Welches ist der große Wurf? 5 Wurfzelte getestet

Zum Campingurlaub gehört das Übernachten im Zelt – so hellhörig es auch sein mag – unbedingt dazu. Auf einen nervenzehrenden Aufbau-Marathon verzichten wir gerne. Der kostet nicht nur wertvolle Urlaubszeit, sondern birgt gleich am ersten Tag erhöhtes Konfliktpotential. Mit einem Wurfzelt ist das temporäre Eigenheim im wahrsten Sinne ruck zuck auf die Wiese geworfen und du sitzt schnell am Campfeuer. Bestenfalls ist dein Wurfzelt gut belüftet, verfügt über Moskitonetze zur Abwehr nächtlicher Plagegeister und hält auch einem ordentlichen Regen stand. Geht es dann an den Abbau ist etwas Übung erforderlich, dann aber klappt das Zusammenlegen des Wurfzeltes ganz ordentlich.

Wir testen fünf beliebte Wurfzelte für 2 bis 3 Personen zwischen 85 und 130 Euro* für dich auf Herz und Nieren. Dabei legen wir besonderen Wert auf einen einfachen Auf- und Abbau, eine gute Verarbeitung des Wurfzeltes sowie eine solide Widerstandsfähigkeit.

In diesen Kategorien testen wir die Zelte

  • Qualität: Sowohl die Außenhülle als auch der Boden des Wurfzeltes sollten hochwertig verarbeitet sein. Insbesondere eine robuste Bodenplane ist Gold wert, wenn es mal regnet. Ein gutes Wurfzelt sollte zudem über gut verarbeitete Nähte und Reißverschlüsse verfügen. Zu guter Letzt muss auch das Zeltgestänge aus Fiberglas etwas aushalten.
  • Funktionalität: Wir wünschen uns ein Wurfzelt, das ausreichend Platz bietet. Zudem sollte es natürlich wasserdicht sein, denn wer will schon morgens in einer Pfütze aufwachen. Praktische Gepäcktaschen, Befestigungslaschen und Moskitonetze goutieren uns bei den Zelten ebenfalls.
  • Transport: Sicher, ein Wurfzelt ist nichts für Trekkingtouren, sondern eher für den Campingurlaub oder den Festivalbesuch gedacht. Aber trotzdem sollten Gewicht und Packmaß des Zeltes überschaubar bleiben.
  • Aufbau und Abbau: Darauf kommt es bei einem quasi selbstaufbauenden Wurfzelt letztendlich an. Wie schnell und unkompliziert ist das Schlafgemach aufgebaut? Läuft der Abbau des Zeltes ebenso problemlos um so besser.

Quechua 2 Seconds Easy 3: Klarer Wurfzelt Testsieger

Am Quechua 2 Seconds Easy 3 kommt kein anderes Wurfzelt im Test vorbei. Es steht dank des flexiblen Faltsystems tatsächlich innerhalb weniger Sekunden auf der Wiese und punktet darüber hinaus mit guter Verarbeitung. In unserem Test trotzt es auch dem kräftigen Regen einer Gewitternacht. Was noch für das Quechua Wurfzelt spricht, erfährst du in unserem ausführlichen Einzeltest.

Preis-Leistungs-Sieger: Lumaland Outdoor Wurfzelt

Das Lumaland Outdoor Wurfzelt ist streng genommen kein Wurfzelt. Anders als der Testsieger von Quechua entfaltet es sich nicht durch die flexible Stangenkonstruktion selbst. Du spannst es hingegen eher wie einen Regenschirm auf. Sehr viel länger als beim Quechua dauert der Aufbau beim Lumaland Campingzelt allerdings nicht. Das Einschlagen der Heringe und das Anbringen der Abspannleinen dauert länger als das eigentliche Aufrichten. Sehr gut gefällt uns die doppelwandige Konstruktion. Der Abstand zwischen Außenhaut und Innenzelt garantiert dir, dass du auch bei einem Regenschauer trocken bleibst, wenn du aus Versehen mal von innen gegen die Zeltwand drückst. Mit einer Wassersäule von 3.000 Millimetern ist das Außenzelt wasserdicht. Auch die verschweißten Nähte und Reißverschlüsse trotzen einem ordentlichen Regenschauer.

Der Zeltboden ist aus robustem Polyethylen. Dank der hochgezogenen Bodenwanne musst du auch dort keinen Wassereinbruch befürchten. Das Lumaland Wurfzelt ist durch zwei seitliche Lüftungsöffnungen und die separate Belüftungsabdeckung gut belüftet. Die doppelwandige Konstruktion begünstigt die Belüftung ebenfalls, da die Luft gut zirkulieren kann.

