So schleift auch der Profi – sieben Winkelschleifer getestet

Die häufigste Anwendung des Winkelschleifers ist die Metallbearbeitung. In der Regel werden Schleifscheiben mit sogenanntem gebundenem Schleifmittel eingesetzt, um vorrangig Schweißnähte wegzuschleifen. Die dünneren Trennscheiben nutzt man zum Durchtrennen von Metall.

Die Bezeichnung „Winkelschleifer“ basiert auf dem 90-Grad-Winkel, den die Spindel zum Motor hat. Der sitzt in der Regel im Handgriff und leitet über ein Getriebe im Kopf die Rotation an die Spindel weiter. Für die unterschiedlichen Arbeiten sind unbedingt auch unterschiedliche Werkzeuge einzusetzen. Als Werkzeuge bezeichnet man beim Winkelschleifer die Schleif- oder Trennscheiben. Du kannst mit einem Winkelschleifer auch polieren. Dann brauchst du aber ein spezielles Gerät, das mit geringeren Umdrehungsgeschwindigkeiten auskommt.

Winkelschleifer Test Video

In diesen Kategorien haben wir getestet

  • Qualität: Hier haben wir Bedienungsanleitung, Gehäuse und Griffe bis zur Schutzhaube gecheckt. Bei der Lautstärke waren uns nicht nur die Messdaten sondern auch das subjektive Empfinden der Tester gerade bei hohen, unangenehmen Frequenzen wichtig. Das wichtige Sicherheitskriterium des Wiederanlaufschutzes haben in dieser Kategorie alle Probanden besser als erwartet bestanden.
     
  • Bedienkomfort / Funktionalität: Hier interessierte uns zu allererst das Gewicht der Geräte. In der Spitze sind es 800 Gramm, die beim schwersten Gerät gegenüber dem leichtesten in der Hand liegen. Das Auswechseln der Werkzeuge unterscheidet sich im Wesentlichen durch den jeweiligen Druckknopf der Spindelarretierung, der schon nerven kann. Die Verstellbarkeit der Schutzhaube ist wichtig, da sie, je nach Einsatz, in eine andere Position gebracht werden muss. Auch die Reinigungsmöglichkeit der Geräte haben wir gecheckt. Ebenso die Möglichkeit der Aufbewahrung von Gerät und Zubehör.
     
  • Ergonomie: Hier haben wir und die Lage des Schwerpunkts angesehen. Außerdem Haupt- und Zusatzhandgriff sowie dessen Ausstattung wie Griffigkeit und Vibrationsdämpfung geprüft. Erreichbarkeit und Bedienung der Schalter spielen ebenfalls eine Rolle.

Unser Testsieger: der Ryobi Winkelschleifer Rag950-125S

Der „Ryobi Winkelschleifer Rag950-125S“ ist ein handliches 950-Watt-Gerät, das mit einer Maximal-Drehzahl von 12.000 Umdrehungen pro Minute optimal für das Schleifen ausgestattet ist. Überzeugt hat uns das schlanke Metall-Getriebegehäuse mit seinen griffigen Zonen die ein Abrutschen verhindern. Das gilt auch für den Zusatzgriff mit seinen GripZone genannten Anti-Vibrations-Griffflächen für sicheren Halt und angenehmes Arbeiten. Praktisches Detail: im Griff wird der Montageschlüssel für den Werkzeugwechsel aufbewahrt. Da musst du ihn nicht erst lange suchen. Für die stabile Schutzhaube gibt es einen praktischen Spannverschluss über den du sie auch mit dem Schutzhandschuh schnell lösen und verstellen kannst. Der Wiederanlaufschutz verhindert ein unbeabsichtigtes Starten des Gerätes nach einer Strom-Unterbrechung. Erst durch erneutes Betätigen des Schalters ist die Maschine wieder betriebsbereit.

Im Lieferumfang findest du neben Zusatzhandgriff, Trennscheibe, Schutzhaube und Montageschlüssel auch eine praktische Werkzeugtasche, mit der du den Ryobi Winkelschleifer Rag950-125S einfach transportieren oder im Regal aufbewahren kannst. Nicht gefallen hat uns die unübersichtliche Bedienungsanleitung mit vielen Sprachen aber nur den notwendigsten Angaben.

