Feines freies Sägen leicht gemacht: 9 Akku-Stichsägen getestet 

Unter den motorbetriebenen Sägen ist die Stichsäge die flexibelste. Sie kommt zum Einsatz, weil etwa die Handkreissäge nur gerade Schnitte zulässt, die Tischkreissäge zu sperrig ist oder die Säbelsäge keine feinen Rundungen erlaubt. Und wenn du nicht gerade dicke Balken sägen musst, dann kannst du auch auf druckvolle kabelgebundene Geräte verzichten. Mit der Akku-Stichsäge arbeitest du frei in der Werkstatt, im Garten und auch auf der Baustelle. Und im Systemverbund wirst du die teuren aber leistungsstarken Akkus auch gut für andere Geräte mit einsetzen können.

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Technische Vergleichsmerkmale: Allein 20 Kriterien umfasst unsere technische Vergleichsliste. Von der Abmessung über die Leerlaufhubzahl bis zur Wattstunde nehmen wir alles auf und vergleichen. Außerdem messen wir häufig auch nach, etwa bei Akku-Ladezeit, Gewicht der Akku-Stichsäge oder die Lautstärke. 
  • Ausstattung und Zubehör: Hier kontrollieren wir, ob zum Gerät nur die Führung des Parallelanschlags gehört oder ob gleich einer mitgelieferte wird. Wir überprüfen, ob die Fußplatte einen Gleitschutz für empfindliche Oberflächen hat und ob zum Lieferumfang auch ein Spanreißschutz gehört.
  • Der Qualitätsvergleich sagt dir, ob der Gleitschutz auch wirklich schützt oder die Auslaufbremse auf den Punkt stoppt, wenn du die Maschine loslässt. Hier berichten wir auch über die gemessene Lautstärke der Testgeräte.
  • Bedienkomfort und Funktionalität: Bei diesem Kriterium prüfen wir, wie sich das Gewicht der Akku-Stichsäge nicht nur auf der Waage, sondern auch in der Hand bemerkbar macht. Wir checken für dich, ob der Spanreißschutz oder der Absaugadapter seinen Namen verdient. Zudem prüfen wir, wie gut sich der Gehrungswinkel einstellen lässt und ob du die Einstellung auch gut ablesen kannst.

9 Akku-Stichsägen im Vergleichstest

Unser Testsieger: Die Makita Akku-Stichsäge DJV182Z

Die Makita Akku-Stichsäge „DJV182Z“ ist ein leichtes Gerät mit der geringsten Geräuschentwicklung aller getesteten Maschinen. Der bürstenlose Motor sorgt für mehr Ausdauer und kompaktere BauweiseOptimal ist die Akku-Ladezeit von gerade einmal 22 Minuten für die 100 Prozent-Füllung bei einer Leistung von 54 Wattstunden. Zum Vergleich: Die Black+Decker braucht für den 36 Wattstunden Energiespeicher sage und schreibe 120 Minuten. Ausführliche Informationen gibt es im Einzeltest zum Testsieger.

Unser Preis-Leistungs-Sieger: Die Einhell Akku-Stichsäge TE-JS-18Li

Die Einhell Akku-Stichsäge „TE-JS 18 Li“ ist ein Mitglied der sogenannten Power X-Change Familie und wird von vielfältig einsetzbaren Lithium-Ionen-System-Akkus betrieben. Letztere kannst du auch in andere Akkugeräte von Einhell einsetzen, etwa den Handstaubsauger, die Handkreissäge oder den Akkuschrauber. Der Spanreißschutz der Akku-Stichsäge und ihre aufsteckbare Schnittlinienanzeige ermöglichen ausrissfreie, exakte Schnitte. Ein LED-Licht zum Ausleuchten vom Schnittbereich sowie die praktische Staub-Abblasfunktion sorgen jederzeit für perfekte Sicht auf das Werkstück. Die Abdeckhaube für den Staubschutz garantiert ebenfalls beste Sicht.

Sehr gefallen hat uns die exakte und leicht über einen Hebel bedienbare Gehrungswinkel-Einstellung. Damit kannst du auch während des Bearbeitens eines Werkstücks mit einem Griff die Einstellung ändern. Die Einhell bietet trotz ihres attraktiven Preises als einzige Akku-Stichsäge serienmäßig einen Parallelanschlag. Sehr hilfreich, wenn du gerade Parallelschnitte durchführen willst. Für die Genauigkeit sorgt auch die aufsteckbare Schnittlinienanzeige.

