11 Internetradios im Hörtest – Klangwunder oder Blechbüchse?

Radiohören könnte so schön sein. Stell dir vor, es läuft nur deine Lieblingsmusik, du bekommst die Nachrichten ausgespielt, die dich interessieren und das alles ganz ohne Werbung und vor allem ohne Radiomoderatoren, die einfach nicht witzig sind. Mit einem Internetradio kannst du dir den Radiosender aus dem Netz angeln, der genau deinem Geschmack entspricht. Egal ob Rock, Klassik oder Schlager. Steuern lassen sich die kompakten Geräte via App mit deinem Smartphone. Und im Idealfall bieten sie dir sogar eine Schnittstelle zu deinem Spotify oder Amazon Music Account. Preislich bewegen sich die von uns getesteten Internetradios zwischen 105 und 750 Euro*.

Abgehört: Wir testen 11 beliebte Internetradios auf Verarbeitung, Qualität, Bedienkomfort und natürlich ihren Klang

In diesen Kategorien testen wir

  • Verarbeitung & Material: Sicher, der Klang ist mit das Wichtigste an einem Radio. Aber das Internetradio sollte auch nicht beim ersten Windstoß auseinanderfallen. Wir begutachten, ob GehäuseDisplay und Bedientasten hochwertig und robust gefertigt sind. Auch das Design berücksichtigen wir.
     
  • Bedienkomfort: Ein Internetradio sollte möglichst intuitiv zu bedienen sein. Wie leicht lässt sich das Gerät mit dem Internet verbinden und wie schnell klappt die Einrichtung? Sehr komfortabel ist die Steuerung mit dem Smartphone via App
     
  • Klangqualität: Schließlich die Königsdisziplin. Wie klingt das Radio? Ist der Sound raumgreifend und voll oder eher flach und scheppernd?

Volltönender Testsieger: Teufel Radio 3sixty

Das kleine „Teufel 3sixty“ Internetradio sieht mit seiner Retro-Optik nicht nur toll aus, es haut dir auch einen ausgezeichneten Sound um die Ohren. Dank guter Konnektivität und stabiler WLAN-Verbindung funktioniert das schwarze Teufelchen auch bestens als Radiowecker. Aber selbst der sehr gute Testsieger hat einen Schwachpunkt. Welchen liest du neben allen anderen Infos im Teufel 3sixty Einzeltest.

Kompakter Preis-Leistungs-Sieger: Grundig DTR 6000

Das kompakte „Grundig DTR 6000 All-in-One Internetradio“ überrascht mit gutem Sound. Die kleine Musikbox beschallt den Raum mit drei leistungsstarken Lautsprechern. Hätten wir ihr bei der Größe gar nicht zugetraut. Auch wenn HiFi-Connaisseurs da deutlich Luft nach oben sehen werden. Das Einwählen ins WLAN klappt hier so schnell wie bei keinem anderen Gerät und ist zudem stabil. Auch in unserer Altbauwohnung mit zwei Mauern zwischen Empfangsgerät und Router. Selbst im Standby-Betrieb hält das Gerät die Verknüpfung, sodass du dich auch von deinem Lieblings-Internet-Radiosender wecken lassen kannst. Schön auch, dass dann die Mucke nicht von Null auf Hundert aus dem Boxen röhrt, sondern bis zur eingestellten Lautstärke nach und nach lauter wird. Da sammelt das Grundig Internetradio Punkte.

Mit seinem eleganten weißen Design hebt es sich vom überwiegenden Schwarz der Testkonkurrenz ab. Das reduzierte Steuerpanel an der Gerätefront wirkt elegant und aufgeräumt. Mit einem Steuerrad suchst du nach Sendern und regelst die Laustärke. Je drei Tasten links und rechts vom Steuerrad ermöglichen eine intuitive Bedienung. Ein kleiner Schwachpunkt ist das Display. Da kannst du drei Helligkeiten einstellen (Hell, Mittel, Dunkel). Stehst du etwas seitlich vom Radio ist nicht mehr ablesbar, was auf dem Display steht. Das Einrichtungsmenü ist mit den anderen Internetradios im Test deckungsgleich. Sowohl in Sachen Optik als auch in Sachen Menüführung. Das Grundig All-in-One kommt zudem mit einer kleinen Fernbedienung.