Ryobi Winkelschleifer Rag950-125S

Unser Preissieger: Der Makita Winkelschleifer GA5030R

Der „Makita Winkelschleifer GA5030R“ zeigt, dass es auch für kleines Geld möglich ist, ein richtig gutes Gerät im Markt zu finden. Zunächst ist sein Gewicht von 1,8 Kilogramm erfreulich gering, Das Gerät liegt obendrein noch gut in der Hand. Dazu trägt auch der geringe Gehäusedurchmesser von 57 Millimeter bei. Der Makita-Motor hat lediglich 720 Watt. Das macht sich schon mal bemerkbar, wenn du beim Schleifen etwas kräftiger aufs Metall drückst. Da bremst die Maschine ab. Doch bescheinigt ihm der Hersteller eine besonders lange Nutzungszeit durch große Hitzebeständigkeit. Und auch dem robusten Getriebe garantiert Makita eine lange Lebensdauer.

Gegen Schmutz und Staub schützt eine Labyrinthabdichtung  das Lager und Getriebe. Außen bekommst du das Gerät mit einem feuchten Tuch prima sauber. Wie bei den anderen Winkelschleifern auch schützt eine elektronische Wiedereinschaltsperre vor unbeabsichtigten Start nach Spannungsunterbrechung. Nicht gefallen hat uns die Arretierung der Schutzhaube durch eine Kreuzschlitzschraube. Hier benötigst du für jede Einstellung einen Schraubendreher.

Makita Winkelschleifer GA5030R beim Wiegen

Weitere Geräte im Test

Warum die restlichen Winkelschleifer sich nicht den Sieg holen konnten, erfahrt ihr im Folgenden.

Unser 2. Platz: Der Bosch Winkelschleifer GWS 11-125

Der „Bosch Winkelschleifer GWS 11-125“ Ist nach Ansicht unserer Tester exakt genauso gut, wie der Ryobi. Er kostet aber fast das Doppelte. Deswegen haben wir ihn um eine Nuance schlechter bewertet. Die Bestückung mit der Scheibe geht auch mit Handschuhen gut. Der Klemmverschluss der Schutzhaube ist einfach und schnell zu bedienen.Mit einer Nennaufnahmeleistung von 1.100 Watt und einer Drehzahl von 11.500 Umdrehungen pro Minute ist der robuste und ausdauernde Motor kraftvoll genug für schnelles und effizientes Arbeiten.Bosch liefert den Winkelschleifer GES 11-125 in einem großen Koffer mit Schnappverschlüssen. So kannst du die Maschine gut transportieren und ebenso im Regal verstauen. Viel Platz für Zubehör und Werkzeug ist darin auch vorhanden.

Bedauerlich ist, dass das Gerät nicht mehr hergestellt wird. Aber es gibt wohl noch eine Vielzahl von Maschinen im Markt. Außerdem ist die Ersatzteilversorgung boschtypisch über die nächsten Jahre gesichert. Und vielleicht hast du ja Glück und kannst so ein Schnäppchen machen.

Der Zusatzgriff vom Bosch Winkelschleifer GWS 11-125 

Gut und günstig: Der Bosch Winkelschleifer GWS 7-125

Der „Bosch Winkelschleifer GES 7-125“ ist zwar das preiswerteste Gerät am Markt, erreicht bei unseren Testern aber nicht ganz die Beurteilung des Makita.  Auch hier leistet der Motor 11.000 Umdrehungen pro Minute bei 710 Watt Nennaufnahmeleistung. Das reicht für ein gutes Schleifergebnis bei mäßigem Druck. Trotzdem leistet das Gerät gute Ergebnisse im leichten Dauereinsatz. Dabei kommt dir auch seine Handlichkeit zugute. Der flache Getriebekopf sorgt für komfortables Arbeiten auch an engen Stellen. Sein kleiner Griffumfang (176 Millimeter) gewährleistet im Vergleich zu anderen Winkelschleifern in seiner Wattklasse ein besonders angenehmes Arbeiten. Der Bosch Winkelschleifer gehört mit zu den leisesten Geräten in diesem Test. Außerdem schaltet die Maschine den Motor am Schnellsten nach Loslassen des Schalters ab. Sicherheit bringen Wiederanlaufschutz und KickBack Control. Das ist ein Sicherheitsmerkmal und spricht bei schlagartigen Blockieren an. Unschön sind die teilweise nicht glatten Übergänge zwischen den Gehäuseteilen und der schlecht in der Hand liegende Zusatzgriff. Außerdem ist das Verstellen der Schutzhaube durch Rein- und Rausdrehen einer Kreuzschlitzschraube unkomfortabel.