Der Profi-Tipp: Die Bosch Akku-Stichsäge GST18V-Li

Die „Bosch GST18V-Li“ ist im Gegensatz zu den Bügel-Versionen eine Stab-Akku-Stichsäge. Sie kommt aus dem professionellen Einsatzbereich und lässt sich mit zwei Händen präzise führen. Uns gefällt die hochklassige Motorleistung in Verbindung mit optimaler Akku-Leistung. Zum Lieferumfang gehören zwei 18 Volt (V) 5 Amperestunden (Ah) Akkus. Damit ergibt sich ein Energiespeichervolumen von 180 Wattstunden, die in zweimal 45 Minuten zu 100 Prozent geladen werden können. Mehr Informationen zu diesem Profigerät haben wir im Einzeltest für dich zusammengestellt.

Auch mit allen anderen Testkandidaten sägt es sich gut

Auch die übrigen sechs Probanden liegen in ihren Testergebnissen nicht weit von der Spitzengruppe entfernt. Zwar schwächeln die Black+Decker BDCJS18 und die Ryobi R18JS-0 etwas. Da reden wir aber über eine Differenz zum Testsieger von nur einem Punkt. Und das zu erheblich niedrigeren PreisenDer Rest der Geräte liegt mit einem Punktabstand von 0,3 bis 0,5 zum Testsieger auf nahezu gleichem Niveau. Für welche der Akku-Stichsägen du dich auch entscheidest: Verkehrt machen kannst du hier kaum etwas.

Liegt im vorderen Drittel: Die AEG Akku-Stichsäge BST 18X

Die Akku-Stichsäge „AEG BST 18 X“ gehört in die Spitzenklasse. Nicht nur durch ihren Preis sondern auch durch ihre Performance. Vorbildlich ist die Ausstattung. So zum Beispiel die einfache Einstellung des Gehrungswinkels. Du musst nur einen Hebel nach vorne ziehen, dann kannst du die Fußplatte verstellen, genau wie etwa bei der Einhell TE-JS 18Li. Bei jeder anderen Akku-Stichsäge im Test musst du dafür ein oder sogar zwei Schrauben mit dem Inbusschlüssel oder dem Schlitzschraubendreher lösen. Schade, dass die AEG BST 18 X keine Skala für den Gehrungswinkel hat, an der du den eingestellten Winkel ablesen kannst.

Zu den weiteren positiven Details der AEG Akku-Stichsäge BST 18 X gehört die Pendelhub-Einstellung. Bei ihr hast du fünf Stufen zur Verfügung. Das bietet keine der anderen Maschinen. Positiv aufgefallen sind uns außerdem die sichere Auslaufbremse, die Akku-Kapazität von 72 Wattstunden und die große Abdeckhaube für den Staubschutz zu erwähnen. Bleibt noch die schicke große „Reisetasche“ zur Aufbewahrung, in der du das komplette Zubehör und andere Utensilien unterbringen kannst. Drei Wermutstropfen sind aber noch zu nennen: Die AEG Akku-Stichsäge BST 18 X hat kein Arbeitslicht und keinen Absaugadapter im Lieferumfang und es fehlt der Parallelanschlag.

Die Bosch Akku-Stichsäge PST 18 Li: Klein aber fein

Diese Akku-Stichsäge ist eine kompakte Bügelversion mit schmalem Fuß und geringer Höhe. Darum kannst du mit der „Bosch PST 18-Li“ auch mal in engen Einsatzbereichen arbeiten. Hilfreich ist dabei auch ihr geringes Gewicht von nur 2 Kilogramm inklusive 18-Volt-Akku. Der liefert 45 Wattstunden Energie. Das reicht dir durchaus für eine Stunde vollen Einsatz. Und wenn du dich für das Bosch Akku-System entschieden hast, kannst du dir auch einen zweiten Akku gönnen und rund um die Uhr arbeiten. Denn der Zweit-Akku ist in einer Stunde wieder vollgeladen. 

Die Bosch Elektronik ermöglicht über den Schalter die Steuerung der Hubzahl. Das setzt allerdings eine ruhige Hand voraus. Ungeübte Nutzer sollten vor schwierigen Einsätzen üben, um einen gleichmäßigen Schnitt hinzubekommen. Die Bosch Akku-Stichsäge PST 18 Li erreicht eine Schnitttiefe in Holz von bis zu 80 Millimetern und in Stahl von bis zu 5 Millimetern. Die Staubschutz-Abdeckhaube hält die den Arbeitsbereich sauber und an den Absaugadapter kannst du einen Staubsauger anschließen. Leider fehlt der kleinen leisen Bosch Maschine der Gleitschutz für die Fußplatte.

