Farbe leicht entfernt – Heißluftgebläse Test mit 7 beliebten Modellen

Wenn du davon überzeugt bist, deine Werkstatt lieber mit einer Heißluftpistole statt einem Föhn auszurüsten, dann lohnt es sich, jetzt weiterzulesen. Denn wir untersuchen für dich sieben der beliebtesten Modelle. Dabei kommt es darauf an sowohl die Unterschiede im technischen Vergleich als auch in der Ausstattung und dem verfügbaren Zubehör herauszuarbeiten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Ausstattung der Testkandidaten nur geringfügig. Jede Heißluftpistole hat vorne im Gehäuse eine Düse, wo sie die warme bis heiße Luft herausbläst. Um sie herum bewahrt dich ein Hitzeschutz davor, dir die Hände zu verbrennen. Bei einigen Geräten gibt es oben am Gehäuse einen Temperaturregler. Im Handgriff sind bei allen Heißluftpistolen An- und Ausschalter für Gebläse und Heizung untergebracht. Einige Geräte können die Heizung stufenweise hochfahren, bei anderen geschieht dies stufenlos. Mit Zubehör sind die Testgeräte höchst unterschiedlich ausgestattet. Während die „Steinel HL1920E“ ohne jegliches Zubehör kommt, bieten die Modelle von Black+Decker, Einhell und Stanley schon fast eine Vollausstattung.

Wir testen sieben beliebte Heißluftpistolen für dich

In diesen Kategorien testen wir die Heißluftgebläse

  • Qualität: Beim Gehäuse und den Griffen spielt die Qualität von Material und Verarbeitung eine wichtige Rolle. Wir bewerten auch den Hitzeschutz und die Materialauswahl sowie die Verarbeitung des Zubehörs.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: In dieser Kategorie checken wir, wie exakt die  Temperatureinstellung ist. Wichtig sind das Gewicht und die Aufbewahrung des Zubehörs.
  • Ergonomie: Hier begutachten wir, wie die Griffe in der Hand liegen und wie einfach du die Schalter erreichen kannst. Außerdem beurteilen wir, wie gut sich die Heißluftpistole abstellen lässt.
  • Praktischer Einsatz: Wenn alle anderen Punkte geklärt sind, setzen wir die Pistolen in der Praxis ein. Wir testen schwerpunktmäßig das Ablösen von alter Farbe auf Klappläden und das Verformen von Kunststoffen.

Stanley FME670K – Der Testsieger

In allen Kategorien zeigt die Stanley Heißluftpistole FME670K keine erkennbaren Schwächen. Nur das Gewicht ist uns etwas zu hoch. Selbst bei der Aufbewahrung und der Vielzahl der Zubehörteile bleiben kaum Wünsche offen. Eine Öse an der Kabeleinführung erlaubt es dir, das warme Gerät nach Gebrauch zum Abkühlen sicher aufzuhängen. Und im Koffer kannst du den Heißlufterzeuger inklusive des Zubehörs sauber und ordentlich verstauen. 

Das Modell Stanley FME670K ist eine robuste Heißluftpistole für den Dauereinsatz. Der starke Motor mit 2.000 Watt hat eine Temperaturbandbreite von 65 bis 650 Grad. Über einen kleinen Regler am Gehäuse kannst du sie stufenlos einstellen. Dabei sorgt eine Abschaltautomatik für die notwendige Sicherheit.

Der Griff der Stanley Heißluftpistole ist komplett mit einem griffsympathischen Kunststoff ummantelt. Der Überzug setzt sich auch auf der Rückseite des Gehäuses fort und gibt dem Gerät rutschfeste Standsicherheit bei freihändiger Bedienung. Das Zubehör im Lieferumfang ist sehr reichhaltig und dem Preis angemessen. Dazu zählen etwa Schleifschuh, Reduktionsdüse, Reflektordüse, Glasschutzdüse, Flächendüse sowie eine 50 Millimeter Flachziehklinge, ein mehrseitiger Abstreifer und ein Dreikantschaber.

Fazit: Die Stanley ist eine Heißluftpistole für höchste Ansprüche. Bei der Leistung des Motors und der Heizung wirst du nicht enttäuscht, genauso wenig wie beim üppigen Zubehör.

Einhell TE-HA 2000 E – Der Preis- Leistungs-Sieger

Wie so oft schlägt sich ein Einhell Gerät aufgrund seines Preises in Verbindung mit einer guten Performance redlich. Die Einhell Heißluftpistole „TE-HA 2000 E“ rangiert in den vier Testkategorien ganz weit vorne. Selbst das für uns so wichtige Testkriterium Temperatureinstellung meistert sie hervorragend.