Dank der gut verarbeiteten Moskitonetze am Eingang und im Kuppeldach nerven dich nachts auch keine Mücken. Mit einer Schlafkabine von 210 x 210 Zentimetern ist das Wurfzelt sehr geräumig. Die Stehhöhe ist mit 120 Zentimetern ebenfalls in Ordnung. Dein Gepäck findet Platz in einem kleinen Vorzelt. Kleine Schwachpunkte sind die dünnen Heringe aus Aluminium sowie die Befestigungslaschen für selbige aus Kunststoff. Die wirken etwas zerbrechlich. Der Abbau des Lumaland Wurfzeltes ist erfreulich einfach und selbsterklärend. Wir hadern allerdings etwas mit dem mickrigen Kompressionsgurt, mit dem du das Zelt zusammenschnürst. Auch die sehr klein bemessene Packtasche könnte durchaus etwas stabiler sein. Das Packmaß ist mit 80 x 20 x 20 Zentimeter üppig.

Fazit: Das Lumaland Outdoor Wurfzelt überzeugt im Test mit seiner Größe und guter Verarbeitung. Auf- und Abbau gehen leicht von der Hand. Moskitonetze schützen dich vor Plagegeistern und das robuste Zeltmaterial vor Regen. Wenn du auf der Suche nach einem günstigen, robusten und unkomplizierten Campingzelt bist, dann solltest du beim Lumaland auf jeden Fall zuschlagen.

Heringe frei! Diese Wurfzelte haben wir ebenfalls getestet

Weder unser Testsieger von Quechua noch unser Preis-Leistungs-Sieger von Lumaland überzeugen dich? Dann sieh dir an, wie die übrigen drei Campingzelte aus unserem Testfeld im Vergleich abgeschnitten haben.

Qeedo Quick Oak 3 Wurfzelt: Solides Campingzelt mit kleinen Schwächen

Das „Qeedo Quick Oak 3“ Wurfzelt ist ordentlich verarbeitet und bietet mit einer Grundfläche von 200 x 200 Zentimetern bei einer Stehhöhe von 130 Zentimetern ausstreichend Platz für 2 bis 3 Personen. Die doppelwandige Konstruktion ähnelt der des Preis-Leistungs-Siegers von Lumaland. Der Aufbau des Qeedo Zeltes ist zügig erledigt. Der Hersteller nennt das System treffend „Quick up“. Die beiliegenden Stahlheringe sind die robustesten im Testfeld. Innen- und Außenzelt werden in die außenliegende Konstruktion aus Fiberglasstangen eingehängt. Mit einer separaten Belüftungsabdeckung schützt du dich vor Regen von oben. Generell ist das Qeedo Wurfzelt wasserdicht: Das Außenzelt hält einer Wassersäule von 3.000 Millimeter Stand. Der Zeltboden hingegen ist uns etwas zu dünn. Da kommen Quechua und Lumaland mit ihrer stabilen Strukturplane deutlich besser weg. Beim dünnen Boden des Qeedo Quick Oak befürchten wir, dass er von scharfkantigen Steinen aufgeritzt werden könnte. Wasser drückt sich hier im Test aber nicht durch. Trotzdem würden wir dir eine Strukturplane als Unterlage für das Wurfzelt empfehlen.

Auch das Qeedo wartet mit einem Vorzelt fürs Gepäck auf. Hier hast du sogar transparente Sichtfenster, die du bei Bedarf abdunkeln kannst. Praktisch ist auch bei diesem Zelt der doppelte Eingang: So kannst du das Wurfzelt auch mal ordentlich durchlüften. Moskitonetze verhindern, dass sich Wespen und Mücken im Kuppelzelt häuslich einrichten. Die Belüftung ist ohnehin sehr gut. Zwei Seitenöffnungen lassen sich bei Bedarf öffnen beziehungsweise schließen. Ein praktisches Gimmick ist auch das Ablagenetz zum Einhängen für deine Wertsachen. Was uns am Qeedo nicht gefällt sind Kleinigkeiten, deren Summe dann doch eine bessere Platzierung verhindern. So stören uns die Gelenkschoner aus Nylon am Tragegerüst ungemein. Klar sollen sie die Gelenke schützen, aber gleichzeitig siehst du auch nicht, in welche Richtung die Gelenke sich einklappen lassen. Das ist sowohl beim Auf- wie auch beim Abbau extrem nervig, wenn sich die Stangen einmal verdrehen. Am besten, du lässt Außenhaut und Innenzelt immer an die Stangen geklippt. Im Test lösen wir die Clips einmal und stehen danach vor einem Chaos, dessen Abbau stresst und dauert.

Fazit: Das Qeedo Quick Oak 3 Campingzelt ist flott aufgebaut und wartet mit einigen coolen Ideen auf. Letztlich verhindern nervige Details wie die Gelenkabdeckungen der Glasfaserstangen ein besseres Ergebnis. Das Qeedo Wurfzelt ist etwas für dich, wenn du gelegentlich zum Camping fährst und dich beim Abbau des Wurfzeltes in Geduld üben kannst.

