Campingkocher Test – 7 Gaskocher im Vergleich

Mit einem Campingkocher servierst du einen heißen Kaffee auch an den ungewöhnlichsten Orten. Egal ob du den Sonnenaufgang in den Bergen, am Strand oder auf dem Campingplatz mit einem leckeren Frischgebrühten genießen möchtest. Ein effizienter Gaskocher sollte zu allererst einfach zu bedienen sein. Je nachdem, ob du nur mit dem Rucksack unterwegs bist oder mit dem Campingbus durch die Landschaft ziehst, sind Packmaß und Gewicht des Brenners natürlich ein Faktor. Und letztendlich möchtest du sicherlich auch keine halbe Ewigkeit warten, bis das Wasser heiß ist. Wir testen sieben Campingkocher zwischen 25 und 70 Euro* für dich, um herauszufinden, welcher Gaskocher sich am besten für deine Bedürfnisse eignet. 

In diesen Kategorien testen wir 

  • Bedienkomfort: Bei einem guten Campingkocher legen wir Wert auf eine intuitive Bedienung. Wichtig sind uns ein sicherer Stand und eine einfache Regulierung der Flamme. Verfügt er über eine Piezozündung, die Streichhölzer und Feuerzeug überflüssig machen? Wie schnell der Brenner einen Liter Wasser aufkocht, fließt ebenfalls in diese Kategorie mit ein. 

  • Mobilität: Die wichtigsten Faktoren sind hierbei das Packmaß und das Gewicht. Je nach Einsatzzweck darf der Kocher nicht zu viel Platz in Anspruch nehmen. Zu guter Letzt erwarten wir, dass der Aufbau des Gaskochers unkompliziert ist. 

  • Verarbeitung: Wie hochwertig ist der Gaskocher verarbeitet? Das gute Stück sollte robust konstruiert sein, damit du lange etwas davon hast. Taugen die Topfträger etwas, oder steht der Topf darauf schief? Welche Gaskartusche benötigst du für den Brenner und wie einfach ist der Anschluss? 

Testsieger – Coleman FyrePower Alpine

Der kompakte Coleman FyrePower Alpine hat ordentlich Wumms. Er wirft beeindruckende 3.800 Watt Leistung in den Ring und heizt dir damit ordentlich ein. Einen Liter Wasser bringt er bei Windstille in knapp 3,5 Minuten zum Sieden, nach 4 Minuten kocht es sprudelnd. Das hat allerdings seinen Preis: Der Gasverbrauch des Coleman ist mit 275 Gramm pro Stunde der höchste im Test. Die Flamme lässt sich einfach mit einem Drehschalter regulieren. Besonders laut ist der Coleman auch bei voll aufgedrehtem Hahn nicht. Die Markierung, in welche Richtung du das Gas auf- und zudrehst ist uns etwas zu klein. Die Topfhaltearme bilden eine großzügige und ebene Abstellfläche. Zusammengeklappt passt der Kompaktbrenner in einen 9 x 10 Zentimeter großen Transportbeutel. Mit 320 Gramm hält sich auch sein Gewicht im Rahmen. Dadurch eignet sich der kompakte Coleman Gaskocher auch für Backpacker und Tourengänger. Der FyrePower Alpine benötigt eine Ventilkartusche. Das ist praktisch, weil du den Gasbehälter auch demontieren kannst, wenn er nicht leer ist. So passt beides besser in den Rucksack. 

Der Brenner wird nicht direkt auf die Kartusche geschraubt, denn sein Gasanschluss befindet sich am Ende eines 35 Zentimeter langen flexiblen Gasschlauches. Dadurch verfügt der Gaskocher über einen tiefen Schwerpunkt und steht sicher. Das Ausklappen der Standfüße funktioniert über einen simplen Federmechanismus. Gut gefällt uns die am Schlauch angebrachte Piezozündung. Da benötigst du weder Streichhölzer noch Feuerzeug. Notfalls kannst du den Coleman Campingkocher jedoch auch damit entzünden.  

Fazit: Der Coleman FyrePower Alpine ist ein kompakter und leistungsstarker Gaskocher mit integrierter Piezozündung. Für dich ist er genau das Richtige, wenn dir ein geringes Packmaß wichtig ist und du außerdem Wert auf eine gute Standsicherheit legst. 

 

Preis-Leistungs-Sieger – Der Klassiker Camping 206S von Campingaz

Der Campingaz 206S ist der Klassiker unter den Campingkochern. Sein blauer Korpus ist von keinem Campingplatz oder Festival-Zeltplatz wegzudenken. Der Gaskocher ist einfach zu bedienen und unschlagbar günstig. Alle Vor- und Nachteile des 206S liest du in unserem Einzeltest. 