Im Praxistest zeigt sich die Einhell Heißluftpistole als ein angenehmes und leistungsstarkes Gerät. Etwa beim Ablösen alter Lacke oder Verformen von Kunststoffrohren erweist sich das Heißluftgebläse als unentbehrlicher Helfer bei allen Heimwerkerarbeiten. Die neun-stufige Temperatureinstellung regelst du über ein großes Stellrad. Dabei ist die aktuelle Einstellung über rote LEDs deutlich zu erkennen. Die dreistufige Steuerung der Luftmenge erlaubt eine präzise Abstimmung auf die jeweilige Aufgabe.

Für die maximale Arbeitssicherheit verfügt dieses Gerät über eine große Abstellfläche für einen sicheren Stand im stationären Betrieb. Im Transportkoffer findest du eine Breitstrahldüse, eine Reflektordüse, eine Abstrahldüse sowie eine Reduzierdüse für die verschiedensten Arbeiten.

Fazit: Bei der Einhell Heißluftpistole überzeugt nicht nur der Preis. Auch die Leistung und besonders die Temperaturanzeige steht manch teurerem Modell in nichts nach. 

Alle weiteren Modelle im Heißluftgebläse Test

In diesem Test überprüfen wir fünf weitere Heißluftpistolen – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Aber nicht mit schlechten. Denn der Unterschied zwischen dem Testsieger Stanley FME670K und der siebtplatzierten Heißluftpistole Steinel HL1920E ist gering. Den letzten Platz hat sich die Steinel Pistole aber vor allem durch ihre Minimalausstattung bei ähnlichem Preis zur Konkurrenz zuzuschreiben. In puncto Leistung enttäuscht keine der getesteten Modelle. Wenn du also Fan von Bosch oder Makita bist, machst du bestimmt nichts falsch.

Die Digitale: DeWalt 26411 Heißluftpistole

Das muss gleich zu Anfang gesagt werden: Keine der Testmaschinen zeigt die Temperatur so exakt an wie die „DeWalt Heißluftpistole 26411“. Auf 10 Grad genau kannst du dich zwischen 50 und 600 Grad rauf oder runter bewegen. Du stellst die Wunschtemperatur per Pfeiltaste ein und die Maschine führt sie gradgenau aus. 

Das robuste Gerät ist mit einem Überlastschutz ausgestattet, der ihm eine hohe Lebensdauer ermöglichen soll. Griff und Gehäuse liegen gut in der Hand und die zwei Gebläsestufen sowie die Temperatureinstellung lassen sich hervorragend mit Daumen und Zeigefinger bedienen. Durch die sichere und standfeste Stellfläche ist die DeWalt 26411 auch im stationären Betrieb einsetzbar. Das ist vorteilhaft, wenn du zum Beispiel Rohre biegen oder Kabel mit einem Schrumpfschlauch isolieren willst. 

Den Wärmeschutz kannst du für Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen abnehmen. Die Ausstattung finden wir sehr mager. Die DeWalt 26411 hat keinen Koffer und nur eine Flächendüse (50 Millimeter Breite) und eine Reduzierdüse (20 Millimeter Durchmesser) im Lieferumfang.

Die Leichte: Makita HG5030K

Die „Makita HG5030K“ ist mit 570 Gramm eine besonders leichte Heißluftpistole. Die Temperatur ist in zwei Stufen einstellbar. Die Makita erreicht in der ersten Stufe 350 Grad und in der zweiten 500 Grad. Ob die beliebte Marke auch beim Heißluftgebläse überzeugen kann, verraten wir dir im detaillierten Einzeltest zur Makita Heißluftpistole.

Vielseitig: Bosch Universal Heat 600

Das „Bosch Universal Heat 600“ Mehrzweck-Heißluftgebläse ist mit drei Temperatureinstellungen und abnehmbarem Wärmeschutz für den Einsatz in zahlreichen Anwendungsbereichen geeignet. Was bei diesem Modell sonst noch wichtig ist, erklären wir dir im ausführlichen Testbericht zur Bosch Heißluftpistole.

Viel Zubehör: Black+Decker KX1693

Wenn du keinen großen Wert auf eine stufenlose Einstellung der Temperatur legst, bist du mit der „Black+Decker KX1693“ gut bedient. Der Temperaturbereich reicht von 140 bis 560 Grad Celsius. Für kleines Geld erhält du eine vielfältige Sammlung von unterschiedlichen Düsen die sicher im Transportkoffer verstaut sind.  Dazu gehört die sogenannte Black+Decker Düse, mit der du alte Farbe direkt beseitigen kannst. Sie hat einen festen Schaber, der sich für die einhändige Nutzung eignet. Ergänzt wird sie durch eine Schlitz- oder Flächendüse, eine Glasschutzdüse, eine Reflektordüse, eine Spitz- oder Reduzierdüse und einem Handschaber mit verschiedenen Seitenradien. 

