Von klein und kompakt bis groß und leistungsstark: Welcher Gartenhäcksler ist der beste?

Je größer der Garten, desto mehr Schnittgut fällt an. Vor allem im Frühjahr und im Herbst bringen Hobbygärtner ihre Bäume, Sträucher und Hecken in Form. Gelegentlich muss auch ein Gehölz ganz gerodet werden. Zurück bleiben sperrige Pflanzenreste, die du zur Grünschnitt-Deponie bringen kannst. Eine bessere Alternative: Du zerkleinerst sie mit einem Qualitäts-Gartenhäcksler, auch als Schredder bezeichnet, und produzierst damit wertvolles Mulch- oder Kompostmaterial für den eigenen Garten. 

Ideal sind kompakte Gartenhäcksler mit leistungsstarkem Motor und einem Schneidwerk, das auch größere Astdurchmesser meistert. In unserem Test haben wir sieben Elektrohäcksler und einen Häcksler mit Benzinmotor unter die Lupe genommen. Wichtig ist allgemein, dass alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Ohrenschonend für den Benutzer und die Nachbarn sind sogenannte Leisehäcksler. Im GuteWahl.de Test haben wir ganz genau hingeschaut und hingehört.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Funktionalität: Wie gut ist der Häcksler verarbeitet und vor allem wie gut häckselt er das Schnittgut?
  • Sicherheit: Über welche Sicherheitsmechanismen verfügt das Gerät?
  • Ausstattung: Welche Schnitttechnik verwendet der Häcksler? Welches Zubehör ist im Lieferumfang enthalten?

Diese acht Gartenhäcksler haben wir uns ganz genau angesehen

Der leistungsstarke Testsieger: Bosch AXT 25 TC

Der Häcksler von Bosch überzeugt uns, weil er sowohl grobes als auch feines Häckselgut ohne zu murren schluckt. Zwar ist er von den getesteten Leisehäckslern das teuerste Modell, erreicht dafür aber auch als einziger eine Lautstärke von unter 90 Dezibel. Er lässt sich platzsparend verstauen. Wie sich der Häcksler im Detail geschlagen hat, erfährst du in unserem Bosch AXT 25 TC Einzeltest.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Der SDL 2800 EVO von Wolf-Garten

Der Häcksler von Wolf-Garten bietet für wenig Geld eine gute Häckselleistung und zeigt keine Schwächen in der Nutzung. Auch in Sachen Sicherheit ist der Walzenhäcksler mit Motorschutzschalter, Nullspannungsschalter und Wiederanlaufsicherung up to date. Mehr zu diesem Häcksler erfährst du in unserem SDL 2800 EVO Einzeltest.

Empfehlenswert: Diese Gartenhäcksler haben wir ebenfalls getestet

Das Wichtigste vorweg: Es gibt in unserem Test keine wirklich schlechten oder zu teuren Häcksler. Grundsätzlich gilt: Je mehr ein Gartenhäcksler kostet, desto leistungsstärker ist er auch. Für kleines Geld gibt es also kleine Mengen und kleine Zweige, für großes Geld hingegen große Mengen und große Zweige.

Wenn’s ganz klein werden soll: Der Eliet Neo 1 Elektro-Häcksler 2500 W

Wer mehr als 500 Euro übrig hat, kann zum "Eliet Neo 1" greifen. Das Zerkleinern gelingt bei diesem Gartenhäcksler mit dem Axtprinzip. Diese Häcksler-Technologie gründet darauf, dass sich Holz in Faserrichtung leichter schneiden lässt. Die Messer der Häcksler von Eliet hacken wie kleine Äxte auf den Grünschnitt ein. Das Holz wird dabei in Wuchsrichtung gespalten und zerkleinert. Pro Minute wird dieser Vorgang tausendfach mit einer großen Anzahl an Messern wiederholt. So entstehen sehr kleine Schnipsel, die sich sehr gut als Mulchschicht für den Boden oder für den Kompostbehälter verwenden lassen. Für uns war die Arbeit mit diesem Gartenhäcksler zunächst gewöhnungsbedürftig. Doch mit etwas Übung ist das gewünschte Ergebnis durchaus erreichbar.

