Große Flächen vom Rasenroboter automatisch mähen lassen

Als die ersten Mähroboter auf den Markt kamen, waren es in der Regel neben den Technik-Fans vor allem Menschen mit großer Rasenfläche oder komplizierter Topographie, die sich von ihnen eine echte Hilfe versprachen. Während die einen mit diesem Gadget total aus dem Häuschen waren, sah man den anderen ihre Enttäuschung an. Ihren Ansprüchen genügten die Mähroboter in den Anfängen nicht. Das ist heute vorbei. Mähroboter pflegen selbst steiles Gelände und riesige Rasenflächen zuverlässig und ziemlich selbstständig. Wir haben bereits Roboter für den kleinen Garten und die mittlere Rasenfläche getestet. In diesem Test wenden wir uns jetzt der dritten Kategorie für das große und anspruchsvolle Gelände zu, den „fast Profi-Mährobotern“.

Die sechs Kandidaten im Mähroboter Vergleich für große Gärten

In diesen Kategorien testen wir die Mähroboter

  • Gruppe 1: In dieser Kategorie testen wir die kleinen Rasenroboter. Die sind für Rasen um die 500m² geeignet. Dazu zählen wir auch Vorgärten mit Gehweg zur Haustür, oder Minigärten hinter Reihenhäusern und Stadtgärten.
  • Gruppe 2: Mittelgroße Gärten benötigen schon größere Mähroboter. Sie eignen sich für 1.000 m² bis 1.500 m² Rasen. Da gibt es Büsche, Sträucher und Bäume, eine einfache Topographie, aber auch schon mal schmale Übergangszonen.
  • Gruppe 3: Hier sind die Mähroboter für ungewöhnliche Einsätze gefragt. Hügellandschaften gibt es hier ebenso wie schwierige Zonen, zum Beispiel Schwimmteiche, Pavillons und Gewächshäuser und viele Blumeninseln, Staudenbeete oder Baumreihen. Um sie herum sollen die Roboter Rasen von etwa 1.500 bis 3.500 m² mähen.

Doppelsieg: Test- und Preissieger Worx Landroid L2000 WR155E

Dass in diesem Mähroboter Vergleich ein Gerät sich gleich beide Auszeichnungen verdient hat, hat keinen im Team überrascht. Zu ausgewogen ist das Ergebnis des „Worx Landroid L2000 WR155E“ und zu günstig sein Preis. Deshalb küren wir den Mähroboter sowohl zum Testsieger als auch zum Preis-Leistungs-Sieger. Geeignet ist der Worx für eine Rasenfläche bis 2.000 und er meistert Steigungen bis 35 %. Ausführliche Informationen findest du im Einzeltest zum Worx Landroid L2000 Mähroboter.

Tester Manfred Eckermeier hat sich schon mit dem Testsieger angefreundet

Alle weiteren Mähroboter im Vergleich – Dicke Brocken und stolze Preise

Zwei der weiteren Mähroboter im Vergleich gehören ebenfalls in die Oberklasse, drei Rasenroboter im Test zur oberen Mittelklasse. Eigentlich sind wir mit der Leistung aller Testkandidaten ganz zufrieden. Allerdings gibt es hier zum Teil krasse Preisunterschiede.

Haarscharf am Sieg vorbei – Gardena Sileno+ Set

Manchmal sind es nur Nuancen, die in einem Test zwischen zwei Produkten liegen. So ist es denn auch dem Gardena Mähroboter Sileno+ Set ergangen. In fast allen Belangen zieht der Gardena mit dem Worx Landroid gleich. Die Qualitätsbewertung ist identisch, die Ergonomie gewinnt Gardena. Im Bedienkomfort punktet der Worx und auch in der Anwendung ist der Landroid einen Hauch besser. Nach zahlreichen Regenschauern während des Tests macht sich der fehlende Regensensor beim Gardena Sileno negativ bemerkbar, weil die vielen Ecken und Kanten am Unterboden doch ziemlich verschmutzen. Dicke Grasbrocken hängen dann um die Radantriebe und um den Messerteller. Allerdings kannst du den Gardena Mähroboter dann einfach mit dem Schlauch abspritzen. Würde er bei Regen in die Station fahren, könntest du dir diese Arbeit aber sparen.

Geeignet ist der Gardena Sileno+ Set für einen Garten mit bis zu 1.600 m² und einer Steigung bis 35 %. Der Roboter lädt seinen Akku in 60 Minuten auf und ist dann 65 Minuten im Einsatz. Preislich liegt der Gardena Sileno+ Set mit dem Testsieger von Worx etwa gleichauf: Etwa 1.500 Euro (Stand Juli 2019) musst du in die Hand nehmen. Dabei sind 250 Meter Begrenzungskabel und 400 Heringe im Preis mit inbegriffen.