Ausgewogen: Der DeWalt Winkelschleifer DWE4217

Der „DeWalt Winkelschleifer DWE4217“ ist nach Meinung unserer Tester ein durch und durch ausgewogenes Gerät ohne große Schwächen und zu einem akzeptablen Preis. Er gehört mit zu den Leichtgewichten im Testfeld und du kannst ihn aufgrund des geringen Gehäusedurchmessers sehr gut mit einer Hand bedienen. Der Zusatz-Handgriff ist mit einer Gummi-Auflage versehen damit die zweite Hand nicht ins Rutschen kommt. Dazu kommt noch eine Vibrationsdämpfung. Für das Verstellen der Schutzhaube gibt es eine Spannvorrichtung, die du auch mit dem Handschuh werkzeuglos gut bedienen kannst. DeWalt bescheinigt dem 1.200 Watt Motor mit sehr hohem Kupferanteil eine hohe Lebensdauer. Er erreicht 11.000 Umdrehungen pro Minute. Verbesserte Effizienz soll durch eine neue Motorarchitektur und Ansaugung der Kühlluft ohne zusätzliches Lüfterrad erreicht werden. Das flache Getriebegehäuse sorgt für problemlosen Einsatz bei eingeengten Platzverhältnissen. Die Bedienungsanleitung gehört zu den guten Druckwerken im Test.

DeWalt Winkelschleifer DWE4217

Mit Gimmicks: Der Einhell Winkelschleifer TC-AG 125 CE

Der „Einhell-Winkelschleifer TC-AG 125 CE" fällt sofort durch seinen ungewöhnlichen Ein- und Ausschalter auf. Im hinteren Drittel verjüngt sich das Gehäuse und hier sitzt ein etwa 5 cm langer Druckschalter, an dessen vorderen Ende ein zweiter Schalter zur Fixierung bei Dauerbetrieb sitzt. Du musst den hinteren Teil des Schalters mit Mittel-, Ring- und kleinem Finger festhalten und dann die Fixierung mit dem Zeigefinger auslösen. Das und der nach vorne verlagerte Schwerpunkt erschweren die Einhand-Bedienung. Als lautestes Gerät im Leerlauf-Betrieb bekam der Einhell Winkelschleifer TC-AG 125 CE hier eine schlechtere Beurteilung .

Auch der Einhell Winkelschleifer hat praktischerweise einen Montageschlüssel im Zusatzhandgriff untergebracht. Gehäuse und Zusatzgriff sind komfortabel mit rutschhemmenden Applikationen versehen.  Im Griff sitz ein LED-Lämpchen, das die Versorgung mit Strom anzeigt. Die Schutzhaube wird einfach durch Lösen eines Spannhebels verstellt. Alles in allem ist der „Einhell Winkelschleifer TC-AG 125-CE“ aus der Sicht unserer Tester ein gutes Gerät.

Der Zusatzgriff vom Einhell mit integriertem Montageschlüssel

Langzeitmaschine: Der Fein Winkelschleifer WSG 11-125

Der „Fein Winkelschleifer WSG 11-125“ ist ein mehr als gutes, kompaktes Profi-Gerät für Entgrat-, Schleif- und Trennarbeiten mit robustem Vollmetall-Getriebekopf.  Der 1.100 Watt Motor erreicht eine Drehzahl von 11.000 Umdrehungen. Der Motor ist vor allem unter Last auf eine konstante Drehzahl ausgelegt. Die Motorbelüftung erfolgt durch seitliche und hintere Lüftungsschlitze. So zeigte der Motor im Dauerbetrieb keinerlei Ermüdungserscheinungen.