High Peak Hyperdome 3 Wurfzelt: Clevere Federstahl Konstruktion

Das „High Peak Hyperdome 3“ ist ein klassisches Wurfzelt im herkömmlichen Sinn. Du schälst es aus der Diskus-Tasche und wirfst es in die Luft. Der flexible Federstahlrahmen faltet es automatisch auf und nach ein paar justierenden Handgriffen steht das Zelt. Fehlen noch die fixierenden Heringe, vier Spannriemen sowie je ein kurzer Glasfaser-Teleskopstab für das Vordach und die Kuppel. Der Innenraum ist mit einer Grundfläche von 210 x 210 Zentimetern sehr geräumig. Mit einer Stehhöhe von 130 Zentimetern gehört es zu den höchsten Wurfzelten im Test. Das begünstigt einen hohen Einstieg, bei dem du sich nicht so sehr bücken musst. Ganz schwach finden wir die ebenso dünnen wie weichen Aluminium-Heringe.

Belüftet ist das High Peak Wurfzelt dank zwei Ventilationsöffnungen unter dem Kuppeldach recht effizient. So weit, so gut. Ein ordentliches Gewitter bringt dann aber ein feuchtes Erwachen: Durch den dünnen Zeltboden drückt nach und nach das Wasser durch. Am Morgen steht das Wasser in einer zentimetertiefen Pfütze im Zelt. Wände und Kuppeldach hingegen halten dem Regen mit einer Wassersäule von 2.000 Millimeter stand. Und auch die Nähte und Reißverschlüsse sind an den neuralgischen Stellen gut verklebt und dadurch dicht. Da das High Peak ein einwandiges Zelt ist, sickert Regenwasser bei jeder Berührung durch den Zeltstoff nach innen.

Fazit: Das High Peak Hyperdome 3 ist uns gemessen an Material und Verarbeitung mit knapp 130 Euro* zu teuer. Wenn du auf der Suche nach einem schnell aufzustellenden Zelt für den Garten oder ein Vorratszelt bist, in dem es nicht unbedingt trocken bleiben muss. Dann ist das High Peak Campingzelt vielleicht etwas für dich.

Hewolf Pop-Up Zelt: Gut gestartet und dann abgeschmiert

Uiuiui... auf den ersten Blick kommt das „Hewolf Pop Up Zelt“ richtig gut daher. Die Verarbeitung macht einen ordentlichen Eindruck, das gepackte Wurfzelt ist schön leicht und der Aufbau klappt reibungslos und schnell. Auch das Packmaß ist mit 74 x 16 x 16 Zentimeter eines der kleinsten im Vergleich. Nach dem guten Anfangseindruck bricht das Hewolf Campingzelt allerdings schnell ein. Doch der Reihe nach. Der Aufbau erinnert an das System von Lumaland und Qeedo, geht aber so einfach von der Hand, dass sich das Zelt quasi selbstständig aufstellt. Der Innenraum ist mit 200 x 180 Zentimetern geringfügig kleiner als beim Testsieger von Quechua, bietet aber ausreichend Platz für 3 Personen.

Dann allerdings verdunkeln finstere Regenwolken den heiteren Hewolf Himmel. Das Hewolf Zelt ist das günstigste im Test, enttäuscht aber als verkapptes Duschzelt. Eigentlich als Kuppelzelt bezeichnet, mündet es oben gar nicht in einer Kuppel, sondern in einer Plattform, auf der sich das Wasser in einer Pfütze sammelt. Steht das Wasser dort länger, beginnt es durch die Nähte zu sickern. In der Folge tropft es dir auf den Schlafsack. Das darf nicht sein. Auch nicht bei einem so günstigen Wurfzelt. Hinzu kommt ein recht dünner Zeltboden, der es unserer Meinung nicht mit jedem Kieselstein aufnehmen kann. Der Abbau gestaltet sich zudem unerwartet schwer. Und beim dritten Abbau im Test passiert es dann: Eine der Fiberglasstangen splittert. Und wir bauen das Wurfzelt nicht einmal völlig verkatert nach dem Festival ab!

Fazit: Das Hewolf Pop-Up Zelt ist ein günstiges Zelt mit gestörtem Verhältnis zu Regenschauern. Der super einfache und schnelle Aufbau wird durch den nervigen Abbau relativiert. Wenn du auf der Suche nach einem selbstaufbauenden Spielzelt für die Kinder im geschützten Garten oder einem Schönwetterzelt für gelegentliches Camping bist, ist das Hewolf Wurfzelt eventuell etwas für dich.  