Flamme an! Diese Campingkocher testen wir ebenfalls

Es soll noch kompakter sein als bei unserem Testsieger? Oder bist du sowieso im Campingbus unterwegs und hast jede Menge Platz? Wir testen fünf weitere Gaskocher für alle Fälle. Da ist sicher auch einer für dich dabei!  

Mini-Rakete für Ultralight Packer – der MSR PocketRocket 2 Gaskocher

Der „MSR PocketRocket 2 “ ist ein super kompakter Campingkocher, der zusammengebaut locker in den Rucksack passt und dort nicht viel Platz beansprucht. Gerade mal 73 Gramm bringt der Zwerg auf die Waage. Die Verarbeitung ist hochwertig. Der Kompaktkocher ist schnell aufgebaut und lässt sich unkompliziert auf eine Ventilkartusche schrauben. Nach dem Kochen und einer kurzen Abkühlzeit schraubst du den Kocher wieder von der Kartusche und packst zusammen. Der Flammenregler macht seine Arbeit gut. Er liegt zwar etwas nah an der Flamme, wir verbrennen uns aber nicht die Finger. Zündest du die Flamme an und öffnest das Ventil der Kartusche, bollert der MSR ganz schön los. Die 2.400 Watt Leistung bringen einen Liter Wasser in knapp 3:40 Minuten zum Sieden, in 4:30 Minuten kocht es sprudelnd. 

So klein und kompakt die Taschenrakete von MSR auch ist, für Geheimagenten im Außeneinsatz können wir ihn nicht ganz empfehlen, denn der zwergenhafte Gaskocher macht ganz schön Rabatz: Wenn du die Flamme maximal aufdrehst, röhrt er wie ein Elch oder vielmehr wie eine Rakete auf der Abschussrampe – daher wohl auch der Name. Für unseren Geschmack könnten die Topfträger etwas griffiger sein. Zumal sie keine ganz ebene Abstellfläche für den Topf bieten, sondern etwas konisch zulaufen. Damit der filigrane Gaskocher während des Betriebs sicher steht, solltest du in einen separat erhältlichen Ständer für die Kartusche investieren. Verwenden kannst du Töpfe mit einem Durchmesser von maximal 20 Zentimeter. Die Flamme liegt ziemlich offen, da macht ein zusätzlicher Windschutz auf jeden Fall Sinn 

Fazit: Der MSR PocketRocket 2 Campingkocher ist genau das Richtige für dich, wenn du bei deinen Touren auf jedes Gramm achtest. Er passt in deinen Rucksack, ist schnell aufgebaut und hat ordentlich Power. Schwachpunkte sind in unseren Augen die Standsicherheit und die Lautstärke. 

Gefragt und effizient – der Primus Gravity III

Der „Gravity III“ vom schwedischen Campingkocherhersteller Primus gehört zu den beliebtesten Gaskochern im Internet. In unserem Campingkocher Test balgt er sich mit dem Testsieger und der Taschenrakete von MSR um den ersten Platz. Was der Kompaktbrenner alles kann, erfährst du im Einzeltest. 

Das Fliegengewicht – der Optimus Crux Lite

Optimus bewirbt seinen „Crux Lite“ als ultraleichten Hochleistungskocher für Gewichtsfetischisten. Und tatsächlich bringt der Kompaktbrenner gerade einmal 72 Gramm Kampfgewicht auf die Waage. Da geht jedem Ultralight Packer das Herz auf. Die Verarbeitung ist sehr gut. Die Stellschraube zum Öffnen der Gaszufuhr und Regulieren der Flamme ist robust, liegt aber etwas nah an der Flamme. Das gibt warme Finger. Gut finden wir die auffällige Markierung zum Auf- und Zudrehen. Die einklappbaren Topfauflagen sind sehr filigran. Zwar ist ihre Oberseite für einen besseren Gripp gezackt, dennoch eignet sind der Crux Lite weniger für große Töpfe. Aber eine Großfamilie wollen wir damit ja auch nicht bekochen. Ein Behälter mit 17 Zentimeter Durchmesser ist im Test kein Problem.

Gegen einen Aufpreis bekommst du den Gaskocher im Set mit dem passenden Terra Solo Topfset von Optimus. Darin kannst du Brenner und Kartusche nach Gebrauch platzsparend verstauen. Zum Kochen schraubst du den Knirps unkompliziert auf eine Ventilkartusche. Darunter leidet die Standsicherheit ein wenig. Ist der Boden eben sollte das aber kein Problem sein. Eine Piezozündung bietet dir der Campingkocher von Optimus nicht. Das Gas musst du mit einem Streichholz entzünden. Die 3.000 Watt Leistung bringen 1 Liter Wasser in knapp 3,5 Minuten zum Sieden. Nach 4:20 Minuten kocht es sprudelnd.  