An der Black+Decker Heißluftpistole gefällt uns besonders der verstellbare Griff, mit dem du das Gerät bei bestimmten Einsätzen verlängern kannst. Von Nachteil ist, dass du das Gerät dadurch über den kleinen Metallbügel nicht im rechten Winkel aufstellen kannst. Der Luftstrom wird also immer im 45°-Winkel zur Seite geblasen

Dürftige Ausstattung: Steinel HL1920E

Das die „Steinel HL1920E“ Heißluftpistole nur den siebten Platz belegt, liegt eindeutig nicht an ihrer Qualität, der Funktionalität oder dem Bedienkomfort. In diesen Punkten zeigt sie eine durchweg gute Leistung. Schuld daran ist einzig die für den Preis dürftige Ausstattung. Dabei hat Steinel eigentlich eine Riesenmenge an Zubehörteilen zu bieten. Das Angebot reicht optional vom Schrumpfschlauchset über einen Schweißschuh bis hin zum Temperaturscanner. Die kosten allerdings alle extra, sodass du den schon recht hohen Grundpreis bequem verdreifachen kannst. 

Die Skala der Temperatur der Steinel Heißluftpistole reicht von 80 bis 600 Grad. Sie lässt sich bequem stufenlos über ein großes Drehrad an der Rückseite des Gerätes  elektronisch regeln. Über den Netzschalter vorne am Griff kannst du den Luftstrom in zwei Stufen einstellen. Nachdem wir uns von anderen Geräten im Test Düsen ausgeliehen haben, zeigt es sich, dass du gut mit der Steinel HL1920E arbeiten kannst. Wenn das Gerät so langlebig ist, wie es der Hersteller verspricht, lohnt sich die Anschaffung des zusätzlichen Zubehörs, vor allem, wenn du viel mit einer Heißluftpistole arbeitest.

So haben wir getestet

Zunächst haben wir uns die technischen Merkmale der Heißluftgebläse im Vergleich angesehen. Dazu gehören die Leistungsaufnahme in Watt, das Gewicht und vor allem die Temperaturbereiche. Die Heißluftgebläse im Test erreichen Temperaturen von 50 bis 650 Grad CelsiusWichtig ist natürlich, wie du die Temperatur einstellen kannst, ob durch einzelne Schalterpositionen oder stufenlos. Wir prüfen auch, wie du erkennen kannst, welche Temperatur gerade exakt eingestellt ist. Wir fragen ab, ob es einen Hitzeschutz für die Hand gibt. Weiterhin haben wir uns das beigefügte Zubehör angesehen. Aber nicht nur das vorhandene, sondern auch das optional verfügbare. Denn vielleicht möchtest du dir das eine oder andere zusätzliche Detail erst später zulegen.

Das Entfernen von Farbe an alten Klappläden gelingt dir mit einer guten Heißluftpistole im Handumdrehen

In den Bewertungskriterien schauen wir uns erst einmal die Qualität der Materialien und der Verarbeitung an. Im praktischen Einsatz testen wir den Bedienkomfort und die Funktionalität. Dabei achten wir auf die Vielseitigkeit der Einstellungen, das Gewicht und die Sicherheit. Für freihändige Arbeiten ist ein senkrechter, sicherer Stand notwendig. Für die ergonomischen Kriterien untersuchen wir bei den Griffen, ob sie gut in der Hand liegen, nicht rutschen und die Schalter richtig positioniert sind. Bleibt noch der praktische Teil, in dem wir das Entfernen von Farbe an alten Klappläden und das Verformen von Kunststoffrohren ausprobiert haben. 

So findest du die beste Heißluftpistole für dich

Bei der Suche nach einer Heißluftpistole, solltest du genau hinschauen, was du für dein Geld bekommst. Eine Grundausstattung an Düsen ist auf alle Fälle ein Muss. Wir empfehlen dir eine Schlitz- oder Flächendüse und eine Glasschutzdüse, wenn du die Fenster dicht an den Scheiben von der Farbe befreien möchtest. Vorteilhaft ist eine Reflektordüse, um Rohre oder Schrumpfschläuche ringsherum gleichmäßig zu erwärmen. Die Spitz- oder Reduzierdüse gibt dir die Möglichkeit, auch fremde Aufsätze einzusetzen oder den Wärmestrahl zu zentrieren. Zur Ausstattung sollte auch ein Handschaber gehören, mit dem du erwärmte Farbflächen vom Holz schaben kannst. Beim Zubehör tut sich vor allem unser Testsieger von Stanley hervor. Hier ist alles Wichtige bereits im Lieferumfang enthalten. Auch beim Gerät von Black+Decker ist das Zubehör üppig.

Praktisch ist auch ein Koffer für die Aufbewahrung aller Teile, der fehlt uns beispielsweise beim Testkandidaten von DeWalt. Für die Einstellung der Temperatur empfehlen wir die stufenlose Methode, so wie bei den Modellen von Stanley, Einhell, DeWalt und Steinel. Je gradgenauer du die Temperatur auswählen kannst, desto besser. Hier tut sich wieder unser Testsieger Stanley besonders hervor, bei dem du die Temperatur auf 10 Grad genau regeln kannst.

Wichtige Fragen zur Heißluftpistole