Seit die Dynamopflicht entfallen ist, schaffen Akku Fahrradlichter nicht mehr nur als zusätzliche Lichtquelle Abhilfe. Sie werden mit ihrer Halterung einfach werkzeuglos am Lenker befestigt und lassen sich leicht an- und abmontieren. Nach der StVZO müssen die Akkuleuchten jedoch ein KBA-Prüfzeichen aufweisen (Wellenlinie, Buchstabe K und eine Nummer), und sofern es am Rad keine serienmäßige Lampe mehr gibt, müssen sie bei Einsetzen der Dämmerung oder bei schlechten Lichtverhältnissen zwingend angebracht werden. Doch welcher Frontscheinwerfer ist der richtige? Wir haben für dich fünf Modelle unter 100 Euro getestet.

Sicher unterwegs: Bei Dämmerung und Dunkelheit bist du auf deinem Drahtesel auf ein leistungsstarkes Fahrradlicht angewiesen (Foto: thinkstock)

In diesen Kategorien haben wir die Akku Fahrradlichter getestet:

  • Leuchtkraft: Ob die Hersteller nun die Leuchtstärke in Lux oder den Lichtstrom in Lumen angeben: Für uns ist entscheidend, wie viel Licht tatsächlich auf der Fahrbahn ankommt. Um das zu beurteilen, haben wir die Fahrbahn vor dem Rad in verschiedene Zonen aufgeteilt, und deren Ausleuchtung bewertet. 
     
  • Leuchtdauer: Ebenso wichtig wie die Leuchtkraft ist uns die Leuchtdauer. Denn was nützt dir die lichtstärkste Fahrradlampe, wenn ihr Akku nicht lange genug Energie liefert.
     
  • Ausstattung: Hier bewerten wir, wie viele Leistungsmodi das Fahrradlicht hat. Wichtig ist uns auch, ob es eine Ladestandsanzeige gibt und diese auch gut ablesbar ist. Und schlussendlich werfen wir in dieser Kategorie einen Blick auf die Verarbeitung des Gehäuses.
     
  • Befestigung: Da du die Akku Fahrradlichter zum Laden regelmäßig ans Netz hängen musst und sie beim Abstellen des Fahrrads zum Schutz vor Diebstahl besser in der Tasche verschwinden lässt, legen wir auch Wert auf eine leichte Befestigung ohne den Einsatz von Werkzeug.

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Unser Testsieger: Das Sigma Aura 60 USB Akku-Fahrradlicht

Das „Sigma Aura 60“ Fahrradlicht macht im Test die beste Figur. Als einzige Akkulampe gelingt es der Sigma die Straße überzeugend zu erhellen. Nah-, Seiten- und Fernbereich sind gleichmäßig ausgeleuchtet. Dabei ist es zu unserer Überraschung egal, ob der stärkste Modus mit 60 Lux oder der Eco-Modus mit 18 Lux eingestellt ist. Das schaffen noch nicht einmal die Konkurrenzmodelle von Lezyne und Trelock bei nominell höherer Leuchtstärke. Hier holt die Sigma ordentlich Punkte. Mit dem seitlichen „Light Guide“ ist die Lampe auch von der Seite gut zu sehen. Top! Das erhöht ihre Sicherheit. Auch in Sachen Leuchtdauer gefällt uns die Aura 60 sehr gut. Bei voller Leistung hält sie vier Stunden und 30 Minuten durch. Im Eco-Modus sogar satte 10 Stunden.

Durch den seitlichen "Light Guide" ist die Sigma Aura 60 Lampe auch von der Seite gut zu sehen

Über den Ladestand informiert dich eine LED-Anzeige, die im Bedienknopf integriert ist. Fällt die Akku-Kapazität unter 30 Prozent, wechselt eine LED von grün auf Rot. Ist der Akku erschöpft dauert es 3,5 Stunden, bis er wieder voll geladen ist. Das funktioniert über einen Micro-USB-Anschluss. Willst du die Lampe nicht mit deinem Laptop laden, benötigst du einen separaten USB-Ladeadapter für die Steckdose. Die Befestigung am Lenker klappt werkzeuglos. Die Rasterung ist etwas grob, da kann es vorkommen, dass die Lampe nicht richtig hält, wenn du ein schmales Lenkerrohr hast. In unserem Test hält die Aura 60 Leuchte fest und unverrückbar. Obendrein kommt das Fahrradlicht im Set mit Rückleuchte.

Fazit: Das „Sigma Aura 60“ Fahrradlicht überzeugt mit der besten Fahrbahnausleuchtung im Test. Im Eco-Modus leuchtet dir die Lampe bis zu zehn Stunden heim. Wenn du täglich mit dem Rad zur Arbeit fährst, ist das Sigma Aura 60 etwas für dich. Auch wenn du im Winter nach dem Büro noch aufs Rennrad möchtest, können wir dir den Testsieger ans Herz legen.