Fazit: Der Optimus Crux Lite ist das Fliegengewicht im Testfeld. Für Tourengeher und Wanderer, die auf jedes Gramm achten und nicht viel Platz erübrigen können, ist er bestens geeignet.  

Raumgreifender Tischkocher aus Edelstahl – der Campingaz Camp’ Bistro DLX

Den „Campingaz Camp‘ Bistro DLX“ transportierst du in einem vergleichsweise wuchtigen Koffer. Im Rucksack wirst du den Gaskocher keinesfalls unterbringen und bei 1,8 Kilogramm Gewicht wird jeder Ultralight Packer lachend abwinken. Wenn du allerdings mit dem Campingbus oder dem Auto unterwegs bist, dann wird dir der Campingaz Tischkocher gute Dienste erweisen. Seine Verarbeitung ist hochwertig. Insbesondere der sehr große Topfträger aus Edelstahl gefällt uns. Auf den passen locker Töpfe und Pfannen bis zu einem Durchmesser von 26 Zentimetern. Mehr schafft in unserem Campingkocher Test kein Gaskocher. Da kannst du auch mal Spaghetti für mehrere Personen kochen. Durch seine Konstruktion eignet er sich sogar für eine abendliche Fondue-Runde auf dem Zeltplatz. Fix ist die A4 Ventilkartusche eingesetzt und mit einem Hebel verriegelt. Jetzt musst du den Drehschalter an der Front bis zum Anschlag drehen bis das leise Knacken der Piezozündung erklingt und schon wird das Gas entflammt. Mit dem gleichen Drehregler, der die Zündung auslöst, regulierst du die Flamme oder drehst sie komplett ab. In den Topfträger ist ein minimaler Windschutz eingearbeitet. 

Der Campingaz Gaskocher mag’s gemütlich. Beim Kochen lässt sich mit seinen 2.200 Watt Leistung Zeit. Oder sagen wir, er zelebriert die hohe Kunst der Zubereitung. Nach 6:20 Minuten siedet in unserem Test das Wasser schließlich, bei 7:30 Minuten kocht es brodelnd. Wenn du allerdings beim Camping mit so einem Tischkocher unterwegs bist, wirst du es vermutlich ohnehin nicht allzu eilig haben. Die Stopgaz Technologie, wie der Hersteller es nennt, verhindert, dass überschüssiges Gas austritt. So kannst du den Tischkocher auch in gut belüfteten Innenräumen verwenden. Praktisch, wenn’s mal regnet. 

Der Transportkoffer ist robust, aber kein hochwertiges Machwerk. Anfänglich riecht er stark nach Plastik. Auch wenn das mit der Zeit verfliegt, finden wir das nicht so dolle. Zudem sind auch die Kunststoffverschlüsse   sehr schlampig gearbeitet und dadurch  sehr hakelig. Zum Verstauen des Campigaz Gaskochers im Kofferraum erfüllt der Plastikkoffer allerdings seinen Zweck.  

Fazit: Bist du beim Camping mit dem Bus oder dem Auto unterwegs und suchst einen unkomplizierten Tischkocher für große Töpfe und Pfannen, liegst du mit dem Campingaz Camp’ Bistro DLX richtig. Zwar dauert es mit dem Campingkocher etwas länger, dafür lässt er sich dank Piezozündung kinderleicht bedienen. 

Gaskocher für den Campingbus – der Bright Spark BS100S Tischkocher

Der „Bright Spark BS100S“ Campingkocher kommt ebenfalls im eigenen Transportkoffer daher. Seine Dimensionen sind mit 34 x 26 x 8 Zentimeter recht üppig. Für Backpacker also eher nicht geeignet. Großer Pluspunkt des BS100S: Du kannst ihn bedenkenlos auch in Innenräumen, also im Campingbus oder in großen Zelten verwenden. Der Campingkocher verfügt über eine praktische Piezozündung: Du musst die Flamme also nicht mit einem Streichholz oder Feuerzeug anzünden. Vielmehr reicht ein kurzer Dreh am Hauptschalter. Es ertönt ein kurzes Knacken und die Gasflamme wird entzündet. Der Kocher funktioniert mit kompakten A4 Ventilpatronen. Der Einsatz der Brennstoffdose gestaltet sich dank der simplen Mechanik unkompliziert. Das Gehäuse gewährleistet einen sicheren Stand und ein in den Topfträger integrierter Metallring funktioniert als Windschutz für die Gasflamme. 