Überzeugender Klang und gute Konnektivität

Neben der Internetradiofunktion bietet das DTR 6000 außerdem eine Schnittstelle zu Spotify. Auch die Kopplung zwischen Smartphone und Grundig Gerät ist stabil und störungsfrei. Natürlich kannst du das Radio auch mit deinem Smartphone, Tablet oder Computer via Bluetooth verbinden. Drittanbieter-Apps erkennen das Grundig ohne Weiteres. Ebenfalls unterstützt wird die Wiedergabe von einem USB-Stick oder einem MP3-Player. Weitere Funktionen sind der UKW-Modus sowie der digitale DAB+-Modus. Letzterer ist klanglich selbstredend deutlich besser als der UKW-Modus. Da hören wir keinen Unterschied zu unserer guten Internetverbindung. Im UKW-Modus überzeugt das Grundig klanglich nicht wirklich. Da verwerten einige Testkonkurrenten das Radiosignal am gleichen Standort deutlich besser.

Fazit: Das Grundig DTR 6000 All-in-One ist kein Schnäppchen. Allerdings ist die Verarbeitung hochklassig und das Design sehr schick. Klanglich gehört das Grundig zu den besseren Modellen im Test.

Wenn Geld keine Rolle spielt: Unser Luxus-Sieger ist das Roberts Radio Stream 67

Junge, Junge! Nicht kleckern – klotzen! Aber richtig! Roberts Radio hat mit dem „Stream 67“ den Ferrari unter den Internetradios auf den Markt geworfen. Das schicke Radio sieht umwerfend aus: Holzgehäuse, elegantes LCD-Display und ein Kontrollpanel aus Aluminium auf der Oberseite. Ausgestattet ist das Stream 67 neben der obligatorischen Radioantenne zudem mit einer Antenne für den WLAN-Empfang. In Sachen Anschlussbuchsen bleiben kaum Wünsche offen. Auf der Rückseite kannst du neben Netzwerkkabel auch einen USB-Datenträger sowie ein externes Audiogerät über Klinke und deine Kopfhörer anschließen.

Die Anmeldung geht beim teuren Roberts Flaggschiff fix über die Bühne. Das Einrichten der Internetradiosender folgt demselben Muster wie bei den anderen Testradios. Der ausgewählte Internetsender ist sehr schnell geladen – und WAM. Das Radio sieht nicht nur umwerfend aus, sein Sound haut uns auch beinahe aus den Latschen. Ein solches Klangerlebnis haben wir bei dem kompakten Radio dann doch nicht erwartet. Der Klang beeindruckt mit tiefen Bässen, weichen Höhen und glasklar getrenntem Gesang. Da stellt das Roberts Radio Stream 67 aber auch wirklich alle Testkonkurrenten in den Schatten. Selbst das Teufel Internetradio wird da nur blass.

Der Ton bei DAB+ und Internetempfang klingt sehr klar. Leises Knacken oder ähnliche Störungen zwischen den Tracks hören wir im Test nicht. Etwas langsam ist die Software. Da kommt es immer mal wieder zu Zeitverzögerungen. Das ist einer der beiden kleinen Schwachpunkte, die wir am Stream 67 ausmachen. Ein weiteres kleines Manko ist das eigentlich gute Display. Das lässt sich in nur drei Stufen dimmen. Dabei ist die dunkelste Stufe jedoch immer noch zu hell fürs Schlafzimmer. Du kannst den kleinen Bildschirm aber auch ganz ausschalten. Dann leistet dir das Roberts sehr gute Dienste als Wecker. 

Musikgenuss par exellence 

Die robuste Fernbedienung ist erfreulich hochwertig. Wir nutzen zur Steuerung des Stream 67 allerdings eine kostenfreie Smartphone App auf unserem Smartphone. Das klappt hervorragend! Bist du stolzer Besitzer einer umfangreichen CD-Sammlung, kannst du dich über den integrierten CD-Player freuen. Auch hier wird der Sound toll umgesetzt. Sehr gut gefallen uns die zahlreichen Schnittstellen zu diversen Musik-Streaming-Diensten. Du kannst das Radio direkt mit Spotify, Amazon Music, Deezer und Tidal koppeln. Das ist äußerst komfortabel. Im Gegensatz zur Produktbeschreibung klappt die Verbindung mit Spotify auch mit einem kostenfreien Account. Das Klangwunder im Test ist gleichzeitig auch eines der größten Geräte. Da es mit seinem eleganten Holzgehäuse aber optisch einiges her macht, stört uns das nicht wirklich.