Für Gartenprofis: Der Cramer Kompostmaster 2.400

Im Gegensatz zu den getesteten Leisehäckslern mit Messerwalze oder Turbine-Cut-System arbeitet dieser Häcksler mit einem schnell rotierenden Spezialmesser. Der "Cramer Kompostmaster 2400" ist ideal für Besitzer eines sehr großen Grundstücks oder für eine nachbarliche Gemeinschaft. Von der Ausstattung und Häckslerleistung gehört dieses Gerät eher in den semiprofessionellen bis professionellen Bereich und erfüllt dabei höchste Ansprüche. Dafür ist es eben auch relativ laut und zudem der teuerste Häcksler in unserem Test.
Besonderheit: Er ist mit einem großvolumigen Einwurftrichter für weiches Material und mit einem separaten Seiteneinschub für Zweige ausgestattet. Über eine Einstellschraube lässt sich die Größe des Schiebers vor dem Auswurfkanal und damit die Größe des Endmaterials von grob bis fein einstellen.

Im Innern des Gartenhäckslers arbeitet eine schwere Messerscheibe aus einer Speziallegierung. Diese ist unempfindlich selbst gegen Erde und Steine und hat eine extrem hohe Bruchfestigkeit. Die senkrecht angeordneten Häcksel- und Schnitzelmesser zerkleinern das Material gründlich. Ohne Probleme verarbeitet der Messerhäcksler vielfältigstes Ausgangsmaterial: Strauchwerk, buschartiges Material, Nutzgartenabfälle, Blumen, Stauden, Knollen und Topfblumen. Also alles was im Garten anfällt, egal ob trocken oder feucht. Sogar das, was eigentlich nicht unbedingt in den Häcksler gehört wie Wurzelwerk mit Erde und sogar Tonscherben oder kleine Steine werden geschluckt und wieder ausgespuckt. Die Häckselleistung liegt bei beeindruckenden 350 Kilogramm je Stunde.

Die Zwillinge: Dolmar FH 2500 und Makita UD 2500

Die beiden Gartenhäcksler von Dolmar und Makita, die wir unserem Test unterzogen haben, sind absolut baugleich und unterscheiden sich tatsächlich nur in der Farbgebung – und im Verkaufspreis. Nur das Modell von Atika unterbietet den orangen Dolmar und den blauen Makita beim Preis. Technisch gesehen bieten beide Walzenhäcksler recht viel: Die Schredder für Haus, Hof und Garten haben einen kräftigen Motor, der es mit bis zu 45 Millimeter starken Schnittresten aufnehmen soll, dieses Ziel aber nicht immer erreicht. Die Andruckplatte der Walze lässt sich über ein Drehrad mit Arretiermöglichkeit einstellen. Das ermöglicht diverse Schneidgrade.


Über ein leicht zu bedienendes Kontrollpaneel mit Umkehrschalter lässt sich das Schneidwerk bei festsitzenden Stücken ohne großen Aufwand wieder in Gang setzen. Bei Bedarf kannst du die Walze auch über eine abschraubbare Platte von festsitzenden Stücken befreien oder bei Bedarf austauschen. Eine Ersatzwalze gibt es als Zubehör.  
Für ein gutes Handling verfügen beide Häcksler über praktische Handgriffe an beiden Seiten. Diese ermöglichen einen sicheren Halt und leichten Transport, wozu auch die gummierten Räder beitragen. Die 53-Liter-Fangbox lässt sich, ebenso wie bei den anderen Testprodukten, werkzeuglos verriegeln.

Leistungsstarker Benziner: Der Eliet Maestro City

Der mit knapp 1.200 Euro (Stand April 2019) zweitteuerste Gartenhäcksler im Test wird angetrieben von einem leistungsstarken 5,5 PS Briggs & Stratton Benzin-Motor. Damit schluckt der "Eliet Maestro City" in kürzester Zeit Material in allen Variationen in großen Mengen und schafft in einer Stunde die angegebene Häckselleistung von 10 Schubkarren mit Bravour. Der starke Schredder bewältigt 40 Millimeter Äste, dicke Triebe einer Thujahecke oder auch Schilfgrasbündel. In der 60-Liter-Auffangbox presst er das Häckselergebnis so fest, dass die Menge ausgekippt eine 100 Liter fassende Schubkarre füllt. 