Das 2,2 Kilogramm leichte und schlanke Gerät liegt gut in der Hand. Der einfache Zusatzhandgriff lässt sich gut umfassen. Allerdings fehlt ihm eine rutschhemmende Oberfläche. Das gilt auch für das Metall-Gehäuse. Den verschleißfreien Schnellspannverschluss der Schutzhaube kannst du auch mit Handschuhen gut bedienen. Ebenso den Knopf für die Arretierung der Spindel zum Werkzeugwechsel. Das geht beim Fein Winkelschleifer besser als bei jedem anderen Gerät im Test. Der Fein Winkelschleifer WSG 11-125 ist ein sehr gutes Gerät, allerdings mit einem recht hohen Preis. Wir glauben, dass der sich aber in einem längeren Lebenszyklus durchaus bezahlt machen kann.

Fein Winkelschleifer WSG 11-125

So haben wir die Winkelschleifer getestet

Zunächst haben wir die Geräte auf mögliche Beschädigungen und Vollständigkeit kontrolliert. Dazu ist ein intensiver Blick in die Übersichtslisten der Bedienungsanleitungen notwendig. Zu viele Sprachen sind nicht hilfreich sondern verwirren allenfalls. Kopierte Zeichnungen und Detailfotos finden wir auch nicht gut. Wir empfehlen hier den Herstellern, mal zu kalkulieren, ob sich eventuell nur eine Landessprache rechnet. Bei der Kundenzufriedenheit sicherlich.

Die Aufnahme der Werkzeuge haben wir uns auch genau angesehen. Bei allen Winkelschleifern lassen sich die Scheiben gut wechseln. Auch auf die Verstellbarkeit der Schutzhaube haben wir einen Blick geworfen. Gute Schnellspannverschlüsse sind prima, Befestigung mit Kreuzschlitzschrauben für die man einen Schraubendreher dabei haben muss, nicht. Genauso benoten wir den Wiederanlaufschutz: Nach dem Ausschalten solltest du zweimal den Schalter drücken müssen, bevor es wieder losgeht. Jeder Schalter wird zudem auf seine Leichtgängigkeit überprüft. Das ist bei den Arretierknöpfen der Spindeln nicht immer der Fall.

Dann geht es zum wichtigsten Teil des Tests. Jede Maschine muss mit unterschiedlichen Scheiben schleifen und schneiden. Hier haben wir zum Beispiel auch geprüft, wie heiß das Gehäuse dabei wird.

Auch das Zubehör haben wir auf Anzahl und Unterbringungsmöglichkeit im Transportkoffer oder im Regal gecheckt.

Der Winkelschleifer während des Tests

Darauf solltest du achten, wenn du dir einen Winkelschleifer zulegen möchtest

Bei der Produktauswahl spielt zunächst die Leistung der Maschine eine Rolle. Niedrige Wattzahl bedeutet auch weniger Leistung beim Schleifen. Kleine Winkelschleifer haben eine Aufnahmeleistung zwischen 700 und 1.900 Watt.

Weil das Motorgehäuse auch als Handgriff dient, sollte es möglichst schlank sein und gut in deiner Hand liegen. Rutschhemmende Applikationen sind ebenfalls empfehlenswert. Die sollte auch der Zusatzgriff haben. Zusätzlich ist eine Vibrationsdämpfung zu empfehlen. Denn es werden drei Viertel der Vibrationen durch den Griff an die Hand abgeleitet.

Das Getriebegehäuse sollte mindestens zwei Befestigungspunkte für den vorderen Zusatz-Handgriff haben. Auf dem Gehäuse sitzen die Spindelarretierung und der Aufnahmeflansch, auf dem die Schleif- oder Trennscheibe angebracht wird. Die Schutzhaube ist dort ebenfalls befestigt. Sie ist sehr wichtig für eure Sicherheit in Bezug auf den Funkenflug. Sie muss immer am Gerät angebracht sein. Die Position solltet ihr, je nach Anwendung, leicht anpassen können.

Wichtige Fragen zum Winkelschleifer