, da vermissen wir mehr Zubehör, da die eine, sehr dünne Reinigungsbürste zwar für den Durchgang der Düse selbst hilfreich, aber für das Umfeld viel zu klein ist. Daher einfach noch weitere Reinigungsbürsten bereithalten, mit denen die Reinigung dann rasch vonstatten geht. Achtung: Der Bosch Schriftzug erweist sich in unserem Fall nicht als nitroverdünnungsecht, sodass er bei der Säuberung ebenfalls weicht.

Fast auf Augenhöhe: Wagner Farbsprühsystem W 690 FLEXiO und Bosch PFS 2000

Ähnlich gut können wir mit dem Wagner W690 FLEXiO arbeiten, der aber rund 30 Euro (Stand Juli 2019) teurer und vor allem unangenehm laut ist. Leider wird kein Deckel für den Farbbehälter und keinerlei Reinigungsmaterial mitgeliefert. Dafür aber ein Einfülltrichter und ein Übungsposter zum Probespritzen.

Auch das Bosch PFS 2000 Farbsprühsystem erzielt bei angenehmer Handhabung gute Ergebnisse zu einem sehr vertretbaren Preis. Allerdings braucht es für einen gleichmäßig deckenden Farbauftrag deutlich länger als die leistungsstärkeren Modelle.