Fazit: Das Roberts Stream 67 macht richtig Spaß. Der Klang ist für ein Gerät der Kompaktklasse herausragend. Die Verknüpfung mit Streamingdiensten wie Spotify oder Amazon Music gelingt vorbildlich. Kleine Schwachpunkte sind das recht helle Display und die bisweilen lahme Software. Für üppige 750 Euro* bekommst du ein Radio, das sich fantastisch anhört und wunderschön aussieht.  

Jetzt gibt’s auf die Ohren: Diese Internetradios haben wir ebenfalls getestet

Nach diesen drei Modellen haben wir natürlich noch lange nicht Schluss gemacht, sondern weiter getestet. So haben die übrigen neun Modelle im Internetradio Test abgeschnitten. Hört, hört!

Das Rundum-Sorglos-Paket: Hama Internetradio mit CD-Player

Das „Hama Internetradio DIR3505MSCBT“ schrammt um Haaresbreite am Testsieg vorbei. Die Funktionsvielfalt des wuchtigen Radios mit integriertem CD-Player ist vorbildlich. Vor allem bei der Konnektivität punktet das Hama Radio. Warum es nicht ganz zum ersten Platz gereicht hat, erfährst du im Einzeltest.

Hochwertiger Klang bei hohem Preis: Roberts Radio Stream 94i

Das „Roberts Radio Stream 94i“ ist ein schicker Zwerg im Kofferradio-Retro-Design. Die Verarbeitung ist erstklassig, denn das Holzgehäuse macht echt etwas her. Und auch den Klang finden wir für das kleine Radio außerordentlich gut. Das Stream 94i haut dir satten Stereo Sound um die Ohren. Für fast 290 Euro* allerdings in unseren Augen auch ein Muss. Anpassen kannst du den tollen Klang nach deinem Geschmack mit einigen Presets via Equalizer. Für nicht allzu große Räume reicht das Gerät allemal. Zudem ist der Multifunktions-Zwerg ein echter Alleskönner: Internetradio, DAB+, UKW, USB-Port, LAN-Anschluss, Klinken-Buchse, Line Out und für Kopfhörer. Schade, dass es Spotify nur für Premium User unterstützt.

Die Konnektivität zum WLAN klappt schnell und unkompliziert. Zwar wird eine Fernbedienung mitgeliefert und auch das Kontrollpanel an der Gerätefront ist sehr gut zu bedienen, aber wir verwenden zur Steuerung des Stream 94i eine kostenfreie App auf dem Smartphone. Ganze 40 Internetradiosender lassen sich in einer Favoritenliste speichern. Hinzu kommen 40 Plätze für DAB+ Sender und 40 Plätze für UKW-Sender. So kommt Roberts auf die Angabe mit 120 möglichen Presets. Die Weckfunktion lässt uns im Test nicht im Stich. Das Roberts wirft uns pünktlich aus den Federn. Der charakteristische Koffergriff an der Oberseite des Radios ist nicht nur ein nettes Gimmick. Ein schneller Standortwechsel ist mit dem robusten Henkel kein Problem. In Sachen Mobilität hast du zudem die Option, das Stream 94i mit dem separat erhältlichen Akkupack von Roberts aufzurüsten. Dann kannst du dein neues Kofferradio auch mit auf Reisen nehmen. Der Akkupack kostet dich allerdings 60 Euro*.

Fazit: Fast 290 Euro* für das kleine Roberts Stream 94i sind ein Wort. Der Klang ist für das kleine Internetradio sehr gut. Gleiches gilt für die sehr große Funktionsvielfalt. Wenn du ein super kompaktes Klangwunder suchst, das du auch ganz schnell mal irgendwohin mitnehmen kannst, ist das Stream 94i etwas für dich.