Preis-Leistungs-Sieger: Das schnelle Voxom Frontlicht LV3

Das „Frontlicht LV3“ von Voxom ist mit seinen 200 Lumen zwar ein recht gutes Fernlichtenttäuscht allerdings während des Tests im Nahbereich. Da ist es eindeutig zu schwach. So besteht die Gefahr, dass du Schlaglöcher oder andere vor deinem Rad auftauchende Hindernisse übersiehst. Schade finden wir auch, dass nur ein Leistungsmodus zur Verfügung steht. Die Leuchtdauer ist mit 5 Stunden überschaubar. Wir werden unterwegs etwas nervös, weil uns das Voxom Modell schon nach 1,5 Studen auffordert, den Akku doch bitte bald wieder zu laden. Tatsächlich hält der Akku aber wirklich 5 Stunden. Das Laden selbst wiederum geht schnell: Nach 2,5 Stunden ist die Energiezelle wieder voll geladen.  

Den kleinen Scheinwerfer von Voxom kannst du bequem von seiner Halterung abnehmen

In der Kategorie Ausstattung punktet das Voxom Fahrradlicht in der Sparte Befestigung. Da gehört es mit dem Modell von Trelock zu den besten im Testfeld. Sobald du die Halterung fixiert hast, kannst du die Leuchte mit nur einem Handgriff lösen und wieder anstecken. 

Fazit: Das Voxom Frontlicht LV3 macht sich auf kurzen Strecken ordentlich. Allerdings finden wir die Ausleuchtung im Nahbereich zu schwach. Da greifen wir bei vergleichbarem Preis lieber zum Testsieger von Sigma. 

Die Intelligente: TRELOCK LS 760 I-GO Vision Fahrradlampe

Ganze 100 Lux wirft das „Trelock LS 760 I-GO Vision“ Fahrradlicht ins Rennen. Mit denen leuchtet sie die Fahrbahn sehr gut aus. Wenn auch nicht ganz so beeindruckend wie die Testsiegerin von Sigma. Praktisch sind die seitlichen Leuchtstreifen. Durch sie bist du auch von der Seite gut zu sehen. Besonders gut gefällt uns, dass die I-GO Vision ihre Laufzeit verlängert, indem sie mit abnehmender Akkukapazität die Lichtstärke von selbst schrittweise herunterregelt. Schraubst du die Leuchtstärke aufs Maximum, dann reicht der Akku knapp drei Stunden. Auf dem niedrigsten Leistungsmodus liefert dir die Energiezelle Power für neun Stunden. Ist Schicht im Schacht, dauert ein Ladezyklus drei Stunden.

Die Levelfunktion des Trelock Fahrradlichtes hilft dir bei der korrekten Ausrichtung der Lampe

Die Leuchtstärke des Akku Scheinwerfers kannst du in fünf Modi regeln. Einzigartig im Test ist das klare Display der Lampe von Trelock. Das zeigt dir neben der Restlaufzeit in Stunden und Minuten auch den gewählten Modus und die Uhrzeit an. Die Levelfunktion ist hilfrecih bei der optimalen Ausrichtung des Scheinwerfers. Die ist erreicht, wenn die vier Striche auf dem Display in einer Linie stehen. So gut wir das Display finden, so überflüssig kommt uns die integrierte Powerbankfunktion vor. Damit kannst du dein Smartphone unterwegs vielleicht aufladen, aber das hält im Zweifel auch so länger durch als das Fahrradlicht selbst bei Nacht.

Fazit: Das „Trelock LS 760 I-GO Vision" Fahrradlicht ist das mit Abstand teuerste Modell im Test. Die Fahrbahnausleuchtung ist sehr gut und auch die automatische Verlängerung der Laufzeit ist richtig clever. Wenn dir zudem ein gut ablesbares Display wichtig ist, ist das Trelock dein Ding.

Die Günstige: M-Wave Atlas K10 Fahrradbeleuchtung

Auch das M-Wave Atlas K10 Fahrradlicht schwächelt im Nahbereich und insbesondere beim Ausleuchten der Seitenzone. So erkennst du Fußgänger, die die Fahrbahn betreten wollen, eventuell nicht rechtzeitig. Als Fernlicht taugt die Lampe mit ihren 25 Lux ganz gut. Schwach finden wir hingegen die Laufzeit mit 3 Stunden. Zwar ist der Akku nach knapp 2,5 Stunden wieder voll, aber wenn es draußen dunkel ist, beeilst du dich auf dem Heimweg lieber. 