Durch den Schneidevorgang nach dem Axtprinzip werden wie beim anderen getesteten Eliet-Modell die Schnipsel mit 12 Messern kräftig zusammengedrückt und zerfasert. Diese sogenannten „Biotech-Schnipsel“ haben so feine Faserstrukturen, dass der Abbauvorgang beim Kompostieren viel schneller stattfindet als bei „normalem“ Häckselgut. Das Schnittgut erhält dadurch eine gute und lockere Mischung, die den richtigen Feuchtigkeitsgrad aufweist. So tragen die Schnitzel zu einer erhöhten Effizienz des Kompostierens bei. Positiv aufgefallen ist uns auch das robuste Chassis: Die Häckselkammer des Maestro City ist aus Stahl gefertigt und vollständig in den Rohrrahmen eingeschweißt. Der Einfülltrichter ist ebenfalls aus Stahl hergestellt.

Der Günstige: Der Atika ALF 2800

Der Häcksler von Atika ist mit knapp unter 200 Euro (Stand April 2019) der preisgünstigste in unserem Check. Trotzdem schlägt er sich recht ordentlich. Er ist gut geeignet, um Schnittgut mit bis zu 45 Millimetern Stärke zu zerkleinern. Für einen kleinen Garten ist ein Häcksler dieser Preisklasse, mit dem man ein- bis zweimal im Jahr den Hecken- und Strauchschnitt zerkleinern will, ideal. Er ist ordentlich verarbeitet und wird sicher mehrere Gartensaisons durchhalten. Trotzdem wirken die anderen Testkandidaten hier insgesamt stabiler und hochwertiger gefertigt. Das Schnittgut zieht der Atika Häcksler selbstständig und gleichmäßig durch den Sicherheitseinfülltrichter ein. Zudem arbeitet er mit seinen 2800 Watt angenehm leise.

Der integrierte Fangkorb kann mit einem Volumen von 62 Litern reichlich Häckselgut aufnehmen. Sein Verriegelungshebel ist automatisch gekoppelt mit der Sicherheitsabschaltung beim Öffnen. In Sachen Sicherheit überzeugen der Netzschalter mit automatischem Rückwärtslauf bei Blockierungen. Ebenso die Wiederanlaufsicherung für zusätzlichen Schutz bei Stromausfall und die LED-Funktionsanzeige. Das alles zählt ebenso zur Serienausstattung des Häckslers wie die Gegenplatte, mit der du die Feinheit des Häckselergebnis einstellen kannst.

So haben wir die Gartenhäcksler getestet

Unsere Prüfung war subjektiv, weil wir zum Beispiel bewusst auf eine schalltechnische Untersuchung im Labor verzichtet haben. Wir vertrauten lieber auf unsere Ohren – und die der Nachbarn. Die Testkandidaten wurden nicht zur Kontrolle der Motordrehzahl auf den Prüfstand gebracht. Lieber beobachteten wir mit unserem Expertenteam, alles erfahrene Gartenbesitzer mit hoher Maschinenkompetenz, wie die Häcksler mit dem Schnittgut zurechtkamen. Wir haben für den Gartenhäcksler Test verschiedenes Schnittgut von unterschiedlicher Härte, Wuchs und Stärke verwendet – kein genormtes Material. Stichprobenartig haben wir den exakten Durchmesser der Prüfäste mit dem Zollstock nachgemessen.

Jeder Gartenhäcksler wurde auf Herz und Nieren, sprich Schneidwerk und Leistung geprüft

Was musst du beim Kauf eines Gartenhäckslers beachten?

Die Geräuschentwicklung ist natürlich ein wichtiger Punkt, ebenso der maximale Astdurchmesser, den der Gartenhäcksler bewältigen kann. Hinzu kommt die Sicherheit: Zur Gerätesicherheit gehört auch die Standsicherheit. Günstig sind also ein stabiler, breiter Rahmen, nicht wackelnde Standfüße sowie fest montierte Transportrollen. Der Einwurfschacht und auch die Messer im Auswurfschacht dürfen für Kinderhände nicht erreichbar sein. Eine Abschaltautomatik verhindert, dass das Schneidwerk weiterarbeitet, wenn der Fangkorb entfernt wird. Auch wenn die Maschine abgestellt wird oder sie sich wegen Überlastung festläuft, muss der Motor sofort stillstehen. Eine Wiederanlaufsicherung vermeidet, dass der Gartenhäcksler sofort weiterläuft, wenn er von festsitzendem Häckselgut befreit wird.

Beim Arbeiten mit einem Häckslern solltest du aus Sicherheitsgründen immer Handschuhe tragen

Wichtige Fragen zu Gartenhäckslern

Co-Autor: Manfred Eckermeier