Solide und zuverlässig: Medion P85111

Das „Medion P85111“ gehört zu den kompaktesten Geräten im Testfeld. Die Klangqualität ist für ein so kleines Internetradio gut. Für Räume von geringer Größe ist es sehr gut geeignet. Auch bei hoher Lautstärke scheppert nichts, Bässe und Höhen sind knackig und präzise. Sehr schön, das gibt Punkte. Die Einrichtung des Geräts bekommst du problemlos ohne Handbuchstudium hin. Die Kopplung mit dem WLAN steht innerhalb weniger Sekunden. Internetradiosender lädt das Medion ebenfalls ruck, zuck. Sehr komfortabel sind die 40 Speicherplätze für deine Lieblingssender. Da bieten die meisten Konkurrenten im Test deutlich weniger. Als Musikquellen hast du neben dem Internetradio außerdem Spotify Connect für Premium-Kunden, DAB+ und UKW zur Verfügung. Mit deinem Heimnetzwerk kannst du das Medion ebenfalls koppeln und externe Geräte über Klinke verbinden.

Die Bedienung ist ziemlich intuitiv. Wir finden lediglich die Beschriftung der Tasten an der Front des Radios etwas schwer zu lesen. Zudem hadern wir bei der Eingabe sehr mit der kleinen Fernbedienung. Die Tasten reagieren stark zeitversetzt. Das Ding legen wir schnell wieder weg und steuern das Medion nur noch mit einer App auf dem Smartphone. Das klappt sehr gut. Das Medion P85111 ist gut verarbeitet. Praktisch: die USB-Buchse und die Buchse für den Kopfhörer sind vorne am Gerät. Da hat jemand mitgedacht! Das Abspielen über USB klappt soweit, allerdings lässt sich das Medion Zeit beim Lesen des Datenträgers. 

Reduziertes design mit durchschnittlichem Display

Ansonsten ist das Kontrollpanel an der Vorderseite sehr reduziert. Den Wecker musst du im Hauptmenü anwählen und dort einstellen – das ist etwas umständlich. Hast du das ein, zwei Mal gemacht, geht es in Fleisch und Blut über. Im Standby-Betrieb hält das Medion die Verbindung zum Netz und weckt dich auch mit einem Internetsender zuverlässig. Das Display ist durchschnittlich, die Lesbarkeit in Ordnung. Von der Seite ist es wegen der spiegelnden Oberfläche bisweilen etwas schwierig, die Senderinformationen zu lesen. Die Symbole für die Alarmfunktion und die Konnektivität am unteren Rand erinnern – wie die gesamte Menüführung – frappierend an das Hama.

Fazit: Das Medion P85111 liefert für seine Größe und seinen Preis einen ordentlichen Klang. Ein Klangwunder für dein Wohnzimmer ist es allerdings nicht. Will es aber auch gar nicht sein. Die Funktionsvielfalt gefällt uns sehr gut und die Konnektivität ist in unserem Test stabil. Auch die Weckfunktion klappt bei uns über mehrere Tage zuverlässig.

Stylisch aber mit Abstrichen: Auna Silver Star Internetradio

Das „Auna Silver Star Radio“ ist eigentlich gut verarbeitet. Das Bedienpanel an der Front in elegantem Aluminium wirkt hochwertig und schick. Die Haptik und die Druckpunkte der Tasten sind sehr gut. Wir hadern allerdings etwas mit den Kanten des in Holzoptik gefassten Gehäuses: Die sind rau und nicht sauber verarbeitet. Ein kleines Manko des sonst recht stylischen Radios.

Die Einrichtung des Internetradios klappt soweit problemlos. Allerdings ist die Eingabe des WLAN Passworts via Fernbedienung ziemlich mühsam und geht bei weitem nicht so leicht von der Hand wie bei anderen Geräten im Test. Der Klang des Auna ist eigentlich ganz gut, löst aber keine Begeisterungsstürme aus. Im DAB-Mode und beim Abspielen der Internetradiosender ist der Empfang in unserem Test klar. Je nach deinem Geschmack kannst du via Equalizer ein Klangmuster wie etwa Jazz, Classic oder Rock einstellen. Apropos Einstellen: Die Menüsteuerung ist etwas träge. Das heißt, die Reaktion auf Tastendruck und Drehen am Regler ist verzögert. Zwar nur minimal, aber das stellt unsere Geduld trotzdem immer mal wieder auf die Probe.