Die Greenworks Akku-Stichsäge 3600707: Viele Wattstunden fürs Geld

Mit ihrem 24 V/4 Ah Akku gehört die „Greenworks Akku-Stichsäge 3600707“ mit ihren 86 Wattstunden zu den Langstrecken-Stichsägen. Aus keiner der am Test beteiligten Akkus holst du so viel Energiekapazität. Mit über 2,5 Kilogramm gehört sie nicht zu den Leichtgewichten. Allerdings spürst du das nur im Arm, wenn du über Kopf arbeiten musst.

Egal ob du in Holz, Metall oder Kunststoff arbeiten musst - die Greenworks Akku-Stichsäge bietet  maximale Genauigkeit  bei  allen  Materialien. Sie kann  zum präzisen Sägen von  Bögen,  geraden  Linien, aber auch Einsteckschliffen  oder Schrägschnitten bis 45°  eingesetzt werden. Das Einstellen ist allerdings etwas fummelig wie bei allen Geräten mit Schraub-Befestigung. Ein Laserstrahl markiert die Schnittlinie und die LED Beleuchtung sorgt für eine bessere Sichtbarkeit des Arbeitsbereichs. 

Die Worx Akku-Stichsäge WX543.9: Kleiner Akku für kleinere Arbeiten

Diese Akku-Stichsäge mit Pendelhub von Worx überzeugt durch ihre kompakte und griffige Form von 240 x 75 x 195 Millimetern. Damit ist die "Worx Akku-Stichsäge WX543.9" die kleinste Maschine im Feld. Die angegebene Akkuspannung von 20 Volt Spitzenspannung entspricht den 18 Volt Nennspannung der anderen Maschinen. Damit bekommst du die nötige Ausdauer von 36 Wattstunden für kleinere Arbeiten. Hier wäre ein Akku mit 3 oder sogar 4 Amperestunden wünschenswert. Mit der ansonsten zuverlässigen Ausstattung schafft die Säge bei Holzarbeiten eine Schnitttiefe von 8 Zentimetern. Wenn du damit Stahl schneidest, erreicht sie eine Tiefe von 8 Millimetern. Bei Arbeiten mit Aluminium ist eine Schnitttiefe von 18 Millimetern möglich. Die Pendelhub-Stichsäge hat inklusive Akku ein Gewicht von 2 Kilogramm und lässt sich damit gut handhaben. Du kannst das kompatible Akku-System von WORX für viele andere Geräte einsetzen, sogar für einen Mähroboter.

Die Black+Decker BDCJS18: Gute Leistung zum kleinen Preis

Wenn du nicht viel Geld ausgeben aber dennoch eine akzeptable Leistung bekommen möchtest, ist die „Black+Deckker Akku-Stichsäge BDCJS18“ genau das richtige Gerät für dich. Sie bringt eine akzeptable Sägeleistung mit ihrem 2 Amperestunden Akku. Allerdings benötigt das Ladegerät sage und schreibe zwei Stunden, um ihn wieder komplett aufzuladen. Ob er leer ist oder nicht, kannst du noch nicht einmal am Akku erkennen, weil ihm wie bei der Worx die Ladestandsanzeige fehlt.

Der zweistufige Pendelhub ermöglicht dir zwar einen schnellen Sägefortschritt. Die anderen Geräte im Test können aber mindestens drei Stufen aufweisen. Beispielhaft für die Sicherheit ist der optimal positionierte Schutzbügel. Da sind deine Finger gut geschützt und doch bleibt genügend Platz für den werkzeuglosen Sägeblattwechsel. Da macht dieses Gerät Punkte gut. Auch bei Black+Decker ist die Akku-Stichsäge Bestandteil des 18 Volt Systems, das mit einer Akku-Plattform betrieben wird. Die Lieferung erfolgt mit einem 18 V/2 Ah Akku und einem Ladegerät.