Gleichzeitig könnte die Verarbeitung des Gehäuses für unseren Geschmack dann doch etwas hochwertiger sein. So ist die Blechkonstruktion nur solide. Die Handhabung hingegen gestaltet sich erfreulich einfach. Pfannen und Töpfe bis maximal 18 Zentimeter Durchmesser sind kein Problem für den Bright Spark. Einen Liter Wasser bringt er mit 2.000 Watt Leistung innerhalb von knapp 5 Minuten zum Sieden. Die Flammenhöhe kannst du über den Drehschalter gut regulieren. Neben dem sicheren elektronischen Zündmechanismus verfügt der Standkocher zudem über einen Überhitzungsschutz und eine Abschaltautomatik bei zu hohem Gasdruck. 

Fazit: Der Campingkocher BS100S von Bright Spark ist für dich der richtige Küchenhelfer für unterwegs, wenn du mit dem Campingbus losdüst oder dich über einen längeren Zeitraum auf einem Campingplatz aufhältst. 

So haben wir die Campingkocher getestet

Gleich nach dem Auspacken begutachten wir die Verarbeitung der Campingkocher sowie die verwendeten Materialien. Weil unser Gaskocher auf der Wanderung oder Fahrradtour ständig ein- und ausgepackt wird, soll er auch einiges aushalten. Da stechen aus dem Testfeld die Modelle von Coleman, MSR und der Campingaz Camp’ Bistro DLX hervor. Letzterer ist zwar nicht für den Rucksack, gut verarbeitet ist er dennoch.  

 Als nächsten probieren wir aus, wie einfach sich der Gaskocher an die Gaskartusche anschließen lassen. Greift das Gewinde der Ventilkartusche sofort oder ist das Aufschrauben eine lästige Fummelei. Einfach ist das bei Optimus, MSR und Coleman. Bei Primus ist der Gasanschluss etwas klein und dadurch nicht ganz so einfach auf die Kartusche zu schrauben. In diesem Punkt haben wir den Campingaz 206S etwas schlechter bewertet als die übrigen Testkandidaten, weil er statt einer Ventilkartusche mit einer Stechgaskartusche betrieben wird. Letztere lässt sich erst wieder entnehmen, wenn sie leer ist.  

Die Leistung haben wir auf einer Meereshöhe von 263 Metern bei nahezu windstillen Verhältnissen getestet. Wir erhitzen mit jedem Kocher ein Liter Wasser im gleichen Campingtopf und stoppen die Zeit bis sich am Boden des Topfes kontinuierlich Blasen bilden. Kocht das Wasser sprudelnd, werfen wir einen weiteren Blick auf die Uhr. Die Campingkocher von Primus, Coleman, Optimus und MSR benötigen etwa 3,5 Minuten, am längsten dauert es mit dem Campingaz 206S, der nimmt sich 7 Minuten Zeit. 

Darauf solltest du bei der Entscheidung für einen Gaskocher achten

Zur Grundausstattung fürs Camping gehört ein Gaskocher genauso wie eine Isomatte, ein Campingstuhl, eine Taschenlampe oder eine Kühlbox. Und je nachdem, was du mit deinem neuen Gaskocher vorhast, eignet sich ein bestimmter Typ Campingkocher für dich. Bist du mit dem Fahrrad oder zu Fuß mit dem Rucksack unterwegs, brauchst du ein Modell, das klein und leicht ist. Die Kocher von MSR und Optimus aus unserem Test eignen sich als Kompaktbrenner auch für Ultralight Packer, die auf jedes Gramm achten. Die Gaskocher von Coleman und Primus sind etwas größer, passen allerdings immer noch in jeden Rucksack. Sind dir das Gewicht und das Packmaß hingegen vollkommen egal, weil du mit dem Campingbus oder dem Wohnmobil unterwegs bist, kannst du auch zu einem voluminösen Tischkocher greifen. 

Praktisch ist ein Gaskocher, der mit einer Ventilkartusche funktioniert. Ist dein Wasser heiß oder dein Essen fertig, kannst du die Gaskartusche nach einer gewissen Abkühlzeit vom Brenner trennen und separat verstauen. Bei Stechgaskartuschen, wie sie der Preis-Leistungs-Sieger hat, geht das nicht. Die kannst du erst demontieren, wenn sie leer sind. 

Wichtige Fragen zu Campingkochern

* Alle Preise Stand April 2020