Fazit: Das Auna Silver Star ist ein solides Internetradio in Retro-Optik. An Funktionen bietet es alles was du brauchst. Das Klangerlebnis ist recht gut, wird aber durch die schwache, weil träge Software getrübt. Auch die Verarbeitung könnte für den Preis hochwertiger sein.

Überschaubare Funktionen: Blaupunkt IRD 30

Das „Blaupunkt IRD 30“ gibt sich angenehm reduziert. Das ist in Sachen Design – schwarz steht ihm gut – ebenso erfreulich wie am Kontrollpanel an der Vorderseite. Die Bedienung fällt mit vier Tasten und einem sehr gut getakteten Drehregler denkbar einfach aus. Die Freude über das Reduzierte endet allerdings bei der Funktionsvielfalt. Denn auch die ist minimalistisch. Eine Bluetooth-Schnittstelle fehlt. Da kannst du die Steuerung via App schon mal abhaken. Das finden wir für ein Internetradio nicht zeitgemäß. Schnittstellen zu Drittanbietern wie Spotify oder Amazon Music? Fehlanzeige! Immerhin ist der DAB-Empfang gut. Der UKW-Modus lässt, wie bei den meisten Geräten im Test, zu wünschen übrig. Da der DAB-Mode jedoch überzeugend ist, sehen wir darüber hinweg. Weitere Funktionen: Ein Line Out für den Kopfhörer sowie eine Klinken-Buchse für externe Geräte.

Der Klang ist für den kompakten Zwerg von Blaupunkt recht ordentlich. Allerdings wirkt das Klangbild bei einigen voreingestellten Klangschemata des Equalizers zum Beispiel „Rock“ etwas matschig. Der Sound des Blaupunkt ist aber an und für sich gut. Einen nicht zu großen Raum füllt es mit sattem Stereo-Klang. Sehr feinstufig ist die LautstärkeregelungDas Einrichten ist unkompliziert, auch wenn das Blaupunkt IRD 30 sich etwas Zeit nimmt, bis es sich ins WLAN eingewählt hat. Gleiches gilt für das Laden der Internetradiosender. Die Weckfunktion funktioniert und selbst im Standby-Betrieb hält das Blaupunkt die Verbindung zum Internet aufrecht. Immerhin! Die Verarbeitung ist ordentlich. Allerdings ist das Display, ähnlich wie das des Grundigs, etwas kontrastarm. Ein Manko: Die kleine Fernbedienung hat eine sehr kurze Reichweite. Bist du weiter als zwei Meter vom Radio entfernt, ist Schicht im Schacht. Das macht die Steuerung des Geräts zu einem Geduldspiel.

Fazit: Das Blaupunkt IRD 30 liefert dir einen soliden Klang für deine Küche oder das Arbeitszimmer. Allerdings finden wir den Funktionsumfang nicht berauschend. Eine Spotify oder AmazonMusic Schnittstelle fehlen ebenfalls. Zudem ist keine Steuerung via Smartphone möglich. Das ist für ein Internetradio schwach.

Internetradio ohne Internet? Panasonic RF-D100BT

Das „Panasonic RF-D100BT“ ist ein schickes kompaktes Radio im Retro-Design. Eine Möglichkeit Internetradiosender via WLAN zu hören, bietet das Panasonic leider nicht. Auch eine App-Steuerung gibt es hier nicht. So gesehen ist das Panasonic ein klassisches Digitalradio mit DAB+ und FM-Modus sowie einer Bluetooth-Schnittstelle – aber eben kein Internetradio. Blöd also, dass es bei Amazon auftaucht, wenn du gezielt nach „Internetradio“ suchst.

Wir sind etwas überrascht, als wir es auspacken: Das Radio ist gerade einmal halb so groß wie der Karton. So schön es mit seiner Holz-Aluminium-Optik aussieht und so hervorragend es auch verarbeitet ist, die Funktionsvielfalt ist überschaubar. Neben den Standards DAB+ und UKW hast du noch die Möglichkeit ein externes Gerät via Klinkenkabel anzuschließen. Außerdem kannst du dein Smartphone via Bluetooth koppeln und es als Lautsprecher nutzen. Eine USB-Buchse fehlt bei diesem Gerät. Externe Geräte lassen sich also nur über Klinke verbinden. Der Klang des kompakten Panasonics ist allerdings sehr gut und der DAB-Empfang glasklar. Auch der UKW-Empfänger, bei den meisten Geräten im Test ein erheblicher Schwachpunkt, ist in Ordnung. 