Die Ryobi Akku-Stichsäge R18JS-0: Ist ihren Preis wert

Die „Ryobi Akku-Stichsäge R18JS-0“ ist ein robustes Gerät nicht nur für den stationären, sondern vor allem für den mobilen Einsatz. Der 18V/2,5 Ah Akku sorgt für eine eine akzeptable Leistung. Der Motor ist mit einer stufenlos regelbaren Drehzahlregelung ausgerüstet, sodass die Hubzahl perfekt auf jedes Material angepasst werden kann. Diese Möglichkeit gefällt unseren Testern besser, als ein stufenlos arbeitendes System, bei dem du während des Sägens einen absolut ruhigen Zeigefinger benötigst. Dank der zuschaltbaren vierstufigen Pendelung erreichst du sehr hohe Sägefortschritte, allerdings leidet darunter auch das Schnittbild. Eine Schnittlinienkontrolle und ein Spanreißschutz sind nicht vorhanden. Für eine gute Führung auf dem Werkstück sorgt die gegossene Fußplatte, an der du auch Gehrungswinkel bis zu 45 Grad ordentlich einstellen kannst. Allerdings gibt es keinen Gleitschutz für die Fußplatte.

So haben wir getestet

Oberstes Gebot bei unserem Akku-Stichsägen Test ist die Einhaltung von fairen Spielregeln und die Gleichbehandlung aller Kandidaten. Alle Testgeräte haben wir aus einer Liste der am meisten im Netz gekauften Geräte ausgewählt. Es werden nur Geräte eingesetzt, die auch mindestens zwölf Monaten nach Test noch verfügbar sind. Das kann dazu führen, dass wir einer neueren Gerätegeneration den Vorzug geben.

Im Detail haben wir alle Akku-Stichsägen mit unterschiedlichen Sägeblättern bestückt und verschiedene Materialien wie Holz, Metall und Kunststoff gesägt. Dabei haben wir selbstverständlich auch Rundungen nach einer Schablone ausgeführt und Gehrungsschnitte gemacht. Neben dem praktischen Einsatz gehören dazu auch der umfangreiche Vergleich technischer Daten und die Bewertung der Qualität

Das solltest du bei der Entscheidung für eine Akku-Stichsäge beachten

Es gibt eine Reihe von Ausstattungsdetails, die eine Akku-Stichsäge selbstverständlich haben sollte. Dazu gehört die Skala für den Gehrungswinkel, wie sie den Geräten von AEG, Black+Decker und Worx fehlen. Bei der Black+Decker vermissen wir zudem eine Schnittmarkierung. Ein Parallelanschlag ist nur bei der Einhell im Lieferumfang enthalten. Der Berührungsschutz gehört bei allen Testkandidaten zur Grundausstattung. Über eine Abdeckhaube für den Staubschutz verfügen nur die Modelle von AEG, Einhell und die Bosch PST 18 Li. Mit einem Absaugadapter für den Anschluss eines Staubsaugers sind einzig die  Bosch PST, die Einhell, die Makita und die Worx ausgerüstet. Praktisch ist ein LED-Licht, das den Arbeitsbereich ausleuchtet. Ein solches fehlt der AEG, der Black+Decker und der Bosch GST 18V-Li. Gleitschutz für die Fußplatte, Schnittlinienkontrolle und Spanreißschutz waren auch nicht bei allen Geräten dabei. Ebenso wie der Transportbehälter oder eine Tasche.

Wichtig ist eine ordentliche Leerlaufhubzahl, die mindestens 2.000 je Minute betragen sollte. Die erreichten alle Testkandidaten. Die Drehzahl-Einstellung in festen Stufen über ein Rädchen wie bei der Bosch GST, der Makita oder der Ryobi ist für ungeübte einfacher, als eine stufenlose Einstellung über den Netzschalter. Selbstverständlich muss eine gute Akku-Stichsäge möglichst leise arbeiten. Da ist die Makita vorbildlich.

Schließlich sollte für dich die Akku-Leistung eine wesentliche Rolle spielen. Hier liegt der Vorrang bei einer hohen Wattstundenzahl. Die kannst du leicht ermitteln, indem du Volt und Nennladung (Ah) miteinander multiplizierst. Eine Ladestandanzeige hilft dir, bei der Arbeit zu erkennen, für wie lange die Akkuleistung noch verfügbar ist. Und dann spielt auch noch die Ladezeit eine wesentliche Rolle. Alles was länger als eine Stunde dauert, wie zum Beispiel bei der Black+Decker, finden wir zu lang. In unserem Artikel zum Akku-Basiswissen bekommst du ein paar hilfreiche allgemeine Tipps zu diesem Thema.

Häufig gestellte Fragen bei Akku-Stichsägen