Der Gardena Sileno+ Set hat den Testsieger nur knapp verpasst

Teure Premiumqualität – Sabo Mowit 500F

Einen halben Punkt liegt der „Sabo Mähroboter Mowit 500F“ hinter dem Testsieger und dem zweiten Platz. Dass er aber gut die Hälfte teurer ist, kommt bei uns nicht so gut an. Etwa 2.400 Euro (Stand Juli 2019) kostet dich das Gerät im Fachhandel, 350 Meter Begrenzungskabel inklusive. Für diesen Preis ist die Performance dieses Mähroboters nicht gut genug.

Der Sabo erreicht in der Anwendung allerdings wie die beiden Spitzenreiter die Höchstnote. Und er ist gemeinsam mit dem „Stihl RMI 422PC“ das leiseste Gerät im Test. Andererseits verliert der Sabo Mähroboter eindeutig bei der Programmierung. Denn die kannst du ausschließlich direkt am Gerät vornehmen. In Zeiten, in denen App-Steuerung überall Einzug hält, ist das ein echtes Manko. Besonders nervig ist das, wenn sich der Sabo festfährt und der Akku sich entleert. Dann musst du ihn anschließend wieder komplett neu programmieren.

Der Sabo Mowit 500F ist für Rasenflächen von etwa 2.200 m² ausgelegt und schafft Steigungen bis 36 % - der zweitbeste Wert in diesem Mähroboter Vergleich.

Ums Bücken kommt unser Tester beim Sabo nicht herum - die Programmierung ist nur am Gerät möglich

Leiser Kraxler – Stihl RMI 422PC

Die Programmierung des „Stihl Mähroboters RMI 422PC“ finden unsere Tester vorbildlich. Ganz im Gegensatz dazu die App-Anbindung. Die hakt das eine oder andere Mal. Das macht sich ebenfalls bei der Anbindung an das WLAN bemerkbar.

Subjektiv hält der Akku des Stihl Mähroboters recht lange. Leider gibt es in den Betriebsunterlagen keine exakte Zeitangabe zum genauen Vergleich. Die Schnittbreite beurteilen wir mit 20 Zentimetern als zu klein. Das macht sich auch im Mäh- und Mulchergebnis bemerkbar. Ein Regensensor ist vorhanden, funktioniert aber nicht ganz zufriedenstellend. Die Installation von Kabel und Ladestation ist, wie bei den anderen Geräten, vollkommen unproblematisch. Im Übrigen ist der Stihl Mähroboter RMI 422PC der Kraxler unter diesen Robotern. Er schafft Steigungen von bis zu 40 %. Der Rasen darf eine Fläche von etwa 1.700 m² haben.

Ohne App direkt am Gerät geht die Programmierung beim Stihl Mähroboter oft leichter

Dickes Mähschaf – Honda Mähroboter Miimo 3000

Mit 13,8 Kilogramm gehört der „Honda Mähroboter Miimo 3000“ zu den beiden Schwergewichten dieses Tests. Dennoch scheint er der mit Abstand schnellste beim Mähen zu sein. In dieser Kategorie holt sich der Honda Mähroboter auch den Bestwert. Allerdings hat er manchmal eine so hohe Geschwindigkeit, dass er nicht am Begrenzungskabel stoppen kann und über das Ziel hinausschießt. Und dann versucht der Honda noch eine Zeit lang, wieder zurück ins Rennen zu finden. Ist dann der Akku leer, musst du ihn in sein Zuhause schleppen. Bei einer Maximalleistung von 4.000 Quadratmetern kann das ganz schön in die Arme gehen. Wandern musst du auch, wenn du ihn im Betrieb mit der App programmieren willst. Weil das nur mit Bluetooth funktioniert, musst du direkt neben dem Gerät herlaufen. Am besten wartest du dafür, bis er wieder zurück in seiner Ladestation ist.

Leise ist der Honda Miimo 3000 übrigens auch nicht. Seine Mähgeräusche sind schon von weitem zu hören. Seine Leistung bei der Rasengröße spiegelt nicht ganz die Anforderung für anspruchsvolles Gelände wieder: Er meistert „nur“ Steigungen bis 25 %. Der Honda ist für einen stolzen Preis von etwa 2.700 Euro zu haben – Begrenzungsdraht und Heringe nicht inbegriffen.