Unorthodoxe Steuerung

Die Steuerung über das Frontpanel ist elegant aber etwas gewöhnungsbedürftig. Zentraler Schalter ist der rechte von den beiden Drehreglern. Mit dem wählst du die Sender aus, stellst die Weckzeit ein und kurbelst dich so durch Menüs und Untermenüs. Bestätigt wird die Auswahl dann durch einen Klick auf die Entertaste. Zwar ist die Steuerung rudimentär, gleichzeitig aber auch selbsterklärend. Wenn du beispielsweise deine Lieblingssender einstellen möchtest, leitet dich das Menü mit klaren Anweisungen. Das Display ist sehr aufgeräumt und auch von der Seite sehr gut ablesbar.

Fazit: Wenn du kein Internetradio brauchst, sondern ein rudimentäres Digitalradio mit exzellentem Klang und ansprechender Retro-Optik suchst, dann kannst du dir das Panasonic RF-D100BT ins Regal stellen.

Klein und ein bisschen fein: Imperial Dabman i200

Das „Imperial Dabman i200“ erinnert an das Auna Silver Star Radio. Die Menüführung ist nahezu deckungsgleich und auch hier etwas träge. Wirklich auffällig ist das im Test beim Regeln der Lautstärke. Die ist deutlich zeitverzögert. Zudem hat die Lautstärkereglung nur 15 Stufen. Eine wirklich feine Abstufung ist das nicht. Optisch wirkt das Dabman nicht ganz so aufregend wie das Auna. Der Klang erscheint uns allerdings etwas besser und ist somit vollkommen in Ordnung. Allerdings können weder das Imperial noch das Auna den Modellen von Teufel, Grundig oder dem Roberts Stream67 hier das Wasser reichen.

Das Imperial Dabmann i200 punktet mit solider Verarbeitung und vielen Anschlüssen 

Mit dem integrierten Equalizer kannst du ein dir genehmes Klangschema einrichten. Zudem hast du beim Imperial neben einer USB und Klinken-Buchse auch die Möglichkeit, ein Netzwerkkabel anzuschließen. Kleiner Wermutstropfen: Als Favoriten sind gerade einmal fünf Sender speicherbar. Hast du einen Spotify Premium Account hast du die Möglichkeit deinen Account über das Imperial Internetradio anzusteuern. 

Fazit: Das Imperial Dabman kommt grundsolide daher. Die Funktionsvielfalt ist ebenso in Ordnung wie das Design. Auch der Sound kann sich hören lassen. Die Software ist allerdings wie auch beim Auna ziemlich mau.

Ausgezeichnet verarbeitet, Klang stark verbesserungswürdig: Roberts Radio Stream 218

Wie auch die beiden anderen Roberts Radio Modelle im Test ist die Verarbeitung beim „Roberts Stream 218“ sehr hochwertig. Die Verbindung mit dem Internet ist schnell erledigt. Ebenso der UKW- und DAB-Suchlauf. Das ist vorbildlich. Weiter lässt sich Musik über ein USB-Port und aus deinem Heimnetzwerk abspielen. Für Spotify Premium Kunden hält das Internetradio eine Spotify Connect Schnittstelle parat. Eine Fernbedienung liegt dem Stream 218 zwar nicht bei, allerdings kannst du das Gerät via Smartphone-App steuern. Mobil bist du ebenfalls: Das Roberts Internetradio verfügt über ein Batteriefach. Dafür brauchst du insgesamt sechs gewaltige LR20 Batterien (Größe D). Die reichen dann für satte 40 bis 75 Stunden Betrieb.