So haben wir getestet

Alle Wurfzelte im Test bauen wir mehrere Male auf und wieder ab. Dabei prüfen wir die Verarbeitung des Zeltaußenmaterials, des Zeltbodens, der Nähte, der Reißverschlüsse, des Gestänges und der Heringe. Das beste Gesamtpaket liefert im Test das kompakte Quechua 2 Seconds Easy 3. Knapp dahinter liegt der gute Preis-Leistungs-Sieger von Lumaland. Schwachpunkt bei nahezu allen Zelten im Test sind die Heringe. Einzig das Qeedo macht hier mit seinen Stahlheringen die Ausnahme.

Die Wasserdichtigkeit testen wir bei den Wurfzelten von Quechua und High Peak während eines ausgewachsenen Gewitters in der Nacht. Bei den drei übrigen Zelten will es partout nicht regnen und wir müssen die Wurfzelte mit dem Gartenschlauch traktieren. Der legt auch prompt die Schwächen des Hewolf Pop-Up Zeltes offen.

Der Aufbau alle Wurfzelte klappte im Praxistest auf Anhieb - erst beim Abbau zeigen sich große Unterschiede.

Darauf solltest du bei der Entscheidung für ein Wurfzelt achten

Bei einem Wurfzelt zählt in erster Linie der schnelle Aufbau, denn wirklich lange aufhalten wollen wir uns mit dem Aufstellen unseres Outdoor Eigenheims auf Zeit nicht. Ganz egal, ob wir spät auf dem Festival ankommen und zur Bühne wollen oder ob wir ganz in Ruhe auf dem Campingplatz am Strand Quartier beziehen. Am schnellsten klappt der Aufbau in unserem Vergleich beim Quechua, dem Hewolf und dem High Peak. Doch auch für den Aufbau der beiden anderen Zelte im Testfeld brauchst du nicht ewig und drei Tage. Der zweite große Knackpunkt nach dem fixen Aufbau ist ein unfallfreier Abbau. Da sieht es im Test schon anders aus. Für das Quechua und das High Peak brauchst du zwar etwas Übung, dann aber klappt das Zusammenlegen flott. Auch das Einpacken des Lumaland ist soweit in Ordnung. Schwerer tun wir uns beim Qeedo und erst recht beim Hewolf.

Dein Wurfzelt sollte nach Möglichkeit auch einen ordentlichen Regenguss aushalten. Ab einer Wassersäule von 2.000 Millimetern kannst du ein Zelt als wasserdicht bezeichnen (siehe FAQ). Am besten kommen in unserem Vergleich die Zelte von Quechua, Lumaland und Qeedo zurecht. Das Hewolf enttäuscht hier. Neben einem möglichst dichten Außenmaterial, sollte auch der Zeltboden wasserdicht und robust sein. Im besten Fall ist der Boden sogar hochgezogen. Das ist beim Quechua und dem Lumaland der Fall. Damit das Wasser bei deinem Zelt draußen bleibt, solltest du auf verklebte Nähte und Reißverschlüsse achten. Durch versiegelte Nähte drückt auch bei starkem Regen kein Wasser in den Innenraum. Im Wurfzelt Test punkten hierbei wiederum das Quechua, das Lumaland und mit Abstrichen das High Peak. Doppelwandige Wurfzelte kommen mit Regen zudem besser klar als einwandige Zelte. Auch begünstigt der etwa handbereite Abstand zwischen Außenhaut und Innenzelt die Belüftung. Bis auf das Hyperdome 3 von High Peak sind alle Wurfzelte im Vergleich doppelwandig konstruiert.

Letztlich brauchst du auch vernünftige Heringe, um dein Wurfzelt gut zu verankern. Je nach Bodenbeschaffenheit benötigst du verschiedene Heringe. Die dünnen Aluheringe, die den Zelten in unserem Vergleich beiliegen, taugen ehrlich gesagt nicht viel. Sie sind zu weich und verbiegen ziemlich schnell. Ausnahme sind die Stahlheringe des Qeedo Zeltes. Auf lange Sicht solltest du dir für dein Zelt nach und nach gute Heringe für verschiedenen Böden zulegen. Ein Set aus acht Heringen für sandigen Boden kostet dich je nachdem ob aus Kunststoff oder Metall zwischen 10 und 20 Euro*. Ein Wurfzelt steht auch ohne Abspannleinen, aber sie machen es windstabil.

Ob auf dem Campingplatz oder auf dem Festivalgelände - zum Campingequipment gehört neben einem Wurfzelt auch ein gemütlicher Schlafsack. Wir haben acht Schlafsäcke für dich getestet. Welches Modell das beste ist, liest du in unserem Schlafsack Testbericht.

Häufige Fragen zu Wurfzelten

* Alle Preise Stand August 2020