Guter Mäher, guter Preis - Robomow RC 312

Der „Robomow Mähroboter RC312“ ist von der Mähleistung her eigentlich ein guter und auch schneller Mäher. Allerdings ist er relativ laut. Die Installation nach dem Handbuch ist sehr kompliziert. Das finden selbst die erfahrenen Techniker in unserem Team. So ist zum Beispiel zum Drehen der Drähte an der Anschlussklemme nicht klar beschrieben, dass du stark auf die Polaritäten achten musst. Du bekommst den Rasenmäher erst nach mehrmaligem Probieren richtig in Betrieb. Wenn er dann mäht, tut er das gut. Die Einstellung gelingt auch App-frei nicht ganz ohne Probleme. Beim Preis gehört der Robomow Mähroboter zu den positiven Beispielen. Circa 1.500 Euro (Stand Juli 2019) bezahlst du – allerdings ohne Begrenzungskabel und Heringe. Bei der Technik muss sich der Robomow in diesem Mähroboter Test mit sehr starken Wettbewerbern messen. Und das fällt ihm sichtlich schwer.

Der Robomow RC 312 mäht schnell und gut

So haben wir die Mähroboter getestet

Insgesamt haben wir 19 Mähroboter getestet. Die Ergebnisse der kleineren Rasenroboter findest du in den Testberichten für kleinere und mittlere Gärten. Die sechs Mähroboter in diesem Vergleich setzen wir ausschließlich auf komplexeren Flächen ein. Diese sind teilweise mit vielen Steigungen und engen Passagen ausgestattet. Auch mehrere Wege müssen die Mähroboter überqueren. Ausgegrenzte Inseln wie Blumenwiesen oder kleine Teiche gehören ebenso dazu wie enge Kurven oder Steinkanten.

Eine Herausforderung während des Testes ist es, auf diesen Flächen das Begrenzungskabel zu verlegen. Dafür geht bei den ganz großen Flächen ein ganzer Tag drauf. Dabei haben wir auch darauf geachtet, dass die Begrenzungskabel keine Bodenlücken überspannen, weil sich der Rasenmäher sonst festhängen kann. Lieber einen Hering mehr einschlagen lautet dabei die Devise. Ist die Ladestation angeschlossen und der Akku geladen, geht es ans Programmieren. Das geht von spielend einfach beim Gardena Sileno+ Set bis arg kompliziert beim Stihl Mähroboter.

Anschließend lassen wir alle Mähroboter mehrere Wochen mähen. Wir überprüfen, wie sich der Rasen entwickelt und ob er gleichmäßig gepflegt wird. Das beste Ergebnis erzieht der Worx Mähroboter. Aber auch Gardena und Robomow müssen sich nicht verstecken.

Wir lassen die Roboter auf unterschiedlichem Gelände über einen längeren Zeitraum mähen

Wie finde ich den besten Rasenroboter für mich?

Einen Rasenroboter für einen große und komplexen Garten solltest du mit Bedacht auswählen, Dabei ist intensives Vergleichen angesagt. Nicht der teuerste Mähroboter muss der beste für dich sein und nicht das billigste Gerät das schlechteste. Das siehst du schon an unseren Ergebnissen im Mähroboter Vergleich. An unseren Erfahrungen kannst du dich gut orientieren und dann durch eigene Recherche verfeinern. Schreib dir die Eckdaten des Roboters auf und vergleiche sie mit den Daten deines Grundstücks. Riesige Flächen schafft im diesem Mähroboter Vergleich etwa der Honda Miimo 3000. Der Mähroboter Gardena Sileno+ Set ist für Gärten bis 1.600 Quadratmeter geeignet. Hast du einen sehr hügeligen Rasen dann ist der Rasenroboter Stihl RMI 422PC vielleicht der richtige für dich. Er schafft in diesem Vergleich die größte Steigung. Ist dein Garten kleiner als 1.500 Quadratmeter, dann schau dir unseren Test zu den mittelgroßen Rasenrobotern an. In dieser Kategorie glänzt besonders der Husqvarna Automower 315X.

Das Einrichten deines Mähroboters ist eine Herausforderung. Am besten überprüfst du deine Programmierfähigkeiten mit den meist online verfügbaren Bedienungsanleitungen. Im Zweifel ruf schon mal im Vorfeld den Service an und lass dir Dinge erklären, die du nicht verstanden hast. Dabei kannst du dann feststellen, wie der Hersteller später reagieren wird, wenn du im Notfall dringend Support brauchst.