Für die Musikuntermalung des Picknicks ist also gesorgt. Für den Transport gibt‘s obendrein einen schicken Aluminiumbügel. Die Alarmfunktion ist über den Drehregler sehr schnell eingestellt. Und der Wecker wirft uns tatsächlich zuverlässig aus dem Bett. Das aufgeräumte Kontrollpanel ist sehr intuitiv, das kleine Display schön kontrastreich. Nicht begeistert hat uns tatsächlich der Klang des kleinen Roberts Stream 218. Kein Vergleich zu den teureren Geräten des gleichen Herstellers, insbesondere wenn es etwas lauter sein soll. Da ist der Ton doch arg flach. Unser Testgerät rauscht zudem tatsächlich im Hintergrund. Deutlich zu hören ist das zwischen einzelnen Tracks und Radiobeiträgen. Da knacken die Boxen unhörbar. Schade, das kostet das schicke und kompakte Kofferradio wichtige Punkte. 

Fazit: Verarbeitung und Bedienung finden wir top. Der Ton ist ein Flop. Sein schwacher geradezu blecherner Klang macht dem Roberts Stream 218 einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Hinzu kommt, dass dich der ganze Spaß knapp 210 Euro* kostet.

So haben wir die Internetradios getestet

Nachdem wir die Modelle von ihrer Verpackung befreit hatten, haben wir jedes einzelne Testgerät unter die Lupe genommen. Dabei begutachteten wir Bedientasten und Drehregler sowie die Wertigkeit der einzelnen Anschlussbuchsen. Diese gefielen uns beim Teufel 3sixty und dem Roberts Stream 67 mit Abstand am besten. Ebenfalls punkten konnten hier Grundig, Hama und Panasonic. Das Einrichten der Internetradios gestaltete sich bei allen Geräten im Test grundsätzlich einfach. Die Radios nahmen sich jedoch unterschiedlich viel Zeit für das Verbinden mit dem WLAN. Sehr schnell waren hier Grundig und Medion, deutlich länger dauerte die Einwahl beim Modell von Blaupunkt und dem Auna Silver Star.

Funktionen: Mehr Optionen, bessere Bewertung

Dem Funktionsumfang fühlten wir im täglichen Gebrauch auf den Zahn. Geräte mit einer größeren Funktionsvielfalt bewerteten wir besser als Radios mit überschaubaren Fähigkeiten. Mit den meisten Funktionen und Schnittstellen beeindrucken das Roberts Stream 67 und das Hama Internetradio mit CD-Player. Beide liefern die komplette Bandbreite von Internetradio über Verbindung zu Spotify und AmazonMusic bis hin zum Abspielen von CDs. Die App-Konnektivität haben wir mit der kostenfreien App UNDOK getestet, da nicht alle Hersteller eine eigene App anbieten.

Die Klangqualität haben wir im direkten Vergleich der Geräte bewertet. Als wahre Klangwunder erwiesen sich die hochpreisigen Modelle: das Teufel 3sixty, die Roberts Modelle Stream 94i und Stream 67 und das Hama Internetradio. Das günstigste Radio mit dem besten Klang ist für uns das Grundig, dicht dahinter folgt das Medion.

Darauf solltest du beim Kauf eines Internetradios achten

Neben dem Empfang von Internetradiosendern aus aller Welt bieten nahezu alle gängigen Internetradios auch die Möglichkeit, Sender via DAB+ oder UKW zu empfangen. So kannst du unabhängig von einer Internetverbindung trotzdem mit deinem Gerät Radio hören. Das ist insbesondere bei kompakten Radios interessant, die sich mit Batterien oder einem Akkupack betreiben lassen. Achte darauf, dass das von dir favorisierte Radio eine Schnittstelle zu Spotify oder Amazon Music zur Verfügung stellt, wenn du diese Musikdienste verwendest. Den meisten Internetradios liegen kleine Fernbedienungen bei. Sehr komfortabel ist es allerdings, wenn du dein Internetradio mit dem Smartphone steuern kannst. Deshalb sollte dein Radio unbedingt eine Bluetooth-Schnittstelle haben. Möchtest du das Radio auch als Wecker nutzen, muss es zum einen die Verbindung mit dem Internet auch im Stand-by-Betrieb aufrechterhalten. Das gelingt in unserem Test fast allen Geräten. Zum anderen solltest du darauf achten, dass du das Display entweder ausschalten oder zumindest dimmen kannst, damit es nicht dein Schlafzimmer hell erleuchtet. Hast du bereits eine große CD-Sammlung, bietet sich ein Radio mit integriertem CD-Player an.

Häufig Fragen zu Internetradios

* Alle Preise Stand Oktober 2019