Praktisch: Das Silikongehäuse des M-Wave Modells ist wasserabweisend

Nette Dreingabe: Wie das Modell von Sigma kommt die Atlas K10 vom traditionsreichen deutschen Hersteller Messingschlager im Set mit einem Akku Rücklicht

Fazit: Das M-Wave Atlas K10 Fahrradlicht ist das günstigste Modell im Test. Und das, obwohl du das Rücklicht gleich dazu bekommst. Wirst du auf dem Sportrad – sei es MTB oder Rennrad – auf dem Weg nach Hause überrascht, ist das M-Wave eine gute Hilfe. Als vollwertiges Licht für den Straßenverkehr ist uns die Ausleuchtung der Fahrbahn allerdings etwas zu mau

Die Zusatzleuchte: Knog Blinder MOB

Das Licht des Knog Blinder MOB schneidet in unserem Test am schlechtesten ab. Gerade mal 80 Lumen stark ist der Lichtstrom. Nicht gerade üppig! Den Akku Scheinwerfer solltest du besser nicht allein, sondern nur als Zusatzleuchte nutzen. Immerhin ist sie dank seitlicher Lichtstreifen auch von der Seite sichtbar. Die zwei Leistungsmodi unterscheiden sich kaum merklich. Auch in der Kategorie Leuchtdauer rollt die Knog Leuchte das Feld nicht von hinten auf. Im Gegenteil: Im Test macht sie bereits nach zwei Stunden schlapp. Ärgerlich, dass eine volle Akkuladung mit vier Stunden doppelt so lange dauert wie die Laufzeit.

Schwache Leuchte: Das Knog Blinder MOB Fahrradlicht kann mit gerade einmal 80 Lumen im Test nicht überzeugen

Die Befestigung artet bei der Knog in eine lästige Fummelei aus. Darüber hinaus verrutscht die Leuchte bei der ersten etwas holprigen Fahrt immer wieder, und später springt uns auch noch die Halterung auf. Nicht unbedingt etwas für Innenstädte mit viel Kopfsteinpflaster.

Fazit: Die kompakte Knog Blinder MOB Leuchte überzeugt uns nicht. Die Leuchtkraft ist uns im Test zu schwach und die Halterung sehr wackelig. Und das bei einem vergleichsweise hohen Preis. 

So haben wir die Akku Fahrradlichter getestet

Nach Begutachtung der Verarbeitung geht's auf die Straße. Entscheidend ist für uns, wie viel Licht tatsächlich auf der Fahrbahn ankommt. Um das zu beurteilen, teilen wir die Fahrbahn vor dem Rad in fünf verschiedene Zonen auf, und zwar in je eine Nah-, Kern- und Fernzone und dazu in zwei Seitenzonen. So zeigen sich im Test erhebliche Unterschiede. Die beste Fahrbahnausleuchtung leistet das Testmodell von Sigma. Das Licht von Trelock reiht sich knapp dahinter ein.

Die Leuchtdauer in Stunden messen wir für den Test je zweimal hintereinander im stärksten und falls vorhanden auch im Eco-Modus. Macht der Hersteller keine Angaben zur Leuchtdauer oder zur Akkukapazität, gibt es einen Punktabzug bei der Handhabung, weil du als Käufer nicht weißt, worauf du dich einlässt und ob der Scheinwerfer die gewünschte Fahrstrecke durchhält. 

Punkte gibt es auch für die bessere Sichtbarkeit durch ein Seitenlicht und vernünftige Schalter. Dass zwei Frontleuchten, die Sigma und die M-Wave, im Set mit Rücklicht geliefert werden, berücksichtigen wir bei der Note nicht. Die Befestigung der Fahrradlampe sollte werkzeuglos funktionieren und stabil sein. 

Darauf musst du beim Kauf einer Akku-Fahrradlampe achten

Bei der Vorbereitung des Tests zeigt sich, dass die Hersteller in Sachen Licht unterschiedliche Messwerte zugrunde legen. Bei den technischen Angaben dokumentieren die einen die Leuchtstärke in Lux, die anderen den Lichtstrom in Lumen. Als Daumenregel kannst du dir merken, dass ein Wert von 60 bis 100 Lux für eine Fahrradlampe sehr gut ist. Das ist bei den Fahrradlichtern von Sigma und Trelock der Fall. Laut Straßenverkehrsordnung muss deine Lampe übrigens mindestens 10 Lux haben. Die 200 Lumen des Voxom Frontlichtes LV3 enttäuschen im Test jedoch, insbesondere im Nahbereich. Verfügt die Leuchte also über eine Lumenangabe, sollte der Wert unbedingt über 200 Lumen liegen.

In Sachen Akkulaufzeit zeigt sich im eine klare Tendenz: Je lichtstärker die Lampe, desto kürzer die Laufzeit. Klingt logisch, oder? Überlege dir vorher, wie lange du mit dem Rad unterwegs sein wirst. Fährst du nur kurze Strecken und hast zwischendurch die Möglichkeit, deine Lampe ans Netz zu hängen? Oder bist du auch bei schlechten Lichtverhältnissen auf deinem Rennrad oder Mountainbike mehrere Stunden lang unterwegs? Am längsten hält in unserem Fahrradlicht Test jedenfalls das Modell von Sigma durch: Im Energiesparmodus leuchtet sie ganze 10 Stunden.

Häufig gestellte Fragen zu Fahrradlichtern